Portulak
Portulak wird hauptsächlich in der Küche verwendet. Seine saftig-knackigen Blätter erfrischen nicht nur den Gaumen, sondern bringen auch eine geballte Ladung gesunder Inhaltsstoffe mit. Ob als Salatgemüse, Heilkraut oder Bodenverbesserer im Garten: Portulak ist ein echtes Multitalent, das wieder mehr Beachtung verdient.
In der Ernährung
Portulak ist eine wahre Delikatesse. Die jungen Triebe und Blätter kannst du roh essen, etwa in Salaten, in grünen Smoothies oder auf einem Butterbrot. Er hat einen mild-säuerlichen, leicht nussigen Geschmack, der an Zitronenmelisse erinnert. Auch gedämpft wie Spinat oder als Zutat in Suppen macht er eine gute Figur. Die Blütenknospen können wie Kapern zubereitet werden.
Ältere Blätter eignen sich aufgrund ihres bitteren Geschmacks weniger für den Verzehr. Haltbar machen kannst du das Wildkraut durch Einlegen in Salz und Essig – zum Trocknen eignet er sich weniger.
Besonders überzeugt der Portulak durch seinen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren – eine Seltenheit unter Gemüsepflanzen. Hinzu kommen Vitamin C, A und E, Eisen, Kalium, Magnesium und sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide.1
Holländischer Portulak
Portulak kann roh in Salaten gegessen oder nach holländischer Art als Gemüse gedünstet werden. Portulak-Gemüse ist ein leichtes Sommergericht und lässt sich einfach selbst zubereiten. Du nutzt damit saisonale, regionale Wildpflanzen. Das zarte Blattgemüse schmeckt mild würzig und bringt Abwechslung auf den Teller. Es ist eine frische Alternative zu Spinat.

Heilende Anwendungen
In der Volksmedizin gilt Portulak als kühlendes, reinigendes Kraut. Seine antioxidativen Inhaltsstoffe helfen dem Körper, freie Radikale zu bekämpfen.2
Eine klinische Studie deutet darauf hin, dass die enthaltenen Schleimstoffe beruhigend auf Magen und Darm,3 sowie bei Reizhusten und Halsentzündungen wirken.4
Seine harntreibende Wirkung – dank des Kaliums – kann die Nierenfunktion unterstützen.5
Studien belegen auch, dass Portulak entzündungshemmende 6 und leicht blutzuckersenkende Eigenschaften hat.7 Verantwortlich dafür sind unter anderem Omega-3-Fettsäuren, Flavonoide und Alkaloide.
Äußerlich wird er traditionell gegen Insektenstiche, leichte Verbrennungen und Hautunreinheiten angewendet.
Vorsicht: Trotz seiner reinigenden Eigenschaften sollten Menschen mit Nierenproblemen Portulak nur in Maßen genießen. Die enthaltene Oxalsäure kann die Bildung von Nierensteinen begünstigen. Um den Oxalsäuregehalt zu senken, empfiehlt es sich, ältere Blätter zu meiden oder das Kraut kurz zu blanchieren.8 Auch in der Schwangerschaft ist ein maßvoller Genuss ratsam, da die wissenschaftliche Datenlage zu den enthaltenen Alkaloiden für diese sensible Phase noch nicht abschließend gesichert ist.
Erkennung und Sammeltipps

