Brunnenkresse
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Ursprünglich aus Eurasien stammend, ist die Brunnenkresse heute überall auf der Welt zu finden. Die ausdauernde Wasserpflanze ist für ihren scharfen Geschmack bekannt, welcher auf die enthaltenen Senfölglykoside zurückzuführen ist. Die Brunnenkresse, auch Bachsenf genannt, kann das ganze Jahr über gesammelt werden und wird in Europa und Nordamerika auch angebaut. Ihre Haupterntezeit ist jedoch im Frühling bis zum Beginn der Blüte und im Herbst ab September. Den Winter über können die vorhandenen Triebe in eisfreien Gewässern geerntet werden. Sie bevorzugt nährstoffreiche Fließgewässer, ist aber auch an Teichrändern und Quellen zu finden.

Steckbrief

Lateinischer Name Nasturtium officinale
Andere Namen Wasserkresse, Echte Brunnenkresse, Bachkresse, Bittersalat, Bachsenf, Bitterkresse, Weiße Kresse
Familie Kreuzblütler (Brassicaceae)
Erntemonate ganzjährig
Verwendbare Pflanzenteile Blätter, Triebe
Blütenfarbe weiß
Fundorte Klare Bäche, Quellen, Teichränder, Flüsse, Feuchtgebiete, Wassergräben, langsam fließendes, gleichmäßig temperiertes Wasser
Verwechslungs­gefahr Mit dem ähnlich zu verwendenden bitteren Schaumkraut
Giftigkeit ungiftig
Warnungen Bei übermäßigem Verzehr von Brunnenkresse können Magen- und Nierenreizungen vorkommen.
Besondere Inhaltsstoffe Arsen, ätherische Öle, Bitterstoffe, Eisen, Jod, Kalium, Senföle, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E (Tocopherol), Zink
Eigenschaften appetitanregend, blutreinigend, fiebersenkend, harntreibend, keimhemmend, menstruationsfördernd, schleimlösend, stimulierend, verdauungsfördernd
Hilft bei Appetitlosigkeit, Brandwunden, Bronchitis, Erkrankungen der Galle, Erkrankungen der Leber, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Gicht, Hautkrankheiten, Husten, Kropferkrankungen, Leberflecke, Menstruationsbeschwerden, Nervenschwäche, Rheuma, Schwäche, Stoffwechselstörungen, Verdauungsprobleme

Anwendungen

Brunnenkresse ist ein klassisches Kraut für die Frühjahrskur, da sie den Stoffwechsel und die Entgiftung anregt. Die Wasserpflanze wird überwiegend frisch verwendet, getrocknet verliert sie einen Großteil ihrer Wirkung.

In der Ernährung

Ebenso wie seine Verwandten, die Gartenkresse (Lepidium sativum) und die Kapuzinerkresse, schmeckt Brunnenkresse scharf-würzig und leicht bitter.

In Asien wird die gesamte Pflanze mitsamt Wurzeln als Gemüse gedämpft, in Zentraleuropa verwendet man vor allem die jungen Blätter.

Die einfachste, vielleicht aber auch köstlichste Zubereitung, ist Brunnenkresse auf frischem Butterbrot. Grüne Smoothies, Blatt- und Rohkostsalate, Basensuppen – all diese Speisen profitieren vom Geschmack der Brunnenkresse. Der Bachsenf verfeinert ebenso Kartoffelsalate, Eiergerichte und Saucen.

In anderen Speisen sollte die Brunnenkresse vorsichtig dosiert werden, denn ihr dominanter Geschmack kann leicht andere Aromen überdecken.

Roh gegessen oder als Pflanzenpresssaft getrunken, wirkt die Pflanze entgiftend. Man kann den Saft entweder selbst herstellen oder in Reformhäusern erwerben. Allerdings sollte er immer verdünnt angewendet werden, da er schleimhautreizend wirkt und es somit zu Verätzungen im Mund- und Halsbereich kommen kann.

Gemüsestifte mit Brunnenkresse-Dip

Aus frischer Brunnenkresse kannst du einen leckeren Dip zaubern, der zu Gemüse als Snack am Abend gereicht werden kann.

Dafür brauchst du:

  • 1 Handvoll Brunnenkresse
  • 250 g Gemüse (Karotten, Gurken, Zucchini, Paprika oder Stangensellerie)
  • Einen Becher Creme Fraiche
  • 2 EL Naturjoghurt
  • Pfeffer und Salz zum Würzen
  • Knoblauch nach Belieben

So geht’s:

  1. Gemüse und Brunnenkresse waschen.
  2. Gemüse in Stifte, Kresse in Streifen schneiden.
  3. Kresse, Creme Fraiche und Joghurt verrühren.
  4. Mit einer Prise Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Nach Belieben frischen Knoblauch fein hacken und hinzufügen.

Das bunte Gemüse in Gläsern anrichten und mit Kressedip zu frischem Baguette servieren.

Heilende Anwendungen

Brunnenkresse hat die Eigenschaft, wichtige Mineralien, unter anderem Jod, aus dem Wasser aufzunehmen und zu speichern. Daher kann die Pflanze bei Jodmangel öfter auf dem Speisezettel stehen. Früher wurde Brunnenkresse zur Behandlung von Kropferkrankungen verwendet.

