Die wichtigsten Heilkräuter für Frauen und ihre Anwendungen
Manchmal braucht es gar nicht viel. Ein warmes Glas Tee. Ein bisschen Ruhe. Und ein Kraut, das dich genau da abholt, wo dein Zyklus gerade steht. Frauenmantel, Beifuß, Himbeerblätter und Schafgarbe gehören zu den Klassikern der traditionellen Frauenkräuter. Hier findest du ihre wichtigsten Wirkungen und wie du sie als Tee so zubereitest, dass möglichst viel Pflanzenkraft in der Tasse landet.
Viele Frauen kennen das: Die Tage kündigen sich an und der Körper fühlt sich anders an. Ein Ziehen im Unterleib. Die Stimmung wechselt. Oder dieses diffuse Gefühl von „irgendwas ist aus dem Takt“. Kräuter können dich gerade jetzt im Alltag gut unterstützen. Wichtig ist nur: sanft anfangen, regelmäßig trinken, und auf deinen Körper hören.
Frauenmantel: der sanfte Ausgleich
Frauenmantel ist so ein Kraut, das viele Frauen irgendwann „finden“ und dann nicht mehr missen wollen. In der Frauenheilkunde wird er besonders als Tee oder Tinktur eingesetzt, zum Beispiel zur Begleitung des Zyklus, bei Menstruationskrämpfen oder auch als Begleiter in den Wechseljahren. Viele nutzen ihn außerdem rund um Schwangerschaft und Wochenbett, etwa zur Unterstützung der Rückbildung.1
Wenn du zu PMS neigst, kann es sinnvoll sein, ihn nicht erst zu trinken, wenn es schon zwickt, sondern ein paar Tage vorher. 1 bis 3 Tassen am Tag sind in der Volksanwendung üblich.
So bereitest du Frauenmanteltee zu
Übergieße das Kraut mit heißem Wasser, decke ab und lass ihn ziehen. Viele mögen 8 bis 10 Minuten, weil der Tee dann rund schmeckt, aber noch nicht „herb medizinisch“ wird.

Beifuß: wärmend und lösend
In der Volksmedizin wird Beifuß als wärmend und krampflösend beschrieben.2 Viele greifen zu Beifuß, wenn Unterleibsschmerzen und Kältegefühl zusammenkommen. Und weil Beifuß Bitterstoffe hat, kann er auch rund um Verdauung und Völlegefühl interessant sein.
So bereitest du Beifußtee zu
Die Zubereitung ist hier wirklich entscheidend. Bei Beifußtee reichen ein Teelöffel getrocknetes Kraut auf 250 ml Wasser. Übergießen, abdecken, nur kurz, also 2 bis 3 Minuten ziehen lassen.
Wichtig: Bei Beginn einer Schwangerschaft nicht trinken, weil er wehenfördernd wirken kann.

Himbeerblätter: klassisch, mild
Himbeerblätter werden traditionell oft rund um Zyklus und auch in der Geburtsvorbereitung erwähnt.3
Hinweis: Bei vorzeitigen Wehen oder wenn sich der Muttermund schon öffnet, sollte Himbeerblättertee nicht getrunken werden. Das ist ein Punkt, den viele überlesen, aber der wirklich zählt.
So bereitest du Himberblättertee zu
Wenn du ihn als Alltagstee nutzen willst, ist eine Kur Idee ganz praktisch. Zum Beispiel 1 bis 2 Tassen am Tag über eine Zeit, in der du deinem Körper Stabilität geben willst. Und wenn du Mischungen magst: Himbeerblätter sind eine gute „Basis“, weil sie nicht alles geschmacklich dominieren.

Schafgarbe: das Frauenheilkraut
Schafgarbe hat den Ruf als Frauenheilkraut nicht ohne Grund. Als Tee wird das Kraut unter anderem bei Menstruationsschmerzen, Magenkrämpfen und Wunden genannt. Und es wird auch beschrieben, dass sie äußerlich verwendet werden kann, zum Beispiel als in Tee getränkte Kompressen bei unreiner Haut.4
So bereitest du Schafgarbentee zu
Übergießen, abdecken, ziehen lassen. 8 bis 10 Minuten sind ein guter Bereich. Und wenn du merkst, du brauchst eher „Bauch beruhigen“, kannst du sie auch etwas schwächer dosieren und dafür regelmäßig trinken.
Die Blüten kannst du zum Beispiel als Aufguss, Schafgarben-Öl, selbstgemachte Salbe oder auch in einem alkoholischen Auszug verwenden.

Hirtentäschel: wenn die Blutung zu stark ist
Hirtentäschel ist so ein „still, aber stark“ Kraut. In der Volksmedizin wird es vor allem wegen seiner blutstillenden und gefäßverengenden Eigenschaften beschrieben. In der Phytotherapie wird es zum Beispiel bei starker Menstruation genannt. Es soll tonisierend auf Gebärmutter und Blutgefäße wirken.5
So bereitest du Hirtentäschel-Tee zu
Für eine Tasse reichen meist ein bis zwei Teelöffel getrocknetes Kraut. Mit heißem Wasser übergießen, abdecken, etwa zehn Minuten ziehen lassen und abseihen.
Tipp: Hirtentäschel auch als Bestandteil von Rückbildungstees erwähnt.
Rotklee: interessant in den Wechseljahren
Rotklee ist vor allem dann spannend, wenn es Richtung Wechseljahre geht. Er enthäöt Phytoöstrogene enthält, die dem menschlichen Östrogen ähneln. Dort wird er in Zusammenhang mit Beschwerden wie Hitzewallungen, Unruhe oder Schlafproblemen genannt.6
So bereitest du Rotklee-Tee zu
Für Rotkleetee nimmst du 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Rotkleeblüten pro Tasse. Übergieße sie mit heißem Wasser, decke die Tasse ab und lass den Tee 8 bis 10 Minuten ziehen. Danach abseihen und warm trinken.

