Diese 13 Wildkräuter kannst du auch im Winter sammeln
Wenn wir an Wildkräuter denken, haben wir meist den Frühling oder Sommer vor Augen – alles sprießt, duftet, blüht. Aber tatsächlich kannst du auch im Winter überraschend viele Pflanzen entdecken, die sich von kaltem Wetter nicht abschrecken lassen. Einige Arten sind so robust, dass sie sogar unter einer leichten Schneedecke überdauern. Sobald die Sonne sich kurz zeigt, treiben sie neue Blätter – frisch, zart und voller Kraft.
Wildpflanzen enthalten oft ein Vielfaches an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen im Vergleich zu gezüchtetem Kulturgemüse. Gerade in der lichtarmen Jahreszeit ist das eine wertvolle Ergänzung für deinen Speiseplan. Achte beim Sammeln wie immer auf die wichtigsten Grundregeln: Nur sammeln, was du sicher erkennst. Und nur so viel, wie du wirklich brauchst. (Hier findest du Tipps und Regeln zum Sammeln und Nutzen von Wildkräutern.)
Gänseblümchen – klein, zart, immer da
Kaum wird die Schneedecke dünner, strecken sich die kleinen Blüten wieder der Sonne entgegen. Gänseblümchen blühen fast das ganze Jahr über und liefern dir Vitamin C, Magnesium und Eisen. Auf dem Butterbrot oder im Salat setzen sie nicht nur optische, sondern auch nährstoffreiche Akzente.

Gundermann – stark bei Schwäche
Der Gundermann schmiegt sich flach an den Boden und bleibt selbst bei Frost grün. Seine aromatischen, leicht bitteren Blätter passen wunderbar in Kräuterbutter oder Suppen. Gleichzeitig kann er bei Schnupfen und hartnäckigen Erkältungen unterstützen.

Echte Nelkenwurz – vielseitig einsetzbar
Sie liebt feuchte, nährstoffreiche Böden und lässt sich leicht über ihre gezackten Blätter erkennen. Junge Blätter passen roh in Salate, ältere kannst du fein hacken und mitgaren. Getrocknet entfalten die Nelkenwurz ein Aroma, das leicht an Gewürznelken erinnert – perfekt zum Würzen.
Brennnessel – Kraftspenderin im Winter
Selbst in milden Wintern treibt die Brennnessel gelegentlich neu aus. Ihre jungen Triebe liefern Eiweiß, Eisen, Vitamin C und mehr. Nutze sie für Suppen, Tees oder grüne Smoothies – oder schau dir eines unserer Brennnessel-Rezepte an.

Weißklee und Rotklee – sanfte Ergänzung
Weißklee und Rotklee wachsen flach am Boden und lassen sich auch im Winter finden. Ihre zarten Blättchen haben einen milden Geschmack und passen in Salate, Suppen oder als grüne Zutat in Bratlinge.
Löwenzahn – treibt früh aus
Sobald es ein wenig milder wird, wagt sich der Löwenzahn mit ersten zarten Blättern aus der Erde. Sie schmecken angenehm bitter und sind besonders reich an Vitamin C und Provitamin A – ideal für eine Winter-Vitaminbombe.

Pfennigkraut – rund, gesund, unterschätzt
Die kleinen runden Blätter des Pfennigkrauts mögen unscheinbar sein, aber gerade im Winter können sie unseren Speiseplan bereichern. Denn sie verfügen über viel Kalium und liefern Kieselsäure, Gerbstoffe und Schleimstoffe. Du kannst die leicht säuerlich schmeckenden Blätter in Salaten, Quark und Kräuterbutter verwenden oder getrocknet in Würzmischungen weiterverarbeiten.
Sauerampfer – frischer Kick im Salat
Sonnige Tage locken den Sauerampfer aus seinem Versteck. Seine jungen Blätter schmecken herrlich frisch und säuerlich und machen sich gut in Suppen, Salaten oder als Kur für den Stoffwechsel. Zudem liefern sie viele Mineralstoffe und Vitamine.
Spitzwegerich – mehr als nur ein Hustenkraut
Auch ein paar zarte Blätter des Spitzwegerichs kann man in den kalten Monaten finden. Ihr milder Geschmack macht sie zur idealen Salatbeigabe. Wenn du größere Mengen findest, lässt sich aber auch eine leckere Spitzwegerich-Suppe damit zubereiten. Ein heißer Teeaufguss mit den Blättern ist ideal gegen Erkältungen und die Schleimstoffe lindern Schmerzen beim Husten.

