Weißklee
Du siehst sie fast täglich auf Wiesen, in Parks oder im eigenen Rasen: eine unscheinbare, aber faszinierende Wildpflanze, die viel mehr kann, als nur als vierblättriger Glücksbringer zu dienen. Der Weißklee (Trifolium repens) ist ein echtes Allroundtalent für deine Küche und dein Wohlbefinden. Seine Hauptanwendungen liegen heute vor allem in der vitalstoffreichen Wildkräuterküche und in der sanften Hautpflege. Die wichtigste Hauptwirkung des Weißklees basiert auf seinen entzündungshemmenden, antioxidativen und sanft hormonregulierenden Eigenschaften. Er ist ein wunderbares Kraut, um den Körper auf natürliche Weise zu unterstützen, und schmeckt dabei auch noch richtig gut.
Herkunft und Bedeutung
Die Geschichte des Weißklees reicht weit zurück und ist tief in der europäischen Naturheilkunde verwurzelt. Ursprünglich in Europa, Nordafrika und Zentralasien heimisch, verbreitete sich die anpassungsfähige Pflanze schnell über den gesamten Globus.
In der Volksheilkunde der amerikanischen Ureinwohner, wie den Cherokee, schätzte man den Weißklee traditionell als bewährtes Mittel zur Fiebersenkung und zur Linderung von hartnäckigem Husten. Kräuterkundige der europäischen Geschichte nutzten Aufgüsse der weißen Blüten als sanften Blutreiniger und zur Unterstützung bei rheumatischen Beschwerden.
Wenn früher Landwirte oder Heiler den Klee sammelten, taten sie das oft für Menschen, die nach langen Wintern an allgemeiner Schwäche litten. Sie bereiteten stärkende Tees zu, um die Lebensgeister neu zu wecken und Entzündungen im Körper zu lindern. Bis heute hat sich dieser Ruf in der traditionellen Kräutermedizin gehalten, wo der Weißklee als sanfter, nährender Begleiter gilt.

In der Ernährung
Weißer Klee ist reich an Vitaminen und Mineralien. Die von April bis Juni geernteten Blätter und jungen Triebe des Weißklees bereichern – roh oder gekocht – Salate, Suppen und Gemüsegerichte. Der Geschmack des Weißklees erinnert an Erbsen oder Feldsalat.
Zusammen mit Weißkohl ist auch das Fermentieren von Weißklee in Salzlake möglich und ergibt am Ende der Milchsäuregärung ein abwechslungsreiches Weißklee-Sauerkraut.
Die essbaren Blüten des Weißklees haben ein sehr dezentes, leicht vanilliges Aroma. Pure, eingelegte oder kandierte Blüten eignen sich zum Garnieren von herzhaften wie süßen Gerichten. Du kannst die Blüten in Backteig tauchen und als kleine Tempura frittieren.
Warme Mahlzeiten mit Kleeblüten oder selbst gemachtes Kleeblüten-Eis sind vor allem bei Kindern eine willkommene Abwechslung auf dem Tisch.
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Heilende Anwendungen
Die Naturheilkunde schreibt dem Weißklee zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte zu. Die Pflanze besitzt eine hohe Konzentration an Flavonoiden und Phenolsäuren. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken im Körper als starke Antioxidantien, fangen freie Radikale ab und schützen deine Zellen vor oxidativem Stress.1 Zudem weisen Laborstudien darauf hin, dass Extrakte des Weißklees bestimmte Enzyme hemmen, die für die Kohlenhydrat- und Fettverdauung zuständig sind. Das macht die Pflanze für die moderne Forschung im Bereich der Gewichtsregulierung und Blutzuckerstabilisierung hochinteressant.2
In der traditionellen Volksheilkunde wird der Weißklee vor allem wegen seiner milden Phytoöstrogene geschätzt. Diese pflanzlichen Stoffe ähneln strukturell dem menschlichen Östrogen. Obwohl der Weißklee deutlich weniger Isoflavone enthält als der bekannte Rotklee, wird er in der Volksheilkunde traditionell bei leichten Frauenbeschwerden begleitend eingesetzt. Typische weitere Anwendungsbereiche sind leichte Verdauungsbeschwerden, die Unterstützung des Immunsystems bei Erkältungen und die Pflege gereizter Haut.
Trotz der sanften Wirkung gibt es auch beim Weißklee Grenzen und Gefahren. Eine extreme Überdosierung solltest du vermeiden, da Klee in sehr großen Mengen Gerbstoffe enthält, die empfindliche Mägen reizen können. Zudem sollten Menschen, die hormonabhängige Vorerkrankungen haben oder blutverdünnende Medikamente einnehmen, vor einer intensiven therapeutischen Nutzung Rücksprache mit einem Arzt halten. Für den normalen Genuss im Salat oder als Tee ist der Weißklee jedoch unbedenklich.

