Himbeere

Die süßen Himbeeren sind köstlich und schnell verzehrt. Wusstest du aber auch, dass ihr Früchte und Blätter sehr wertvoll und heilsam sind?

Die Himbeere (Rubus idaeus) gehört zu den ältesten Kulturfrüchten Europas. Archäologische Funde zeigen, dass sie bereits in der Steinzeit ein beliebter Strauch war. Wild wächst sie häufig an Weges- und Waldrändern. Sowohl Früchte als auch Blätter werden als Nahrungsmittel und zu Heilzwecken verwendet. Himbeerblätter sind vorwiegend in der Frauenheilkunde bekannt, bieten aber auch zahlreiche weitere Anwendungsmöglichkeiten.

Herkunft, Geschichte und kulturelle Bedeutung

Die Himbeere stammt ursprünglich aus Europa und Nordasien, und wild wachsende Formen findet man noch heute in gemäßigten und borealen Regionen.

Schon in der Altsteinzeit sammelten die Menschen wild wachsende Himbeeren. Erste schriftliche Überlieferungen auf ihre Nutzung stammen aus der Antike: Der griechische Arzt Krateuas (um 100 v. Chr.) erwähnte eine Pflanze „Idaeus“, was vermutlich unsere Himbeere war. Im Römischen Reich wurde sie ab dem 4. Jahrhundert systematisch kultiviert. Eine Praxis, die sich im Mittelalter in ganz Europa verbreitete.

In der Ernährung

Himbeeren sind in vielerlei Hinsicht wertvolle Früchte: Sie sind saftig, aromatisch und dabei relativ kalorienarm. Der Wasseranteil liegt hoch, und gleichzeitig liefern sie wertvolle Inhaltsstoffe, unter anderem Vitamin C und Vitamin E, sowie B‑Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium, Eisen, Magnesium und Calcium.1 Die enthaltenen Ballaststoffe unterstützen die Verdauung und können helfen, das Sättigungsgefühl zu fördern. Ideal, wenn du etwa auf dein Gewicht achtest oder eine vollwertige Ernährung anstrebst.

Meistens werden die Früchte zur Haltbarmachung eingefroren oder zu Marmelade verarbeitet. Zum Einkochen, Einlegen in Essig oder zum Trocknen lassen sie sich ebenfalls verwenden. Beachte beim Trocknen, dass die Beeren aus vielen kleinen Einzelfrüchten bestehen, was die Trocknungsdauer im Vergleich zu anderen Obstsorten erhöht. Um Himbeeren ohne Schimmelgefahr und bei niedrigem Energieaufwand zu trocknen, verwende ich am liebsten einen Dörrapparat. Mithilfe eines Geräts mit Temperaturregelung erhältst du Trockenfrüchte mit hohem Vitalstoffgehalt in Rohkostqualität. Die getrockneten Früchte sind mindestens ein Jahr haltbar. Ich nutze sie als Zugabe für Wildkräuter-Müslis und Wildpflanzen-Fruchtriegel.

Die süßen Himbeeren sind köstlich und schnell verzehrt. Wusstest du aber auch, dass ihr Früchte und Blätter sehr wertvoll und heilsam sind?

Im Frühjahr lassen sich junge Himbeerblätter im Salat oder gemischt mit anderen Kräutern zu Wildkräuterspinat verarbeiten. Die jungen Blätter bereichern auch grüne Smoothies, während die älteren eine gute Basis für Hausteemischungen bilden.

Die rosa-weißen Blüten eignen sich als essbare Dekoration.

Himbeeressig

Zur Herstellung eines Himbeeressigs benötigst du frische Himbeeren und hellen Essig, z. B. Weißweinessig. Koche den Essig ab und gib, wenn er erkaltet ist, 100 g Himbeeren pro 300 ml Essig hinzu. Diese Mischung sollte fünf Tage lang durchziehen, bevor sie gesiebt und in Flaschen gefüllt wird.

Die süßen Himbeeren sind köstlich und schnell verzehrt. Wusstest du aber auch, dass ihr Früchte und Blätter sehr wertvoll und heilsam sind?

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Heilende Anwendungen

Die Himbeere gilt seit Langem nicht nur als schmackhafte Frucht, sondern auch als Heilpflanze.