Vogelmiere – zart und stark zugleich
Die Vogelmiere ist eine Pionierpflanze, die sich schnell über ungeschützten Boden ausdehnt und ihn vor Erosion bewahrt. Sie ist auch in kälteren Monaten aktiv und kann in größeren Mengen geerntet werden. Wenn du sie findest, solltest du unbedingt etwas mit in die Küche nehmen, denn sie ist sehr reich an Vitaminen A, B und C und liefert weit mehr Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium als heimisches Kulturgemüse. Außerdem wird sie in der Volksmedizin bei Husten, Lungenleiden und Rheumabeschwerden empfohlen.
Labkräuter – jung und zart im Winter
Bei einem achtsamen Spaziergang kannst du auch im Winter junge Triebe vom Wiesen-Labkraut oder Echten Labkraut entdecken. Noch klein, aber essbar – zum Beispiel fein gehackt im Salat.
Wiesen-Schaumkraut – mit feiner Schärfe
Mit seinem leicht kresseartigen Geschmack passt Wiesen-Schaumkraut hervorragend in Quark oder Salat. Als Tee soll es Leber und Galle anregen und das Immunsystem stärken – hilfreich gerade bei chronischen Beschwerden und Hautproblemen.
Waldmeister – winterlicher Aromalieferant
Mit etwas Glück findest du unter Laub oder am Waldrand ein paar Waldmeisterpflanzen. Seine Blätter sind zwar nur in kleinen Mengen genießbar, dafür verleihen sie Süßspeisen wie Pudding oder Eis ein ganz besonderes Aroma.

