Tinkturen ohne Alkohol einfach selbst herstellen
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Immer mehr Menschen sammeln Wild- und Heilkräuter und konservieren diese auch für die spätere Verwendung. Vielfach werden Kräuter getrocknet und dann als Tee aufgebrüht. Dies ist eine einfache und gute Möglichkeit, die Kräfte der Pflanzen zu nutzen. Eine weitere Art der Aufbewahrung und Nutzung der gesunden Vitalstoffe stellen selbst gemachte Tinkturen dar. In solchen durch Mazeration gewonnenen Pflanzenauszügen ist die Konzentration der Wirkstoffe höher als in Tees, deshalb wird ihnen eine höhere Wirksamkeit zugesprochen.

Tinkturen können gegen zahlreiche Beschwerden eingenommen, in Zahncremes verarbeitet, für Hustensirup verwendet oder äußerlich auf der Haut eingerieben werden. Darüber hinaus können sie als Grundlage für Pflegeprodukte wie Cremes und Salben dienen.

Die Herstellung von Tinkturen ist bei vielen Kräutern ein ideales Verfahren, um wertvolle Inhaltsstoffe aus der Pflanze zu extrahieren. Sie zeichnen sich durch lange Haltbarkeit aus und sind deshalb immer verfügbar, wenn sie benötigt werden.

Tinkturen selbst zu machen ist kinderleicht und bietet einige Vorteile. Käufliche Tinkturen sind nicht nur relativ teuer, sondern meist auch aus hochprozentigem Alkohol. Für Kinder und Erwachsene, die keinen Alkohol zu sich nehmen möchten, sind diese Tinkturen nicht geeignet.

Für solche Fälle bietet sich das Herstellen von Pflanzenauszügen mit Essig anstelle von Alkohol an. Nach dem Europäischen Arzneibuch gelten nur Auszüge mit Ethanol als Tinkturen. Es gibt aber auch Auszüge mit Wasser, Öl oder Essig, welche jede für sich andere Wirkstoffe aus den Pflanzen lösen. Deshalb ist eine Tinktur mit Alkohol nicht identisch wie dieselbe Pflanzenlösung mit Essig. Dennoch werden viele wichtige Wirkstoffe gelöst und für spätere Verwendung aufbewahrt. Die Herangehensweise ist sehr ähnlich wie bei alkoholischen Tinkturen.

Wenn du Tinkturen mit Alkohol herstellen möchtest, findest du in diesem Beitrag die genaue Anleitung.

Zubereitung einer alkoholfreien Tinktur

Für die Herstellung deiner Tinktur benötigst du folgende Inhaltsstoffe:

  • Apfelessig, ungefähr 200 ml Essig pro 50 g getrockneter Kräuter
  • Kräuter – frisch, sauber und trocken
  • ein Schraubglas
  • Tropfflaschen aus Braunglas zur Aufbewahrung

Die Schritte zum Ansetzen der Tinktur mit Essig sind ähnlich wie bei einer Alkohol-Tinktur. Gehe folgendermaßen vor:

  1. Schraubglas auskochen oder anderweitig desinfizieren
  2. Apfelessig abmessen und abkochen, abgestimmt auf Kräutermenge und Glasgröße
  3. Kräuter zerkleinern und in das Glas geben
  4. Abgekühlten Essig darübergießen und das Glas verschließen
  5. An einem warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung ziehen lassen. Nur in Ausnahmefällen, wie zum Beispiel ein Blütenauszug mit Johanniskraut wirkt direkter Sonnenschein vorteilhaft.
  6. Regelmäßig schütteln, um Schimmelbildung zu vermeiden
  7. Bei Verwendung von Blättern und Blüten nach etwa zwei Wochen, bei Wurzeln nach etwa vier Wochen abseihen
  8. In einer dunklen Tropfflasche an einem kühlen Ort verwahren

Den Essiggeschmack kannst du etwas mildern, indem du die Tropfen zur Einnahme in ein Glas Wasser gibst. Die Standarddosierung für Erwachsene beträgt dreimal täglich 20-30 Tropfen über einen Zeitraum von maximal sechs Wochen. Einzelne Kräuter können jedoch von dieser Empfehlung abweichen.

Meistens wird eine Tinktur aus einem bestimmten Kraut hergestellt, sehr beliebt ist im Frühjahr eine Bärlauch-Tinktur. Du kannst aber auch verschiedene Kräuter mischen, zum Beispiel zum Herstellen einer Tinktur gegen Husten aus Schlüsselblume, Sauerampfer und Königskerze.

Hast du schon einmal eine Tinktur ohne Alkohol hergestellt? Teile deine Erfahrungen und Vorschläge für Kräutermischungen in den Kommentaren!

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