Rotklee
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Klee ist weit verbreitet und zählt dank seiner charakteristischen Blätter wohl zu den bekanntesten Pflanzen. Dass die Blüten ein umfangreiches Heilpotenzial bieten, wissen jedoch nur wenige. Oft wachsen die besten Heilkräuter vor unserer Haustür und wir beachten sie kaum! Rotklee wird vor allem zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden eingesetzt, hat aber noch viele weitere Anwendungsbereiche.

Steckbrief

Lateinischer NameTrifolium pratense
Andere NamenWiesenklee, Fleischklee, Hummelklee, Futterklee
FamilieSchmetterlingsblütengewächse (Fabaceae)
ErntemonateMrz-Sep
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Blüten
Blattformdreizählig
Blütenfarberosa, rot
Fundortefeuchte Wiesen, Wegränder, Waldlichtungen
Verwechslungs­gefahrkeine bekannt
Giftigkeitungiftig
Besondere InhaltsstoffeAsparagin, Cumarine, Flavonoide, Glykoside, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phytohormone, Salicin, Vitamin B1, Vitamin B3, Vitamin C
Eigenschaftenblutreinigend, entzündungs­­hemmend, harntreibend, krampflösend
Hilft beiAugenleiden, Bronchitis, Brustentzündung, Halsschmerzen, hoher Cholesterinspiegel, Husten, Knochenschwund, Leberschwäche, Menstruationsbeschwerden, Prostatabeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Weißfluss, Zahnfleischbluten

Anwendungen

Traditionell ist Klee ein Glückssymbol, besonders vierblättriger Klee soll Glück schenken. Meist hat er jedoch nur drei Blätter, in ihnen sahen die Menschen früher die drei Aspekte der dreifaltigen Göttin oder später dann des dreifaltigen Gottes.

Die Heilkräfte des Rotklees stecken vor allem in den dicken, runden Blütenköpfen, welche auch gern von Hummeln und Schmetterlingen besucht werden. Als Nahrungsmittel sind nicht nur die Blüten, sondern auch die Blätter geeignet.

In der Ernährung

Kleeblüten passen sowohl zu süßen als auch zu pikanten Speisen. Sie werden zum Würzen und zur Dekoration über Gemüsegerichte, Salate und Süßspeisen gestreut und auch pur verzehrt. Besonders fein schmecken die rötlichen Blüten, wenn sie vom grünen Blütenmantel abgezupft werden.. Sie können auch zu Sirup und Gelee verarbeitet werden.

Junge Blätter eignen sich für Salate, Kräuterspeisen, Suppen und grüne Smoothies.Eine besondere Delikatesse sind Rotkleeblüten und Kleeblätter mit einem Schokoladenüberzug. Sie werden genauso zubereitet wie bei diesem Rezept für Gundermann-Schokoblättchen.

Rotklee-Pesto

Für dieses einfache und etwas ausgefallene Rezept mit Rotklee benötigst du:

  • 50 g frische Rotkleeblätter und -blüten
  • 50 ml Olivenöl
  • 25 g Buchweizen oder Sonnenblumenkerne
  • ½ TL Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer

Die Zubereitung des Rotkleepestos ist ganz leicht:

  1. Rotklee wenn nötig säubern, aber möglichst nicht waschen
  2. Zusammen mit Olivenöl, Salz und Zitronensaft mit einem Mixer oder Pürierstab zerkleinern
  3. Buchweizen oder Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten
  4. Zu dem Rotklee-Gemisch geben und nochmals durchmixen, so dass die Kerne leicht zerkleinert werden

Dieses Pesto passt zu Nudelgerichten und kann auch als herzhafter Brotaufstrich genossen werden.

Heilende Anwendungen

Im Rotklee sind pflanzliche Hormone, sogenannte Phytohormone, enthalten. Diese ähneln dem menschlichen Hormon Östrogen und heißen daher auch Phytoöstrogene. Sie können unseren Hormonspiegel ausgleichen und helfen deshalb sowohl bei Östrogenmangel als auch bei einem Östrogenüberschuss.

Auf diese Weise unterstützt Rotklee die Linderung von Hitzewallungen und anderen Wechseljahresbeschwerden, reguliert den Menstruationszyklus und wirkt Regelbeschwerden entgegen. Darüber hinaus schützen Phytohormone die Zellen und können dadurch die Wahrscheinlichkeit mindern, an hormonabhängigem Krebs zu erkranken. Auch einem Knochenabbau in fortgeschrittenem Alter beugen sie vor.