Auf wissenschaftlicher Basis weiß man, dass Himbeeren viele Polyphenole, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, darunter Anthocyane, Ellagitannine und Flavonoide2. Diese wirken antioxidativ und können helfen, freie Radikale im Körper zu neutralisieren und damit Zellschäden vorzubeugen. Ansonsten liefern Himbeeren Ballaststoffe und Mikronährstoffe, die einen Beitrag zu einer gesunden Verdauung und Nährstoffversorgung leisten.3

Aus traditionellen, volksheilkundlichen Anwendungen sind Himbeerblätter bekannt: Trockene oder frische Blätter werden als Tee verwendet, etwa bei leichten Verdauungsbeschwerden, Durchfall oder zur Linderung von Entzündungen im Mund‑ und Rachenraum.

Dem Himbeerblättertee wird auch nachgesagt, dass er unterstützend bei Menstruationsbeschwerden wirken und die Gebärmutter sanft entspannen kann; teils wird er in der traditionellen Frauenheilkunde genannt, etwa zur Zyklusregulation oder zur Geburtsvorbereitung. Allerdings sind diese Wirkungen wissenschaftlich bislang nur unzureichend belegt.

Ebenso gelten Himbeeren und Himbeerblätter als leicht adstringierend (zusammenziehend), leicht entzündungshemmend und sollen die körpereigene Immunabwehr stärken, was sie zu einem guten Begleiter für ernährungsbewusste Menschen macht.

Als gefährlich gelten Himbeeren oder Himbeerblätter bei normaler Ernährung nicht. Dennoch: Wer Himbeerblättertee zur Geburtsvorbereitung nutzt, sollte besser eine Hebamme oder Ärztin hinzuziehen, da wissenschaftlicher Konsens fehlt.

Himbeerblättertee

Für einen Himbeerblättertee übergieße zwei Teelöffel der Blätter mit 250 ml Wasser und lasse das Ganze abgedeckt zehn Minuten ziehen.

Kosmetische Anwendungen, Haushalt und Garten

Die Inhaltsstoffe der Himbeere, insbesondere die Antioxidantien, Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe, machen sie auch für Hautpflege und einfache Hausmittel interessant. Zwar gibt es weniger moderne Studien, doch aus der traditionellen Nutzung kennt man Anwendungen wie sanfte Waschungen oder Aufgüsse aus Blättern bei Hautreizungen oder kleinen Wunden: Durch die enthaltenen Gerbstoffe wirken sie leicht adstringierend und können entzündungshemmend und beruhigend sein.

Erkennung und Sammeltipps

Die süßen Himbeeren sind köstlich und schnell verzehrt. Wusstest du aber auch, dass ihr Früchte und Blätter sehr wertvoll und heilsam sind?

Die bis zu zwei Meter hoch wachsenden Himbeersträucher stehen bevorzugt an Wegesrändern und in Hecken. Sie lassen sich an den folgenden Merkmalen gut erkennen:

  • Die Zweige wachsen zunächst aufrecht und biegen sich dann wieder in Richtung Boden.
  • Sie sind mit feinen, dünnen Stacheln versehen.
  • Die Blätter sind hellgrün und drei- bis siebenteilig gefiedert. Sie sind wechselständig angeordnet. An ihrer Unterseite zeigt sich ein weißer Flaum.
  • Zwischen Mai und August erscheinen die weißen, fünfzähligen Blüten in rispigen Blütenständen. Jede Blüte hat fünf Kelchblätter und fünf weiße Kronblätter.
  • Die rosa-roten Beeren bestehen aus vielen kleinen Einzelfrüchten.

Die Früchte sind botanisch keine echten Beeren, sondern sogenannte Sammelsteinfrüchte, bestehend aus vielen Einzelfrüchtchen (Drupelets), die dicht zusammensitzen. Beim Reifen werden sie je nach Sorte meist rubinrot, teils auch gelblich. Schwarze oder andere Farben gibt es eher selten.

Bedingungen für kultivierten Anbau

Die Himbeere lässt sich gut im Garten oder sogar im großen Kübel auf dem Balkon kultivieren. Sie bevorzugt einen Standort mit Sonne oder wenigstens hellem Halbschatten. Wichtig ist ein nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden. Ideal sind humoser, leicht saurer bis neutraler Boden, der mäßig feucht, aber nicht staunass ist.

