Bärlauch
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Bärlauch gehört zu den kräftigen Bärenpflanzen. Der Bär war bei unseren Vorfahren ein Seelentier, ähnlich den Krafttieren bei den Indianern. Diese Seelentiere verkörperten sich in bestimmten Pflanzen und übertrugen so ihre Kraft auf diese. Bärlauch ist eine solche Frühlingspflanze mit Bärenstärke, daher fressen Bären viel vom Bärlauch, um nach dem langen Winterschlaf wieder zu Kräften zu kommen. Und so schenkt er auch uns seine Kraft, wenn wir ihn im Frühjahr ernten und verzehren.

Steckbrief

Lateinischer Name Allium ursinum
Andere Namen Bärenkraut, Bärenlauch, Hexenknofel, Hexenzwiebel, Hexenzwiefel, Judenzwiebel, Rams, Ramschel, Ramsel, Ramsen, Ränsel, Teufelsknoblauch, Waldherre, Waldknoblauch, Waldlauch, Wilder Knoblauch, Wilder Knofel, Wurmlauch, Zigeunerzwiebel, Hexenzwiebel, Hexenzwiefel, Ramsen, Zigeunerlauch
Familie Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Erntemonate Mrz-Jun
Verwendbare Pflanzenteile Blätter, Blüten, Samen
Blattform eilanzettlich
Blütenfarbe weiß
Fundorte feuchte, humusreiche Laubwälder
Verwechslungs­gefahr Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab
Giftigkeit ungiftig
Warnungen Die Pflanzen mit denen Bärlauch verwechselt werden kann sind stark giftig
Besondere Inhaltsstoffe Allicin, ätherische Öle, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Mangan, Phosphor, Schleimstoffe, Selen, Senfölglykoside, Vitamin C
Eigenschaften anregend, antibakteriell, appetitanregend, blutreinigend, cholesterinsenkend, durchblutungsfördernd, entgiftend, entzündungs­­hemmend, kräftigend, krampflösend, tonisierend, verdauungsanregend
Hilft bei Appetitlosigkeit, Arterienverkalkung, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Bronchitis, Darmparasiten, Darmsanierung, Frühjahrsmüdigkeit, Hautentzündungen, Hautprobleme

Anwendungen

In Eberbach am Neckar ist dem Bärlauch eine ganze Veranstaltung gewidmet, die “Eberbacher Bärlauchtage”, welche jedes Jahr im Frühling stattfinden.

Bärlauch ist ein altes, wichtiges Heilkraut und genauso ein vielseitiges Nahrungsmittel, welches in den letzten Jahren zu Unrecht durch den Knoblauch verdrängt wurde.

In der Ernährung

Dieses tolle Kraut hat nur eine kurze Saison von Mitte März bis Mitte Mai, in welcher die Blätter geerntet werden. Danach geht Bärlauch in die Blüten und Samenbildung über.

Bärlauch frisch zubereiten

Es gibt viele Möglichkeiten, frische Bärlauchblätter zu verarbeiten:

Bärlauch ist im Frühjahr vielerorts wild zu finden. Um das gesunde Kraut abwechslungsreich zu genießen, probiere dieses Rezept für Bärlauchknödel aus!

Bärlauch haltbar machen

Um sein würziges Aroma das ganze Jahr über genießen zu können, lässt sich Bärlauch haltbar machen. Weil er beim Trocknen alle seine Kräfte verliert, ist Bärlauch als Trockengewürz weniger geeignet – in einem selbst gemachten Bärlauchsalz kann die typische Würze aber ohne viel Aufwand bewahrt werden.

Um ihn ohne Geschmacksverlust zu konservieren, bietet sich es sich an, Bärlauch in Öl einzulegen. Bärlauch-Pesto, Bärlauchöl, oder Ölpasten beispielsweise speichern das Bärlauch-Aroma über viele Wochen hinweg. Alternativ lässt sich Bärlauch auch einfach einfrieren und so für etwa ein Jahr haltbar machen.

Bärlauch ist eine unserer liebsten Wildpflanzen. Mit diesem Rezept verwandelst du die Blätter in leckeres Pesto und kannst sie das ganze Jahr über nutzen.

Die Blüten eignen sich zur Beigabe in Salate, Kräuterquark oder als hübsche Dekoration.

Noch unreife, grüne Bärlauchsamen können frisch wie grüner Pfeffer verwendet werden. Ausgereifte Samen werden getrocknet und vermahlen, sie würzen ähnlich wie Pfeffer.

Weitere spannende Rezepte für Bärlauch und 35 andere Pflanzen findest du in unserem Buchtipp:

Heilende Anwendungen

Im Bärlauch sind viel Vitamin C, Eisen und ätherische Öle enthalten. Er wirkt entgiftend sowie reinigend und kann uns über Frühjahrsmüdigkeit hinweghelfen und auch bei vielen Krankheiten unterstützen.

