Kornblume
Die Kornblume (Centaurea cyanus) ist eine zarte, tiefblaue Wildblume, die viele Menschen sofort an Sommerwiesen und Getreidefelder erinnert. Die Sinne werden vom leuchtenden Blau angezogen, doch ihr Wert reicht weit über ihre Schönheit hinaus. In der Volksheilkunde gilt die Kornblume als sanftes Mittel für Haut und Augen, und auch in der Küche kannst du ihre Blüten nutzen, um Gerichte farblich und geschmacklich zu bereichern.
Herkunft, Geschichte und kulturelle Bedeutung
Die Kornblume ist ursprünglich in Europa beheimatet und war früher eine häufige Erscheinung auf Getreideäckern. Ihr Name deutet darauf hin: „Korn“ bezieht sich auf das Getreidefeld, in dem sie wuchs. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft ist sie vielerorts seltener geworden, doch in ökologisch bewirtschafteten Feldern findest du sie noch heute.
Historisch wurde die Kornblume von Hildegard von Bingen und anderen Kräuterkundigen des Mittelalters erwähnt. Sie galt als pflanzliche Unterstützung für Augenleiden und leichte Entzündungen. In der Literatur des 19. Jahrhunderts wurde sie als Symbol jugendlicher Zärtlichkeit und Reinheit verwendet. Goethe und andere Dichter ließen sie in Gedichten erscheinen.
In der europäischen Volksheilkunde nutzten Bäuerinnen und Kräuterfrauen die Blüten, um Aufgüsse herzustellen, die gegen Müdigkeit und zur Erfrischung der Augen dienen sollten. Auch in Nordamerika wurde die Kornblume von Siedlern eingebürgert und als Zier- und Heilpflanze geschätzt.
In der Ernährung
Die leuchtend blauen Blüten der Kornblume sind essbar und machen sich wunderbar als essbare Dekoration auf Salaten, Wildkräuterfrischkäse, Desserts, Käsepralinen oder in Sommergetränken. Die blauen Zungenblüten schmecken mild und leicht süß, während die grünen Kelchblätter Bitterstoffe enthalten.
In der mediterranen Küche mischt man getrocknete Kornblumenblüten gerne in Kräuterbutter oder lässt sie in Ölen und Essigen ziehen, wodurch ein sanftes Aroma entsteht.
Die Kornblume enthält neben sekundären Pflanzenstoffen auch kleine Mengen an Vitaminen und Mineralien wie Vitamin C und Kieselsäure, die gut für Haut und Bindegewebe sind. Ihre farbgebenden Anthocyane wirken antioxidativ und verleihen den Blüten ihre charakteristische Farbe.
Heilende Anwendungen
Wissenschaftlich belegt ist die Kornblume vor allem für ihre reizlindernden Eigenschaften bei leichten Entzündungen der Augen und der Haut. Die enthaltenen Flavonoide und Anthocyane wirken entzündungshemmend und antioxidativ.1 Aus diesem Grund findest du in einigen Augentropfen homöopathische oder pflanzliche Extrakte der Kornblume zur unterstützenden Pflege geröteter Augen.
Volksheilkundlich wurde die Kornblume in Form von Aufgüssen und Tinkturen bei Verdauungsbeschwerden, Menstruationsbeschwerden und zur allgemeinen Entspannung genutzt. Diese Anwendungen sind zwar traditionell überliefert, wissenschaftlich aber weniger gut belegt als die äußerliche Anwendung bei Augenreizungen.
Die Blüten enthalten Bitterstoffe, die die Verdauung anregen können, sowie ätherische Öle, die für den charakteristischen Duft verantwortlich sind. Bei Hautkontakt in Form von Umschlägen kann ein sanftes, kühlendes Gefühl entstehen, das Juckreiz und leichte Irritationen mildert.
Zu beachten ist, dass bei Menschen mit Unverträglichkeiten oder Allergien gegen Korbblütler (z. B. bei Pollenallergie) Vorsicht geboten ist. Bei innerer Anwendung in größeren Mengen kann es zu Magenreizungen kommen. Schwangere und stillende Frauen sollten vor der inneren Anwendung einen Arzt oder eine Fachperson für Phytotherapie konsultieren.
Tee
Kornblumenblüten werden meist zu Teemischungen wie Hustentee, Blasentee oder Sandmännchentee beigegeben. Für die Anwendung als Tee können die gesamten Blüten mit Kelchen verwendet werden.
Für einen Kornblumentee wird ein Esslöffel Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergossen und nach zehn Minuten Ziehzeit abgeseiht. Der Tee hat eine leicht verdauungsfördernde und entzündungshemmende Wirkung.

