Wiesen-Bärenklau (Gemeiner Bärenklau)

Der aromatische Wiesen-Bärenklau wird gern in der Küche verwendet, kann aber auch für die Gesundheit z.B. bei Erkältungen und hohem Blutdruck genutzt werden

Wiesen-Bärenklau ist sehr aromatisch und wird deshalb auf vielerlei Weise in der Küche verwendet. Als Heilpflanze ist er seltener in Gebrauch, obwohl schon Diuskurides ihn gegen vielerlei Leiden zu nutzen wusste.

Auf den Pflanzensaft des Wiesen-Bärenklau kann unsere Haut allergisch reagieren, besonders im Zusammenhang mit Sonnenlicht. Verantwortlich dafür sind Furocumarine, die unsere Haut extrem lichtempfindlich machen, weshalb Wiesen-Bärenklau auch nicht in großen Mengen verzehrt werden sollte. In den Samen ist die Konzentration der Furocumarine besonders hoch.

In der Ernährung

Wiesen-Bärenklau enthält besonders viel Vitamin C, Kalzium und Magnesium sowie weitere Mineralien.

Im Frühjahr werden junge Blätter roh im Salat oder Smoothie verspeist, zum Beispiel eignen sie sich in einem grünen Smoothie gegen Magnesiummangel. Darüber hinaus kann man die Blätter wie Gemüse garen, in Pfannkuchenteig ausbacken oder gemischt mit anderen Wildkräutern zu Pesto verarbeiten. Getrocknet eignen sie sich als Gewürz für Salate und Gemüsegerichte.

Bis August sind die Blattstängel ebenso wie die Blätter zu verwenden. Sie müssen lediglich von ihren harten Fasern befreit werden.

Die Knospen des Wiesen-Bärenklau können roh in den Salat gegeben oder als sehr aromatisches Gemüse gekocht werden.

Unreife Samen eignen sich gut als Würze in Süßspeisen, auch in Wildkräuter-Limonaden sind sie ein feiner Geschmacksgeber.

Im Herbst und Winter kann die rettichartig-scharfe Wurzel geerntet werden und gerieben als Gewürz dienen.

Heilende Anwendungen

In der Naturheilkunde werden Blätter und Wurzel genutzt. Wiesen-Bärenklau wirkt anregend und verdauungsfördernd. Volksmedizinisch wurde er bei Epilepsie und Hysterie angewendet.

Tee

Bei hohem Blutdruck, Erkältungen und Husten kann ein Tee mit Wiesen-Bärenklau Linderung schenken. Außerdem wird ihm eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Für den Tee zwei Teelöffel Blätter oder Wurzelstücke mit kochendem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen. Nicht mehr als zwei Tassen am Tag trinken.

Tinktur

Anstelle des Tees kannst du auch eine Tinktur aus den Blättern oder der Wurzel bereiten. Sie verfügt die gleiche Wirkung wie der Tee. Wie du eine Tinktur zubereitest, erfährst du hier. Hier findest du auch eine Anleitung zur Herstellung von Tinkturen ohne Alkohol.

Erkennung und Sammeltipps

Der aromatische Wiesen-Bärenklau wird gern in der Küche verwendet, kann aber auch für die Gesundheit z.B. bei Erkältungen und hohem Blutdruck genutzt werden
Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)

Wiesen-Bärenklau bevorzugt feuchte Standorte und ist auf Wiesen, an Wegrändern und in lichten Wäldern zu finden. Er wird bis zu 1,5 Meter hoch, ist aber oft um einiges kleiner. Gegenüber dem Riesen-Bärenklau unterscheidet er sich in seiner Größe, Riesen-Bärenklau wird zwei bis fünf Meter hoch. Der mächtige Stängel des Riesen-Bärenklau ist außerdem gefleckt, während der Stiel des Wiesen-Bärenklau einfarbig grün oder rötlich-braun ist.

  • Der Stängel ist kantig mit tiefen Furchen und ist dicht behaart
  • Die Blätter sind an ihrer Oberseite rau behaart und stehen an behaarten Stielen
  • Sie sind gefiedert und gesägt und nehmen unterschiedliche Formen an
  • An den Blattachseln sind große Blattscheiden zu sehen
  • Eine einzelne Blütendolde kann bis zu 30 Strahlen besitzen
  • Die Samen werden etwa 1 cm groß und sind breit geflügelt

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Wiesen-Bärenklau ist recht häufig anzutreffen und eine echte Delikatesse. Jedoch wissen nur die wenigsten, dass er essbar und noch dazu ein sehr aromatisches Gemüse ist. Der mächtige Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, ist dagegen nicht essbar. Der Name Bärenklau beruht auf der Ähnlichkeit seiner Blätter zu den Klauen der Bären.
Lateinischer Name
Heracleum sphondylium
Andere Namen
Wiesenrhabarber, Bärenfuß, Bärentatze, Wolfsklau
Familie
Doldengewächse (Apiaceae)
Erntemonate
ganzjährig
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Knospen, Samen, Wurzeln
Blattform
fiederteilig
Blütenfarbe
weiß
Fundorte
Wiesen, Gärten, Wegränder, lichte Wälder
Verwechslungsgefahr
mit anderen Doldenblütlern, allerdings ist die Blattform anders und mit dem Riesenbärenklau
Giftigkeit
teilweise giftig
Warnungen
Allergische Hautreaktion mit dem Kraut im Zusammenhang mit Sonneneinstrahlung
Inhaltsstoffe
ätherische Öle, Eisen, Eiweiß, Kalium, Kalzium, Linolsäure, Magnesium, Vitamin A, Vitamin C
Eigenschaften
anregend, blutdrucksenkend, schleimlösend, verdauungsanregend
Hilft bei
Bluthochdruck, Erkältungen, Husten

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  1. Wer Wiesenbärenklau zum Essen sammelt, sollte diesen klar unterscheiden können von der Herkulesstaude (starke Verbrennungen bei Kontakt zu allen Pflanzenteilen und Pflanzensaft möglich) und von den hochgiften Doldenblütler Gefleckter Schierling (Conium maculatum) und Wasserschierling (Cicuta virosa).

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