Schmackhaft und gesund – mit der Kraft des Bärlauchs durchs ganze Jahr
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Bärlauch besitzt Bärenkräfte, und es lohnt sich, sie durch Haltbarmachen über einen längeren Zeitraum zu bewahren. Seine reinigende und entgiftende Wirkung hilft, die Symptome vieler Zivilisationskrankheiten zu lindern oder gar zu beseitigen. Er kann chronische Hautleiden bessern, die Verdauung positiv beeinflussen, den Cholesterinspiegel senken und Bluthochdruck verhindern.

Im Bärlauch ist neben Vitamin C, vielen Mineralstoffen und ätherischen Ölen auch Allicin enthalten, das als natürliches Antibiotikum in der Lage ist, Bakterien abzutöten. Allicin ist die Ursache für den leichten Knoblauchgeruch, den man beim Reiben an den Blättern des Bärlauchs wahrnimmt.

Nur wenige Wochen im Jahr (zwischen März und Mai) können die frischen grünen Bärlauchblätter geerntet werden, bevor das Kraut in die Blüte übergeht und bald darauf ganz verschwindet. Um dennoch während des ganzen Jahres die gesunde, reinigende Wirkung des Bärlauchs nutzen zu können, bereite ich mir daraus so manche haltbare Köstlichkeit zu.

Beim Trocknen verliert Bärlauch leider seine Heilkräfte, weshalb er als Tee oder Trockengewürz weniger geeignet ist. Dennoch gibt es einige raffinierte Möglichkeiten, die Inhaltsstoffe und vor allem das besondere Aroma des Bärlauchs über mehrere Monate zu bewahren. Die besten stelle ich dir in diesem Beitrag vor, damit du zu jeder Jahreszeit deinen Speiseplan mit Bärlauch bereichern kannst.

1. Bärlauchpaste

Eine wohlschmeckende und vielseitige Bärlauchpaste ist sehr einfach herzustellen. Die folgend beschriebene besteht aus nur drei klassischen Zutaten. Sie eignet sich als Zugabe zu allen herzhaften Gerichten, die sonst auch mit Knoblauch verfeinert werden.

Du benötigst:

  • 100 g Bärlauchblätter
  • 7 g Salz
  • 100 ml Olivenöl
  • Schraubglas

So gehst du vor:

  1. Die Blätter in feine Streifen schneiden.
  2. Eine etwa 1 cm dicke Lage Bärlauch in das Schraubglas geben.
  3. Eine Prise Salz darüberstreuen und mit etwas Öl übergießen.
  4. Lage für Lage fortfahren, bis das Glas voll ist; dabei hin und wieder die Blätter mit einem Löffel zusammendrücken.
  5. Genügend Öl darübergeben, so dass alle Blätter bedeckt sind.
  6. Zum Schluss das Glas fest verschließen.

Die Bärlauchpaste ist im Kühlschrank etwa ein Jahr lang haltbar.

2. Bärlauchpesto

Die klassische Variante, Bärlauch zu genießen, ist das Pesto. Es passt besonders gut zu allen Pastagerichten, eignet sich aber auch als leckerer Brotaufstrich.

Benötigte Zutaten:

  • 150 g frischer Bärlauch
  • 65 g Cashewkerne
  • 2 EL Sonnenblumenkerne
  • 2 EL Sesam
    1-2 TL Meersalz
  • 1 EL Zitronensaft
  • 150 ml Olivenöl (je nach Geschmack)

Du brauchst außerdem einen Stabmixer, Blender oder Smoothie-Mixer.

Bärlauch ist eine unserer liebsten Wildpflanzen. Mit diesem Rezept verwandelst du die Blätter in leckeres Pesto und kannst sie das ganze Jahr über nutzen.

Zubereitung des Pesto:

  1. Bärlauch-Blätter zusammen mit Olivenöl und Zitronensaft im Mixer fein pürieren.
  2. Cashewkerne, Sonnenblumenkerne und Sesam in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten und abkühlen lassen.
  3. Kerne und Salz zum Bärlauch hinzugeben und noch einmal kurz durchmixen, so dass die Kerne zerkleinert, aber nicht fein gemahlen werden.

Tipp: In diesem Pesto kannst du neben Bärlauch auch wunderbar andere Wildkräuter wie Giersch, Knoblauchsrauke und Gundermann verarbeiten.

Pestos lassen sich besonders einfach mit einem Stabmixer herstellen. Wenn du häufig Smoothies, Pestos oder Brotaufstriche zubereitest, lohnt sich die Anschaffung eines professionellen Smoothie-Mixer. Dieses Gerät ist eine etwas preiswertere Alternative, mit der wir ebenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

Hier findest du ein weiteres klassisches Rezept für Bärlauch-Pesto.

3. Bärlauchaufstrich

Der Bärlauchaufstrich ist ein köstlicher Brotaufstrich, der sich auch zum Würzen von Saucen und Suppen eignet.

Du benötigst:

  • 100 g Bärlauchblätter
  • 60 ml Sonnenblumenöl
  • 30 g getrocknete Tomaten
  • 40 g Sonnenblumenkerne

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Gib alle Zutaten in einen Mixer und zerkleinere sie grob. Fertig ist der selbstgemachte Brotaufstrich.

Weitere schmackhafte Rezepte für Bärlauch-Brotaufstriche findest du hier.

Um die Bärlauchpasten für einige Monate haltbar zu machen, bewahre sie im Kühlschrank auf und gib so viel Öl hinzu, dass sie mit einer Ölschicht abschließen. Eine bessere Haltbarkeit erzielst du außerdem, wenn du trockenen Bärlauch verarbeitest und die Vorratsgläser auskochst.

4. Bärlauch einfrieren

Die wohl schnellste Methode um Bärlauch haltbar zu machen, ist das Einfrieren. Püriere oder zerkleinere den frischen Bärlauch und fülle ihn anschließend in Gläser oder Eiswürfelformen. Besonders praktisch: Bei letzterem kannst du dir exakt die Portionsgröße auftauen, die du gerade benötigst.

Durch Einfrieren von Bärlauch kannst du die kurze Saison verlängern und ihn das ganze Jahr über genießen.

5. Bärlauch in Öl einlegen

Mit selbst gemachtem Bärlauchöl kannst du seine würzige Note das ganze Jahr hindurch konservieren. Das nach Knoblauch schmeckende Öl eignet sich gut als Salatdressing oder zu Fleisch und Fisch. Es ist einfach hergestellt und du benötigst nur zwei Zutaten.

Mit selbstgemachtem Bärlauchöl kannst du die Bärenkräfte bewahren und im Laufe des Jahres z.B. für Salate verwenden.

6. Bärlauch in Salz einlegen

Das angenehme Bärlauch-Aroma schmeckt in einem Gewürzsalz ebenfalls fantastisch. Bei der Zubereitung nimmt das Salz den Geschmack des Bärlauchs sehr gut auf und kann ihn später an die Speisen abgeben.

Bärlauch ist unglaublich lecker und gesund. Leider steht er uns nur wenige Wochen im Jahr zur Verfügung. So nutzt du den wilden Knoblauch das ganze Jahr!

Wie magst du Bärlauch am liebsten? Teile deine Erfahrungen und Rezepte mit anderen Lesern in einem Kommentar!

Viele weitere Bärlauch-Rezepte findest du in unserem Buchtipp:

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