Diese Heilkräuter für Frauen unterstützen den Hormonhaushalt
Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder schmerzhafte Tage vor der Menstruation: Wenn die weiblichen Hormone aus dem Takt geraten, spüren wir das im gesamten Körper. Bevor du zu synthetischen Präparaten greifst, bietet die Natur sanfte Alternativen. Bestimmte Wildkräuter enthalten Pflanzenstoffe, die deinen Körper dabei unterstützen können, wieder in seine natürliche Balance zu finden. Wie diese pflanzlichen Helfer genau wirken, was die Wissenschaft dazu sagt und wie du sie sicher anwendest, erfährst du in diesem Beitrag.
Wie der weibliche Hormonhaushalt funktioniert – und wie Pflanzenstoffe helfen
Östrogene und Progesteron steuern als Gegenspieler und Partner den weiblichen Zyklus. Während Östrogen in der ersten Zyklushälfte für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und für Energie sorgt, dominiert in der zweiten Hälfte Progesteron, das körperlich und psychisch beruhigend wirkt. Wenn in den Wechseljahren die körpereigene Produktion sinkt oder im gebärfähigen Alter ein Ungleichgewicht (wie eine Östrogendominanz oder ein Progesteronmangel) entsteht, reagiert der Organismus empfindlich. Typische Anzeichen sind Brustspannen, unregelmäßige Zyklen, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen.
Heilpflanzen enthalten sogenannte Phytohormone (wie Isoflavone oder Lignane) sowie sekundäre Pflanzenstoffe, die an den menschlichen Hormonrezeptoren andocken können. Sie wirken dort nicht wie ein starkes Medikament, sondern vielmehr wie ein sanfter Modulator: Bei einem Mangel können sie milde hormonähnliche Effekte auslösen, während sie bei einem Überschuss die Rezeptoren blockieren und den Spiegel regulieren.1
Viele weitere heilsame Wirkungen von Pfanzen und Kräutern entdeckst du in unseren Büchern:
Die 7 wichtigsten Wildkräuter und Heilpflanzen für deine Balance
Diese Wildkräuter helfen dir dabei, deine Balance wieder zu finden.
Rotklee – Der klassische Phytoöstrogen-Spender
Rotklee ist eine unserer heimischen Wiesenpflanzen und eine der reichhaltigsten Quellen für Isoflavone. Diese Phytoöstrogene binden bevorzugt an die sogenannten Östrogen-Beta-Rezeptoren im Körper, die vor allem in Gefäßen, Knochen und Gehirn vorkommen. Dadurch kann Rotklee typische Östrogenmangelsymptome wie Hitzewallungen und Dichteunterschiede der Knochen mildern. Verwendet werden die frisch aufgeblühten, roten Blütenköpfe von Mai bis September.

Mönchspfeffer – Regulierung für die zweite Zyklushälfte
Mönchspfeffer gehört zwar eher in den Mittelmeerraum, ist aber das bekannteste Phytotherapeutikum bei Progesteronmangel und Prämenstruellem Syndrom (PMS). Seine Inhaltsstoffe wirken nicht direkt als Hormon, sondern stimulieren die Dopamin-Rezeptoren in der Hypophyse. Dadurch senkt Mönchspfeffer eine übermäßige Ausschüttung des Hormons Prolaktin, was wiederum die körpereigene Produktion von Progesteron begünstigt und Zyklusstörungen sowie Brustschmerzen (Mastodynie) lindern kann.
Traubensilberkerze – Gezielte Linderung bei Hitzewallungen
Die aus Nordamerika stammende Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) lässt sich auch im heimischen Garten anbauen. Ihre Wurzel enthält Inhaltsstoffe, die auf das zentrale Nervensystem wirken und die Wärmeregulierung im Gehirn positiv beeinflussen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Extrakte der Wurzel die Häufigkeit und Intensität von Schweißausbrüchen in den Wechseljahren spürbar reduzieren.
Frauenmantel – Der traditionelle Begleiter für alle Lebensphasen
Frauenmantel gilt seit jeher als das Frauenkraut schlechthin. Er enthält Gerbstoffe, Flavonoide und Bitterstoffe. Auch wenn der direkte Nachweis von progesteronähnlichen Hormonen im Frauenmantel wissenschaftlich noch diskutiert wird, wirkt das blühende Kraut krampflösend auf die Gebärmutter, zusammenziehend bei zu starken Blutungen und regulierend auf das Nervensystem.

Schafgarbe – Sanfter Entspanner bei Unterleibsbeschwerden
Die Schafgarbe ist eng mit dem Frauenmantel verwandt, wenn es um die Anwendung bei Zyklusbeschwerden geht. Ihre ätherischen Öle (vor allem Chamazulen) und Flavonoide wirken stark krampflösend und entzündungshemmend. Bei schmerzhaften Regelblutungen oder Congestionen (Stauungen) im Beckenbereich bringt ein Aufguss aus Schafgarbenkraut schnelle Erleichterung.