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Kosmetische Anwendungen, Haushalt und Garten
Weißklee eignet sich sowohl für die innerliche als auch für die äußerliche Anwendung. In der Kosmetik macht man sich vor allem die entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften der enthaltenen Flavonoide zunutze. Wissenschaftliche Ansätze zeigen, dass diese Inhaltsstoffe die Hautbarriere stärken und das natürliche Hautmikrobiom positiv beeinflussen können. Reiner Kleeextrakt hilft dabei, die Vermehrung unerwünschter Hautbakterien zu hemmen und gleichzeitig die Vielfalt der nützlichen Mikroorganismen zu bewahren.
Weißklee-Öl
Ein wunderbares Hausmittel für die Hautpflege ist ein selbstgemachtes Weißklee-Öl.
Dieses pflegende Klee-Öl eignet sich hervorragend zur Beruhigung von trockener, juckender Haut oder als sanfte Pflege nach dem Sonnenbad.
- Weißklee mit Öl aufgießen
Dafür füllst du ein sauberes Schraubglas zur Hälfte mit frisch getrockneten Weißkleeblüten und gießt es mit einem hochwertigen Pflanzenöl, wie Mandel- oder Olivenöl, auf.
- Ziehen lassen
Lass das Glas für etwa vier Wochen an einem warmen, aber schattigen Ort ziehen und schüttle es regelmäßig auf.
- Abseihen
Danach seihst du das Öl durch ein feines Tuch ab.
Anwendungen in der Permakultur
Weißklee wird von ordnungsliebenden Gärtnerinnen und Gärtnern noch immer gefürchtet, dabei liefert er einen wertvollen Beitrag zum Ökosystem Garten: Seine nektarreichen Blüten bilden die Nahrungsgrundlage vieler Insektenarten – darunter auch die der Honigbiene.
An den Enden seiner langen Wurzeln produzieren Knöllchenbakterien reichlich Stickstoff. Aus diesem Grund gibt Weißklee auch eine hervorragende Gründüngung ab: Die Pflanze wird einfach in den Boden eingearbeitet, wobei die sich zersetzenden Wurzeln Stickstoff freisetzen und somit die Erde nachhaltig düngen.
In der Landwirtschaft wird Weißklee zudem als Futterpflanze angebaut und zusammen mit Gräsern gern als Heu-Mischung verfüttert.
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Erkennung und Sammeltipps

Um den Weißklee sicher in der Natur zu sammeln, hilft dir ein genauer Blick auf seine typischen optischen Merkmale.
- Die Pflanze wächst ausdauernd und krautig, wobei sie kriechende Ausläufer bildet, die sich am Boden verwurzeln und dichte Teppiche bilden können.
- Die Blätter sind lang gestielt und bestehen klassisch aus drei einzelnen, breit-eiförmigen Teilblättern mit einem fein gezähnten Rand.
- Ein unverkennbares Merkmal auf der Oberseite der sattgrünen Blätter ist eine helle, meist V-förmige oder halbmondförmige Zeichnung.
- Die Blütenköpfchen sind kugelig, bestehen aus vielen kleinen Einzelblüten (den typischen Schmetterlingsblüten) und leuchten in einem sauberen Weiß
- Die Wurzeln des Weißklees reichen tief in die Erde und bilden ein verzweigtes System mit den charakteristischen kleinen Knöllchen.
Beim Sammeln ist eine sichere Bestimmung wichtig. Der Weißklee kann leicht mit dem Rotklee verwechselt werden, was jedoch unbedenklich ist, da auch dieser ungiftig und heilkräftig ist. Vorsicht ist jedoch bei der Verwechslung mit dem Sauerklee (wegen der Oxalsäure) geboten. Anfänger sollten zudem darauf achten, Klee-Keimlinge nicht mit jungen Trieben giftiger Doldenblütler zu verwechseln.
Du findest den Weißklee fast überall auf nährstoffreichen Wiesen, Weiden, Rasenflächen und an Wegrändern. Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit mäßig feuchtem Boden. Seine Hauptblütezeit erstreckt sich von Mai bis Oktober, was dir ein langes Zeitfenster für die Ernte bietet. Sammele die Blätter und Blüten am besten an trockenen Tagen um die Mittagszeit, weit entfernt von viel befahrenen Straßen oder Hundewiesen.
Anbautipps
Als Stickstofflieferant und weil der Weißklee sich als bodendeckende, trittrobuste Ausläuferpflanze zur Unkrautunterdrückung eignet, kann die Pflanze im Garten gezielt ausgesät werden.
