Brombeere

Die Brombeere ist nicht nur eine köstliche Sommerfrucht, sondern auch ein kleines Gesundheitswunder aus der Natur.

Wilde Brombeeren (Rubus fruticosus) sind weit verbreitet. Besonders häufig sind sie an Bahndämmen oder in wilden Hecken zu finden, da sie dort ungestört wachsen dürfen. Die Früchte stecken voller Vitamine, Antioxidantien und Mineralstoffe, während Blätter und Wurzeln in der traditionellen Heilkunde Anwendung finden.

Bekannt ist die Brombeere für ihre entzündungshemmenden, adstringierenden (zusammenziehenden) und antioxidativen Eigenschaften. Ob bei Durchfall, Entzündungen im Mund- und Rachenraum oder als Stärkungsmittel – die Brombeere ist eine wahre Alleskönnerin.

Botanisch gehört sie zur Familie der Rosengewächse und heißt Rubus fruticosus. Im Volksmund kennt man sie unter Namen wie Schwarzbeere, Kratzbeere oder Brame.

Herkunft, Geschichte und Bedeutung

Die Brombeere ist in Europa heimisch und gedeiht besonders gut in Hecken, Waldrändern und Lichtungen. Bereits im Altertum wussten die Menschen um ihre Heilwirkung. Die alten Griechen nutzten Brombeerblätter bei Gicht und Mundentzündungen.1 Auch in der mittelalterlichen Klostermedizin spielte sie eine Rolle: Hildegard von Bingen empfahl sie als Saft gegen Zahnschmerzen2. In der Volksmedizin war ein Tee aus Blättern ein beliebtes Hausmittel gegen Durchfall und Halsschmerzen. Der Tee wurde in Tüchern getränkt und um den Hals gebunden – eine Praxis, die noch bis ins 20. Jahrhundert in ländlichen Gegenden verbreitet war.3

In der Ernährung

Die tiefvioletten Früchte der Brombeere sind wahre Vitaminbomben. Denn sie enthalten viel Vitamin C, E, K und Provitamin A sowie Eisen, Kalium, Magnesium und sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane.4 Diese wirken antioxidativ und können freie Radikale im Körper binden.5 Darüber hinaus lassen sich Brombeeren für vielfältige Süßspeisen verwenden. Ebenso kannst du sie zu Brombeermarmelade, Mus, Brombeersaft oder Gelee verarbeiten. Auch zum Einfrieren eignen sie sich gut.

Junge, stachelfreie Blätter kannst du in den Salat mischen oder auch als Gemüse kochen. Einige Rohköstler nutzen Brombeerblätter als vitaminreiche, frische Nahrung für den Winter – zum Beispiel im Smoothie: Entferne dafür die stachelige Mittelrippe und gib die Blätter in dein Getränk.

Fermentierte Brombeerblätter

Schwarzer Tee ist wegen seines Aromas und seiner belebenden Wirkung sehr beliebt, stammt aber meist von weit her. Eine regionale, koffeinfreie Alternative ist fermentierter Brombeerblättertee. Er lässt sich mit wenigen Schritten selbst herstellen und überzeugt durch seinen milden, fein-aromatischen Geschmack – ein echter Geheimtipp für alle, die Schwarztee ersetzen möchten.

Brombeerblätter auf Brett

Brombeermarmelade

Brombeermarmelade selbst zu machen ist eine wunderbare Möglichkeit, den Geschmack des Sommers einzufangen. Aus reifen, heimischen Brombeeren entsteht mit wenig Aufwand ein fruchtiger Vorrat, der das Aroma der Saison lange bewahrt.

Selbstgemachte Brombeermarmelade gelingt ganz leicht und lässt sich mit weiteren Früchten und Gewürzen in einen individuellen Genuss verwandeln.

Brombeermus

Da Brombeeren von Natur aus Pektin enthalten, kannst du aus ihnen auch ein köstliches Mus ohne Geliermittel kochen, ähnlich wie Zwetschgen. Dazu werden die Beeren mit sehr wenig Wasser, etwas Zitronensaft, Agavendicksaft (oder einem anderen Süßungsmittel) und Gewürzen wie Vanille, Zimt oder Anis einige Stunden geköchelt, bis ein dickflüssiges Mus entstanden ist.

Heilende Anwendungen

In der Naturheilkunde haben vor allem die Blätter und Wurzeln der Brombeere ihren festen Platz. Sie enthalten Gerbstoffe, Flavonoide und etwas Vitamin C. Die Gerbstoffe wirken zusammenziehend, entzündungshemmend und keimtötend. Sie sollen Durchfallerkrankungen sowie Entzündungen im Mund- und Rachenraum lindern.

Extrakte aus Brombeerblättern (und teilweise Früchten) enthalten reichlich Phenole, Flavonoide und Anthocyane, die in verschiedenen Testverfahren eine starke radikalfangende und antioxidative Aktivität zeigten.6

Regelmäßiger Verzehr von Beeren kann die Insulinresistenz verbessern, insbesondere bei Übergewicht, was typischerweise das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht.7

Brombeersaft

Traditionell wird Brombeersaft zur Förderung der Blutbildung, zur Stärkung der Abwehrkräfte und bei Erkältung sowie Halsschmerzen getrunken. Diesen kannst du in einem Entsafter ganz leicht selbst herstellen. Zum Haltbarmachen, koche den Saft auf und fülle ihn noch kochend in gut gereinigte Gläser oder Flaschen ab.

