Wiesen-Sauerampfer
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Sauerampfer ist eines der mittlerweile wiederentdeckten, wilden Würzkräuter für die Küche. In feinen Restaurants wird er immer häufiger zum Verfeinern verschiedenster Gerichte verwendet und ist Bestandteil der bekannten Frankfurter Sauce. Mit seinem säuerlich-frischen Geschmack gibt Sauerampfer Salaten, Suppen und vielen anderen Gerichten den letzten Pfiff. Zur Saison wird er sogar in Naturkostgeschäften zum Kauf angeboten, aber warum kaufen? Du kannst ihn auf fast jeder Wiese ernten oder selbst anbauen!

Steckbrief

Lateinischer Name Rumex acetosa
Andere Namen Grosser Ampfer, Salatampfer, Sauergras, Sauerknöterich,
Familie Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Erntemonate Mrz-Okt
Verwendbare Pflanzenteile Blätter, Knospen, Triebe
Blattform pfeilförmig
Blütenfarbe braun, rosa, rot
Fundorte Wiesen, Uferböschungen, Wegesrand und Gärten
Verwechslungs­gefahr Mit anderen Ampferarten, welche bitter, aber nicht giftig sind und mit dem hochgiftigen Ahornstab dessen Blätter fester sind und schon ein brennnendes Gefühl erzeugen, wenn sie an die Lippe gehalten werden.
Giftigkeit teilweise giftig
Hinweise zur Giftigkeit enthält in geringen Mengen Oxalsäure
Warnungen Nicht bei Nierenleiden und Rheuma, in der schwangerschaft nur nach Rücksprache mit dem Arzt.
Besondere Inhaltsstoffe Ballaststoffe, Carotinoide, Eisen, Flavonoide, Kalium, Kalzium, Magnesium, Proteine, Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C, Vitamin E (Tocopherol)
Eigenschaften antibakteriell, blutreinigend, entzündungs­­hemmend, harntreibend, herzstärkend, schleimfördernd
Hilft bei Erkältungen, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Husten, Insektenstiche, Kreislaufschwäche, Sonnenbrand, Wunden

Anwendungen

Neben der vielseitigen Verwendung als Würzkraut ist Sauerampfer auch ein gutes Heilkraut. Schon die Griechen, Römer und Ägypter im Altertum verwendeten Sauerampfer und nutzten dabei vorwiegend seine verdauungsanregende Wirkung. Im Mittelalter war er ein Mittel bei allen Arten von Fieber.

Heute ist Sauerampfer auch in Fertigarzneien enthalten, z.B. in Sinupret, einem Medikament gegen Atemwegserkrankungen.

In der Ernährung

Sauerampfer ist ein sehr universelles Kraut und kann vielen Gerichten die richtige Würze geben. In Frankreich und Belgien ist Sauerampfersuppe sehr beliebt und die Pflanze wird dort auch kommerziell angebaut.

Junge, grüne Blätter können roh in Salate, Kräuterbutter, Kräuterquark und auch vegane Brotaufstriche gemischt werden. Gegart eignen sie sich in Suppen, zu Omeletts, Gemüse oder auch Fleisch.

Blütenknospen und junge Triebe eignen sich ebenfalls zum Garen und als würzige Beigabe.

Zum Trocknen eignet sich Sauerampfer nicht, um ihn auch im Winter zu nutzen, muss er in Wasser eingefroren oder in Öl eingelegt werden. Auf eisenhaltige Töpfe sollte beim Kochen mit Sauerampfer verzichtet werden, da er sonst leicht einen metallischen Geschmack annimmt.

Die Samen können getrocknet und im Winter als Keimsaat oder zur Teebereitung genutzt werden.

So vielseitig und wohlschmeckend Sauerampfer auch ist, wir sollten ihn nicht zu viel und auch nicht täglich verwenden, da er wie Rhabarber Oxalsäure enthält. Oxalsäure ist in kleinen Mengen harmlos, kann aber in größeren Mengen oder bei regelmäßiger Einnahme Vergiftungserscheinungen und Leberschäden nach sich ziehen. In älteren Blättern, welche sich rot verfärben, steigt der Oxalsäuregehalt, weshalb diese nicht mehr verzehrt werden sollten.

