Gewöhnlicher Löwenzahn

Der Löwenzahn hat fast alles zu bieten! Blätter für Salat und Tee, Blüten für leckeren Sirup und Wurzeln als Gemüse oder gar als Kaffee-Ersatz!

Löwenzahn wächst zwar auf jeder Wiese, doch die wenigsten wissen, welche erstaunlichen Fähigkeiten und heilsamen Kräfte in ihm stecken. Die Anwendungsmöglichkeiten sind äußerst vielfältig. Löwenzahn dient als Diät-Begleiter für Fastenkuren und bereichert zahlreiche Speisen, vom Salat, über den Tee bis hin zum Kaffeeersatz.

Löwenzahn wirkt entwässernd und leicht abführend. Deshalb wird er zur Reinigung der Nieren eingesetzt, besonders bei einer Neigung zur Bildung von Nierensteinen. Auch bei Leber- und Gallenbeschwerden kommt Löwenzahn zum Einsatz. Sogar bei Gelenkschmerzen und Abnutzungserscheinungen an Gelenken und Bandscheiben kann er dank seiner heilsamen Inhaltsstoffe helfen.

Löwenzahn in der Ernährung

Die jungen Blätter des Löwenzahns enthalten weniger Bitterstoffe und können vielseitig zubereitet werden. Besonders im Frühjahr gibt es viele verschiedene Kombinationsmöglichkeiten für leckeren Löwenzahn-Salat.

Ob allein, mit anderen Wildpflanzen, Tomaten, Zucchini oder Pilzen — junge Löwenzahnblätter sind eine wild-aromatische Grundlage für grünen oder bunten Salat und rustikaler Wildkräuter-Quiche. Für mehr Biss sorgen Sonnenblumen-, Kürbis- oder Wassermelonenkerne. Die Blätter sind jedoch den ganzen Sommer und bis spät in den Herbst hinein nutzbar und können auch noch kurz vor dem Winter das Immunsystem stärken.

In den Blättern ist besonders viel Vitamin C und Provitamin A enthalten. Zur Dekoration deiner Gericht kannst du auch einige Löwenzahnblüten hinzugeben, die ebenfalls essbar sind.

Die Blätter, Stängel und Blüten eignen sich als Grundlage für Löwenzahnsuppe. So wird sie zubereitet:

  1. Eine halbe Zwiebel würfeln und in Öl leicht anbraten.
  2. 2-3 Handvoll Löwenzahnblätter hinzugeben und unter Rühren kurz mit erhitzen.
  3. Nach Geschmack Lauch, Tomaten, Karotten oder andere Wildpflanzen dazugeben, kurz mitdünsten lassen und dann mit Wasser auffüllen.
  4. Die Suppe für 20-30 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen.
  5. Mit einem Pürierstab oder Mixer pürieren.
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Frische Löwenzahnblätter kann man zusammen mit anderem Gemüse mit einem Entsafter zu frischem Löwenzahnsaft verarbeiten. Da bei dieser Vorgehensweise aber viele Nährstoffe im Trester verbleiben, empfiehlt es sich, die Blätter grünen Smoothies zuzugeben.

Mit den Blüten lässt sich außerdem leicht ein Löwenzahn-Sirup als Alternative zu Honig herstellen.

Löwenzahn-Sirup ist eine leckere Alternative zu herkömmlichem Honig. Leider enthalten viele Rezepte sehr viel Industriezucker. Hier die gesündere Option!

In Zeiten des Mangels wurde immer wieder auf verschiedene heimische Pflanzen zurückgegriffen, um Kaffee-Bohnen zu ersetzten. Als Muckefuck (aus dem Französischen eingedeutscht: Mocca faux – falscher Kaffee) bezeichnet man schwachen Kaffee, der entweder gestreckt ist oder mit Ersatzmitteln wie z.B. Getreide, Eicheln oder Zichorienwurzeln hergestellt wird.

Auch aus Löwenzahnwurzeln lässt sich ein milder Kaffee brühen, dessen Geschmack allerdings etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Zur Herstellung brauchst du die länglichen Wurzeln des Löwenzahns. Wie du sie zur heimischen Kaffeealternative verarbeitest, ist hier beschrieben.

Im Herbst enthalten Löwenzahnwurzeln weniger Bitterstoffe, und du kannst sie wie anderes Wurzelgemüse verwenden.

Heilende Anwendungen des Löwenzahns

Ein Aufguss oder Sud aus Löwenzahnblättern wird traditionell gegen Frühjahrsmüdigkeit und leichte Kopfschmerzen eingesetzt. Seine anregende Wirkung auf die Verdauungsorgane und den gesamten Stoffwechselprozess macht Löwenzahntee aber auch zu einem idealen Fastenbegleiter.

Drei Löwenzahntee-Rezepturen - für einen gesunden Start in den Frühling und Tipps wie du Blätter und Wurzeln das ganze Jahr über nutzt

Hautpflege mit Löwenzahn

Die Blüten des Löwenzahns erhellen das Gemüt, und man sag, dass er das Bewusstsein klärt und Zufriedenheit und Selbstachtung lehrt. In Pflegeprodukten helfen Löwenzahnblüten trockener und rissiger Haut bei der Selbstheilung und lindern Gelenkschmerzen, Muskelkater und Verspannungen. Diese Rezepte mit Löwenzahnblüten kannst du leicht selbst zubereiten:

Die Blüten des Löwenzahns sind unverkennbar und jedem Naturfreund geht das Herz auf bei ihrem Anblick. Nutze ihre Kraft mit diesem einfachen Creme-Rezept.

