Gewöhnlicher Gilbweiderich

Der Gewöhnliche Gilbweiderich ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch ein wirksames Heilkraut bei Parodontitis, Durchfall und Erkältungsbeschwerden.

Der Gewöhnliche Gilbweiderich gehört zu den wenigen Pflanzen, die keinen Nektar, sondern Öl ausscheiden, um Insekten zur Bestäubung anzulocken. Für einige Wildbienen ist der Gilbweiderich als Futterquelle für die Larven überlebenswichtig. Die Blüten stecker voller heilkräftiger Inhaltsstoffe, genau wie der Rest der Pflanze, die auch heute noch für die Gesundheit eingesetzt werden können.

In der Ernährung

Alle Pflanzenteile des Gilbweiderichs sind essbar und lassen sich in den Speiseplan integrieren. Geschmacklich erinnern die Blätter etwas an Feldsalat. Die jungen, zarten Blätter sind leicht säuerlich und haben eine erfrischende Note. Die älteren Blätter haben einen eher herben Geschmack.

Die Blätter sind eine würzige Ergänzung in selbstgemachtem Spinat wie diesem Wildkräuter-Spinat und in anderen Gemüsebeilagen. Fein geschnitten schmecken sie auch in Suppen und Salaten. Die gelben Blüten sind eine vitaminreiche Dekoration auf belegten Broten, Salaten und Desserts. Auch selbst gemachtem Kräutersalz geben sie eine hübsche Farbe.

Heilende Anwendungen

Der Gemeine GIlbweiderich ist reich an Vitamin C, Kieselsäure und Gerbstoffen. Seine zusammenziehenden, blutstillenden und entzündungshemmenden Eigenschaften machen ihn zu einem idealen Mittel gegen alle Arten von Entzündungen im Mundraum, der Schleimhäute und des Zahnfleisches.

Auch bei Magen-Darm-Beschwerden ist das Kraut ein bewährtes Heilmittel. Erkältungsbeschwerden wie Fieber, Husten und Halsentzündungen lassen sich mit Gilbweiderich ebenfalls lindern.

Dafür kannst du frische Blätter und Blüten einfach in deine Mahlzeiten mischen oder du probierst eines der folgenden Rezepte.

Tee

Ein heilkräftiger Teeauszug mit Gilbweiderich wird aus frischen oder getrockneten Blüten, Blättern und Stängeln zubereitet. Um einen Vorrat anzulegen schneide die Stängel des blühenden Krautes etwa ein Drittel über der Erde ab und binde sie zu Sträußen zusammen. Getrocknet lässt sich das Kraut leicht zerkleinern und luftdicht in einer Teedose oder einem Schraubglas aufbewahren.

So wird der Tee zubereitet:

  1. Ein Esslöffel frisches oder getrocknetes Gilbweiderichkraut in eine Tasse geben und mit 250 Milliliter kochendem Wasser übergießen.
  2. Zugedeckt für zehn Minuten ziehen lassen.
  3. Abseihen, nach Geschmack süßen und warm genießen.

Bei Erkältungs- und Magen-Darm-Beschwerden werden drei Tassen über den Tag verteilt getrunken. Gegen Entzündungen der Mundschleimhäute gurgle mehrmals am Tag mit dem ungesüßten Tee.

Tinktur

Die schleimlösenden und entzündungshemmenden Wirkstoffe des Gilbweiderichs kannst du dir mit einer selbst gemachten Tinktur zunutze machen. Dazu brauchst du nichts weiter als etwas neutralen Alkohol sowie eine Handvoll Blüten und Blätter, die 24 Stunden lang angetrocknet wurden.

Zur Linderung von Husten, Halsschmerzen, Nervosität und Magen-Darm-Beschwerden werden dreimal täglich 10 bis 15 Tropfen Gilbweiderich-Tinktur verdünnt mit Wasser oder Tee eingenommen.

