Pfeffer

Egal ob grün, schwarz, weiß oder rot: Pfeffer ist eines der beliebtesten Gewürze in der Küche. Durch seine Schärfe regt er die Ausschüttung von Verdauungssekreten an, wird aber in Europa kaum noch als Heilpflanze verwendet.

Echter Pfeffer stammt aus Asien und war schon in der Antike bei uns ein begehrtes Gewürz. Weil er mit Gold aufgewogen wurde, bezeichnete man reiche Gewürzhändler auch als „Pfeffersäcke“. Die Redewendung „Geh da hin, wo der Pfeffer wächst“ bezieht sich auch auf die Ferne der Anbaugebiete des Pfeffers. Heutzutage wird Pfeffer in allen vier Farbvarianten als beliebtes Gewürz eingesetzt und kaum noch als appetitanregendes und verdauungsförderndes Heilmittel verwendet.

In der Ernährung

Echter Pfeffer wird bei uns in roten, schwarzen, weißen oder grünen Körnern verkauft. Grüne Pfefferkörner sind unreif geerntete Früchte, die entweder gefriergetrocknet oder eingelegt konserviert werden. Er ist mild und hat ein frisches Aroma. Der klassische, schwarze Pfeffer besteht aus unreifen Früchten, die fermentiert und getrocknet werden und dadurch ihre dunkle Farbe erhalten. Ihr Aroma ist recht scharf und würzig.

Echter roter Pfeffer ist sehr selten, weswegen er in Gewürzmischungen meist durch rosa Pfefferbeeren ersetzt wird. Dabei handelt es sich aber nicht um echten Pfeffer, sondern um die Beeren des Pfefferbaumes (Schinus) und somit nur um ein pfefferähnliches Gewürz. Roter Pfeffer sind die ganzen, vollreif geerntete Früchte des echten Pfeffers, die selten getrocknet angeboten werden und wie grüner Pfeffer meist in Lake konserviert gehandelt werden. Die Farbe kann bis ins Bräunliche variieren. Echter roter Pfeffer ist besonders scharf.

Weißer Pfeffer hat einen aufwändigen Verarbeitungsprozess hinter sich. Die vollreifen roten Beeren werden zunächst so lange gewässert, bis sich das rotbraune Fruchtfleisch ablöst. Manchmal werden Enzyme verwendet, um diesen Vorgang zu beschleunigen. Dann werden die Körner getrocknet und erhalten ihre eierschalene Farbe. Ihr Aroma ist wenig ausgeprägt, jedoch ist die Schärfe voll entwickelt.

Erdbeermarmelade mit grünem Pfeffer

Diese Marmelade sieht toll aus und schmeckt außergewöhnlich pfiffig. Für etwa vier Gläser brauchst du:

  • 1 kg Erdbeeren
  • 2 Vanilleschoten
  • 1 Zitrone
  • 1 kg Gelierzucker
  • 50 ml Cognac
  • 15 g getrockneter grüner Pfeffer

Beachte, dass der Pfeffer vorher mindestens zwei Tage einweichen sollte, bevor du die Marmelade kochst!

  1. Die getrockneten grünen Pfefferkörner mindestens zwei Tage in Cognac einweichen
  2. Am Tag der Zubereitung die Erdbeeren putzen und in kleine Stücke schneiden. Wenn du magst, kannst du auch die Hälfte des Obstes pürieren.
  3. Das Mark aus den Vanilleschoten heraus kratzen.
  4. Die Zitrone auspressen und den Saft zu den Erdbeeren geben.
  5. Die eingeweichten Pfefferkörner abtropfen lassen und mit dem Gelierzucker zum das Obst geben.
  6. Die Mischung mindestens eine Stunde ziehen lassen, dann erst auf den Herd aufsetzen.
  7. Nach Packungsaufschrift des Gelierzuckers kochen und kochend heiß in vorbereitete Marmeladengläser füllen.

Bitte verwende für dieses Rezept keine in Lake eingelegte grüne Pfefferkörner, da diese durch das Salz der Lake den Geschmack der Marmelade buchstäblich versalzen würden!

Egal ob grün, schwarz, weiß oder rot: Pfeffer ist eines der beliebtesten Gewürze in der Küche. Durch seine Schärfe regt er die Ausschüttung von Verdauungssekreten an, wird aber in Europa kaum noch als Heilpflanze verwendet.

Heilende Anwendungen

Der scharfe Inhaltsstoff Piperin regt sehr effektiv die Speichelproduktion und die Ausschüttung von Magensaft und Verdaungsenzymen an. Pfeffer ist daher ein probates Mittel bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden. Da er aber über die Schmerzrezeptoren wirkt, wird von einer Anwendung bei entzündlichen Magenbeschwerden abgeraten.

In der Ayurveda wird Pfeffer als Mittel gegen Halsweh und Husten angewendet.

Wo wächst Pfeffer

Pfeffer ist eine Kletterpflanze, die bis zu 10 Meter hoch wachsen kann. Sie wird in den Tropen, hauptsächlich in Südostasien, Indien und Brasilien angebaut und ist daher zum heimischen Anbau völlig ungeeignet.

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Wusstest du, dass jedwede Farbe der Pfefferkörner von ein und derselben Pflanze stammt? Nur Erntezeitpunkt und Weiterverarbeitung sind bei rotem, grünen, weißen oder schwarzen Pfeffer anders. Jedoch alles, was nach Pfefferkorn aussieht und in deiner Pfeffermühle steckt, ist auch wirklich echter Pfeffer!
Lateinischer Name
Piper nigrum
Andere Namen
Schwarzer Pfeffer, Echter Pfeffer
Familie
Pfeffergewächse (Piperaceae)
Giftigkeit
ungiftig
Inhaltsstoffe
ätherische Öle, Piperin, Terpene
Eigenschaften
appetitanregend, verdauungsanregend, verdauungsfördernd
Hilft bei
Appetitlosigkeit, Verdauungsprobleme

4 Kommentare
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  1. Elvira Fielmann

    Was für ein informativer Beitrag über dieses vielseitige Gewürz!
    Die Idee mit der Erdbeermarmelade und grünem Pfeffer muss ich mir unbedingt merken, das klingt nach einer echten Überraschung auf dem Frühstückstisch.

    Antworten
  2. Mel-Schiff

    Liebes Team, die Idee mit der Erdbeermarmelade und grünem Pfeffer klingt ja super spannend! 🤔 Ich hätte nie gedacht, dass diese Kombination so gut zusammenpassen könnte. Habt ihr vielleicht noch andere solche unerwarteten Gewürz-Kombis auf Lager, die ich unbedingt mal ausprobieren sollte? ✨

    Antworten
    • Kostbare Natur
      Kostbare Natur

      Oh da gibt es so viel 🙂 Geheimtipps für Zutaten mit dem “gewissen Etwas” sind zum Beispiel: kleine Stückchen von Chilischoten, Sternanis, Kardamom, aber auch Lavendelblüten oder Nelkenpfeffer (Piment). Am besten in kleinen Mengen probieren, jede Kreation und jeder Geschmack ist anders!
      Liebe Grüße

  3. JensleX77

    Liebes Team, ein wirklich spannender Beitrag über Pfeffer! Besonders die Idee mit der Erdbeermarmelade und grünem Pfeffer hat mich neugierig gemacht – ich frage mich, wie sich diese fruchtig-würzige Kombination so kurz vor dem Advent auf dem Frühstückstisch macht. Klingt auf jeden Fall mal anders! Herzliche Grüße, JensleX77

    Antworten

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