Quendel – Wilder Thymian

Quendel, der wilde Bruder des Thymians, lässt sich in freier Natur sammeln und ist bei Husten und vielen andere Beschwerden ein wirksames Hilfsmittel.

Die Hauptanwendung des wilden Thymians liegen in der Linderung von Atemwegserkrankungen aber auch in der Küche kannst du ihn ähnlich wie das beliebte Küchenkraut einsetzen.

In der Ernährung

Die verdauungsfördernden Eigenschaften des Wilden Thymians machen schwere und fettige Speisen wie Fleischgerichte besser bekömmlich. Auch für deftige Eintöpfe und Suppen ist es ein passendes Küchenkraut.

Quendelbutter

Das aromatische Würzkraut lässt sich in der Küche vielseitig einsetzen. Probiere doch einmal dieses Rezept für Quendelbutter aus.

Du benötigst:

  • 250 g weiche Butter
  • 200 g Schalotten
  • 2 EL Puderzucker
  • 250 ml Portwein
  • 6 Zweige Quendel
  • 2 Messerspitzen abgeriebene Orangenschale

So bereitest du die Quendelbutter zu:

  1. Schalotten schälen und in sehr feine Würfel schneiden.
  2. Zwei esslöffel Butter in einer Pfanne erwärmen und die Schalotten darin andünsten.
  3. Puderzucker darüber geben und unter Rühren eine Minute weiterbraten.
  4. Mit dem Wein ablöschen und etwa 20 Minuten einkochen.
  5. Den wilden Thymian waschen, trocken schütteln, die Blätter abzupfen und fein hacken.
  6. Den Rest der weichen Butter mit den Schalotten, dem wilden Thymian und der Orangenschale gut verquirlen.
  7. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, auf eine Frischhaltefolie geben und mit dieser eine Rolle formen.
  8. Wickle die Butter mit der Folie ein und lasse sie in der Tiefkühltruhe etwa eine halbe Stunde, gegebenenfalls länger, fest werden.

Die Butter kann anschließend im Kühlschrank kühl gelagert werden. Die Butter passt zu allen Fleischgerichten oder auch zu Kürbisspalten oder Ofenkartoffeln.

Heilende Anwendungen

Quendel ist vor allem für die Linderung von Atemwegserkrankungen bekannt, dabei kann man mit ihm noch viele andere Beschwerden lindern.

Quendel-Hustensaft

Die antibakterielle und schleimlösende Wirkung des wilden Thymians kannst du bei Husten mit Hilfe eines selbst gemachten Hustensafts nutzen.

Thymian ist ein altbewährtes Heilmittel gegen Husten und Halsschmerzen. So einfach stellst du damit einen heilsamen Hustensaft her.

Quendel-Tee

Noch schneller als ein selbst gemachter Hustensaft ist ein frisch aufgebrühter Tee. Er hilft bei vielen Arten von Husten wie Reizhusten und Keuchhusten. Auch bei Asthma hat Quendel eine krampflösende Wirkung.

Bei Menstruationskrämpfen wirkt der Teeaufguss entkrampfend sowie regulierend.

Überbrühe einen Teelöffel des getrockneten Krautes mit 250 Milliliter kochendem Wasser und lasse es etwa fünf Minuten abgedeckt ziehen. Trinke davon zwei bis vier Tassen am Tag.

Äußerliche Anwendung von Quendel

Äußerlich kann man Quendel bei Prellungen, Quetschungen und allen Entzündungen der Haut verwenden. Dafür tränkt man ein Tuch in warmen Quendeltee und bereitet einen Umschlag damit.

Erkennung und Sammeltipps

Quendel, der wilde Bruder des Thymians, lässt sich in freier Natur sammeln und ist bei Husten und vielen andere Beschwerden ein wirksames Hilfsmittel.

Der bodenbedeckende, mehrjährige Halbstrauch kann bis zu zehn Zentimeter hoch werden und bevorzugt trockene sonnenexponierte Standorte, wo er oft teppichartig vorkommt.

