Knoblauchsrauke

Knoblauchsrauke wird seit über 5000 Jahren genutzt. Auch heute ist es als würziges doch mildes Küchenkraut beliebt und kann zur Entgiftung verwendet werden.

Als Heilpflanze wird Knoblauchsrauke heute kaum mehr genutzt, was daran liegen mag, dass andere Wildpflanzen heilkräftiger sind. Doch Menschen sind unterschiedlich und nicht jeder braucht die gleiche Medizin. Wenn dir Knoblauchsrauke häufiger über den Weg “wächst”, ist sie vielleicht genau das richtige Heilkraut für dich.

Für viele Insekten, darunter auch Schmetterlingsraupen und Bienen, ist Knoblauchsrauke eine wichtige Futterquelle.

In der Ernährung

Knoblauchsrauke ist ein gesundes, mildes und doch sehr würziges Küchenkraut. Wie der Name schon sagt, besitzt sie ein leichtes Knoblaucharoma. Sie ist ein toller Knoblauchersatz für Menschen, die Knoblauch und Bärlauch nicht vertragen.

Die ganze Pflanze ist essbar. Für Salate, Kräuterquark, Pesto, Kräuter-Brotaufstriche, Suppen und Saucen werden Blätter und Triebe verwendet. Viele Rezepte schmecken mit Knoblauchsrauke noch besser, darunter warmer Kartoffelsalat oder grüner Kartoffelstamp. Mit wenig Aufwand lässt sich das Aroma der Knoblauchsrauke auch zu einem Würzöl konzentrieren.

Knoblauchsrauke sollte roh verzehrt werden, da die Inhaltsstoffe, welche für den aromatischen knoblauch-pfeffrigen Geschmack verantwortlich sind, durch Kochen zerstört werden. Aus diesem Grund solltest du sie auch immer erst zum Ende des Kochvorgangs dazugeben. Knoblauchsrauke eignet sich auch prima für würzige Smoothies.

Die Blüten können als essbare Dekoration zu Salaten und anderen herzhaften Speisen gegeben werden.

Grüne, noch unreife Samenhülsen werden frisch als scharfes Gewürz zu Gemüsegerichten gemischt. Aus den ausgereiften schwarzen Samen der Knoblauchsrauke kann eine Art Senf hergestellt werden oder die Samen werden wie Pfeffer als Gewürz genutzt.

Geschmacklich erinnert die Wurzel an Meerrettich, sie kann fein gerieben als scharfes Gewürz verwendet werden. Jedoch wird die Wurzel nur nur von einjährigen Pflanzen geerntet.

Alle Teile der Knoblauchsrauke sollten nur frisch verwendet werden, da durch Trocknen die wertvollsten Inhaltsstoffe verloren gehen. Zur Haltbarmachung eignet sich Einfrieren oder das Herstellen eines Pesto.

Heilende Anwendungen

Das frische Kraut wirkt blutreinigend und harntreibend. Ebenso ist es schleimlösend und hat einen positiven Einfluss bei Asthma, Husten und Bronchitis.

Volksmedizinisch wurde es zur Entgiftung und als Wurmmittel eingesetzt.

Gequetschte Knoblauchsraukenblätter auf eitrigen Wunden und Insektenstichen wirken entzündungshemmend und desinfizierend.

Knoblauchsraukenessig

Für eine Frühjahrskur kannst du einen Essig mit Knoblauchsrauke herstellen, dieser entgiftet und gibt neue Kraft. Dazu wird die ganze Pflanze kurz vorm Blühen samt Wurzel geerntet und gut gesäubert. Die gesamte Pflanze in ein Glas geben und mit Bio-Apfelessig übergießen. Zwei Wochen ziehen lassen und dann abseihen. Als Kur kann der Essig dreimal täglich vier Teelöffel in einem Glas Wasser eingenommen werden.