Falls du keinen Entsafter besitzt, kannst du die Beeren auch aufkochen und durch eine Mullwindel pressen, um den heilsamen Saft zu gewinnen.

Brombeersaft selber zu machen gelingt mit diesem Rezept garantiert. Er ist reich an Antioxidantien und ist ideal als Wintervorrat.

Brombeerblättertee

Ein Brombeerblättertee wird in der Volksmedizin bei leichten Durchfallerkrankungen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei leichten Hautproblemen eingesetzt.

Einen Esslöffel frische oder getrocknete Blätter mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Auch für Spülungen oder Umschläge kannst du ihn verwenden. Bei Halsschmerzen hilft das Gurgeln mit dem lauwarmen Tee.

Brombeerblättertee lässt sich kostenlos und regional zubereiten und wirkt wohltuend bei einer Vielzahl an Beschwerden.

Darüber hinaus wird der Tee gemeinsam mit Himbeerblättertee zur Geburtsvorbereitung getrunken. Häufig dient er auch als Grundlage für Hausteemischungen.

Vorsicht: Bei zu häufigem oder sehr starkem Gebrauch können die Gerbstoffe die Schleimhäute reizen. Schwangere sollten vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.

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Erkennung und Sammeltipps

Die Brombeere ist nicht nur eine köstliche Sommerfrucht, sondern auch ein kleines Gesundheitswunder aus der Natur.

Brombeeren sind Kletterpflanzen, sie wachsen bis zu 4 m hoch. Im Juli fängt die Ernte der ersten Früchte an und geht dann bis Ende September. Die wilde Brombeere hat viele Untersorten, welche schwer zu unterscheiden sind und zu unterschiedlichen Zeiten reifen. Du kannst sie alle gleich verwenden. Die Brombeere ist mehrjährig.

  • Der Stängel ist je nach Sorte mit mehr oder weniger Stacheln besetzt und verholzt mit zunehmendem Alter
  • Die Blätter stehen wechselständig am Stängel und sind unpaarig gefiedert
  • Sie sind dunkelgrün, gezähnt und bilden an der Mittelrippe häufig Stacheln
  • Die weißen bis rosafarbenen Blüten besitzen fünf Kronblätter
  • Die Früchte sind im reifen Zustand dunkelblau bis schwarz
  1. Arzneimittellehre: Übersetzung und Kommentar von Julius Berendes : Dioskurides, Pedanios, Berendes, Julius 2023. ↩︎
  2. Physica : von Bingen, Hildegard 2018. ↩︎
  3. Chrut und Uchrut: Der Klassiker der Kräuterheilkunde, aktualisiert und erweitert von Peter Oppliger : Künzle, Johann 2017. ↩︎
  4. Brombeere frisch Nährwerte. (o. D.). ↩︎
  5. Gonçalves, A. C., Nunes, A. R., Falcão, A., Alves, G. & Silva, L. R. (2021). Dietary Effects of Anthocyanins in Human Health: A Comprehensive Review. Pharmaceuticals, 14(7), 690. https://doi.org/10.3390/ph14070690 ↩︎
  6. Paczkowska-Walendowska, M., Gościniak, A., Szymanowska, D., Szwajgier, D., Baranowska-Wójcik, E., Szulc, P., Dreczka, D., Simon, M. & Cielecka-Piontek, J. (2021b). Blackberry Leaves as New Functional Food? Screening Antioxidant, Anti-Inflammatory and Microbiological Activities in Correlation with Phytochemical Analysis. Antioxidants, 10(12), 1945. 5 ↩︎
  7. Calvano, A., Izuora, K., Oh, E. C., Ebersole, J. L., Lyons, T. J. & Basu, A. (2019). Dietary berries, insulin resistance and type 2 diabetes: an overview of human feeding trials. Food & Function, 10(10), 6227–6243. https://doi.org/10.1039/c9fo01426h ↩︎

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Dichtes Brombeergestrüpp breitet sich oft dort aus, wo Menschen durch Kahlschlag eine verwüstete Fläche hinterlassen haben. Mit seinen dornigen Zweigen, welche sich zu einem fast undurchdringlichen Netz verweben, scheint der Brombeerstrauch die Erde schützen zu wollen, so dass geschundene Orte sich erholen können. Zugleich beschenkt die Brombeere uns mit köstlichen Früchten und heilkräftigen Blättern.
Lateinischer Name
Rubus fruticosus
Andere Namen
Kratzbeere, Frombeere, Braunbeere, Dornbeere
Familie
Rosengewächse (Rosaceae)
Erntemonate
Jul - Sep
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Früchte
Blattform
unpaarig gefiedert
Blütenfarbe
rosa, weiß
Fundorte
Waldränder, lichte Wälder, Hecken, Bahndämme, Gärten
Giftigkeit
ungiftig
Inhaltsstoffe
Anthocyane, ätherische Öle, Eisen, Flavonoide, Folsäure, Gerbstoffe, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Pektin, Phosphor, Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C
Eigenschaften
beruhigend, blutbildend, blutdruckregulierend, entzündungs­­hemmend
Hilft bei
Durchfall, Erkältungen, Halsschmerzen, Zahnfleischentzündungen

Ein Kommentar
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  1. Hallo zusammen, befasse mich seid langem mit Pflanzen, jetzt meine Frage zur Brombeere. Ist es OK die Knospen der Brombeere jetzt schon zu essen im November. Habe sie getestet schmecken leicht nach Kokos, sind halt sehr klein.. Ich weiss nur die Triebe wegnehmen, die eh wegmuessten. Wer hat Erfahrung mit Knospen im späten Herbst

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