Blaue-Blüten-Tinktur
Als Bestandteil von Tinkturen ist die Kornblume eine beliebte Zutat. Eine bekannte Anwendung ist die Blaue-Blüten-Tinktur. Traditionell werden dafür die blauen Blüten von neun verschiedenen Heilpflanzen verwendet. Diese können zum Beispiel Ysop, Lavendel, Wegwarte, Gundermann, Ehrenpreis, Borretsch, Acker-Vergissmeinnicht, Kriechender Günsel oder andere Kräuter sein. Die Tinktur soll insbesondere bei Unruhezuständen, Nervosität, Stress und Konzentrationsstörungen hilfreich sein.
Zubereitung der Tinktur:
- Getrocknete oder frische Blüten in ein verschließbares Glas geben.
- Mit 40-prozentigem Alkohol, zum Beispiel Wodka auffüllen, bis alle Blüten vollständig bedeckt sind.
- Drei bis vier Wochen an einem schattigen Ort ruhen lassen, dabei gelegentlich sanft schütteln.
- Tinktur durch ein feines Sieb oder Tuch passieren und zur Aufbewahrung in Flaschen aus Braunglas füllen, zum Beispiel in Tropfflaschen.
Bei Bedarf werden zehn bis fünfzehn Tropfen der Tinktur bis zu dreimal täglich verdünnt mit Wasser oder Tee eingenommen.
Erkennung und Sammeltipps

Die Kornblume ist eine einjährige, krautige Pflanze und kann eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen. Sie bevorzugt sonnige und freiläufige Standorte. Häufig ist die Kornblume am Rande von Getreidefeldern zu finden, wodurch sie ihren Namen hat.
Bestimmungsmerkmal sind die trichterförmigen, intensiv blauen Blüten, die in einem Gesamtblütenstand vereint sind und sich deutlich von den helleren, zungenförmigen Blüten der Wegwarte (Cichorium intybus) unterscheiden.
- Der kantige Stängel ist filzig behaart.
- Die lanzettlichen Blätter sind wechselständig angeordnet und behaart. Die Blätter in Bodennähe sind größer als die in Richtung Pflanzenspitze.
- Am Rand der körbchenförmigen Blüte stehen etwa 30 Röhrenblüten. Im Zentrum der Blüte befinden sich dunklere Hüllblätter. Die Blütezeit ist von Ende Mai bis September.
Hinweis: In Deutschland steht die Kornblume auf der Vorwarnliste der Roten Liste (regional gefährdet), und das Sammeln in der Natur ist daher häufig nicht erlaubt – im eigenen Garten kannst du sie jedoch problemlos kultivieren
Anbautipps
Die Kornblume bevorzugt einen sonnigen Standort und lockeren Boden. Häufig ist sie am Rande von Feldern, Kiesgruben und Wegen zu finden. Ihr Wasserbedarf ist gering und Staunässe mag sie nicht. Zudem ist sie ein Bioindikator, der anzeigt wie stark gedüngt wurde, denn Überdüngung verträgt sie überhaupt nicht.
Wenn die einjährige Pflanze im Garten oder auf dem Balkon angepflanzt werden soll, empfiehlt es sich bei der Samenwahl darauf zu achten, dass es sich um Samen der echten Kornblumen handelt. Denn die oft erhältlichen Ziersorten haben keine Heilwirkung. In vielen Wildblumen-Samenmischungen für Bienen, Schmetterlinge und Hummeln ist die Kornblume ein fester Bestandteil.
- Garbacki, N., Gloaguen, V., Damas, J., Bodart, P., Tits, M. & Angenot, L. (1999). Anti-inflammatory and immunological effects of Centaurea cyanus flower-heads. Journal Of Ethnopharmacology, 68(1–3), 235–241. ↩︎
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Einjährige, auffällige blaue Wildblume mit zarten Blüten, die von Mai bis August blüht.
- Lateinischer Name
- Centaurea cyanus
- Andere Namen
- Zyane, Blaue Kronblume, Kornnelke, Blaumütze
- Familie
- Korbblütler (Asteraceae)
- Erntemonate
- Mai - Sep
- Verwendbare Pflanzenteile
- Blüten
- Blattform
- lanzettlich, schmal
- Blütenfarbe
- blau, rosa, violett, weiß
- Fundorte
- Feldränder, Wegränder
- Verwechslungsgefahr
- Niedrig mit anderen blauen Korbblütlern, aber durch Form und Farbe gut erkennbar.
- Giftigkeit
- ungiftig
- Hinweise zur Giftigkeit
- Bei innerer Anwendung in hohen Dosen Magenreizungen möglich.
- Warnungen
- Allergiker sollten Verträglichkeit testen.
- Inhaltsstoffe
- Anthocyane, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Polysaccharide, Schleimstoffe
- Eigenschaften
- antibakteriell, entzündungshemmend, harntreibend, verdauungsfördernd, wundheilend
- Hilft bei
- Augenentzündung, Blähungen, Hautentzündung, Hautentzündungen, Nervosität, Unruhezustände, Verdauungsprobleme
- Erkennung / Sammeltipps
- Leuchtend blaue Blüten an schmalen Stängeln, sammeln bei trockener Witterung.
- Anbau
- Sonnig, mäßig nährstoffreicher Boden, direkte Aussaat im Frühjahr.











Liebes Team, ich kann die Wirkung der Blauen-Blüten-Tinktur nur bestätigen! Gerade jetzt in der oft hektischen Zeit vor Weihnachten finde ich damit wunderbar zur Ruhe. Eine wirklich tolle Möglichkeit, die Kornblume zu nutzen!
Liebe Grüße, Conny K.
Oh ja, diese blaue Tinktur ist wirklich ein Segen für mich in der stressigen Zeit. Ich nehme sie ab und zu, wenn ich merke, die Nerven liegen blank und ich kann mich nicht mehr gut konznetrieren. Das hilf mir immer wieder gut, da fühlt man sich gleich viel ausgeglicheer.
Liebe Grüße,
Knurrhand