Zur gezielten Anwendung von Rotklee gibt es mittlerweile viele Nahrungsergänzungsmittel im Handel. Du kannst ihn aber genauso gut regelmäßig in deinen Speiseplan einbauen und als Tee trinken. In getrockneter Form sind die feinen Blüten das ganze Jahr über nutzbar.

Frischer Rotklee lindert schmerzende und juckende Insektenstiche. Dazu wird der Klee gequetscht und auf den Stich gelegt.

Tinktur

Eine Tinktur mit Rotkleeblüten wird zeitgleich innerlich und äußerlich bei Psoriasis (Schuppenflechte), Ekzemen der Haut, entzündeten Gelenken und Rheuma angewendet.

Eine Tinktur mit Rotklee ist leicht hergestellt und kann bei vielen Frauenleiden, Erkältungen und Hautkrankheiten helfen.

Tee

Bei Bronchialleiden, Husten, Schlafbeschwerden, zu hohen Cholesterinwerten, Weißfluss und Augenleiden wird ein Tee aus Rotkleeblüten eingenommen. Er wirkt blutreinigend, stimulierend und entzündungshemmend. Zur Stärkung nach längerer Krankheit wird er als Kur über vier Wochen täglich getrunken. Die Teekur erhöht außerdem das Wohlbefinden und wirkt ausgleichend bei depressiven Verstimmungen, was Rotklee zu einem guten Begleiter in Krisenzeiten macht. Rotkleeblütentee reduziert darüber hinaus die Gefahr von Prostata-Erkrankungen und hilft bei Leberschwäche.

Für den Tee vier Teelöffel getrocknete oder sechs Teelöffel frische Blüten mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen.

In dem Tee getränkte Umschläge sollen bei Brustentzündung helfen. Zur Unterstützung der Heilung von Halsschmerzen und wundem Zahnfleisch wird Rotkleetee zum Gurgeln verwendet.

Rotklee-Öl und Rotklee-Salbe

Die Isoflavone des Rotklees kannst du für die Hautpflege verwenden. Ein Ölauszug mit Rotkleeblüten ist sehr leicht herzustellen und mit nur wenigen zusätzlichen Zutaten kannst du damit deine eigene Rotkleesalbe herstellen.

Rotklee wächst auf jeder Wiese, aber wusstest du das diese Heilpflanze auch bei Wechseljahresbeschwerden hilft?

Bäder

Zur Linderung von vaginalem Juckreiz, Weißfluss und auch bei Neurodermitis im Genitalbereich sind Sitzbäder oder auch vaginale Spülungen mit Rotkleeblüten-Aufguss hilfreich.

Anwendungen im Garten

Rotklee reichert Stickstoff im Boden an und gilt als sehr guter Bodenverbesserer. Er ist als Vorfrucht und zur Gründüngung geeignet.

Körperpflege mit Rotklee

Cremes und Salben mit Rotklee wirken der Hauthalterung entgegen. Rotkleeblüten erhöhen die Wasserspeicherkapazität der Hautzellen, was zur Minderung von Falten führt. Wenn du diese Eigenschaften nutzen möchtest, kannst du sehr leicht dein eigenes Rotkleeöl oder eine Creme herstellen. Gehe dabei vor wie in diesem Rezept für Waldmeister-Creme.

Erkennung und Sammeltipps

Der Rotklee ist weit verbreitet und wird in vielen Kulturen als Glücksbringer betrachtet. Seine wirklich liegt aber in seinen vielen gesunden Inhaltsstoffen
Rotklee ist auf feuchten Wiesen, an Wegesrändern und auf Waldlichtungen zu finden. Er wird bis zu 30 cm groß.

  • Die Stängel sind oft rot überlaufen und weißlich behaart
  • Am Ende des Stängels steht ein einzelnes Kleeblatt
  • Das Kleeblatt besteht aus drei Einzelblättern, in der Mitte befindet sich ein heller Fleck
  • Ebenso endständig auf den Stängeln sitzen die runden, pink bis violett gefärbten Blütenköpfe mit zahlreichen, länglichen Einzelblüten

Weißer Klee (Triofolium repens) kann genauso verwendet werden.

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