Taubenkropf-Leimkraut

Das Taubenkropf-Leimkraut ist ein schön blühendes Wildkraut, das sich kulinarisch und kosmetisch im Alltag einsetzen lässt. Wie das gelingt, erfährst du hier.

Das Taubenkropf-Leimkraut, auch als Gewöhnliches Leimkraut bezeichnet, hat einen frischen, salatähnlichen Geschmack, weshalb es sich in der Küche gut als Salatbeilage eignet. Zu seinen Inhaltsstoffen zählen vor allem Bitterstoffe, verschiedene Mineralstoffe, komplexe Kohlenhydrate, Vitamin C, Schleimstoffe und Saponine.

Gerade letztere machen es möglich, dass in der Vergangenheit wässrige Seifenlaugen aus der Pflanze gekocht wurden, die sowohl in der Körperpflege als auch im Haushalt zum Einsatz kamen.

In der Ernährung

Das Taubenkropf-Leimkraut ist besonders für eine Frühjahrsküche geeignet. Junge Triebe sind als Suppeneinlage, Gemüse, in Frühlingsquark, Wildkräuterbutter oder Pestos besonders empfehlenswert. Als Teil eines grünen Smoothies kann das Taubenkropf-Leimkraut aber auch mit Brennnessel, Labkraut, Vogelmiere oder Giersch kombiniert werden.

Verwende als Gemüse am besten die zarten, jungen Triebe, da die Pflanze mit zunehmendem Alter bitterer wird. Einen süßlichen Geschmack nach Lakritze und Erbsen erhält das Kraut, wenn es für fünf Minuten gegart wird.

Taubenkropf-Leimkraut-Pesto

Ein Leimkraut-Pesto passt hervorragend zu Nudelgerichten, kann aber auch als Brotaufstrich oder zum verfeinern von Risottos genossen werden.

Drei Handvoll Taubenkropf-Leimkraut eventuell von härteren Stängelteilen befreien und mit einer Handvoll Basilikum, einer frischen Knoblauchzehe, einem Teelöffel Salz, 50 Gramm Pinienkernen und 50 Gramm Hartkäse (z.B. Pecorino, Grana Padano oder Parmesan) auf niedriger Stufe in einem Mixer pürieren oder ganz klassisch im Mörser zerstoßen. Dabei nach und nach 120 Milliliter natives Olivenöl langsam hinzufügen, bis sich eine cremige Paste ergibt.

Wenn seine Oberfläche immer mit genug Olivenöl bedeckt ist, hält sich das Taubenkropf-Leimkraut-Pesto im Kühlschrank mehrere Wochen.

Das Taubenkropf-Leimkraut ist ein schön blühendes Wildkraut, das sich kulinarisch und kosmetisch im Alltag einsetzen lässt. Wie das gelingt, erfährst du hier.

Heilende Anwendungen

Als Heilpflanze hat das Taubenkropf-Leimkraut in der modernen Medizin keine Bedeutung mehr. In Zeiten, in denen nicht jeder einen Arzt konsultieren konnte, wurden seine leichten, den Stoffwechsel anregenden und hustenlösenden Eigenschaften jedoch sehr geschätzt.

Waschungen mit Sud, der aus den Wurzeln gekocht wird, wurden bei Augen- und Hautentzündungen empfohlen. Eine Studie über mediterrane Ernährungsgewohnheiten schreibt den Blattauszügen eine positive Wirkung bei Diabetes Mellitus Typ 2 zu.

Bäder mit Taubenkropf-Leimkraut gegen trockene Haut

Bei leicht entzündeter, spröder Haut kann eine Wurzel-Abkochung in Form von Bädern oder Waschungen eingesetzt werden. Für einen solchen Taubenkropf-Leimkraut-Absud benötigst du einen Esslöffel der getrockneten Wurzel, die in 250 Milliliter Wasser für einige Stunden ziehen muss. Dieser Ansatz wird in einem Topf kurz zum Sieden gebracht, abgeseiht und kann dann als Zusatz für Teil- oder Vollbäder nach Bedarf verwendet werden.

Anwendungen im Garten

Das dekorative Taubenkropf-Leimkraut ist eine tiefwurzelnde Hummelblume, die jeden Bauern-, Wild- und Steingarten bereichert und langrüssligen Insekten eine wichtige Nektarquelle bietet.

