Rotklee-Tinktur – traditioneller Pflanzenauszug aus der Frauenheilkunde
Rotklee begleitet uns von Mai bis Juli auf Wiesen, an Wegrändern und Lichtungen. Seine kugeligen, rosafarbenen Blüten sind leicht zu erkennen – und doch wird die Pflanze oft unterschätzt. In der Volksheilkunde gilt der rote Wiesenklee seit Langem als klassisches Frauenkraut und wurde traditionell in verschiedenen Zubereitungsformen genutzt.
Eine davon ist die Tinktur: ein alkoholischer Pflanzenauszug, mit dem sich die Inhaltsstoffe der Rotkleeblüten haltbar machen lassen. Solche Auszüge wurden früher vor allem dann eingesetzt, wenn frische Pflanzen nicht verfügbar waren oder man die Pflanze über längere Zeit nutzen wollte.
Was ist eine Tinktur?
Eine Tinktur ist ein Auszug aus Pflanzenteilen in Alkohol. Durch die mehrwöchige Mazeration werden sowohl wasser- als auch alkohollösliche Inhaltsstoffe gelöst und konserviert. Im Vergleich zu Tee oder Aufgüssen ist eine Tinktur länger haltbar und lässt sich sehr sparsam dosieren.
Rotklee-Tinktur selbst herstellen
Das wird zur Herstellung der eigenen Rotklee-Tinkturen benötigt:
- eine handvoll frische oder getrocknete Rotklee Blüten
- neutralen Alkohol mit mindestens 40 % Vol. zum Beispiel Korn oder Wodka
- Schraubglas, zum Beispiel ein leeres Marmeladenglas
- Kaffeefilter oder Nussmilchbeutel zum Filtrieren der fertigen Tinktur
- Tropfflaschen aus Braunglas zur Aufbewahrung
So stellst du die Tinktur her:
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Rotkleeblüten locker in ein Schraubglas füllen und leicht andrücken.
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Mit Alkohol übergießen, bis alle Pflanzenteile vollständig bedeckt sind.
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Glas verschließen und an einem warmen, dunklen Ort etwa drei Wochen ziehen lassen.
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Alle ein bis zwei Tage vorsichtig schütteln.
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Nach der Ziehzeit abseihen und die Tinktur in Braunglasflaschen abfüllen.
Um eine beständige Wirksamkeit zu erlangen, sollte die Tinktur kühl und dunkel aufbewahrt werden. So bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe lange erhalten. Kühl und dunkel gelagert ist die Tinktur mehrere Monate haltbar.
Traditionelle Anwendung der Rotklee-Tinktur
Rotklee enthält Isoflavone, die zu den sogenannten Phytoöstrogenen zählen. Diese pflanzlichen Stoffe ähneln in ihrer Struktur dem menschlichen Hormon Östrogen. In der traditionellen Frauenheilkunde wurden rotkleehaltige Zubereitungen deshalb vor allem begleitend in hormonellen Umbruchphasen eingesetzt.1
Für selbst hergestellte Tinkturen beruht die Anwendung jedoch auf überliefertem Erfahrungswissen. Wissenschaftliche Studien beziehen sich überwiegend auf standardisierte Rotklee-Extrakte, nicht auf individuell angesetzte Tinkturen.
Volksheilkundlich wurde eine Rotklee-Tinktur außerdem:
- als stärkender Pflanzenauszug nach längerer Krankheit
- als Bestandteil äußerlicher Einreibungen
- oder zur Pflege beanspruchter Haut verwendet
Verdünnt angewendet wurde Rotklee traditionell auch äußerlich genutzt, etwa in Form von Umschlägen oder Einreibungen. Dabei stand weniger eine gezielte Heilwirkung als vielmehr die pflegende, beruhigende Wirkung auf die Haut im Vordergrund.2
Hinweis: Bei hormonabhängigen Erkrankungen sowie während Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf eine innerliche Anwendung verzichtet werden.
Hast du schon einmal eine Tinktur angesetzt? Teile deine Erfahrungen und Tipps in einem Kommentar weiter unten!
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- Wieslaw Kanadys et.al, (2021) Evaluation of Clinical Meaningfulness of Red Clover (Trifolium pratense L.) Extract to Relieve Hot Flushes and Menopausal Symptoms in Peri- and Post-Menopausal Women: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Nutrition Challenges for Middle-Aged and Older Women ↩︎
- Carneiro JL et al. (2020): The effects of estrogens and phytoestrogens on human skin and its topical use for prevention of skin aging – literature review. ↩︎