Zudem ist der Bachsenf ein hochwertiger Vitamin-C-Lieferant und beugt Mangelerscheinungen vor. Stoffwechselprobleme, Husten und Fieber können durch den Genuss von Brunnenkresse gelindert werden. Wer an Rheuma oder Gicht erkrankt ist, profitiert von einer Anregung des Stoffwechsels durch den Verzehr von Brunnenkresse.

Tinktur

Die Tinktur wird bei den gleichen Beschwerden eingesetzt wie die frische Pflanze. Der Vorteil einer Tinktur ist die schnelle Verfügbarkeit, wenn keine Möglichkeit besteht, frische Pflanzen zu ernten.

Brunnenkresse-Tinktur wird wie folgt hergestellt:

  • Frische Brunnenkresse fein schneiden und in ein Schraubglas füllen.
  • Mit hochprozentigem Alkohol (mindestens 40 % Vol.) übergießen.
  • Drei Wochen ziehen lassen.
  • Abfiltern und in kleine Braunglasflaschen füllen.

Die Tinktur kann sowohl innerlich als auch äußerlich verwendet werden. Brunnenkresse-Tinktur sollte höchstens teelöffelweise eingenommen werden. Wem der Geschmack zu intensiv ist, der kann die Tinktur mit Wasser verdünnen.

Die Tinktur wird bei Sommersprossen und Altersflecken direkt auf die Haut getupft.

Tee

Tee aus Brunnenkresse wird aufgrund seines sehr speziellen Geschmacks eher selten angewendet. Eine starke Abkochung kann bei unreiner Haut, Sommersprossen und störenden Pigmentflecken für Waschungen verwendet werden. Die zu behandelnden Stellen hierfür mit einem Tuch, das in starken Tee getaucht wurde, sorgfältig abreiben.

Körperpflege mit Brunnenkresse

Bei Hautunreinheiten, Sommersprossen, Leber- und Altersflecken kann man eine Kur mit Brunnenkresse versuchen. Zerquetsche dafür das frische Kraut und lege das Mus auf die betroffenen Stellen. Fixiere das Ganze mit einem Tuch und lasse es bis zu fünf Stunden wirken.

Bei zweimaliger Anwendung täglich sollte nach spätesten zwei Wochen eine Verbesserung bemerkbar sein.

Alternativ kann auch abendliches Auftupfen mit Presssaft oder einer Brunnenkressen-Tinktur helfen.

Erkennung und Sammeltipps

Die Brunnenkresse ist ideal für entgiftende Frühjahrskuren und versorgt uns mit vielen wichtigen Mineralien und Vitaminen, wie Jod, Eisen und Vitamin C.

Die pikante Sumpf- und Wasserpflanze ist ausdauernd und kann dichte Rasen bilden. An ihren dickfleischigen Blättern und ihren besonderen Standortvorkommen ist sie leicht zu erkennen.

  • Brunnenkresse besitzt niederliegende, 10 bis 90 cm lange Stängel.
  • Die Blätter sind dunkelgrün, fleischig und kahl.
  • Die gefiederten Blätter sind rund bis elliptisch, Endblättchen meist größer.
  • Die weißen Blüten haben gelbe Staubbeutel.
  • Der Stängel ist hohl.
  • Die länglichen Schoten besitzen Samenreihen.
  • Die Pflanze riecht und schmeckt scharf.

Verwechselt wird Brunnenkresse oft mit dem bitteren Schaumkraut (Cardamine amara), das keinen hohlen, sondern einen markigen Stängel und violette Staubbeutel besitzt. Inhaltsstoffe und Geschmack der beiden Pflanzen sind recht ähnlich, was eine Verwechslung unbedenklich macht.

In der Nähe von Weiden sollte Brunnenkresse nicht gesammelt werden, da eine Verunreinigung mit den Larven des großen Leberegels nicht ausgeschlossen werden kann. Grundsätzlich sollte wild gesammelte Brunnenkresse vor dem Verzehr gut gewaschen werden, um eine Infizierung mit dem Leberegel zu vermeiden.

Anbautipps

Der Bestand der Brunnenkresse ist rückläufig, weil es immer weniger naturbelassene, saubere Bäche gibt und zudem manche Sammler ganze Bestände mitsamt der Wurzel ausreißen. Daher empfiehlt es sich, Brunnenkresse selbst anzubauen.

Wer in seinem Garten einen Wasserlauf oder ein Wasserbecken besitzt, kann versuchen, die Brunnenkresse bei sich anzusiedeln.

Brunnenkresse hat es gern schattig bis halbschattig und ist auf kühles, sauerstoffreiches Wasser angewiesen. Deshalb muss bei stehenden Gefäßen spätestens alle zwei Tage das Wasser gewechselt werden, Gartenteiche können mit einem Teichbelüfter mit Sauerstoff versorgt werden.

Es ist möglich, die Samen der Brunnenkresse ab Mai in einem Sandgemisch vorzuziehen und sie danach an den gewünschten Ort zu versetzen. Sehr gut eignet sich auch die Stecklingsaufzucht. Hierfür werden fünf bis sieben Zentimeter lange Triebe der Mutterpflanze abgeschnitten und direkt in magere Erde gesteckt.

Ist die Brunnenkresse angewachsen, kann schon im selben Jahr geerntet werden.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!