Echter Salbei

Echter Salbei wurde schon vor Jahrtausenden als vielseitige Heil- und Gewürzpflanze geschätzt. Auch heute ist sie ein probates Hausmittel, das jedoch mehr kann, als Halsschmerzen zu lindern.

Ob bei Halsschmerzen, Verdauungsbeschwerden oder nach üppigem Essen – Salbei (Salvia officinalis) ist zur Stelle. Seine desinfizierende, entzündungshemmende und schweißhemmende Wirkung ist seit Jahrhunderten bekannt und wird heute wissenschaftlich gut untermauert. Aber nicht nur seine Heilwirkung macht ihn beliebt: Auch als aromatisches Küchenkraut ist Salbei mit seinem intensiven, leicht bitter-würzigen Geschmack nicht wegzudenken.

Herkunft und Bedeutung

Botanisch heißt Salbei Salvia officinalis. Der Name leitet sich vom lateinischen “salvare” ab, was “heilen” oder “retten” bedeutet. Trivialnamen wie “Echter Salbei”, “Gartensalbei” oder einfach nur “Salbei” sind gebräuchlich.

Der Echte Salbei stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wo er in sonnigen, steinigen Regionen wild wächst. Schon die alten Ägypter und Römer schätzten ihn sehr. Auch die keltischen Druiden verehrten den Salbei und hielten ihn wohl für ein Mittel, Tote wieder zum Leben zu erwecken.1 Im antiken Rom galt er als heilige Pflanze und wurde bei rituellen Zeremonien verwendet.

Hildegard von Bingen lobte seine Vielseitigkeit2. Paracelsus soll Salbei sogar als Kraut der Unsterblichkeit bezeichnet haben und der Botaniker Hieronimus Bock lobte ihn in den höchsten Tönen.3 Im 17. Jahrhundert war Salbei auch eine Zutat im Vier-Diebe-Essig oder Pestessig.

In der Ernährung

In der Küche ist Salbei vor allem für seine intensive Würze bekannt. Vor allem deftige Fleischspeisen profitieren vom intensiven Würzkraut. Auch als leckere Wildkräuterchips oder für Kräutersalze ist das aromatische Kraut geeignet.

Eine weitere Zubereitungsart ist dieses Rezept für frittierte Salbeiblätter.

Besonders die silbrig-grünen, samtigen Blätter werden verwendet. Sie sind essbar und lassen sich frisch oder getrocknet einsetzen. Der Geschmack ist stark, daher genügen oft schon wenige Blätter, um Gerichte zu verfeinern.

Salbei enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe sowie Vitamin C und K. Damit ist er nicht nur ein Geschmacksträger, sondern auch ein kleiner Nährstofflieferant.4

Heilende Anwendungen

Salbei hat eine lange Tradition als Heilpflanze. Besonders bekannt ist der Echte Salbei für seine entzündungshemmende Wirkung im Mund- und Rachenraum sowie bei Halsschmerzen und anderen Erkältungsbeschwerden.5 Hierbei hilft er in Form von Tees, Gurgellösungen oder selbstgemachten Halsbonsbons. Alternativ sind Präparate mit Salbeiextrakt erhältlich, zum Beispiel Salviathymol Tropfen.

Auch die Verdauung profitiert von Salbei. Volksheilkundlich wird er bei Durchfall und Blähungen eingesetzt. Er lindert Krämpfe im Darm und macht fetthaltige Speisen besser verträglich.6

Übermäßiges Schwitzen, wie Hitzewallungen während der Wechseljahre, kann wirksam durch Salbeiextrakt eingedämmt werden.7 Durch seine milchflusshemmende Wirkung ist Salbei eine perfekte Beigabe in Abstilltees.

Wenn das Abstillen schwer fällt, kann ein einfacher Abstilltee aus Salbei, Hopfenzapfen und Walnussblättern helfen.

Äußerlich angewendet hilft er, unreine, fettige Haut, Akne oder Lippenherpes in den Griff zu bekommen.

Verantwortlich für die Wirkung sind ätherische Öle wie Thujon und Cineol, Gerbstoffe, Flavonoide und Bitterstoffe. Diese Kombination macht Salbei antiseptisch, antibakteriell und zusammenziehend (adstringierend).8

Moderne Studien zeigen, dass Arten der Gattung Salvia kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Lernvermögen unterstützen und möglicherweise vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer schützen können.9

Achtung: Wegen des Gehalts an Thujon sollte Salbei nicht in großen Mengen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Schwangere, Stillende und Menschen mit Epilepsie sollten bei innerlicher Anwendung vorsichtig sein. Eine Langzeitanwendung sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen, da die Pflanze den Östrogenhaushalt beeinflussen kann.