Seine Blüten verströmen des nachts einen lieblichen, frischen Duft, der insbesondere Nachtfalter anlockt. Damit kann das Taubenkropf-Leimkraut eine wichtige Funktion in der Permakultur deines Naturgartens übernehmen.

Erkennung und Sammeltipps

Das Taubenkropf-Leimkraut ist ein schön blühendes Wildkraut, das sich kulinarisch und kosmetisch im Alltag einsetzen lässt. Wie das gelingt, erfährst du hier.

Das Taubenkropf-Leimkraut zu sammeln, ist aufgrund seiner auffallenden Gestalt und auch, weil es den ganzen Sommer über blüht, nicht besonders schwer:

  • Das Taubenkropf-Leimkraut erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 60 Zentimetern.
  • Die glatten, gegenständig angeordneten Blätter sind bläulich grün und ei- bis lanzettförmig, wobei die unteren Blätter häufig kleiner sind als die Stängelblätter.
  • Am gabeligen Blütenstand befinden sich mehrere aufrechte bis leicht nickende, meist in eine Richtung blickende Blüten. Diese kahlen, aufgeblasenen Kelche haben eine Länge von 12 bis 15 Millimetern, sind zart geädert und kommen weiß- und hellrosafarben vor.
  • Die lange Blütezeit erstreckt sich von Mai bis September.
  • Nach der Bestäubung bildet das Gewöhnliche Leimkraut kugelige Kapselfrüchte, die sich mit sechs nach außen gebogenen Zähnen öffnen und ihre Samen durch Selbst- und Windausbreitung verstreuen.
  • Das Taubenkropf-Leimkrautes wurzelt bis zu einen Meter tief in der Erde.

Anbautipps

Das Taubenkropf-Leimkraut ist eine anspruchslose, winterharte Pflanze, die du am besten auf einem trockenen, vollsonnigen, kalkhaltigen Fleckchen in deinem Garten ansiedelst. Sie benötigt weder Dünger noch muss sie groß bewässert werden und bleibt dir vier bis fünf Jahre erhalten.

Du kannst das Kraut zu jeder Jahreszeit aussäen – theoretisch sogar im Winter, denn die Samen sind kälteresistent und keimen, sobald die Bodentemperatur bei etwa 18 Grad Celsius liegt. Die Samen dazu einfach aussäen und leicht in den Boden einharken.

Tipp: Wenn du das Taubenkropf-Kraut im Topf kultivierst, empfiehlt es sich, dieses mit einem Frostschutz (zum Beispiel Stroh, Laub und Jute) vor Schnee und Kälte zu schützen, sodass die Wurzel keinen Schaden nimmt.

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Das auf sonnigen Magerwiesen anzutreffende Taubenkropf-Leimkraut fällt besonders durch seine kugeligen weiß- bis zartrosafarbenen Blüten ins Auge. Genau diese aufgeblasenen Kelche sind auch der Grund für den Gattungsnamen Silene, den das Taubenkropf-Leimkraut trägt. Er geht zurück auf Silenos, eine Figur aus der griechischen Mythologie, die stets adipös (fettleibig) dargestellt wurde. In der Vergangenheit als stoffwechselanregende Heilpflanze genutzt, wird das Taubenkropf-Leimkraut bis heute – vor allem im Mittelmeerraum – als essbares Wildgemüse geschätzt.
Lateinischer Name
Silene vulgaris
Andere Namen
Gewöhnliches Leimkraut, Aufgeblasenes Leimkraut, Klatschnelke, Blasen-Leimkraut, Knirrkohl
Familie
Caryophyllaceae (Nelkengewächse)
Erntemonate
Apr - Sep
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Blüten, Triebe, Wurzeln
Blattform
eilanzettlich
Blütenfarbe
rosa, weiß
Fundorte
Auf trockenen, kalkhaltigen Magerwiesen und Böschungen
Giftigkeit
ungiftig
Inhaltsstoffe
Bitterstoffe, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Saponine, Schleimstoffe, Vitamin C
Eigenschaften
antibakteriell, auswurffördernd, erweichend, harntreibend, immunstimulierend, schleimlösend, stoffwechselanregend
Hilft bei
Augenentzündung, Diabetes, Hautentzündung, Husten, Stoffwechselstörungen

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