Ringelblume
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Ringelblumen sind ein wunderbares Heilmittel für die Haut. Sie wirken desinfizierend, entzündungshemmend und wundheilend. Schon seit dem 12. Jahrhundert wird die Ringelblume vor allem in südlichen Ländern gezielt als Heilkraut angebaut. In der Küche werden die hübschen Blüten vor allem dekorativ und zur Färbung eingesetzt.

Steckbrief

Lateinischer NameCalendula officinalis
Andere NamenButterblume, Gartendotterblume, Monatsblume, Wucherblume, Fallblume, Ringelrose, Morgenröte
FamilieKorbblütler (Asteraceae)
ErntemonateMai-Okt
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Blüten
Blattformeilanzettlich
Blütenfarbegelb, orange
FundorteGärten
Giftigkeitungiftig
WarnungenVorsicht bei Überempfindlichkeit gegen Korbblütler
Besondere Inhaltsstoffeätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Glykoside, Saponine, Schleimstoffe
Eigenschaftenabschwellend, adstringierend, antibakteriell, antifungizid, antiseptisch, blutreinigend, desinfizierend, durchblutungsfördernd, entzündungs­­hemmend, krampflösend, schmerzstillend, schweißtreibend, wundheilend
Hilft beiDarmentzündungen, Ekzeme, entzündete Brustwarzen, Erkrankungen der Galle, Geschwüre, Hautentzündungen, Hühneraugen, Lymphstau, Magenkrämpfe, Menstruationsbeschwerden, Nagelbetteiterungen, Unterleibsblutungen, Verbrennungen, Warzen, Weißfluss, Wunden, Zahnfleischentzündungen

Anwendungen

Ringelblumen sind bei uns nur in Ausnahmefällen wild zu finden. Einmal im Garten angebaut, hat man jedoch viele Jahre Freude an ihnen, da sie sich immer wieder selbst aussähen. Im Süden Europas sind sie, meist in etwas kleinerer Form, auch wild wachsend zu sehen. Sie erfreuen vor allem durch ihre außerordentlich lange und üppige Blütezeit von Juni bis zu den ersten Frösten im Herbst. Natürlich kannst du die hübschen Blüten auch vielfältig für deine Gesundheit und als Hingucker auf süßen und herzhaften Speisen verwenden.

In der Ernährung

Ganz junge Blätter sind essbar und werden kleingeschnitten in den Salat gemischt.

Die Blüten als Ganzes oder kleingezupft dienen als hübsche Dekoration vor allem in Salaten, aber auch in anderen herzhaften sowie süßen Speisen. Sie sollten in keinem sommerlichen Wildkräutersalat fehlen.

Orange-gelbe Ringelblumenblüten werden auch gern als farbgebendes Gewürz verwendet, manchmal sogar als Ersatz für den teuren Safran. Koche ein paar frische oder getrocknete Blütenblätter mit Reis oder gib sie zu Milch, um diese zu färben.

Goldgebe Ringelblumenbutter

Für die Ringelblumenbutter wird traditionell Ziegenbutter als Basis verwendet. Du kannst aber auch normale Butter oder eine pflanzliche Alternative nehmen. Je 250 g Butter benötigst du etwa 50 g ausgezupfte Blütenblätter der Ringelblume.

  1. Die Butter im Topf auf kleiner Flamme schmelzen lassen.
  2. Blütenblätter hinzugeben und bei geringer Hitzezufuhr unter Rühren 20 Minuten durchziehen lassen.
  3. Die flüssige Butter abseihen oder mit den Blütenblättern erkalten lassen, wenn sie dich nicht stören.

Heilende Anwendungen

Traditionell werden Ringelblumen vor allem äußerlich zur Heilung der Haut verwendet. Jedoch kann ein Teeaufguss mit Ringelblumen den Körper auch bei verschiedenen inneren Leiden wie Menstruationsbeschwerden, Magenschmerzen und Lymphbeschwerden unterstützen.

Eine Kompresse, in einem starken Teeaufguss oder in Ringelblumentinktur getränkt, hilft bei Wunden aller Art. Sie nimmt den Wundschmerz, schützt empfindliche Haut und beugt Narbenwucherungen vor. Ringelblumenkompressen werden auch zur Wundheilung bei Amputationen, Hautschäden nach Strahlentherapien, Geschwüren, Abzessen, Nagelbett-Eiterungen, Brandwunden, Dekubitus, Venen-Erkrankungen, Verstauchungen und Quetschungen eingesetzt.

Ringelblumenöle und -salben (auch Calendula -Salbe genannt) wirken heilend bei Ekzemen, Akne, wunden Babypopos, entzündeten Brustwarzen, Beingeschwüren und Sonnenbrand.

Ringelblumentinktur oder frischer Ringelblumensaft werden gegen Warzen und Hühneraugen eingesetzt.