Sabei-Tee – innerlich

Salbeitee hilft bei vielen Beschwerden wie Magenschmerzen, Entzündungen im Mund- und Halsbereich und übermäßiges Schwitzen. Übergieße für einen Salbeitee einen Teelöffel getrocknete, zerkleinerte Salbeiblätter mit 150 Milliliter heißem Wasser und lasse sie bis zu drei Minuten lang ziehen. Bei einer längeren Ziehzeit würden übermäßig viele Gerbstoffe herausgezogen werden, welche die Schleimhäute angreifen könnten.

Bei Entzündungen im Mundbereich und im Hals wird der Tee stündlich einmal gegurgelt oder gespült. Bei übermäßigem Schwitzen, egal welcher Ursache, den Tee mit anderthalb Teelöffeln getrockneten Blättern zubereiten, zehn Minuten lang ziehen lassen und dreimal täglich eine Tasse trinken, jedoch höchstens vier Wochen lang, beim Abstillen maximal eine Woche.

Salbei ist mehr als ein Gewürz und kann auf sanfte aber wirkungsvolle Weise bei zahlreichen Beschwerden helfen. Probiere doch mal einen heilenden Tee mit Salbeiblättern!

Salbei-Tee – äußerlich

Auch äußerlich kann Salbeitee angewendet werden, zum Beispiel für Fußbäder gegen Schweißfüße oder für Waschungen bei Hitzewallungen oder Fieber. Bei Lippenherpes ein mit Tee getränktes Wattestäbchen mehrmals täglich auf die betroffene Stelle tupfen.

Salbeiwein für die Verdauung

Gegen Verdauungsbeschwerden, die mit Blähungen und Völlegefühl einhergehen, kann ein Salbeiwein helfen, der ähnlich wie eine Tinktur zubereitet wird.

Du benötigst:

  • 20 Gramm getrocknete Salbeiblätter
  • ein Liter hochwertiger Rotwein
  • dunkle Flasche

So bereitest du ihn zu:

  1. Die Salbeiblätter mit Rotwein übergießen.
  2. Eine Woche an einem kühlen, vor Sonne geschützten Ort eine Woche lang ziehen lassen.
  3. Anschließend abgießen und in einer dunklen Flasche kühl aufbewahren.

Bei Bedarf ein Likörglas vom Salbeiwein trinken. Bitte beachte, dass der tägliche Gebrauch von alkoholhaltigen Zubereitungen über einen Anwendungsdauer von 1-2 Wochen nicht empfehlenswert ist. Personen mit empfindlichem Magen, Alkoholintoleranz oder Medikamenteneinnahme sollten die Menge reduzieren oder auf alkoholfreie Alternativen wie Salbeitee umsteigen.

Salbeisirup

Gegen Husten und Halsschmerzen hilft dieser selbstgemachte Salbei-Sirup.

Salbei-Sirup ist schnell gemacht und lange haltbar. Er hilft bei Erkältung, Halsschmerzen und Heiserkeit.

Körperpflege mit Salbei

Salbei eignet sich hervorragend für die Mundhygiene: Kaue für einen frischen Atem am besten nach den Mahlzeiten ein bis zwei frische Blätter. Um das Zahnfleisch zu stärken und Zahnfleischbluten vorzubeugen, kannst du ein frisches Salbeiblatt auf den Zeigefinger legen und sanft massieren. Nebenbei werden dadurch Zahnbeläge entfernt und Bakterien abgetötet. Getrocknete Blätter kann man zu Pulver zerreiben und auf die Zahnbürste geben, ins Zahnputzpulver oder mit der gewohnten Zahncreme mischen.

Auch in selbstgemachtem Zahnöl ist Salbei eine beliebte Zutat.

Haare tönen mit Salbei

Als regelmäßige Haarspülung verwendet, kann Salbei die Haarfarbe leicht verdunkeln, da Gerbstoffe und andere Inhaltsstoffe das Haar leicht tönen können. Dafür werden zwei Teelöffel Salbeiblätter mit heißem Wasser übergossen und zehn Minuten zugedeckt ziehen gelassen.

