Pastinake
Die Pastinake erlebt seit einigen Jahren eine echte Renaissance. Lange Zeit galt sie als altmodisch und wurde von Kartoffel und Möhre verdrängt. Doch inzwischen findet sie wieder ihren Weg auf unsere Teller – und das völlig zu Recht! Mit ihrem süßlich-würzigen Geschmack, ihrer hohen Nährstoffdichte und ihrer Vielseitigkeit in der Küche begeistert sie immer mehr Menschen. Die Wurzel eignet sich nicht nur für deftige Wintergerichte, sondern hat auch in der Naturheilkunde und sogar in der Kosmetik ihren Platz.
In der Ernährung
Die Pastinake ist ein echtes Wintergemüse, das nicht nur gut schmeckt, sondern auch viel zu bieten hat. Verwendet wird hauptsächlich die weißliche, rübenartige Wurzel. Sie enthält reichlich Ballaststoffe, Vitamin C, Folsäure, Kalium, Magnesium und ätherische Öle, die ihr das charakteristische Aroma verleihen.1 Ihr hoher Gehalt an komplexen Kohlenhydraten macht sie zu einem guten Energielieferanten, besonders in der kalten Jahreszeit.
In der Küche ist sie unglaublich vielseitig einsetzbar. Früher wurde eingekochte Pastinake zu einem Sirup verarbeitet, der als Brotaufstrich Verwendung fand. Getrocknete Wurzeln mahlte man zu Mehl, um damit Kuchen und Brot zuzubereiten. Dank des hohen Zuckergehalts der Pastinake wurde in Irland Bier und in England sogar Wein damit hergestellt.
Heute werden Pastinaken hierzulande ähnlich Karotten zubereitet und erfreuen den Gaumen sowohl als Rohkostsalat, gekochtes oder gedünstetes Gemüse, Suppe, Soßengrundlage oder als Brei. Sie sind besonders arm an Nitraten,2 selbst wenn die Beete gedüngt wurden, daher kannst du sie auch unbesorgt als Babykost verwenden.
Pastinaken-Pommes
Pastinaken sind eine gesunde Alternative zu Kartoffeln, weil sie mehr Ballaststoffe enthalten und den Blutzucker langsamer ansteigen lassen. Sogar Pommes frites kannst du mit dem Wurzelgemüse selbst machen! Hier findest du ein einfaches Rezept für Pastinaken-Pommes.

Rohkostsalat mit Pastinake und Apfel
Wenn draußen die ersten Blätter fallen und die Pastinaken-Saison beginnt, darf dieser Salat nicht fehlen. Die Mischung aus erdiger Würze und frischer Süße passt zu vielen Gelegenheiten – als leichtes Mittagessen, kleine Vorspeise oder als bunter Begleiter zu einem herzhaften Gericht. Und das Beste: Der Rohkostsalat mit Pastinake und Apfel steht in wenigen Minuten auf dem Tisch.

Pastinaken-Suppe
Aus der Wurzel lässt sich fast genauso leicht ein cremiges Süppchen zubereiten. Ihre milde Würze kombiniert mit einer reifen Birne ergibt eine wunderbare Geschmackskombination. Du brauchst für die Pastinaken-Suppe mit Birne nicht viel – nur ein paar frische Zutaten, ein bisschen Zeit und Lust auf ein neues Gericht.

Heilende Anwendungen der Pastinake
Neben ihrem kulinarischen Wert hat die Pastinake auch eine heilkundliche Tradition. Ihre Wurzel enthält ätherische Öle, Cumarine, Furanocumarine und Gerbstoffe, die vor allem verdauungsfördernd wirken. In der traditionellen Pflanzenheilkunde wurde sie bei Magen-Darm-Beschwerden, Appetitlosigkeit und Blähungen eingesetzt.
