Sonnenblume
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Die ursprünglich aus Amerika stammende Sonnenblume wurde im 16. Jahrhundert von Seefahrern nach Europa gebracht. Bereits kurze Zeit später entdeckte man die Verwendungsmöglichkeit der Kerne in Backwaren und die Blume war schnell in jedem Bauerngarten zu finden. Heutzutage steht sie als Zierpflanze immer noch in vielen Gärten. Die zahlreichen Heilkräfte der Sonnenblume sind jedoch nur Wenigen bekannt.

Steckbrief

Lateinischer Name Helianthus annuus
Andere Namen Gottesauge, Goldblume, Sonnenkrone, Sonnenrose, Sonnenstern, Indianische Sonne
Familie Korbblütler (Asteraceae)
Erntemonate Jul-Okt
Verwendbare Pflanzenteile Blüten, Samen, Stiele, Triebe
Blattform herzförmig
Blütenfarbe gelb
Fundorte Gärten, Felder, Parks
Giftigkeit ungiftig
Besondere Inhaltsstoffe Anthocyane, Betain, Cholin, Eiweiß, Flavonoide, Gerbstoffe, Mineralstoffe, Pektin, Saponine, ungesättigte Fettsäuren, Vitamine
Eigenschaften antibakteriell, antioxidativ, entgiftend, immunstärkend, nervenstärkend
Hilft bei Erkältung, Husten, Schnupfen, Zahnfleischbluten, Zahnfleischentzündungen

Anwendungen

Im Spätsommer ist die Sonnenblume, mit ihren zahlreichen Röhrenblüten für viele Insekten eine beliebte Futterpflanze. Im Winter finden Vögel an den ausgereiften Blüten Nahrung in Form der fettreichen Kerne.

Auch wir Menschen nutzen die Sonnenblumenkerne schon seit Jahrhunderten für die Ernährung. Die wenigsten wissen, dass auch alle anderen Pflanzenteile sowohl gegessen, als auch für die Gesundheit verwendet werden können.

In der Ernährung

Der gesamte oberirdische Teil der Sonnenblume kann verzehrt werden. Insbesondere die Kerne spielen für die Ernährung eine große Rolle. Sie können pur gegessen, über Salate, Müsli und andere Speisen gegeben oder in Backwaren oder Aufstriche gemischt werden. Im 17. Jahrhundert war es auch üblich, sie geröstet als Ersatz für Kaffee oder Trinkschokolade zu verwenden.

Besser noch als die Sonnenblumenkerne pur zu verarbeiten ist es, aus ihnen Sprossen zu ziehen. Während des Aufkeimens bilden sich komplexe Nährstoffe und Enzyme, die den Keimling noch wertvoller machen als die bloßen Samen. Sonnenblumenkeimlinge lassen sich ganz einfach zu Hause ziehen und frisch verwenden.

Die Sonnenblume ist wegen ihres hohen Wuchses und der großen Blüten eine beliebte Zierpflanze in Gärten. Aber auch für Ernährung und Gesundheit kann sie vielseitig verwendet werden.

Das aus den Kernen gewonnene Sonnenblumenöl ist aufgrund seines hohen Gehalts an mehrfach ungesättigten Fettsäuren besonders wertvoll für die Ernährung. Neben der Verwendung in der Küche, wird Sonnenblumenöl auch in der Medizin und Pharmazie genutzt.

Die hübschen, gelben Blütenblätter können zu Salaten gegeben oder als Dekoration genutzt werden.

Der Blütenboden der Sonnenblume ist ebenfalls essbar. Während der Blütezeit geerntet kann er wie eine Artischocke zubereitet werden.

Die Stängel können bis zur Blüte ebenfalls verwendet und zum Beispiel als Spargel-Ersatz verarbeitet werden. Nach der Blüte werden die Stiele holzig und sollten daher nicht mehr verzehrt werden.

Heilende Anwendungen

Als Heilpflanze ist die Sonnenblume weniger bekannt. Für die Gesundheit sind hauptsächlich die Kerne und das daraus gewonnene Öl von Bedeutung. Bereits 100 Gramm der Kerne können den Tagesbedarf an einigen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen decken.

Der hohe Gehalt an Vitamin E schützt die Körperzellen vor schädlichen Einflüssen und fördert die Wundheilung. Wird Sonnenblumenöl zur Hautpflege eingesetzt kann das Vitamin E direkt von der Haut aufgenommen werden und dort seine antioxidative Wirkung entfalten.

Sonnenblumenöl ist außerdem bestens zum Ölziehen geeignet. Es bindet Bakterien, Krankheitserreger und Schadstoffe und kann auf diese Weise Zahnfleischentzündungen und -bluten lindern. Zudem wird die Immunkraft der Mundschleimhäute verbessert und langanhaltend Zahnfleischproblemen vorgebeugt.

Tee

Einen heilenden Teeaufguss kann man sowohl mit den gelben Blütenblättern, als auch mit den Kernen zubereiten.

So bereitest du einen Tee aus den Kernen zu:

  1. Einen Teelöffel geröstete Kerne zerkleinern, am besten so fein wie möglich.
  2. Kerne in 250 ml kochendes Wasser geben und etwa fünf Minuten weiter kochen lassen.
  3. Durch einen Teefilter in eine Tasse abseihen und warm genießen.