Wenn du Himbeeren anbaust, solltest du bedenken, dass die Ruten überwiegend zweijährig sind: Im ersten Jahr bilden sie nur Blätter, im zweiten Jahr Blüten und Früchte, danach sterben sie ab. Deshalb ist eine regelmäßige Erneuerung wichtig, damit der Strauch über viele Jahre gesund bleibt und gut trägt.

Mit guter Pflege – also ausreichend Licht, regelmäßigem Gießen und gelegentlichem Düngen – kannst du über viele Jahre hinweg gute Ernten erzielen. Himbeeren sind relativ robust und eignen sich auch für Einsteiger im Garten. Manche Sorten bringen sogar über mehrere Monate Früchte, wenn du unterschiedliche Sorten mit Sommer‑ und Herbstfrüchte kombinierst.

  1. Kotula M., Kapusta-Duch J., Smolen S., Doskocil I., (2022) Phytochemical Composition of the Fruits and Leaves of Raspberries (Rubus idaeus L.)—Conventional vs. Organic and Those Wild Grown. Women in Food Science. ↩︎
  2. Kotula M., Kapusta-Duch J., Smolen S., Doskocil I., (2022) Phytochemical Composition of the Fruits and Leaves of Raspberries (Rubus idaeus L.)—Conventional vs. Organic and Those Wild Grown. Women in Food Science. ↩︎
  3. Nutritional and bioactive value of berries. (2011) Agricultural and Biological Sciences. ↩︎

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Sommergrüner Halbstrauch, gefiederte Blätter, weiße Blüten, rote Sammelsteinfrüchte (Himbeeren)
Lateinischer Name
Rubus idaeus
Andere Namen
Amber, Katzenbeere, Hintperi, Mollbeere, Himbelbeere, Hombeere, Haarbeere, Hohlbeere
Familie
Rosengewächse (Rosaceae)
Erntemonate
Apr - Sep
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Blüten, Früchte
Blattform
fiederteilig
Blütenfarbe
rosa, weiß
Fundorte
Wegränder, Hecken, Waldränder, Gärten
Verwechslungsgefahr
im jungen Stadium mit der ähnlich zu verwendenden Brombeere
Giftigkeit
ungiftig
Hinweise zur Giftigkeit
Himbeeren und Himbeerblätter sind allgemein als ungefährlich eingestuft
Warnungen
Den Himbeerblätter-Tee nicht zu Beginn der Schwangerschaft trinken, da er wehenfördernd ist.
Inhaltsstoffe
ätherische Öle, Eisen, Flavonoide, Fruchtsäuren, Gerbstoffe, Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C, Vitamin E (Tocopherol), Zink
Eigenschaften
antioxidativ, beruhigend, entzündungs­­hemmend, immunstärkend, verdauungsfördernd, wehentreibend, zusammenziehend
Hilft bei
Durchfall, Geburt, Immunschwäche, Menstruationsbeschwerden
Erkennung / Sammeltipps
Gefiederte Blätter mit 3–7 Blättchen, besetzte Sprossachsen mit feinen Stacheln, weiße Blüten Mai–August, reife rote Sammelsteinfrüchte ab Sommer — Früchte lassen sich bei Reife leicht abziehen
Anbau
Sonniger bis halbschattiger, gut durchlässiger, humoser Boden; regelmäßige Pflege und ggf. Düngung; Ruten einjährig ersetzen; geeignet für Garten und Balkonkübel

3 Kommentare
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  1. Kristine Schwarz

    Auch von mir vielen Dank für die vielen Tipps und Rezepte!
    Warum muß der Essig abgekocht werden, wenn ich daraus Himbeeressig machen will?
    Ich verwende immer BIO Condimento Italiano Bianco.
    Vielen Dank für eine Antwort!

    Antworten
    • Kostbare Natur
      Kostbare Natur

      Liebe Kristine,
      das Abkochen dient dazu, die Haltbarkeit zu steigern, sodass weniger Mikroorgamismen (insbesondere solche, die resistent gegen Essig sind) in den fertigen Essig gelangen. Es ist aber eher eine Vorsichtsmaßnahme und man kann es auch ohne Kochen ansetzen.
      Liebe Grüße

  2. Anita Maria

    Ich liebe eure Beiträge, sie sind sehr informativ und hilfreich – vielen herzlichen Dank für diese wertvollen Beiträge ❤️

    Antworten

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