Löwenzahnsaft – die Kraft der gesunden Wildpflanze nutzen
Der robuste und anpassungsfähige Löwenzahn wird von vielen Gärtnern als lästiges Unkraut betrachtet. Meiner Meinung nach zu Unrecht, denn die Wildpflanze besitzt viele gesunde Inhaltsstoffe, deren Kraft wir nutzen können. Nicht ohne Grund wird Löwenzahn auch als Europäischer Ginseng bezeichnet! In diesem Beitrag zeige ich dir die Vorzüge und Anwendung eines Löwenzahnsaftes.
Tipp: Die gesunde Wirkung der Löwenzahnblätter kannst du auch in Salaten, Teeaufgüssen oder als Wildgemüse nutzen.
Warum Löwenzahnsaft?
Löwenzahn wird in der traditionellen Pflanzenheilkunde zur Unterstützung verschiedener Körperfunktionen eingesetzt. Seine Bitterstoffe können die Bildung von Magensaft und Galle anregen und dadurch die Verdauung unterstützen, insbesondere bei Appetitlosigkeit oder Völlegefühl.1
Aufgrund seines natürlichen Kaliumgehalts und weiterer Inhaltsstoffe wird Löwenzahn traditionell zur Erhöhung der Harnmenge verwendet. Diese durchspülende Wirkung kann zur Unterstützung der Harnwege beitragen. Eine kleine Humanstudie deutet auf eine kurzfristig erhöhte Harnausscheidung nach Einnahme eines Blatt-Extrakts hin.2
Löwenzahn enthält relevante Mengen an Vitamin C sowie weitere sekundäre Pflanzenstoffe. In Labor- und Tierstudien wurden antioxidative und mögliche entzündungshemmende Effekte beobachtet.3
Frischpflanzenpresssaft wird traditionell bei Appetitlosigkeit, leichten Verdauungsbeschwerden und zur allgemeinen Anregung des Stoffwechsels verwendet.
Hinweis: Bei anhaltenden Beschwerden oder bestehenden Erkrankungen sollte die Anwendung jedoch mit medizinischem Fachpersonal abgestimmt werden.
Löwenzahnsaft selbst herstellen
Fertigen Saft findest du in vielen Reformhäusern, Bioläden, Apotheken oder auch online. Löwenzahnsaft lässt sich jedoch auch einfach und preiswert selbst herstellen. Die beste Zeit zum Sammeln der Blätter ist das Frühjahr, wenn die Blätter noch jung und nicht so bitter sind und bevor sich die Blüten bilden. Vor der Blüte ist es jedoch besonders wichtig, die Erkennungsmerkmale des Löwenzahns zu beachten, um ihn nicht mit anderen Pflanzen zu verwechseln.
Du benötigst:
- etwa zwei Hände voll Löwenzahnblätter
- Mixer
- Wasser
So stellst du frischen Löwenzahnsaft her:
-
Löwenzahnblätter gründlich waschen und in grobe Stücke schneiden.
-
In den Mixer füllen und mit etwas Wasser zu Brei mixen.
-
Den Pflanzenbrei durch ein engmaschiges Sieb oder ein Mulltuch pressen und den Saft in einem Behälter auffangen.
Trinke mehrmals täglich, am besten vor den Mahlzeiten, 50 Milliliter vom puren Saft oder verdünne ihn mit etwas Wasser oder Obstsaft. Der Saft sollte nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden.
Wer gerne öfters Frischpflanzenpresssaft oder auch Obst- oder Gemüsesäfte herstellt, für den lohnt sich auch die Anschaffung einer Presse, die auch Gräser und Blätter entsaften kann. Ich habe gute Erfahrung mit dieser Saftpresse gemacht.
Tipp: Wenn du mehr Blätter gesammelt hast, als du benötigst, kannst du sie in ein feuchtes Tuch wickeln und etwa drei Tage im Kühlschrank aufbewahren.
Hast du schon einmal Löwenzahnsaft probiert? Wie hat er auf dich gewirkt? Berichte von deiner Erfahrung in einem Kommentar unter diesem Beitrag!
Viele weitere Ideen und Rezepte Für Löwenzahn und andere Wildpflanzen findest du auch in unserem Buchtipp:
Diese Themen könnten dich ebenso interessieren:
- So wirst du fit – 10 wilde Pflanzen gegen Frühjahrsmüdigkeit
- Köstlicher, leichter Vorfrühlings-Wildkräutersalat
- Rotklee-Tinktur – ein natürlicher Helfer bei Frauenleiden, Erkältungen und mehr
- Verwechslungsgefahr: Bärlauch von Maiglöckchen, Herbstzeitlose und anderen Pflanzen unterscheiden

- Taraxaci folium – herbal medicinal produc. (2008). EMA. ↩︎
- Clare, B. A., Conroy, R. S. & Spelman, K. (2009). The Diuretic Effect in Human Subjects of an Extract of Taraxacum officinale Folium over a Single Day. The Journal Of Alternative And Complementary Medicine, 15(8), 929–934. ↩︎
- Martinez, M., Poirrier, P., Chamy, R., Prüfer, D., Schulze-Gronover, C., Jorquera, L. & Ruiz, G. (2015). Taraxacum officinale and related species—An ethnopharmacological review and its potential as a commercial medicinal plant. Journal Of Ethnopharmacology, 169, 244–262. ↩︎