Anwendungen im Haushalt

Der Gemeine Gilbweiderich ist eine Färberpflanze und lässt sich zum Färben von Wolle verwenden. Für einen gelben Farbton wird der oberirdische Teil der Pflanze genutzt. Die Wurzeln ergeben einen Braunton. Als Beize für die Wolle lässt sich beispielsweise das Hausmittel Alaun verwenden, damit die Farbe gut an der Wolle haftet und ein kräftiger Farbton entsteht.

Wenn du es nicht eilig hast, kannst du deinen Textilien auch mit Solarfärben in einem großen Glas einen neuen Look verpassen.

Erkennung und Sammeltipps

Der Gewöhnliche Gilbweiderich ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch ein wirksames Heilkraut bei Parodontitis, Durchfall und Erkältungsbeschwerden.

Der Gewöhnliche Gilbweiderich ist eine mehrjährige, krautige Pflanze mit einer Höhe von 50 bis 150 Zentimetern. An seinen typischen Merkmalen ist er leicht zu erkennen:

  • Der Stängel wächst aufrecht und ist im oberen Bereich leicht verzweigt.
  • Die Laubblätter sind quirlig oder gegenständig am Stiel angeordnet.
  • Sie sind eiförmig-lanzettlich und 10 bis 15 Zentimeter lang.
  • In den Blattachseln der oberen Blätter befinden sich doldenartige Blütenstände.
  • Die gelben Blüten besitzen fünf Kronblätter und haben eine Größe von etwa zwei Zentimetern.
  • Die Blütezeit ist von Juni bis August.
  • Die 1,5 Millimeter langen Früchte reifen im Oktober und verbreiten sich durch den Wind.

Anbautipps

Der Gewöhnliche Gilbweiderich ist pflegeleicht und benötigt außer regelmäßigem Gießen keine besondere Pflege. Er fühlt sich auf durchlässigen, nährstoffreichen Böden wohl, an einem halbschattigen bis sonnigen Standort.

Nach der Blüte freut sich der Gilbweiderich über einen starken Rückschnitt. Die abgeschnittenen Stängel können dann für einen Teevorrat mit samt Blüten und Blättern zu Sträußen gebunden und zum Trocknen aufgehängt werden.

Über unterirdische Ausläufer verbreitet sich der Gilbweiderich von alleine. Mit einer Wurzelsperre lässt sich verhindern, das sich die Stauden zu stark im Garten ausbreiten. Eine Kultivierung im Topf auf dem Balkon ist ebenfalls möglich.

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Der Gewöhnliche Gilbweiderich ist in weiten Teilen Europas und Nordasiens verbreitet. Bereits vor mehreren hundert Jahren wurde er als Heilkraut verwendet und war in vielen Bauerngärten zu finden. In der Volksheilkunde wurde der Gilbweiderich bei Skorbut eingesetzt. Aber auch bei vielen anderen Beschwerden ist das Kraut ein wirksames und natürliches Heilmittel, das heutzutage in Vergessenheit geraten ist.
Lateinischer Name
Lysimachia vulgaris
Andere Namen
Rispen-Gilbweiderich, Gewöhnlicher Felberich, Gelbweiderich, Felberich
Familie
Primelgewächse (Primulaceae)
Erntemonate
Mai - Aug
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Blüten, Stiele, Triebe, Wurzeln
Blattform
eiförmig, lanzettlich
Blütenfarbe
gelb
Fundorte
In lichten Wäldern, auf feuchten Wiesen an den Rändern von Sümpfen, Flüssen und Teichen
Giftigkeit
ungiftig
Inhaltsstoffe
ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Kieselsäure, Saponine, Vitamin C
Eigenschaften
adstringierend, auswurffördernd, blutstillend, entzündungs­­hemmend, schleimlösend, wundheilend
Hilft bei
Durchfall, Erkältung, Fieber, Magen-Darmbeschwerden, Mundschleimhautentzündungen, Skorbut, Zahnfleischentzündungen

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