Zur Heilanwendung werden kurmäßig für 4-6 Wochen täglich etwa eine Handvoll frischer Bärlauchblätter gegessen.

Er war bei den Germanen, Kelten und auch den Römern als Heilpflanze bekannt. Für Pfarrer Künzle war Bärlauch die Pflanze mit den wirksamsten Kräften zur Reinigung von Magen, Darm und Blut. Seiner stark blutreinigenden Eigenschaft verdanken wir die heilende Wirkung bei chronischen Hautausschlägen und Flechten, da er die Ursache von innen her bekämpft.

Bärlauch wehrt ungewollte Darmbakterien ab, ohne den nützlichen zu schaden. So wurde er bei unseren Vorfahren auch als Wurmmittel eingesetzt. Ein Ungleichgewicht in der Darmflora, etwa durch Medikamente wie Antibiotika, wird durch Bärlauch wieder ausgeglichen. Auch wird die Darmflora bei Einnahme von Bärlauch gegen Parasiten gestärkt.

Weitere Anwendungsgebiete sind Arterienverkalkung und Bluthochdruck. Zur Unterstützung kann neben frischen Bärlauchblättern auch eine Bärlauchtinktur eingenommen werden.

Dieses Lauchkraut wirkt zudem durch seinen hohen Gehalt an Senfölglykosiden appetitanregend und stimulierend auf die Verdauungssäfte.

Katzen und Hunden wird Bärlauch ins Futter gemischt, um sie vor dem Befall von Darmparasiten zu schützen. Für einige andere Tiere, wie z.B. Kaninchen und Pferde, ist Bärlauch jedoch giftig!

Tinktur

Eine Bärlauch-Tinktur eignet sich zur Darmsanierung, bei Bluthochdruck und Arterienverkalkung als Jahresvorrat. Frische Bärlauchblätter schneiden und in ein Schraubglas geben, mit 45-prozentigem Alkohol auffüllen und drei Wochen verschlossen ziehen lassen. Ab und zu schütteln, dann abseihen und in einer dunklen Tropfflasche verwahren.

Erkennung und Sammeltipps

Bärlauch: leckeres Würzmittel, fantastisch für Darmflora und gut gegen Bluthochdruck. Wild oder im Garten, die Bärlauchsaison solltest du nicht verpassen!
"Illustration Allium ursinum1". Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons.

Bärlauch ist in humusreichen, lichten und feuchten Laubwäldern zu finden. Dort, wo er wächst, breitet er sich rasch aus. Dennoch ist es wichtig, einzelne Pflanzen nicht ganz auszureißen, sondern immer ungefähr zwei Drittel stehen zu lassen, um den Bestand nicht zu gefährden.

  • Die Pflanze wird bis zu 30 cm groß
  • Zuerst erscheinen die dunkelgrünen, glänzenden Blätter
  • Sie sind lanzettlich geformt und wachsen an einem weichen Stiel
  • Die Blüte wächst an einem eigenen Stiel, zuerst ist eine weiße Knospe umhüllt von einem Hüllblatt zu sehen, wenn sie sich öffnet, erscheint eine weiße Blütenkugel mit bis zu 20 Einzelblüten an feinen, grünen Stielen
  • Die grünen Samen sind während der Blütezeit in den einzelnen Blüten zu finden
  • Sie reifen aus, wenn die Blüten verblüht sind und bekommen eine braun-schwarze Farbe
  • Die ganze Pflanze riecht nach Knoblauch

Bei Bärlauch besteht die Verwechslungsgefahr mit den stark giftigen Maiglöckchen, Herbstzeitlosen und dem Aronstab. Ein eindeutiges Erkennungsmerkmal ist der Lauchgeruch, welcher bei keiner der drei giftigen Pflanzen vorhanden ist. In Berlin und Umland ist eine spezielle Bärlauch-Variante zu finden. Der sogenannte Wunderlauch, auch Berliner Bärlauch zeichnet sich durch schmalere Blätter aus.

Die Blätter der Herbstzeitlose wachsen nicht im Wald, sondern auf Wiesen und sind fest und hart und nicht so weich und zart wie die des Bärlauchs. Die Blätter des Aronstab sind pfeilförmig und beim Maiglöckchen erscheinen meist zwei Blätter aus der Wurzel, die nicht an Stielen sitzen.

Anbautipps

Um Bärlauch im Garten anzusiedeln, verwende am besten junge Pflänzchen, da Samen 14 Monate zum Keimen brauchen. Sie benötigen einen schattigen Platz und humusreichen, feuchten Boden. Wenn das Kraut sich wohl fühlt, verbreitet es sich schnell über Wurzelausläufer.

Wer keine Sammelstelle in seiner Nähe findet, kann Bärlauch auch ganz einfach im Garten säen, pflanzen oder stecken und immer wieder ernten.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!