Nachtkerze – Wertvolle Fettsäuren gegen Brustspannen
Bei der Nachtkerze steht nicht das Kraut, sondern das aus den Samen gewonnene Öl im Vordergrund. Nachtkerzenöl ist reich an Gamma-Linolensäure, einer essenziellen Fettsäure. Diese unterstützt die Bildung von entzündungshemmenden Prostaglandinen im Körper, was besonders bei hormonell bedingter Empfindlichkeit der Brust und trockener Haut während der Wechseljahre hilft.
Johanniskraut – Lichtblick bei stimmungsbedingten Tiefs
Hormonelle Umstellungen gehen oft mit innerer Unruhe und getrübter Stimmung einher. Johanniskraut wirkt durch die Inhaltsstoffe Hypericin und Hyperforin als natürlicher Stimmungsaufheller, indem es die Wiederaufnahme von Neurotransmittern im Gehirn reguliert. Wichtiger Hinweis zur Sicherheit: Johanniskraut regt Enzymsysteme in der Leber an und kann die Wirkung anderer Medikamente (wie der Antibabypille oder Blutverdünnern) abschwächen sowie die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen.

So wendest du die Pflanzen sicher an
Pflanzliche Helfer wirken sanft, benötigen aber Zeit. Um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen, empfiehlt sich eine kurmäßige Anwendung über mindestens vier bis acht Wochen. Bei akuten PMS-Beschwerden kann die Anwendung gezielt in der zweiten Zyklushälfte erfolgen. Wenn du schwanger bist, stillst oder an einer östrogensensitiven Erkrankung (wie Brustkrebs oder Endometriose) leidest, solltest du die Einnahme von phytohormonreichen Pflanzen vorab immer mit deiner Ärztin oder deiner Heilpraktikerin abstimmen.
Rezept & Anleitung: Harmonisierender Frauen-Tee
Ein selbstgebrühter Tee ist die einfachste Möglichkeit, die Wirkstoffe von Frauenmantel, Schafgarbe und Rotklee aufzunehmen.
Zutaten für die Teemischung:
- 30 g Frauenmantelkraut
- 30 g Schafgarbenkraut
- 20 g Rotkleeblüten (schonend getrocknet bei unter 40 °C)
- 20 g Melissenblätter (für eine beruhigende Note)
Zubereitung:
- Mische alle getrockneten Kräuter in einer dunklen Papiertüte oder einem Glas gut durch.
- Gib für eine Tasse Tee (ca. 250 ml) 1 bis 2 Teelöffel der Mischung in ein Teesieb.
- Übergieße die Kräuter mit kochendem Wasser.
- Decke die Tasse unbedingt ab, damit die wertvollen ätherischen Öle nicht mit dem Wasserdampf entweichen.
- Lass den Tee 8 bis 10 Minuten ziehen und seihe ihn anschließend ab.
- Trinke für eine Kur über 4 Wochen täglich 2 bis 3 Tassen frisch zubereiteten Tee.
Anleitung: Alkoholfreie Kräutertinktur
Tinkturen sind praktisch für unterwegs. Wenn du auf Alkohol verzichten möchtest, kannst du mit Pflanzenglycerin eine wirkungsvolle Alternative herstellen.
Benötigte Utensilien & Zutaten:
- 20 g getrocknete Kräuter (z. B. Mischung aus Rotklee, Frauenmantel und Schafgarbe)
- 70 ml pflanzliches Glycerin (pharmaproduziert, mind. 99,5 %)
- 30 ml destilliertes Wasser
- Ein sauberes Schraubglas
- Ein feines Sieb oder ein Passtuch
- Eine dunkle Tropfflasche zur Aufbewahrung
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Zerkleinere die getrockneten Kräuter leicht in einem Mörser.
- Mische das Glycerin mit dem destillierten Wasser in einer Schüssel.
- Fülle die Kräuter in das Schraubglas und gieße das Glycerin-Wasser-Gemisch darüber, sodass alle Pflanzenteile vollständig bedeckt sind.
- Verschließe das Glas gut und schüttele es einmal kräftig durch.
- Lass den Auszug an einem warmen, aber schattigen Ort für 3 bis 4 Wochen ziehen. Schüttele das Glas täglich leicht.
- Gieße die Tinktur nach der Reifezeit durch ein Tuch ab und drücke die Kräuter gut aus.
- Fülle das fertige Mazerat in dunkle Tropfflaschen.
- Nimm bei Bedarf 2- bis 3-mal täglich 10 bis 15 Tropfen direkt auf die Zunge oder in etwas Wasser ein.
Welche Kräuter haben dir in deinem Alltag bei hormonellen Schwankungen schon geholfen? Hinterlasse gerne einen Kommentar und teile deine Erfahrungen!
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- Franco OH, et al. Use of Plant-Based Therapies and Menopausal Symptoms: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA. 2016;315(23):2554–2563. DOI: 10.1001/jama.2016.8012 ↩︎


Hallo, wirkt auch hier der weiße Klee genauso wie der rote Klee?