Mehr Informationen und Rezepte für den Löwenzahn und 35 andere Pflanzen findest du in unserem Buchtipp:

Erkennung und Sammeltipps

Gemeiner Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé [Public domain, GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Es gibt mehrere Arten des Löwenzahns, die teilweise schwer voneinander zu unterscheiden sind. Da die Hauptmerkmale und Anwendungsgebiete aber sehr ähnlich sind, wurden sie unter der Sammelart Taraxacum officinale zusammengefasst.

Eine Verwechslungsgefahr besteht lediglich mit dem verwandten Schaftlöwenzahn und dem Gewöhnlichen Ferkelkraut. Im Gegensatz zum hier beschriebenen Löwenzahn sind die Stängel dieser beiden Pflanzen nicht hohl.

Löwenzahn ist weit verbreitet auf Wiesen und Feldern, an Wegrändern und macht sich auch im Garten breit.

Sammle am besten die jungen, zartgrünen Löwenzahnblätter, denn sie enthalten noch nicht so viele Bitterstoffe wie ältere Blätter. Die ersten Blätter kannst du auch schon früh im Jahr ernten, in manchen Jahren schon im März.

Anbautipps

Löwenzahn verbreitet sich schnell durch Selbstaussaat und wird von vielen Gärtnern eher als Unkraut statt als Nutzpflanze angesehen. Wer einen penibel gepflegten, grünen Rasen wünscht, kann dem Löwenzahn wenig abgewinnen.

Wenn du aber den Löwenzahn in deinem Garten haben möchtest, sammle ein paar der weißen Pusteblumen und setze die Samen in deinem Garten aus. Am besten eignen sich sonnige bis halbschattige Flächen. Die Pflanzen sind zwar eher anspruchslos, sprießen aber besser in feuchten, nährstoffreichen Böden.

Setze die Samen circa einen Zentimeter tief in die Erde mit mindestens 30 Zentimeter Abstand, damit sich die Wurzeln und Blattkränze voll entfalten können. Säen kannst du im August und September, oder du lagerst die Samen über den Winter und säst sie im März oder April.

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Der Löwenzahn mit seiner leuchtend gelben Blüte, der wunderschönen Pusteblume und seinen markant zahnigen Blättern ist eine der einprägsamsten Pflanzen in Mitteleuropa. Dieses Kraut oder Gewächs sollte dir aber nicht nur dank Peter Lustig und Fritz Fuchs etwas sagen, denn es ist eine tolle Ergänzung für deinen Speiseplan. Von der Wurzel bis zur Blüte sind alle Pflanzenteile verwertbar. Sie können beim Abnehmen helfen, als Muntermacher wirken, deine Speisen schmackhafter machen und vieles mehr.
Lateinischer Name
Taraxacum officinale
Andere Namen
Echter Löwenzahn, Gemeiner Löwenzahn, Gebräuchliche Kuhblume, Gemeine Kuhblume, Butterblume, Pusteblume, Bettseicher, Pfaffenröhrlein, Sonnenwirbel, Mönchskopf und viele mehr
Familie
Korbblütler (Asteraceae)
Erntemonate
Mrz - Okt
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Blüten, Knospen, Wurzeln
Blattform
schrotsägeförmig
Blütenfarbe
gelb
Fundorte
Wiesen, Äcker, Wegränder, Lichtungen
Verwechslungsgefahr
Gewöhnliches Ferkelkraut, Milchkraut (Schaftlöwenzahn, Leontodon) sind leicht dank ihrer soliden Stängel zu unterscheiden
Giftigkeit
ungiftig
Hinweise zur Giftigkeit
Oft wird vor dem Milchsaft in den Stängeln der Löwenzahnblüte gewarnt. Gerade bei älteren Pflanzen enthält der weiße Saft verstärkt Bitterstoffe, Harze und Triterpene. Beim Verzehr größerer Mengen können sie zu Magen-Darm-Beschwerden führen.
Inhaltsstoffe
Bitterstoffe, Cholin, Inulin, Kalium, Magnesium, Phosphor, Vitamin A, Vitamin B2, Vitamin C
Eigenschaften
abführend, harntreibend
Hilft bei
Allergien, Appetitlosigkeit, Arteriosklerose, Bronchitis, Ekzeme, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Gallenschwäche, Gallensteine, Gelenkerkrankungen, Gicht, Hämorrhoiden, Hautleiden, Hühneraugen, Husten, Kopfschmerzen, Leberschwäche, Magenschwäche, Nierensteine, Pickel, Rheuma, Verstopfung, Warzen, Wassersucht, Wechseljahrsbeschwerden

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2 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Lauraeveride
    Lauraeveride

    Ich genieße im Frühjahr gerne die Stängel , so als Frühjahrskur. Die Bitterstoffe sind eine Wohltat für die Leber; Bauchspeicheldrüse, und die Nierentätigkeit wird angeregt. Kaut man eine Weile auf dem Stängel herum, entwickelt sich bald ein süßlicher Geschmack.

    Antworten
  2. Sylvia Kuhse

    Diesen Artikel sollten die Italiener verstehen. Mich hat man hier gelehrt, dass man nur Pflanzen ohne Blùten sammeln soll – wie verkehrt. Mein Mann (Italiener) verspeiste auch mit Hochgenuss die Blùten – kommt immer darauf an, wie sie zubereitet werden, als Gemùse sehr lecker

    Antworten

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