Ringelblumen-Tinktur

Eine Tinktur aus Ringelblumen-Blüten wird bei Hautproblemen aller Art äußerlich angewendet. Tinkturen mit Wild- und Heilpflanzen kannst du auch ganz einfach selbst herstellen, und wenn du keinen Alkohol verwenden möchtest, kannst du ähnliche Ergebnisse mit hausgemachten Essig-Auszügen erreichen. Gegen entzündetes Zahnfleisch und Aphten helfen die Wirkstoffe der Blüte ebenfalls hervorragend, weshalb ich sie auch gern in meiner selbst gemachten Tinktur für gesundes Zahnfleisch nutze.

Ringelblumen-Tee

Ein Teeaufguss mit den Blüten der Ringelblume regt das Lymphsystem an und hilft bei Lymphknoten, Lymphschwellungen und geschwollenen Mandeln. Darüber hinaus wird er bei schmerzhafter oder schwacher Menstruation, Gallenproblemen, Magenbeschwerden und Darmstörungen getrunken. Der Tee unterstützt zudem den Entgiftungsprozess des gesamten Organismus.

Für einen Teeaufguss übergieße zwei bis drei Blüten mit 250 ml kochendem Wasser und seihe sie nach zehn Minuten ab. Trinke maximal drei Tassen täglich. Zur Herstellung eines Absuds für den äußerlichen Gebrauch verwende vier Blüten auf 250 ml Wasser und lasse den Aufguss 20 Minuten ziehen.

Ringelblumen-Saft

Ringelblumen-Saft wird zur Behandlung von Hühneraugen und Warzen verwendet. Zur Saftgewinnung wird eine spezielle Kräuter-Saftpresse benötigt. Der Saft wird vor der Anwendung mit Salz gemischt und mehrmals täglich auf die entsprechende Hautstelle aufgetragen.

Ringelblumen-Öl

Zum Einreiben erkrankter Haut eignet sich neben den in Tee oder Tinktur getränkten Kompressen auch das Ringelblumenöl. Ein Ölauszug lässt sich einfach herstellen:

  1. Ringelblumen-Blüten in ein desinfiziertes Schraubglas geben.
  2. Bio-Sonnenblumenöl oder Olivenöl darüber gießen, so dass alle Blüten bedeckt sind.
  3. Zwei bis vier Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen und täglich schütteln, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  4. Abseihen und dunkel und kühl aufbewahren.

Aus dem Ringelblumenöl lässt sich auch eine heilsame Calendula-Salbe herstellen, die du vielfältig anwenden kannst.

Ringelblumen-Bad

Gegen Weißfluss und Unterleibsblutungen kannst du Ringelblumen-Aufguss oder Ringelblumen-Tinktur in ein Sitzbad geben. Ringelblumen-Blüten eignen sich generell gut als Badezusatz und entfalten auch bei dieser Anwendung ihre heilsame Wirkung auf die Haut.

Anwendungen im Garten

Im Gemüsebeet stärken Ringelblumen unsere Kulturpflanzen, besonders hilfreich sind sie für Möhren und Rosen. Zusätzlich schützen sie vor Schädlingen und ziehen nützliche Insekten wie Bienen und Schmetterlinge an.

Körperpflege mit Ringelblume

Bei gereizter und trockener Haut können Produkte mit Ringelblume zur Hautpflege eingesetzt werden. Zu diesem Zweck kannst du Öle, Salben und auch Teeaufgüsse verwenden. Diese Mittel helfen auch bei spröden Lippen und Schwangerschaftsstreifen. Als Haarspülung helfen Ringelblumen bei trockener und schuppiger Kopfhaut.

Erkennung und Sammeltipps

Die Ringelblume gilt als große Heilpflanze und wird besonders gern als Salbe angewandt. Du kannst sie aber auch in der Küche und im Garten nutzen!
Ringelblumen sind einjährige, krautige Blumen mit einer Wuchshöhe von 40-80 cm.

  • Die Blätter sind länglich mit runder Blattspitze und behaart.
  • Sie stehen wechselständig am filzig behaarten Stängel.
  • Die Korbblüten besitzen einen Durchmesser von etwa 4 cm und haben viele Zungenblätter.
  • Die Blüte ist etwas klebrig.
  • Die wurmartigen Samen sitzen in einer Fruchtkugel mit 1-3 cm Durchmesser.

Anbautipps

Ringelblumen gibt es als Saatgut im Gartenfachhandel oder online zu erwerben. Zu Heilzwecken sollten gefüllt blühende, gelb-orange Ringelblumen verwendet werden. Sie gedeihen auf fast jedem Boden und sind sehr leicht zu ziehen. Am besten wachsen sie auf tiefgründigen, nährstoffreichen Böden. Die Einsaat kann ab April bis in den August erfolgen, mit etwa 20 Zentimetern Abstand. Ringelblumen mögen es nicht zu trocken, vertragen allerdings auch keine Staunässe.

Achtung:
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