Portulak, auch Burzelkraut genannt, kann wild 10 bis 30 Zentimeter groß werden. Angebaut erreicht er auch eine Wuchshöhe von bis zu 40 Zentimeter. Die krautig wachsende Pflanze besitzt an der Basis dickfleischige Stängel, die sich liegend, aber auch teilweise nach oben reckend, weiter verzweigen.
Portulak kommt als Pionierpflanze in Gärten, auf Äckern, Wegen und Pflasterritzen vor und bevorzugt warme, sandige Standorte.
- Portulak entwickelt dickfleischige Blätter und Stängel.
- Die Blätter sind ein bis drei Zentimeter lang und bis eineinhalb Zentimeter breit.
- Sie sind wechsel- bis gegenständig angeordnet und haben eine spatelige Form.
- Er bildet eine oder mehrere gelbe Blüten aus.
- Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober.
- Die Frucht sind Kapseln mit bis zu 200.000 Samen.
- Die Pflanze schmeckt würzig bis säuerlich.
Portulak wird oft mit Postelein verwechselt, der auch als Winterportulak bezeichnet wird. Er ist genauso essbar, aber viel kälteresistenter, weniger dickfleischig und wächst nicht verzweigt wie Portulak.
Anbautipps
Portulak kann man leicht durch Samen vermehren. Er liebt nährstoffreiche, aufgelockerte Sand-, aber auch Lehmböden und keimt ab einer Temperatur von 25 °C. Bereits vier Wochen nach der Aussaat kann man ihn ernten. Man sollte stets die jungen Triebe verarbeiten, da ältere Blätter bitter schmecken.
- Nährwertrechner. Zuletzt aufgerufen 04.11.2025. ↩︎
- Ghorani, V., Saadat, S., Khazdair, M. R., Gholamnezhad, Z., El-Seedi, H. & Boskabady, M. H. (2023). Phytochemical Characteristics and Anti‐Inflammatory, Immunoregulatory, and Antioxidant Effects of Portulaca oleracea L.: A Comprehensive Review. Evidence-based Complementary And Alternative Medicine, 2023(1), 2075444. ↩︎
- Jalali, J. & Rahbardar, M. G. (2023). Ameliorative effects of Portulaca oleracea L. (purslane) and its active constituents on nervous system disorders: A review. pmc.ncbi.nlm.nih.gov. ↩︎
- Khazdair, M. R., Saadat, S., Aslani, M. R., Shakeri, F. & Boskabady, M. H. (2021). Experimental and clinical studies on the effects of Portulaca oleracea L. and its constituents on respiratory, allergic, and immunologic disorders, a review. Phytotherapy Research, 35(12), 6813–6842. ↩︎
- Zhou, Y., Xin, H., Rahman, K., Wang, S., Peng, C. & Zhang, H. (2015). Portulaca oleraceaL.: A Review of Phytochemistry and Pharmacological Effects. BioMed Research International, 2015, 1–11. ↩︎
- Damavandi R. D. et. al., Effect of portulaca oleracea (purslane) extract on inflammatory factors in nonalcoholic fatty liver disease: A randomized, double-blind clinical trial. Journal of Functional Foods, 2023. ↩︎
- El-Sayed M-I K. Effects of Portulaca oleracea L. seeds in treatment of type-2 diabetes mellitus patients as adjunctive and alternative therapy Journal of Ethnopharmacology, 2011. ↩︎
- Moreau, I., et al. (2011). Oxalate content of raw and cooked purslane.” Journal of Food Composition and Analysis ↩︎
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Flach wachsende, saftige Pflanze mit ovalen Blättern und kleinen gelben Blüten
- Lateinischer Name
- Portulaca oleracea
- Andere Namen
- Gemüse-Portulak, Sommerportulak, Burzelkraut, Kreusel, Bürzelkohl, Tellerkraut
- Familie
- Portulakgewächse (Portulacaceae)
- Erntemonate
- Mai - Sep
- Verwendbare Pflanzenteile
- Blätter, Blüten, Triebe
- Blattform
- oval, spatelig
- Blütenfarbe
- gelb
- Fundorte
- Wegränder, Gärten, Brachflächen, Gemüsebeete
- Verwechslungsgefahr
- mit dem Postelein (Winterportulak)
- Giftigkeit
- ungiftig
- Hinweise zur Giftigkeit
- hoher Oxalsäuregehalt bei empfindlichen Personen problematisch
- Warnungen
- Bei Nierenproblemen und Schwangerschaft besser meiden.
- Inhaltsstoffe
- Cumarine, Eisen, Flavonoide, Kalium, Kalzium, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Oxalsäure, Schleimstoffe, Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C, Vitamin E (Tocopherol), Zink
- Eigenschaften
- antibakteriell, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend, kühlend, verdauungsfördernd
- Hilft bei
- Hautentzündung, Hautprobleme, Insektenstiche, Verdauungsprobleme














Sehr genau und ausführlich