Salbei-Deo

Die schweiß- und geruchshemmende Wirkung des Salbeis kannst du in Form eines selbst gemachten Deo-Puders nutzen.

Für das schweißhemmende Pulver benötigst du:

  • 1 TL fein gemörserter Salbei
  • 1 TL Natron (aus der Apotheke oder online)
  • 1 TL Speisestärke
  • optional ätherisches Salbeiöl
  • optionale ultrafeine Heilerde für empfindliche Haut

Wenn du alle Zutaten zusammen hast, brauchst du sie nur in ein sauberes, trockenes Schraubglas geben, verschließen und gut schütteln. Da alle Zutaten trocken sind, ist das Deo-Puder fast unbegrenzt haltbar. Zum Auftragen kannst du entweder deine Hand oder einen breiten Puderpinsel benutzen.

Hinweis: Das Deo-Puder kann bei schwarzer Kleidung Flecken hinterlassen.

Alternativ kannst du eine Deocreme mit Salbei oder ein wirksames Deodorant mit Salbeiöl selber machen.

Eine Deocreme die Gerüche reduziert und die Haut pflegt, lässt sich ganz leicht selber herstellen - zum Beispiel mit Kokosöl und Salbei.

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Anwendungen im Garten

Der intensive Geruch des Salbeis vertreibt den Fraßschädling Kohlweißling von Kohlarten im Garten. Schnecken, Blattläuse als auch Raupen halten sich von der mediterranen Pflanze fern, weshalb Salbei gut zwischen Gemüsebeete gepflanzt werden kann.
Eine Jauche des Salbeis stärkt die Abwehrkräfte von Pflanzen.

Räuchern mit Salbei

Salbei gehört zu den wichtigsten Räucherpflanzen. Traditionell ist er für seine reinigende und konzentrationsfördernde Wirkung bekannt. Einen Salbei-Smudge kannst du leicht zu Hause selbst herstellen.

Erkennung und Sammeltipps

Echter Salbei wurde schon vor Jahrtausenden als vielseitige Heil- und Gewürzpflanze geschätzt. Auch heute ist sie ein probates Hausmittel, das jedoch mehr kann, als Halsschmerzen zu lindern.

Echter Salbei wird im Garten zwischen 40 und 60 Zentimeter hoch. Er bevorzugt einen sonnigen Standort mit trockenem, kalkhaltigem Boden.

  • Die Blätter sind grau-grün.
  • Die Blattoberseite besitzt eine silbrige Haarschicht und ist auf der Unterseite filzig behaart.
  • Die länglich-eiförmigen Blätter sitzen paarweise gegenständig am Stängel.
  • Der Stängel ist gering vierkantig bis rundlich.
  • Die kurz gestielten, in Quirlen stehenden Blüten sind etwa drei Zentimeter groß.
  • Die violetten, rosafarbenen, selten weißen Blüten haben ein typisch lippenförmiges Aussehen.
  • Die Blütezeit ist von Ende Mai bis Juli.
  • Alle Pflanzenteile besitzen einen intensiven aromatischen Geruch.

Der echte Salbei kann mit dem wildwachsenden Wiesensalbei verwechselt werden, dessen Blätter jedoch kahl und gezähnt sind.

Anbautipps

Echten Salbei kann man heute nicht nur im Süden finden, sondern auch im eigenen Garten anbauen, da sich die Pflanze inzwischen an unsere kühlen Wintertemperaturen gewöhnt hat. Der knorrige Halbstrauch wird zwar in unseren Breitengraden nicht so hoch, aber seine Qualität kann durchaus mithalten.

Je häufiger geerntet wird, desto buschiger wird der Strauch. Etwa alle fünf Jahre sollten die Sträucher ersetzt werden, da sie von unten her verholzen.

Vor dem Ernten die Blätter vorsichtig abbrausen und das Wasser verdunsten lassen. Am nächsten Tag schneidet man die Triebe etwa zehn Zentimeter über der Erde ab, entfernt die Blätter anschließend sofort vom Stiel und trocknet sie möglichst schnell an einem schattigen Ort. Die Blätter luftdicht aufbewahren oder einfrieren.