Bei Erkältung, Husten, Bronchitis und Keuchhusten können zwei bis drei Tassen Sonnenblumenkerntee über den Tag verteilt getrunken werden.

Für einen Sonnenblumenblütentee wird ein Esslöffel der Blütenblätter mit 250 Milliliter kochendem Wasser überbrüht und nach etwa fünf bis acht Minuten Ziehzeit abgeseiht.

Der Tee kann bei sommerlichen Infekten und Schnupfen Linderung verschaffen und das Wohlbefinden und die Konzentration verbessern, sowie das Immunsystem stärken. Die Blütenblätter der Sonnenblume sind als Schmuckdroge außerdem eine beliebte Zugabe in Teemischungen.

Die Sonnenblume ist wegen ihres hohen Wuchses und der großen Blüten eine beliebte Zierpflanze in Gärten. Aber auch für Ernährung und Gesundheit kann sie vielseitig verwendet werden.

Tinktur

Die gelben Blütenblätter der Sonnenblume lassen sich zu einer immunstärkenden Tinktur verarbeiteten. Sie lindert sommerliche Infekte, leichtes Fieber und Schnupfen. Ernte die Blütenblätter am besten an einem sonnigen Tag, nachdem die Blüte vollständig aufgeblüht ist.

Für die Sonnenblumenblüten-Tinktur benötigst du:

  • frische oder getrocknete Blütenblätter
  • Alkohol mit ca 40 % Vol. wie Wodka oder Doppelkorn
  • Schraubglas oder Apothekerflasche zum Reifen der Tinktur
  • Mullwindel, Kaffee- oder Teefilter zum Abseihen
  • Tropfflaschen oder Pipettenflaschen aus Braunglas

So gehst du vor:

  1. Blütenblätter grob zerkleinern und in das Schraubglas geben.
  2. Mit Alkohol auffüllen, bis alle Blätter vollständig bedeckt sind.
  3. Glas verschließen und bei Zimmertemperatur an einem vor Sonneneinstrahlung geschützten Ort für drei bis vier Wochen ziehen lassen. Ab und zu sanft schütteln.
  4. Abseihen und zur Aufbewahrung in Braunglasflaschen abfüllen.

Die fertige Tinktur ist dunkel gelagert mindestens sechs Monate lang haltbar. Bei Bedarf können bis zu dreimal täglich 20 Tropfen verdünnt mit Tee oder Wasser eingenommen werden.

Die Sonnenblume ist wegen ihres hohen Wuchses und der großen Blüten eine beliebte Zierpflanze in Gärten. Aber auch für Ernährung und Gesundheit kann sie vielseitig verwendet werden.

Erkennung und Sammeltipps

Die Sonnenblume ist wegen ihres hohen Wuchses und der großen Blüten eine beliebte Zierpflanze in Gärten. Aber auch für Ernährung und Gesundheit kann sie vielseitig verwendet werden.

Die Sonnenblume ist eine einjährige Pflanze mit einer Wuchshöhe von meist ein bis zwei Metern, selten höher als drei Meter. Die gleiche Länge können auch die Wurzeln erreichen. An ihren typischen Blüten und Blättern ist sie leicht zu erkennen:

  • Die breit herzförmigen Blätter sind an den Rändern gesägt.
  • Sie sind in der Regel gegenständig angeordnet.
  • Der grüne Stängel ist rauhaarig.
  • Oben am Stängel bilden sich meist ein bis zwei Blüten, manchmal ist der Stiel auch einfach verzweigt mit je einer Blüte.
  • Die Blütezeit ist von Ende Juli bis September.
  • Die Blütenköpfe haben am Rand meist gelbe Zungenblüten und in der Mitte gelbe oder braune Röhrenblüten.
  • Ein Blütenkopf kann aus bis zu 15.000 einzelnen Blüten bestehen.
  • Die Fruchtreife setzt ab September ein, wenn die Blüten verwelkt sind.
  • Die Sonnenblumenkerne sind je nach Sorte bräunlich, schwarz oder gestreift.

Anbautipps

Die Sonnenblume benötigt viel Platz und sollte in einem Abstand von mindestens 30 Zentimetern ausgesät werden. Die Aussaat kann ab Mai direkt ins Freiland erfolgen oder ab April in Anzuchttöpfchen im Haus. Es ist auch möglich die Pflanze im Topf auf den Balkon oder die Terrasse zu stellen, allerdings bleibt ihr Wuchs dann häufig sehr klein.

Nährstoffreicher Boden und regelmäßiges Düngen ist für einen starken Wuchs von großer Bedeutung. Da die Sonnenblume dem Boden sehr stark die Nährstoffe entzieht, empfiehlt es sich die Pflanze keine zwei Jahre hintereinander am selben Ort zu säen. Viel Wasser und Sonnenlicht sind ebenfalls wichtig, damit sie sich wohl fühlt. Mit einem sonnigen Standort und täglichem Bewässern gedeiht sie am besten.

Bei einem starken Wuchs und an sehr windigen Standorten empfiehlt es sich den Stängel der Pflanze an einer Stütze zu fixieren, um sie vor dem Umknicken zu schützen.

Sobald die Pflanze verwelkt ist, können die Blütenköpfe abgetrennt und als Vogelfutter oder Saatgut für das folgende Jahr verwendet werden.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!