Natur zum Anfassen auf einer geführten Wildkräuterwanderung
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Am besten lernen wir mit allen Sinnen: Sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken. Wer etwas über nutzbare Wildpflanzen erfahren möchte, sollte deshalb hinaus in die Natur! Ideale Gelegenheit zum Lernen und Entdecken bieten geführte Wildkräuterwanderungen. Sie stellen eine wunderbare Ergänzung zu Nachschlagewerken wie KostbareNatur.net dar. In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen, warum du unbedingt an einer solchen Wanderung teilnehmen solltest.

Wildpflanzen sind Apotheke und Feinkost-Restaurant zugleich

Was für unsere Urahnen noch selbstverständlich war, gerät heute zunehmend in Vergessenheit. Dabei stellt das Wissen um regionale, wild wachsende Heil- und Nutzpflanzen einen wertvollen Schatz dar, den es zu bewahren gilt. Wer Kräuter nicht nur als Unkraut ansieht und den wahren Wert von Beeren, Blüten, Blättern und Wurzeln kennt, kann sich den Reichtum der Natur zunutze machen.

Heilpflanzen gegen fast alle Leiden machen viele Medikamente entbehrlich oder verhindern durch ihre unüberschaubare Anzahl natürlicher Wirkstoffe das Entstehen vieler Erkrankungen. Und das Beste ist: Sie sind auch noch kostenlos und ohne Nebenwirkungen! Den Speiseplan können Wildpflanzen ebenso vielfältig bereichern, wer sich auskennt, findet in der Natur Nahrung zu jeder Jahreszeit.

Deshalb lohnt es sich, mehr über wild wachsende Heil- und Nutzpflanzen zu lernen und von dem alten Wissen unserer Vorfahren Gebrauch zu machen. Wir stellen hier regelmäßig neue Pflanzen vor, mit all ihren heilsamen wie nährenden Eigenschaften sowie Hinweisen zur Bestimmung und Verwendungsmöglichkeiten. All dieses Wissen nützt jedoch nichts ohne praktische Anwendung!

Wer einmal Löwenzahn selbst geerntet und zu Salat verarbeitet hat, aus Brennnesseln Eiweißpulver gemacht hat oder sogar Biowaschmittel aus Kastanien, wird diese Pflanzen und Früchte immer wieder zweifelsfrei bestimmen und nutzbringend einsetzen können. Draußen in der Natur ist man dennoch schnell überwältigt und fragt sich: Welche Pflanze habe ich gerade vor mir? War es die heilende Kamille, oder doch nur einer ihrer gewöhnlichen Doppelgänger?

Draußen gemeinsam die Natur entdecken

Wildkräuter kennenlernen in geführten Wanderungen - Anbieter im deutschsprachigen RaumAm besten lassen sich neue Pflanzen und ihre Einsatzgebiete auf geführten Wildkräuterwanderungen entdecken. Solche Wanderungen werden vielerorts von erfahrenen Naturfreunden angeboten, manchmal sogar kostenlos oder gegen eine Spende. Unter fachkundiger Anleitung kannst du der Natur jedes Mal neue Schätze entlocken, und das Repertoire der von dir sicher bestimmbaren Pflanzen ein ganzes Stück erweitern.

In der Kräuter-Karte findest du viele Anbieter für Kräuterwanderungen, vielleicht auch in deiner Nähe! (Wenn du einen weiteren Anbieter kennst, schick uns doch bitte eine kurze Nachricht).

Es macht großen Spaß, gemeinsam mit interessierten Kräuter-Neulingen und erfahrenen Sammlern Parks, Waldränder und Bachläufe zu erforschen. In den kleinen Gruppen kommt es immer zum regen Austausch, so lernt man nicht nur von der Natur, sondern auch voneinander. Selbst wenn man dieselbe Wanderung zweimal macht, z.B. im Frühjahr und im Herbst, so zeigt sich die Natur doch trotzdem immer von neuen Seiten und es gibt jedes Mal viel Neues zu entdecken.

Probiere es doch selbst einmal, und schließe dich einer Wanderung in deiner Nähe an. Wetter und Jahreszeit spielen in der Regel kaum eine Rolle, denn der Tisch der Natur ist in fast 52 Wochen im Jahr und 7 Tagen pro Woche reich gedeckt.

Tipps für die erste Wanderung

Zum Schluss habe ich noch einige Hinweise für dich, damit deine erste Wildkräuterwanderung zu einem erkenntnisreichen Erlebnis mit bleibender Wirkung wird.

  • Zum Wetter passende Kleidung: Die meisten Wanderungen dauern zwischen 2 und 4 Stunden. Denke deshalb an angepasste Kleidung, damit du im Sommer nicht vor Schweiß zerfließt oder bei Eintreten der Dämmerung frierst. Abseits der Wege sind feste Schuhe oder sogar Gummistiefel ratsam.
  • Werkzeug: Bring am besten Gartenhandschuhe mit, denn nicht jeder ist geübt im Umgang mit Brennnesseln oder anderen wehrhaften Pflanzen. Mit einer Gartenschere kannst du kleine Zweige oder dicke Stängel ernten, ohne die restliche Pflanze allzu sehr zu beschädigen.
  • Aufbewahrung: Gebrauchte Briefumschläge mit Sichtfenster sind ideal, um einzelne Blätter oder Blüten der gerade kennengelernten Pflanzen separat zu verwahren. Vergiss auch nicht einen Stift, um die Namen der Pflanzen auf den Umschlägen zu notieren. Papiertüten vom Bäcker sind gut geeignet für größere Mengen Blätter und Blüten. Gebrauchte Plastiktüten leisten auch gute Dienste, jedoch fangen die Pflanzenteile darin schnell an zu schwitzen, weshalb du sie zu Hause sofort entnehmen solltest.
  • Achtung und Respekt vor der Natur sollten immer mit von der Partie sein. Ernte von einer Pflanze niemals mehr als nötig und prüfe immer doppelt, ob es sich nicht vielleicht doch um einen giftigen Doppelgänger handelt oder ob die Pflanze unter Naturschutz steht.

Hast du bereits an Wildkräuterwanderungen teilgenommen? Teile deine Erfahrungen und Ratschläge mit anderen Lesern, du kannst dafür die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag nutzen.