Salbei-Smudge zum Räuchern einfach selber herstellen
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Salbei ist ein beliebtes Räuchergut und wird von vielen Menschen als sehr wohlriechend wahrgenommen. Er soll eine klärende und atmosphärisch reinigende Wirkung haben und kommt daher zu Beginn vieler Rituale zum Einsatz.

Für das Räuchern werden meist „Salbei Smudges“ verwendet, dicht gepackte Bündel aus Blättern des Weißen Salbeis (Salvia apiana). Dieser kommt jedoch ausschließlich im Südwesten der USA und in Mexiko vor und ist inzwischen sogar teilweise bedroht.

Aber auch in Europa gibt es eine alte Räuchertradition und die zahlreichen heimischen Arten des Salbeis gehören dazu. Der Echte Salbei (Salvia officinalis) ist in vielen Gärten zu finden, aber auch alle anderen Salbeiarten eignen sich zum Räuchern. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du mit Salbei aus deinem Garten Smudges zum Räuchern herstellst. Das ist viel nachhaltiger und auch preiswerter als die Salbei-Stäbe aus dem Handel.

Was Salbei alles kann

Bereits im antiken Griechenland wurde Salbei als Heilpflanze genutzt und tatsächlich leitet sich ihr lateinischer Name vom Wort für „heilen“ ab. Heute weiß man, dass die zahlreichen ätherischen Öle des Salbeis antibakteriell und zum Teil auch antiviral wirken, weshalb er für Salbei-Hustenbonbons, Mundspülungen und zum Gurgeln gegen Entzündungen im Rachenraum verwendet wird. Bewährt ist Salbei auch als Mittel gegen übermäßige Schweißbildung und wird oft in selbstgemachten Deos verwendet.

Beim Räuchern wirkt er beruhigend, konzentrationsfördernd, klärend und atmosphärisch reinigend. Sogar auf Verstimmungen soll er einen stabilisierenden Einfluss haben. Dabei verströmt er einen würzig-herben Duft.

Salbei-Stäbe sind meist importiert, dabei kannst du auch mit heimischem Salbei räuchern und deinen eigenen Räucher-Smudge herstellen.

Salbei ernten

Um Salbei für dein Räuchergut zu ernten, werden nicht einzelne Blätter vom Strauch gezupft, sondern ganze Ästlein abgeschnitten. Lasse jedoch etwa 10 bis 15 cm des Astes stehen, damit die Pflanze neu austreiben kann. Wähle aber nur ältere Pflanzen, denn junge und kleine Pflanzen können sich oft nicht erholen und gehen ein.

Wichtig ist der Zeitpunkt der Ernte. Dafür gibt es drei wichtige Regeln:

  1. Jahreszeit: Früh- bis in den Spätsommer.
  2. Tageszeit: Am besten Morgens, wenn die Pflanzen noch nicht zu sehr der Sonne ausgesetzt waren, aber schon etwas erwärmt sind. In dieser Zeit ist ihr Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten.
  3. Vegetationsphase: Die beste Ernte ist die kurz vor dem Öffnen der Blüten.

Salbei-Stäbe sind meist importiert, dabei kannst du auch mit heimischem Salbei räuchern und deinen eigenen Räucher-Smudge herstellen.

Salbei bündeln und trocknen

Schüttle die Ästchen sanft aus, damit Käfer, Spinnen und Ohrenkneifer, die sich gerne tagsüber im Salbei verstecken, flüchten können. Sind ein paar Blätter oder Äste verschmutzt, kannst du sie kurz mit kaltem Wasser abspülen oder in sauberes Regenwasser tauchen und dann kräftig ausschütteln.

Dein Salbei ist nun soweit, zu Räucher-Smudges gebunden zu werden. Du benötigst hierfür einen Faden aus einem natürlichen, unbehandelten Material, z.B. ein Jute– oder Hanfgarn, wie man es beim Gartenbedarf bekommt. Der Faden sollte ungefähr doppelt so lang sein wie dein Kräuterbündel.

Gehe dabei folgendermaßen vor:

  1. Eine kleine Handvoll Ästchen zusammennehmen.
  2. Den Faden einmal von den Schnittstellen entlang des Bündels hoch bis zu den obersten Blattspitzen legen.
  3. Den Faden von der Bündelspitze hinab zu den Schnittstellen der Stängel immer um das Bündel herum wickeln. Dabei liegt auch der zuvor hochgeführte Teil des Fadens in der Wicklung.

Mein Spezialtipp: Mache den Bindfaden vor dem Wickeln nass und wickele ihn ruhig richtig straff um dein Bündel.

Salbei-Stäbe sind meist importiert, dabei kannst du auch mit heimischem Salbei räuchern und deinen eigenen Räucher-Smudge herstellen.

Zum Trocknen gibt es noch folgendes zu beachten:

  • Es sollte ein trockener, luftiger Ort sein, durch den immer ein bisschen Wind weht.
  • Warm aber nicht heiß soll es sein, Temperaturen über 30°C zerstören die Aromen.
  • Die Kräuter dürfen nicht direkt von der Sonne beschienen werden.

Trocken sind deine Smudges, wenn sie leicht knistern, sich also nicht mehr feucht anfühlen. Das ist im Sommer normalerweise nach maximal einer Woche der Fall.

Salbei-Stäbe sind meist importiert, dabei kannst du auch mit heimischem Salbei räuchern und deinen eigenen Räucher-Smudge herstellen.

Nach der Trocknung sollten die Bündel am besten luftdicht aufbewahrt werden, damit sie möglichst wenig ihrer ätherischen Öle verlieren und nicht verstauben oder gar von Tieren wie Mäusen oder Motten angefressen werden. Ein Lichtschutz erhält die Farbe, zum Beispiel braune Apothekergefäße, Zellophantüten oder dicht gewebte und gut verschließbare Baumwollbeutel. Papiertüten sind nur für die kurzzeitige Aufbewahrung geeignet.

In jedem Fall empfiehlt es sich, länger gelagerte Kräuter immer mal wieder zu prüfen, um einem Befall mit Schimmel oder Schädlingen frühzeitig entgegenwirken zu können.

Am schönsten ist es aber natürlich, deinen Salbei-Smudge zum Räuchern zu verwenden und seinen Duft zu genießen. Ein guter Anlass für eine Salbeiräucherung ist zum Beispiel eine Meditation. Ich wünsche dir viel Freude damit.

Verwendest du bereits Salbei? Oder räucherst du mit selbst gesammelten anderen Kräutern? Hinterlasse unten einen Kommentar.

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Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur
Heimische Räucherpflanzen

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Luka

Schon als Jugendlicher hat sich Luka beim BUND engagiert und Kröten vor dem Autotod gerettet. Heute trägt er noch immer alle möglichen glitschigen Tiere über die Strasse, gärtnert biologisch und ist Wildnisführer und Naturpädagoge. Mehr über ihn erfährst du auf www.waldklang.ch

  • Katja

    Toller Artikel… danke 😊
    Ich nutze Salbei auch als Blatt zum räuchern – gerne als Mischung mit Fichtenharz oder Kiefernharz…
    Und das geht auch jetzt noch zu trocknen – Salbei übersteht auch kurze Fröste.

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