Bärlauch einfrieren und das ganze Jahr über nutzen
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Bärlauch gehört zu den beliebtesten Wildkräutern im Frühling. Kein Wunder, denn er besitzt ein mildes knoblauchartiges Aroma, wirkt heilend, immunstärkend und anregend auf die Verdauung.

Anders als viele andere Wildkräutern hat er aber leider nur eine sehr kurze Saison, von März bis Mai. Danach fängt er an zu blühen und verliert sein schmackhaftes Knoblaucharoma. Um das Aroma der leckeren Blätter das ganze Jahr über zu genießen, kannst du zum Beispiel Bärlauchsalz, Bärlauchöl oder auch das beliebte Bärlauchpesto zubereiten.

Eine weitere Alternative ist das Haltbarmachen durch Einfrieren. Für einige Feinschmecker kommt diese Variante nicht in Frage, dennoch lohnt sich ein Versuch. Nachfolgend beschreibe ich, welche Möglichkeiten es gibt, wie es gelingt und was zu beachten ist.

Kann man Bärlauch einfrieren?

Ja man kann! Und es ist gar nicht so schwer. Das Aroma wird nur leicht abgeschwächt und du kannst die schmackhaften Blätter das ganze Jahr über verwenden.

Am einfachsten geht das Einfrieren von frischem Bärlauch im Glas. So hast du ihn jederzeit griffbereit und kannst damit deine Speisen würzen oder ihn weiter verarbeiten.

So gehst du vor:

  1. Bärlauchblätter gründlich waschen und trocken tupfen.
  2. Grob schneiden, locker in Schraubgläser füllen und verschließen.
  3. Ins Gefrierfach geben und bei Bedarf auftauen.

Die gefrorenen Bärlauchblätter halten sich mindestens ein Jahr.

Das Einfrieren im Glas, funktioniert übrigens problemlos. Da es nicht mit Flüssigkeit gefüllt ist, besteht keine Gefahr, dass es platzt.

Um die geschnittenen Blätter besser zu portionieren, kannst du sie auch zunächst verteilt auf einem kleinen Brett einfrieren und später die gefrorenen Stücke in ein Glas umfüllen, welches du wieder ins Tiefkühlfach legst. So kannst du auch kleine Mengen einzeln entnehmen.

Wenn du keine Gläser verwenden möchtest, kannst du auf Gefrierbeutel (am besten mit Zippverschluss) zurückgreifen.

Bärlauch einfrieren in Eiswürfelform

Das Einfrieren in einer Eiswürfelform ist noch praktischer als die Methode im Glas und verbraucht weniger Platz in der Tiefkühltruhe.

Hierfür werden die Bärlauchblätter zuerst mit einem Pürierstab oder Mixer zerkleinert und die Paste anschließend in einen Eiswürfelbehälter gefüllt. Verwende am besten einen Behälter mit Deckel, da sonst das ganze Tiefkühlfach nach Bärlauch riecht.

Tipp: Nach dem gleichen Prinzip kannst du auch den Wunderlauch einfrieren, welcher etwa zeitgleich mit dem Bärlauch Saison hat.

Weitere Tipps zum Haltbarmachen von Bärlauch

Eine weit verbreitete Methode, Bärlauch länger haltbar zu machen, ist die Herstellung eines Bärlauchpestos. Dieses hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen bis Monate, wenn sauber gearbeitet wurde und es immer wieder mit Öl bedeckt wird. Darüber hinaus kannst du auch selbst gemachte Bärlauchsuppe und Bärlauch-Gnocchi einfrieren.

Das Trocknen der Bärlauchblätter zur Aufbewahrung ist dagegen weniger geeignet, da die Blätter schnell ihre Aromastoffe verlieren.

Hinweis: Beim Sammeln von Bärlauch ist es besonders wichtig, die Blätter direkt vor Ort zu bestimmen und von giftigen Doppelgängern zu unterscheiden. Wie du Bärlauch erkennst und von Maiglöckchen und anderen Pflanzen unterscheidest, erfährst du hier.

Hast du Bärlauch schon einmal eingefroren? Welche Erfahrung hast du damit gemacht? Berichte uns davon in einem Kommentar unter diesem Beitrag!

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Durch Einfrieren von Bärlauch kannst du die kurze Saison verlängern und ihn das ganze Jahr über genießen.