Beachte beim Sammeln im Winter: Viele Pflanzen sind kleiner, unscheinbarer und schwerer zu erkennen. Wenn du unsicher bist, zieh unbedingt einen Wildpflanzenführer zurate.
Falls du mehr über essbare Wildpflanzen lernen möchtest, dann wirf doch einen Blick in diese Bücher:
Welche Wildkräuter sammelst du im Winter? Oder hast du einen Lieblingsmoment beim Winterwandern erlebt? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!
Lust auf mehr Inspiration? Dann wirf gleich einen Blick in diese Beiträge:
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Hi, toller Artikel! Bitte mehr Artikel dieser Art. Viele Grüße
Bei aller Liebe gibt es jetzt keine Knoblauchsrauke, wo findet ihr die? Mein Garten ist im Frühjahr und Sommer voll davon, aber jetzt ist davon nichts zu finden
Hallo Stefanie,
ich muss dir recht geben. Ich kenne die Knoblauchsrauke auch nur als Gewächs von Frühling bis Spätsommer. Leider ist dieser Beitrag auch schon etwas älter. Ich nehme die Knoblauchsrauke nun aus der Liste raus.
Ganz liebe Grüße
Dennis
Bei mir gibt es momentan jede Menge Brunnrnkresse in der Feuchwiese zu ernten. Sonst pflücke ich die erst ab Ende Januar.
die Schleimstoffe lösen sich bei über 40 Grad, Aucubine bei über 70 Grad. Was ist dann noch in einem Spitzwegerichtee enthalten nach einem Teeaufguss? Richtig auf keinem Fall Schleimstoffe und Aucubine. Das Gleiche gilt für alle Heilpflanzen mit Schleimstoffen als sekundärer Inhaltsstoff, wie z.B. Heilpflanzen der Pflanzenfamilie der Malvengewächse u.a.
Liebe Niseema Dorothea, vielen lieben Dank für deinen Hinweis. Tatsächlich ist das ein heißdiskutiertes Thema. Nach neuen Erkenntnissen der Universität Wien schadet die Teezubereitung mit heißem Wasser den langkettigen Polysaccarariden (von denen am meisten in den Schleimstoffen enthalten sind) nicht. Liebe Grüße!
Auch Hirtentäschelkraut kann man im Winter gut verwenden 🙂
Vor einiger Zeit entdeckte ich in mehreren Blumentöpfen, dass sich Vogelmiere dort recht wohlfühlt, die sicher zusammen mit ein paar Handvoll Gartenerde da hingelangt ist. Da ich begeisterte Wildkräuter-Anwenderin bin, hole ich mir für Smoothies frisch eine Handvoll davon, spüle sie kurz und püriere sie entweder oder hacke sie für den Salat. Schmeckt ein bisschen nach frischen grünen Erbsen und hat viele gute Inhaltsstoffe, z.B. viel Vitamin C, ebenso Zink, Kieselsäure und Kalium.
Das gleiche geschieht mit zwei Löwenzahnpflänzchen, die auch in Blumentöpfen am Fuße anderer Pflanzen wachsen: dort ernte ich immer die Außenblätter ab, damit die Pflanze von innen weiterwachsen kann.
Von Wildpflanzen in Balkonkästen habe ich auch schon öfter gehört, aber noch nie selbst gesehen. Das ist aber wirklich eine schöne Möglichkeit auch im Winter wichtige Vitalstoffe aus frischen Pflanzen zu sich zu nehmen.
Ja, wenn man auf dem Lande wohnt … Inzwischen habe ich auch die wiiiinzigen Samen der Vogelmiere in einem Tütchen aufgehoben – falls jemand mal welche braucht!
Auslöser für die wahre Kräuterbegeisterung war bei mir das Buch ‘Essbare Wildpflanzen’ von Steffen Guido Fleischhauer – seitdem kann ich nicht mal mehr im Garten ‘Unkraut’ ausjäten, es ist zu kostbar wegzuwerfen (man hat sich schließlich ja gebückt, um es zu ernten!). Bei mir gibts die essbaren Exemplare des Ausgejäteten – je nach Menge – in Smoothies, als Suppe, als Spinat (immer gemischt, das schmeckt jedesmal anders) und z.B. auch als Quiche mit Champignons und gehackten Wildkräutern, ein bisschen indisch gewürzt und mit Kokos – herrlich! Die Quiche ist ein begehrtes Mitbringsel, und man kann auch Stücke davon einfrieren.
Das hört sich wirklich lecker an! So eine Wildkräuter-Quiche können wir demnächst mal probieren, da freue ich mich drauf.
gerade in oberen Etagen in Städten hat man bessere Luft als man denkt und glaubt… Damals wohnte ich noch in Berlin. Mein 5 Meter Balkon war mit allen möglichen Gemüse-Sorten und diversen “Unkräutern” bestückt.
Giersch, Gundermann, Sauerampfer und Pfennigkraut hab ich auch jetzt in meinen Blumenkasten auf den Balkon. mitunter keine Zeit um erst raus zu gehen um zu ernten. 😀 Zum Garten zu weit… um mal kurz was zu ernten. 🙂
Danke für die Liste! Einige der Pflanzen kenne ich schon, nach ein paar anderen muss ich etwas genauer suchen.
Vielen Dank für die Erinnerung!
Ich habe die Knoblauchrauke bis jetzt immer noch gefunden. Gerne darf sie wieder mit rein.
Ich finde die Knoblauchraukenwurzel ist dem Meerrettich sehr ähnlich nur etwas milder. Und häufiger in der Natur zu finden.
Vielen lieben Dank für diese tollen Informationen! Da weiß ich zumindest nach was ich Ausschau halten muss 🙂 Ich habe schon ein paar Gundermann und Löwenzahn gefunden, aber den Rest schau ich mir auch an.