Wissenschaftlich bestätigt ist die harntreibende Wirkung, die bei leichten Harnwegsbeschwerden unterstützend wirken kann. Auch die enthaltenen Cumarine wirken leicht gefäßerweiternd und können zur allgemeinen Kreislaufregulation beitragen.3
Die Pastinake ist auch ein wahrer Alleskönner für Entzündungen und Infekte. Darüber hinaus hilft sie, die Leber fit zu halten, wenn man sehr fettige Speisen bevorzugt.4 Dank ihrer Magenfreundlichkeit eignet sie sich gut für rekonvaleszente Menschen und kleine Kinder.3
Vorsicht ist bei sehr empfindlicher Haut geboten: Beim Kontakt mit dem Pflanzensaft und gleichzeitiger UV-Einstrahlung können phototoxische Reaktionen auftreten, ähnlich wie beim Wiesenbärenklau. Deshalb bei der Ernte am besten Handschuhe tragen, wenn du empfindliche Haut hast.
Tee aus Pastinaken-Blättern
Nimm eine Hand voll mit frischen zerkleinerten Blättern oder einen Esslöffel voll mit getrockneten Blättern der Pastinake und koche sie zehn Minuten lang in einem Liter Wasser. Anschließend abseihen und trinken. Dieser Tee wird traditionell bei Magen- und Nierenbeschwerden sowie Schlafstörungen verwendet. Bis zu dreimal täglich kann eine Tasse getrunken werden.
Tee aus Pastinaken-Samen
Für einen Tee, nimm einfach einen halben Teelöffel frisch geerntete Samen und übergieße sie mit 200 Millilitern kochendem Wasser. Nach sieben Minuten Ziehzeit abgießen und das Kondenswasser in den Tee abtropfen lassen.
Damit die ätherischen Öle besser verwertet werden können, gib etwas Vollmilch, Sahne oder pflanzliche Milchalternative zum Tee. In der Volksmedizin verwendete man diesen Tee, um den Appetit anzuregen und Magen und Blase zu beruhigen. Er wirkt außerdem entwässernd. Auch von dieser Zubereitung können bis zu drei Tassen am Tag genossen werden.
Vorsicht: Es sollte nicht mehr als die angegebenen Mengen getrunken werden, da Pastinaken-Tee sonst die Schleimhäute reizen kann!
Kosmetische Anwendungen, im Haushalt und Garten
In der Körperpflege ist die Pastinake zwar kein Star wie Aloe vera, ihre hautpflegenden Eigenschaften sind dennoch beachtlich. Die Wurzel kann als Basis für eine milde Gesichtsmaske dienen: Einfach gekochte Pastinake zerdrücken und mit etwas Honig vermischen – das ergibt eine beruhigende, feuchtigkeitsspendende Maske für trockene Haut.
Früher wurde der Saft der Pflanze auch zur Behandlung von Hautunreinheiten und Ekzemen verwendet.
Im Haushalt lässt sich Pastinakensud zur natürlichen Reinigung von Holzbrettern nutzen, da die ätherischen Öle antibakteriell wirken.
Fundorte, Anbau- und Erntetipps

Die Pastinake wächst sowohl in Europa als auch in Kleinasien und Nordamerika vorwiegend an Wegrändern, Schuttplätzen und wird gern in Bauerngärten kultiviert. Sie bevorzugt eher lehmigen oder moorigen Boden, kann allerdings keine Staunässe vertragen. Den Winter überlebt sie über mehrere Monate bei Temperaturen unter minus zwei Grad Celsius. Der erste Frost verleiht ihr sogar noch mehr Aroma. Die Wurzeln erntet man am besten, wenn der Boden noch nicht oder nicht mehr gefroren ist und legt sie in leicht feuchten Sand ein. Darin halten sie sich mehrere Monate frisch.
Das Kraut der Pastinake kann von Mai bis August geerntet werden, die Samen im August und die Wurzel ab September.
Die Pastinake lässt sich durch Samen vermehren. Wenn du samenfeste Sorten angebaut hast, kannst du die Samen ab September absammeln. Die erste Dolde am Haupttrieb liefert die besten Samen.
