Rotklee

Der Rotklee ist weit verbreitet und wird als Glücksbringer betrachtet. Seine Stärke liegt aber in seinen gesunden Inhaltsstoffen.

Rotklee (Trifolium pratense) ist eine jener Pflanzen, die man auf Spaziergängen über blühende Wiesen kaum übersieht. Mit seinen leuchtend purpurroten Blütenköpfchen ist er nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine der wertvollsten Heil- und Nährpflanzen unserer heimischen Flora. Besonders Frauen profitieren von seinen Inhaltsstoffen, doch auch in der Küche, für Haut und Garten bietet Rotklee überraschende Möglichkeiten.

Herkunft, Geschichte und kulturelle Bedeutung

Der Rotklee ist in ganz Europa heimisch, wächst aber auch in Asien und wurde nach Nordamerika eingeführt. Bereits im Mittelalter war er eine bekannte Futterpflanze, wurde aber auch wegen seiner heilenden Wirkung geschätzt. In der Klostermedizin galt er als stärkend und reinigend. Hildegard von Bingen fand allerdings nur wenig Verwendung für die Pflanze: “Der Klee hat als Arzneimittel wenig Bedeutung, höchstes gegen Verdunkelung der Augen.”1

In der keltischen Kultur spielte der Klee – meist der dreiblättrige Weißklee – eine symbolische Rolle als Glücksbringer. Rotklee jedoch wurde mit weiblicher Fruchtbarkeit und dem Zyklus in Verbindung gebracht. Frauen tranken Klee-Tee zur Regulierung der Monatsblutung oder bei Wechseljahrsbeschwerden. Auch Hebammen empfahlen ihn traditionell, um den Körper nach der Geburt zu stärken.

Rotklee in der Ernährung

Kleeblüten passen sowohl zu süßen als auch zu pikanten Speisen. Sie werden zum Würzen und zur Dekoration über Gemüsegerichte, Salate und Süßspeisen gestreut und auch pur verzehrt. Besonders fein schmecken die rötlichen Blüten, wenn sie vom grünen Blütenmantel abgezupft werden. So kannst du sie auch zu Sirup und Gelee verarbeiten.

Junge Blätter schmecken mild-nussig und können wie Spinat verwendet werden oder eignen sich für Salate, Kräuterspeisen, Suppen und grüne Smoothies. Eine besondere Delikatesse sind Rotkleeblüten und Kleeblätter mit einem Schokoladenüberzug. Sie werden genauso zubereitet wie bei diesem Rezept für Gundermann-Schokoblättchen.

Besonders spannend: Die Blüten enthalten Phytoöstrogene, die als pflanzliche Hormonbausteine bekannt sind. Dazu kommen Vitamine wie Vitamin C, B-Vitamine und Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Eisen.

Rotklee-Pesto

Für dieses einfache und etwas ausgefallene Rezept mit Rotklee benötigst du:

  • 50 g frische Rotkleeblätter und -blüten
  • 50 ml Olivenöl
  • 25 g Buchweizen oder Sonnenblumenkerne
  • ½ TL Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer

Die Zubereitung des Rotkleepestos ist ganz leicht:

  1. Rotklee wenn nötig säubern, aber möglichst nicht waschen
  2. Zusammen mit Olivenöl, Salz und Zitronensaft mit einem Mixer oder Pürierstab zerkleinern
  3. Buchweizen oder Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten
  4. Zu dem Rotklee-Gemisch geben und nochmals durchmixen, so dass die Kerne leicht zerkleinert werden

Dieses Pesto passt zu Nudelgerichten, oder du kannst es als herzhafter Brotaufstrich genießen.