Mönchspfeffer: bei PMS und Zykluschaos
Mönchspfeffer ist so ein Kraut, das viele nicht als „Tee Pflanze“ kennen, sondern eher als fertiges Präparat in der Apotheke oder Drogerie. In der Volksheilkunde wird er bei hormonell bedingten Beschwerden genannt.7
So bereitest du Mönchspfeffer-Tee zu
Zerstoße 1 Teelöffel Mönchspfeffer Früchte leicht im Mörser (oder drück sie mit einem Löffel an). Übergieße sie mit 250 ml heißem Wasser, decke die Tasse ab und lass den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen. Danach abseihen. Viele starten mit 1 Tasse am Tag, eher als Kur über mehrere Wochen.
Wichtig: Die EMA weist darauf hin, dass Mönchspfeffer über die hormonelle Achse wirken kann. Wenn du Probleme mit der Hypophyse hattest, bei hormon sensiblen Erkrankungen, oder wenn du Medikamente nimmst, ist ärztliche Rücksprache sinnvoll. In Schwangerschaft und Stillzeit bitte auch besonders vorsichtig sein.
Teemischung für verschiedene Frauenbeschwerden
Nicht jede Frau braucht das gleiche Kraut. Und nicht jede Phase im Zyklus fühlt sich gleich an. Darum kann es sinnvoll sein, die Mischung ein bisschen an das anzupassen, was gerade im Vordergrund steht.
Teemischung bei Krämpfen
Wenn vor allem Krämpfe und dieses verkrampfte, ziehende Gefühl im Unterleib auftauchen, kann eine Mischung aus Schafgarbe, Frauenmantel und einer kleinen Prise Beifuß gut passen.
Für eine Tasse nimmst du 2 Teelöffel der Mischung, übergießt sie mit heißem Wasser, deckst die Tasse ab und lässt den Tee etwa 8 bis 10 Minuten ziehen. Davon trinken viele Frauen 2 bis 3 Tassen am Tag, am besten schon einen Tag bevor die Beschwerden richtig einsetzen.
Teemischung bei starken Blutungen
Wenn die Blutung sehr stark ist, wird klassisch oft Hirtentäschel mit Frauenmantel und Schafgarbe kombiniert.
Für den Aufguss werden 2 Teelöffel pro Tasse empfohlen. Mit heißem Wasser übergießen, abdecken, etwa 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Je nach Bedarf werden 2 bis 3 Tassen täglich getrunken. Wenn du mehr Wärme möchtest, kannst du eine sehr kleine Prise Beifuß ergänzen.
Teemischung für die Wechseljahre
In den Wechseljahren stehen oft ganz andere Themen im Vordergrund. Hitzewallungen. Unruhe. Schlafprobleme. Oder das Gefühl, dass der Körper irgendwie neu sortiert werden will. Hier kann eine milde Mischung aus Frauenmantel, Rotklee und Schafgarbe interessant sein.
Für eine Tasse genügen 2 Teelöffel, Ziehzeit etwa 8 bis 10 Minuten. Viele trinken davon 1 bis 2 Tassen am Tag über mehrere Wochen als Kur.
Wenn du ganz mild einsteigen möchtest, kannst du bei allen Mischungen einen Teil der Kräuter durch Himbeerblätter ersetzen. Sie machen den Geschmack weicher und eignen sich gut als Basis. Gerade wenn dir kräftige Kräutertees schnell zu herb werden, ist das ziemlich angenehm.
Wichtig bleibt wie immer: Kräuter wirken oft nicht auf Knopfdruck. Meist ist es eher das Regelmäßige, das den Unterschied macht. Und natürlich lohnt es sich, auf Warnzeichen zu achten. Sehr starke oder plötzlich veränderte Blutungen, neue Schmerzen oder Beschwerden in den Wechseljahren solltest du ärztlich abklären lassen.
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Kennst du noch andere Kräuter für die Frauenheilkunde, welche du gern verwendest? Teile deine Erfahrungen mit uns und anderen Lesern in den Kommentaren!
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- ESCOP. Alchemillae herba (Ladys Mantle). Zuletzt aufgerufen am 03.03.2026 ↩︎
- Ekiert, H., Pajor, J., Klin, P., Rzepiela, A., Ślesak, H. & Szopa, A. (2020). Significance of Artemisia Vulgaris L. (Common Mugwort) in the History of Medicine and Its Possible Contemporary Applications Substantiated by Phytochemical and Pharmacological Studies. Molecules, 25(19), 4415.
↩︎ - EMA Herbal Monograph. Rubi idaei folium – herbal medicinal product. Zuletzt aufgerufen am 03.03.2026 ↩︎
- EMA Herbal Monograph. European Union herbal monograph on Achillea millefolium L., herba. (2019). Zuletzt aufgerufen am 03.03.2026 ↩︎
- EMA Herbal Monograph. Bursae pastoris herba – herbal medicinal product. Zuletzt aufgerufen am 03.03.2026 ↩︎
- Wieslaw Kanadys et.al, (2021) Evaluation of Clinical Meaningfulness of Red Clover (Trifolium pratense L.) Extract to Relieve Hot Flushes and Menopausal Symptoms in Peri- and Post-Menopausal Women: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Nutrition Challenges for Middle-Aged and Older Women ↩︎
- EMA Herbal Monograph. 2018. European Union herbal monograph on Vitex agnus-castus L. fructus. Zuletzt aufgerufen am 06.03.2026 ↩︎