Heilende Anwendungen

Für eine kleine Frühjahrskur ist Sauerampfer gut geeignet, er wirkt harntreibend, blutreinigend und kann Gifte neutralisieren. Außerdem enthält er viele Vitamine und Mineralstoffe, welche uns gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen können.

Desweiteren soll Sauerampfer Sehkraft, Herz und Nieren stärken. Er wirkt anregend auf den Blutkreislauf, die Verdauung und das Immunsystem. Sauerampfer verbessert die Darmgesundheit und beugt Blähungen, Durchfall und Verstopfung vor.

Äußerlich können zerriebene Blätter oder der Pflanzensaft auf Wunden und Insektenstiche aufgelegt werden.

Wenn du unterwegs bist und der Durst dich plagt, kannst du die durststillende Wirkung des Sauerampfer nutzen und ein paar Blättchen kauen. Wichtig: Nach dem Spaziergang die Wasserreserven mit frischem Trinkwasser wieder auffüllen!

Tinktur

Eine Tinktur mit Sauerampfer hilft bei Erkältungskrankheiten, sie wirkt schleimfördernd, entwässernd und leicht abführend, so wird die Ausscheidung von Keimen und Giften unterstützt.

Für die Herstellung der Tinktur brauchst du ein Schraubglas mit Deckel, welches du zur Hälfte mit kleingeschnittenen Sauerampferblättern füllst. Mit mindestens 40-prozentigem Alkohol aufgießen, bis alle Blätter bedeckt sind, an einem kühlen Ort drei Wochen ziehen lassen, abseihen und in eine dunkle Tropfflasche füllen. Maximal eine Woche lang dreimal täglich 30 Tropfen einnehmen.

Tee

Tee mit Sauerampfer hat eine antioxidative Wirkung und kann als Frühjahrskur getrunken werden. Der Tee wird aus einem Esslöffel frischer Blätter auf 250 ml 60-80 °C heißem Wasser bereitet. Fünf Minuten ziehen lassen und bis zu dreimal täglich eine Tasse trinken. Die Kur sollte maximal eine Woche lang durchgeführt werden.

Sauerampfermaske bei Sonnenbrand

Mit Quark und frisch zerkleinertem Sauerampfer kannst du ganz leicht eine kühlende und heilende Paste für sonnenverbrannte Hautstellen herstellen. Quark mit Sauerampfer verrühren und für etwa fünf Minuten bei Zimmertemperatur ziehen lassen, nochmal gut verrühren und auf die betroffenen Stellen streichen. Antrocknen lassen und vorsichtig mit einem feuchten Lappen entfernen. Zur weiteren Behandlung eignen sich Johanniskrautöl oder Giersch.

Sauerampfer im Haushalt

Früher wurde Sauerampfersaft als Fleckenmittel genutzt, er hat zudem als Poliermittel für Silber gedient.

Erkennung und Sammeltipps

Sauerampfer ist ein sehr universelles Kraut und gibt vielen Gerichten die richtige Würze. Dazu ist es gesund und kann Sehkraft, Herz und Nieren anregen
Carl Axel Magnus Lindman [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons
Für saure, nährstoffreiche Böden ist der in ganz Europa verbreitete Sauerampfer eine Zeigerpflanze. Er wächst auf Wiesen, am Wegesrand, an Uferböschungen und in Gärten.

  • Er wächst bis zu einem Meter hoch und überwintert in einer eng am Boden liegenden Rosette
  • Die Blätter sind glatt und dunkelgrün bis rotgrün
  • Sie sind pfeilförmig, gestielt und vorn rund
  • Der Blütenstängel ist mit pfeilförmigen, spitzen, stiellosen Blättern bewachsen
  • Er ist kantig und teilweise rot überlaufen
  • Die Blüten sind unscheinbar, rotbraun und wachsen an einer Rispe
  • Die kleinen schwarzen Samen sind in geflügelten Nussfrüchten versteckt
Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!