Mehr Informationen und Rezepte für die Knoblauchsrauke und 35 andere Pflanzen findest du in unserem Buchtipp:

Erkennung und Sammeltipps

Knoblauchsrauke wird seit über 5000 Jahren genutzt. Auch heute ist es als würziges doch mildes Küchenkraut beliebt und kann zur Entgiftung verwendet werden.
Amédée Masclef [Public domain], via Wikimedia Commons

Häufig hat Knoblauchsrauke ein Areal für sich, wo sie sich dann auch üppig ausbreitet. Von ihren Wurzeln sondert sich ein Sekret ab, mit welchem sie andere Pflanzen fernhält. Knoblauchsrauke wächst in lichten Laubwäldern, Gärten, Parks und an Hecken und ist wie auch Brennnessel ein Stickstoffanzeiger.

  • Im ersten Jahr bildet sich eine grundständige Rosette mit rundlichen, gestielten Blättern
  • Im zweiten Jahr erhebt sich ein leicht kantiger Stiel mit eher dreieckigen Blättern
  • Die kleinen, weißen Blüten sitzen endständig und traubenartig am Stängel
  • Die Samen bilden sich in kleinen Schoten von etwa 5 cm Länge
  • Sie sind zunächst grün und zur Reife braun-schwarz
  • Knoblauchsrauke schießt schon im Mai in die Höhe und bildet Samen, welche dann im Sommer erneut austreiben
  • Sie wird zwischen 30-90 cm hoch

Wenn du die Blätter zwischen den Fingern verreibst, kannst du Knoblauchsrauke eindeutig am Knoblauchgeruch erkennen.

Steckbrief

Kurzbeschreibung
5000 Jahre alte Funde von Kochstätten haben gezeigt, dass Knoblauchsrauke schon damals als Gewürz- und wahrscheinlich auch Heilkraut verwendet wurde. Noch bis in die Neuzeit hinein war sie eine angesehene Gewürzpflanze, vor allem bei der armen Bevölkerung, welche sich keine Gewürze leisten konnte. Nachdem ihr einige Zeit kaum Beachtung geschenkt wurde, ist sie mittlerweile wieder populärer und wird von vielen Kräuterkennern als Würzkraut geschätzt.
Lateinischer Name
Alliaria petiolata
Andere Namen
Knoblauchskraut, Lauchkraut, Knoblauchhederich, Lauchhederich, Sommerknoblauch
Familie
Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Erntemonate
ganzjährig
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Blüten, Samen, Triebe, Wurzeln
Blattform
dreieckig, rundlich
Blütenfarbe
weiß
Fundorte
lichte Laubwälder, Heckenränder, Wegränder, Parks und Gärten
Verwechslungsgefahr
eventuell mit dem ebenfalls essbaren Gundermann
Giftigkeit
ungiftig
Inhaltsstoffe
ätherische Öle, Glykoside, Mineralsalze, Saponine, Senfölglykoside, Vitamin A, Vitamin C
Eigenschaften
blutreinigend, desinfizierend, entgiftend, entzündungs­­hemmend, harntreibend, schleimlösend, verdauungsanregend
Hilft bei
Asthma, Bronchitis, Frühjahrsmüdigkeit, Husten, Insektenstiche, Wunden, Würmer

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5 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Gundermann kann man auf gar keinen Fall mit der Knoblauchsrauke verwechseln, wie es im Kommentar steht. Weder Habtus noch Farbe.

    Antworten
    • Sollte Habitus werden

    • Ich dachte gerade noch beim Lesen “Aaach, Gundermann ist doch so eindeutig!”. Aber als ich die Bilder gesehen habe, dachte ich auch “Oh, stimmt, das wächst tatsächlich auch in meinem Garten u es erinnerte mich kurz an Gundermann” 😀 🙂

      Ich freu mich jetzt richtig, da morgen was von zu ernten 🙂 Wieder eine Pflanze mehr in meinem Wissensschatz, die ich fehlerfrei zuordnen kann 🙂

    • Tatsächlich sind die jungen Knoblachsraukenblätter, noch bevor sich die Kerze ausbildet, denen des Gundermans ähnlich, wenn auch oft größer.

    • Doch, sie sehen sich schon ähnlich. Jemand der sich auskennt, verwechselt die beiden Pflanzen auch nicht. Aber die bloße Erscheinung der runden Blätter der Knoblauchrauke, erinnert sehr an die runden Blätter des Gundermann.

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