  1. Die Heilkraft von Salbei: antibakteriell – schweißhemmend – verdauungsfördernd : Heidböhmer, Ellen. 2012. ↩︎
  2. Hildegard von Bingen – Heilkraft der Natur – Physica. ↩︎
  3. Die Heilkraft von Salbei: antibakteriell – schweißhemmend – verdauungsfördernd : Heidböhmer, Ellen. 2012. ↩︎
  4. Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka: Ein Handbuch für die Praxis : Wolfgang Blaschek. 2015. ↩︎
  5. Pharmakognosie – Phytopharmazie (Springer-Lehrbuch): Hänsel, Rudolf, Sticher, Otto. 2009. ↩︎
  6. Herbal Medicine: Expanded E Monographs: Herb Monographs: Blumenthal, Mark. 1999. ↩︎
  7. Zeitung, S. M. Ä. (2014, 18. August). Phyto-Forum : Mit Salbei gegen Hyperhidrose. AerzteZeitung.de. ↩︎
  8. Teedrogen und Phytopharmaka: Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage. ↩︎
  9. Lopresti, A. L. (2016). Salvia (Sage): A Review of its Potential Cognitive-Enhancing and Protective Effects. Drugs in R&D, 17(1), 53–64. ↩︎

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Der echte Salbei ist leicht an seinen ovalen Blättern zu erkennen, die durch einen filzartigen Belag eine grau-grüne Färbung annehmen. Die Pflanze gehört zu den mehrjährigen Halbsträuchern, die man früher nur in trockenen Lagen am Mittelmeer fand. Seit dem 8. Jahrhundert gedeiht der würzig duftende Salbei auch bei uns im Norden. Bereits im alten Ägypten sollte Salbei die Fruchtbarkeit bei Mann und Frau steigern und zu einem ewigen Leben verhelfen. In der Antike nahm man die Pflanze gegen Zahnschmerzen, bei Verdauungsbeschwerden und zur Unterstützung des Gedächtnisses. Noch heute nutzen wir das vielfältige Wirkungsspektrum des Echten Salbeis und wenden ihn als Gewürz, in der Kosmetik und in der Heilkunde erfolgreich an.
Lateinischer Name
Salvia officinalis
Andere Namen
Gartensalbei, Dalmatiner-Salbei, Edelsalbei, Fischsalbei, Kreuzsalbei, Königssalbei, Rauchsalbei, Sabikraut, Scharlachkraut, Scharleikraut, Scharlei, Tugendsalbe, Altweiberschmecken, Gschmackblatteln, Salf, Salser, Selve, Zaffe, Sälvel, Salfat, Zuffen, Zupfblatteln
Familie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Erntemonate
Mai - Aug
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter
Blattform
länglich eiförmig
Blütenfarbe
rosa, violett, weiß
Fundorte
Gärten, am Mittelmeer wild wachsend
Verwechslungsgefahr
Eventuell mit Wiesensalbei, dessen Blätter jedoch kahl und gezahnt sind
Giftigkeit
ungiftig
Hinweise zur Giftigkeit
Nicht giftig, sollte trotzdem nicht überdosiert werden
Warnungen
Salbeiöl nicht bei Asthma, Blätter wegen ätherischer Öle bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich von Nase und Mund anwenden, nicht für Schwangere und Stillende, nicht bei Reizhusten, da Salbei austrocknend wirkt. Bei mehr als 15 Gramm Blättern täglich können Sehstörungen, Schwindel, ein beschleunigter Herzschlag und epileptische Anfälle ausgelöst werden.
Inhaltsstoffe
Asparagin, ätherische Öle, Bitterstoffe, Cineol, Flavonoide, Fumarsäure, Gerbsäure, Gerbstoffe, Harz, Kampfer, Salicylsäure, Saponine, Thujon, Thymol, Triterpene, Zink
Eigenschaften
antibakteriell, antiviral, blähungslindernd, blutstillend, desinfizierend, entkrampfend, entzündungs­­hemmend, fungizid, immunstärkend, schweißhemmend, verdauungsfördernd, zusammenziehend
Hilft bei
Akne, Appetitlosigkeit, Blähungen, Bronchitis, Durchfall, Ekzeme, Erkältung, Fieber, Fußschweiß, Halsentzündungen, Halsschmerzen, Hautleiden, Heiserkeit, Hitzewallungen, Husten, Konzentrationsstörungen, Lernstörungen, Mandelentzündungen, Mundschleimhautentzündungen, Schweißbildung, Verdauungsprobleme, Verstopfung, Wechseljahresbeschwerden, Wunden, Zahnfleischentzündungen

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