Heilende Anwendungen

Die heilkräftige Wirkung von Rotklee basiert vor allem auf den Isoflavonen. Diese Phytoöstrogene ähneln dem weiblichen Östrogen und können deshalb sanft auf hormonelle Ungleichgewichte einwirken – zum Beispiel bei Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen. Studien zeigen, dass Rotklee-Extrakte helfen können, die Lebensqualität in dieser Phase zu verbessern.2

Volksheilkundlich wird Rotklee außerdem bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, bei Rheuma, Husten und zur Blutreinigung eingesetzt. Auch die Verdauung profitiert von den Bitterstoffen und Gerbstoffen im Klee. In der Frauenheilkunde wird er unterstützend bei Zyklusstörungen oder PMS genutzt.

Zudem beinhaltet Rotklee eine Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoide, Gerbstoffe und Ätherische Öle, die entzündungshemmend, adstringierend und antioxidativ wirken.

Vorsicht ist geboten bei östrogenabhängigen Tumorerkrankungen oder Gerinnungsstörungen sowie in der Schwangerschaft. Hier sollte Rotklee nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden. Auch eine Überdosierung sollte vermieden werden, insbesondere bei Nahrungsergänzungsmitteln mit hochkonzentrierten Extrakten.

Rotklee-Tinktur

Eine Tinktur mit Rotkleeblüten kann helfen, die Wirkstoffe der Pflanze zu lösen und aufzubewahren.

Eine Tinktur mit Rotklee ist leicht hergestellt und kann traditionell bei vielen Frauenleiden helfen.

Rotklee-Tee

Traditionell bei Husten, als Frühjahrskur oder bei Wechseljahrsbeschwerden wird ein Tee aus Rotkleeblüten eingenommen. Für den Tee einen Teelöffel frische oder getrocknete Blüten mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen.

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Kosmetik, Haushalt und Garten

Rotklee kannst du auch äußerlich verwenden – zum Beispiel als Gesichtswasser bei sensibler Haut oder gegen Hautalterung.3 Ein Teeaufguss eignet sich wunderbar zur Hautpflege, besonders bei entzündlichen Hautbildern. Und jeder Garten profitiert von dem vermeintlichen Unkraut.

Rotklee-Öl und Rotklee-Salbe

Die Isoflavone des Rotklees kannst du für die Hautpflege und Wundheilung4 verwenden. Ein Ölauszug mit Rotkleeblüten ist sehr leicht herzustellen und mit nur wenigen zusätzlichen Zutaten kannst du damit deine eigene Rotkleesalbe herstellen.

Rotklee wächst auf jeder Wiese, aber wusstest du das diese Heilpflanze auch bei Wechseljahresbeschwerden hilft?

Im Garten ist Rotklee ein echter Bodenverbesserer: Er bindet Stickstoff im Boden, lockert die Erde und bietet Bienen sowie Hummeln wertvolle Nahrung. Als Gründüngung ist er hervorragend geeignet, und auf dem Balkon sieht er nicht nur hübsch aus, sondern zieht nützliche Insekten an.

Erkennung und Sammeltipps

Der Rotklee ist weit verbreitet und wird in vielen Kulturen als Glücksbringer betrachtet. Seine wirkliche Stärke liegt aber in seinen vielen gesunden Inhaltsstoffen

Rotklee wächst meist auf Wiesen, an Wegrändern und auf ungedüngten Flächen – überall dort, wo es sonnig bis halbschattig ist. Er ist mehrjährig, pflegeleicht und ein typischer Vertreter der Schmetterlingsblütler.

  • Die Stängel sind oft rot überlaufen und weißlich behaart
  • Am Ende des Stängels steht ein einzelnes Kleeblatt
  • Das Kleeblatt besteht aus drei Einzelblättern, in der Mitte befindet sich ein heller Fleck
  • Ebenso endständig auf den Stängeln sitzen die runden, pink bis violett gefärbten, kugeligen Blütenköpfe mit zahlreichen, länglichen Einzelblüten
  • Wuchsform: bis 50 cm hoch, teils niederliegend
  • Wurzel: Pfahlwurzel mit vielen Seitenwurzeln

Rotklee kann mit dem ähnlichen Weißklee verwechselt werden. Der hat jedoch kleinere, weiße Blütenköpfe. Eine sichere Bestimmung gelingt durch die Farbe der Blüten und das typische Blattmuster. Weißklee kannst du ähnlich verwenden wie Rotklee.