- Naehrwertrechner Pastinake ↩︎
- M. Todorović, D. Relić, S. Babić, M. Mastilović. (2015) Nitrate content in carrot, celeriac and parsnip at harvest time and during prolonged cold storage. Fresenius Environmental Bulletin. ↩︎
- Kenari, H. M., Kordafshari, G., Moghimi, M., Eghbalian, F. & TaherKhani, D. (2021). Review of Pharmacological Properties and Chemical Constituents of Pastinaca sativa. Journal Of Pharmacopuncture ↩︎
- Park, J., Lee, H., Lee, Y. R., Yoo, G., Son, H., Choi, S. Y., Park, M. & Park, H. (2025). Preventive role of Pastinaca sativa in mitigating metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease via modulation of metabolic endotoxemia. Npj Science Of Food ↩︎
- Kenari, H. M., Kordafshari, G., Moghimi, M., Eghbalian, F. & TaherKhani, D. (2021). Review of Pharmacological Properties and Chemical Constituents of Pastinaca sativa. Journal Of Pharmacopuncture ↩︎
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Sie sieht ein wenig aus wie eine weiße Karotte oder eine größere Ausgabe der Petersilienwurzel: Obwohl die Gemeine Pastinake bis Mitte des 18. Jahrhunderts zu den Grundnahrungsmitteln gehörte, war sie lange in Vergessenheit geraten. Inzwischen findet man das leckere Gemüse wieder auf dem Markt, denn nicht nur Gourmets haben sie wiederentdeckt, auch Naturheilkundler wissen die heilenden Inhaltsstoffe der Pastinake zu schätzen. Für 2011 und 2012 wurde die Pastinake sogar zum Gemüse des Jahres gekürt. Ursprünglich wuchs die wilde Form der Pastinake in Europa und Nordasien. Funde haben ergeben, dass die Pflanze bereits in der Bronze- und Jungsteinzeit von Menschen verzehrt wurde. Die Germanen kultivierten sie und der römische Feldherr Tiberius brachte das Gemüse mit nach Rom, wo der Saft der Rübe gegen die Pest verwendet wurde, worauf auch der Beiname Pestnacke deutet. Auch Wein und Bier stellte man früher aus der Pastinake her. Heute genießen wir die Pastinake als kalorienarmes Gemüse, das mit wertvollen Inhaltsstoffen punktet. Gleichzeitig hilft ein Tee aus der Wurzel gegen verschiedene Beschwerden.
- Lateinischer Name
- Pastinaca sativa
- Andere Namen
- Hammelmöhre, Pestnacken, Germanenwurzel oder Welscher Persil, Balsternak, Dickmöhre, Hirschhornröhre, Hirschfraß, Moorwurzel, Pasterna, Pastinak, Pastornak, Spindelwurz, Wilder Dill
- Familie
- Doldenblütler
- Erntemonate
- Mai - Nov
- Verwendbare Pflanzenteile
- Blätter, Früchte, Wurzeln
- Blattform
- fiederteilig
- Blütenfarbe
- gelb
- Fundorte
- Wiesen, Steinbrüche, in Getreidefeldern, Garten, moorige Böden
- Verwechslungsgefahr
- Mit dem hochgiftigen gefleckten Schierling. Die Dolden ähneln Dill und Fenchel, die Wurzel sehen ähnlich aus wie Petersilienwurzel, nur dicker.
- Giftigkeit
- ungiftig
- Warnungen
- Phototoxische Reaktionen durch Berühren der Pflanze, Wiesengräserdermatitis, Allergie gegen Doldenblütler
- Inhaltsstoffe
- ätherische Öle, Ballaststoffe, Eiweiß, Inulin, Kalium, Vitamin C
- Eigenschaften
- antimikrobiell, appetitanregend, beruhigend, harntreibend, immunstärkend, verdauungsfördernd
- Hilft bei
- Blasenleiden, Magen-Darmbeschwerden, Magenkrämpfe, Verstopfung