Die Aussaat erfolgt ab April breitwürfig ins Freiland. Eine dünne Schicht Erde über der Saat verhindert Verwehungen durch Wind oder Vogelfraß. Halte die Erde bis zur Keimung gleichmäßig feucht.
Entsprechende Bezugsquellen sind Gärtnereien, Gartenfachhandel oder Onlineshops.
- Suzan S. A. Elpasty, Ahkam M. El-Gendy, Abir Khalil Mohamed, Ahmad M.F. Alkot. (2024). Impact of Trifolium repens flower extracts on morphological and biochemical changes in male rats with metabolic syndrome. ↩︎
- Tundis, R., Marrelli, M., Conforti, F., Tenuta, M., Bonesi, M., Menichini, F. & Loizzo, M. (2015). Trifolium pratense and T. repens (Leguminosae): Edible Flower Extracts as Functional Ingredients. Foods, 4(3), 338–348. https://doi.org/10.3390/foods4030338 ↩︎
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Kriechende, ausdauernde Pflanze mit dreizähligen Blättern und kugeligen, weißen Blütenköpfchen, die angenehm nach Honig duften.
- Lateinischer Name
- Trifolium repens
- Andere Namen
- Kriechklee, Kriechender Weißklee, Ladino-Klee, Ladino, Holländischer Klee
- Familie
- Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
- Erntemonate
- Mai - Okt
- Verwendbare Pflanzenteile
- Blätter, Blüten, Triebe
- Blattform
- dreizählig, eiförmig
- Blütenfarbe
- weiß
- Fundorte
- Fettwiesen, Weiden und Rasenflächen
- Verwechslungsgefahr
- Rotklee (ungiftig), Sauerklee (in großen Mengen wegen Oxalsäure meiden), Hornklee.
- Giftigkeit
- ungiftig
- Hinweise zur Giftigkeit
- Enthält in geringen Mengen cyanogene Glykoside, die jedoch beim normalen Verzehr für Menschen absolut harmlos sind. Bei extremem Übermaß können Gerbstoffe den Magen reizen.
- Inhaltsstoffe
- Asparagin, ätherische Öle, Gerbstoffe, Glykoside, Isoflavonoide, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phytohormone, Phytoöstrogene, Phytosterole, Polyphenole, Vitamin B1, Vitamin B3, Vitamin C
- Eigenschaften
- antimikrobiell, antioxidativ, entzündungshemmend, hormonell ausgleichend, stoffwechselanregend
- Hilft bei
- Hautkrankheiten, Hitzewallungen, Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Wechseljahresbeschwerden
- Erkennung / Sammeltipps
- Achte auf die weiße V-Zeichnung auf den dreigeteilten Blättern und den Honigduft der weißen Blüten. Nur an sauberen Orten ernten.
- Anbau
- Unkompliziert im Garten oder Topf, sonnig bis halbschattig, benötigt keinen Dünger.

















Hallo liebes Team, ein spannender Artikel zum Weißklee! Mich würde interessieren, wie man die Heilwirkungen am besten im Winter nutzen kann, wenn frische Blüten und Blätter ja nicht verfügbar sind. Gibt es da Empfehlungen für getrocknete Formen oder Tinkturen, die dann genauso gut wirken? Gruß, Lena liest
Liebe Lena,
der Weißklee lässt sich wunderbar konservieren. Es kommt dabei ein bisschen auf die gewünschte Verwendung und damit die zentralen Wirkstoffe an. Für Tee ist das Trocknen die beste Variante. Für die unterstützende Verwendung bei Gicht und rheumatischen Beschwerden ist eine Tinktur ideal, da der Alkohol die Wirkstoffe optimal löst. Für die Anwendung auf der Haut sind auch Ölauszüge und Salben geeignet.
Liebe Grüße
Liebes Team, vielen Dank für die immer wieder spannenden Einblicke in unsere Wildpflanzenwelt!
Ich frage mich gerade, ob der Weißklee wirklich ähnlich wirksam bei Wechseljahrsbeschwerden ist wie der Rotklee, oder ob es da doch Unterschiede gibt, die man beachten sollte? Manchmal ist es ja nicht so einfach, die richtige Dosierung für sich zu finden.
Liebe Grüße,
Thea Hammer
Liebe Thea,
auch wenn beide Pflanzen prinzipiell zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden genutzt werden können, ist Rotklee wirksamer als Weißklee. Der Grund dafür liegt im deutlich höheren Gehalt an Isoflavonen im Rotklee.
Liebe Grüße