  • Quendel bildet kleine ovale bis lineale Blätter aus.
  • Die Blätter sind immergrün und fallen im Winter nicht ab.
  • Die Blätter sind gegenständig am behaarten Stängel angeordnet.
  • Auch der Blattgrund ist bewimpert.
  • Quendel bildet unzählige, violette bis rosafarbene, trichterförmige Blüten.
  • Die Blütezeit ist von Juli bis September.
  • Die Pflanze verströmt einen würzig aromatischen Duft.

Quendel kann mit anderen Thymianarten verwechselt werden.

Man sammelt vom Quendel das blühende Kraut ohne die verholzten Teile. Die Blätter lassen sich das ganze Jahr über sammeln. Besonders aromatisch sind sie jedoch vor der Blüte, weshalb die Monate Mai und Juni empfehlenswert für einen Vorrat sind.

Anbautipps

Du kannst Quendel aus Samen ziehen oder Ausläufer einpflanzen. Er gedeiht gut auf sonnigen, trockenen und kalkarmen Standorten. Im Garten passt er gut in einen Steingarten mit anderen Sonne liebenden Arten in nährstoffarmen Böden.

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Anders als der weiter südlich beheimatete Thymian wächst der wilde Thymian, auch Quendel genannt, in unseren Breiten in freier Natur. Er kommt vorwiegend in Mittel- und Osteuropa vor und bevorzugt trockene, steinige und sonnenexponierte Standorte. Der als immergrüner Halbstrauch wachsende Quendel kann ähnlich wie der große Bruder verwendet werden, dessen Hauptanwendung auch in der Linderung von Atemwegsbeschwerden liegt. Die Bezeichnungen als Kinderkraut, Liebfrauenbettstroh oder Marienbettstroh machen die frühere Bedeutung als Frauenkraut deutlich, denn die Pflanze wurde zur Erleichterung der Geburt sowie im Wochenbett mitgegeben. Seine Inhaltsstoffe können heute noch bei vielen Frauenbeschwerden und vielem mehr helfen.
Lateinischer Name
Thymus serpyllum
Andere Namen
Feld-Thymian, Sand-Thymian, Feldbulla, Feldkümmel, Feldpoley, Geismajoran, Geschwulstkraut, Grundling, Hollaien, Hühnerbolle, Immenkraut, Keale, Kinderkraut, Kounala, Kranzlkraut, Kundelkraut, Kückenkrümmel, Kundenkraut, Kunderle, Liebfrauenbettstroh, Marienbettstroh, Quendel, Quandl, Quenula, Rainbadkraut, Rainkinderle, Rauschkraut, Rainkümmel, Violetter Bohler, Wilde Meron, Wilder Zimt, Wurstkraut, Marienkraut, Türkischer Thymian
Familie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Erntemonate
Mai - Sep
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Blüten, Triebe
Blattform
lineal
Blütenfarbe
rosa, violett
Fundorte
Sandtrockenrasen, Kiefernwälder, Dünen, (Stein-)Gärten, Wiesen, Felder, Äcker, Wegränder
Verwechslungsgefahr
Andere Thymianarten
Giftigkeit
ungiftig
Warnungen
Während der Schwangerschaft nicht in großen Mengen einnehmen.
Inhaltsstoffe
ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavone, Gerbsäure, Gerbstoffe, Triterpene
Eigenschaften
antibakteriell, beruhigend, blutstillend, entzündungs­­hemmend, hustenstillend, krampflösend, schleimlösend, schweißtreibend, verdauungsanregend
Hilft bei
Asthma, Blähungen, Bronchitis, Durchfall, Ekzeme, Erkältung, Gelenkentzündungen, Halsentzündungen, Hautentzündungen, Heiserkeit, Husten, Magenkrämpfe, Nervenschwäche, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Verdauungsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Wunden

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