Er blüht meist von Mai bis September. Du kannst die Blüten bei trockenem Wetter sammeln, am besten vormittags nach dem Tau. Sie duften leicht süßlich.

  1. Eibingen Benediktinerinnen St. Hildegard, Ortrun Riha. (2012) Heilsame Schöpfung – Die natürliche Wirkkraft der Dinge: Physica (Hildegard von Bingen-Werke). Beuroner Kunstvlg ↩︎
  2. Wieslaw Kanadys et.al, (2021) Evaluation of Clinical Meaningfulness of Red Clover (Trifolium pratense L.) Extract to Relieve Hot Flushes and Menopausal Symptoms in Peri- and Post-Menopausal Women: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Nutrition Challenges for Middle-Aged and Older Women ↩︎
  3. Carneiro JL et al. (2020): The effects of estrogens and phytoestrogens on human skin and its topical use for prevention of skin aging – literature review. ↩︎
  4. R. Manzoureh, Mohammad reza Farahpour. (2020) Topical administration of hydroethanolic extract of Trifolium pratense (red clover) accelerates wound healing by apoptosis and re-epithelialization. Biotechnic and Histochemistry 96(4):1-11 ↩︎

Steckbrief

Kurzbeschreibung
mehrjährige, krautige Pflanze mit purpurroten Blütenköpfen und typischen dreizähligen Blättern
Lateinischer Name
Trifolium pratense
Andere Namen
Wiesenklee, Fleischklee, Hummelklee, Futterklee
Familie
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Erntemonate
Mrz - Sep
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Blüten
Blattform
dreizählig
Blütenfarbe
rosa, rot
Fundorte
feuchte Wiesen, Wegränder, Waldlichtungen
Verwechslungsgefahr
mit Weißklee oder Erdbeer-Klee (blüht aber anders)
Giftigkeit
ungiftig
Hinweise zur Giftigkeit
nicht in hohen Dosen einnehmen bei hormonellen Erkrankungen
Inhaltsstoffe
Asparagin, ätherische Öle, Cumarine, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside, Isoflavonoide, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phytohormone, Salicin, Vitamin B1, Vitamin B3, Vitamin C
Eigenschaften
antioxidativ, blutreinigend, entzündungs­­hemmend, harntreibend, hautpflegend, hormonell ausgleichend, krampflösend
Hilft bei
Halsschmerzen, Husten, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden
Erkennung / Sammeltipps
Blütenfarbe, V-Zeichnung auf den Blättern, süßer Duft, Mai bis September
Anbau
einfach, bevorzugt sonnig, nicht zu trocken

4 Kommentare
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  1. Franja Flora

    Liebes Team, ich nutze Rotklee schon länger für selbstgemachte Gesichtspflege und bin immer wieder begeistert, wie gut meine Haut darauf reagiert. Ein Teeaufguss ist im Sommer eine tolle Erfrischung, aber auch für Salben ist es super. Danke für die vielen inspirierenden Ideen!

    Liebe Grüße, Franja Flora

    Antworten
  2. Barbara Hinz

    Ich nutze Rotklee im Winter gerne als Tee, vor allem wenn der Hals etwas kratzt. Das hilft mir immer gut und ist eine schöne Ergänzung zur normalen Teemischung. Das Pesto hier klingt auch spannend, das muss ich mal probieren, sobald es wieder frischen Klee gibt.

    Antworten
  3. Francisca

    Hallo, kann ich auch zur Gesichtspflege Kokosöl statt Mandelöl benutzen?
    Danke!

    Antworten

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