Lorbeer
Der Lorbeer gehört zu den Pflanzen, die uns schon seit Jahrtausenden als Gewürz, Heilpflanze und Symbolkraft begleiten. Du kennst ihn vielleicht vor allem aus der Küche, denn das kräftige, aromatische Blatt verleiht vielen Gerichten Tiefe und Geschmack. Doch der Lorbeer kann noch mehr: seine Wirkstoffe entfalten entspannende, verdauungsfördernde und leicht entzündungshemmende Effekte. In der Küche nutzt du die Blätter als Aromageber für Suppen, Eintöpfe, Saucen und marinierte Gerichte. In der Heilkunde dient Lorbeertee oder Lorbeeröl zur Unterstützung bei Verdauungsbeschwerden, zur Förderung der Durchblutung und zur äußeren Anwendung bei Muskelverspannungen.
Herkunft, Geschichte und kulturelle Bedeutung
Der Lorbeer stammt aus dem mediterranen Raum, dort wächst er wild in den warmen, trockenen Landschaften Südosteuropas und Kleinasiens. Bereits in der Antike galt er als heilige Pflanze: Die alten Griechen und Römer verbanden ihn mit dem Gott Apollon und verwendeten Lorbeerkränze als Siegeszeichen bei Dichterwettbewerben und sportlichen Wettkämpfen. Dichter wie Homer wurden mythologisch mit Lorbeerehren ausgezeichnet – daher rührt der heutige Ausdruck “ein Lorbeerkranz” als Symbol für Anerkennung und Erfolg.
Im Mittelalter wurde Lorbeer vor allem in Klostergärten kultiviert, weil man ihm schützende und heilende Kräfte zuschrieb. Man trug Lorbeerblätter als Amulett gegen böse Einflüsse oder steckte sie an Haustüren, um Haus und Hof zu schützen. In der Volksmedizin nutzten Kräuterfrauen die kräftigen Blätter bei Erkältungen, Verdauungsproblemen oder Gelenkbeschwerden.
Lorbeer in der Ernährung
Lorbeerblätter werden trocken oder frisch verwendet, selten roh, dafür umso häufiger als Gewürz in Langzeitgerichten: Im Gulasch, Ragout oder beim Schmoren entfalten sie ihr volles Aroma. Du gibst die Blätter am besten zu Beginn des Kochprozesses mit ins Gericht und nimmst sie vor dem Servieren wieder heraus, da sie sich nicht gut zerkleinern lassen und recht fest sind.
Ein Lorbeerblatt ist zum Beispiel fester Bestandteil des Bouquet garni, das zum Würzen von Brühen, Eintöpfen und Schmorgerichten dient. Für das französische Kräutersträußchen werden einige frische Zweige Petersilie und Thymian mit einem Lorbeerblatt zusammengebunden und mit in die Kochflüssigkeit gegeben. Die Thymianzweige können dabei in ein Lauchblatt gewickelt werden, damit keine harten Teile des Krauts ins Gericht gelangen.

Die Blätter passen zu Fleisch, Fisch, Wild, Suppen, Eintöpfen, Soßen, Rotkohl, Sauerkraut und Pasteten und werden dafür auch gerne mit Wacholder und Gewürznelken kombiniert.
Sauer eingelegtes Gemüse wie etwa Zucchini sowie Gewürzöle profitieren ebenfalls von dem herb-würzigen Geschmack des Lorbeers. Zu länger kochenden Gerichten gibt man den Lorbeer erst in der letzten halben Stunde hinzu. Die getrockneten Blätter werden am besten dunkel in einem gut verschließbaren Behälter aufbewahrt.
Heilende Anwendungen
Lorbeer ist nicht nur ein Gewürz, sondern auch eine Heilpflanze. Vor allem durch die enthaltenen ätherischen Öle, Bitterstoffe und Phenole tragen dazu bei. So wirken Eugenol, Borneol und Linalool wirken schmerzstillend, entzündungshemmend und entkrampfend, was die Verdauung fördert. Das wurde in präklinischen Studien gezeigt.1
Traditionell trinkt man Lorbeertee bei Völlegefühl, Blähungen oder leichten Magenbeschwerden. Auch zur Unterstützung bei Erkältungskrankheiten wurde Lorbeertee früher genutzt. Volksheilkundlich wird Lorbeer auch bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder rheumatischen Schmerzen eingesetzt – hier ist die Evidenz jedoch deutlich schwächer.
Lorbeerblätter-Tee
Für einen heilsamen Tee einen Teelöffel zerkleinerte Lorbeerblätter in 250 Milliliter Wasser aufkochen und zehn Minuten lang ziehen lassen. Je eine Tasse morgens und abends trinken.
Vorsicht ist geboten bei Überdosierung: Zu viel Lorbeertee kann den Magen reizen, und Allergiker sollten vorsichtig sein. Schwangere und Stillende sollten vor innerlicher Anwendung Rücksprache mit einer Fachperson halten.

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Kosmetische Anwendung, Haushalt und Garten
Lorbeer findet auch in der äußeren Anwendung einen Platz. Aus Lorbeerblättern kannst du ein klares Öl oder eine Tinktur ansetzen. Dieses eignet sich zur Hautpflege bei trockener Haut oder als Massageöl bei Muskelverspannungen. Die enthaltenen ätherischen Öle wirken wärmend und durchblutungsfördernd, weshalb Lorbeeröl gerne in Salben für verspannte Muskeln oder bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt wird. Lorbeerblätter können ebenfalls für Bäder verwendet werden.
Im Haushalt kann Lorbeer zur natürlichen Duftverbesserung beitragen – einige Blätter im Kleiderschrank mindern unangenehme Gerüche.
Räuchern von Lorbeerblättern
Wenn du erschöpft oder angespannt bist, soll das Räuchern von Lorbeerblättern den Raum von negativen Energien befreien können. Dafür einige Lorbeerblätter zerkleinern, in eine feuerfeste Schale geben und anzünden.
Verdampfen oder Versprühen von ätherischem Lorbeeröl
Das Verdampfen oder Versprühen von ätherischem Lorbeeröl verscheucht Insekten durch seinen für die Quälgeister unangenehmen Duft. Gleichzeitig soll es auch anregend, harmonisierend und konzentrationsfördernd wirken. Daher das Aerosol nicht länger als zwei Stunden am Stück und nicht direkt vor dem Schlafengehen einatmen, da sonst der Schlaf gestört werden könnte.
Je nach Raumgröße fünf bis zehn Tropfen ätherisches Öl in die wassergefüllte Schale einer Duftlampe oder drei Tropfen auf einen Duftstein geben.
Erkennung
Die Sträucher oder Bäume des Echten Lorbeers können bis zu zehn Meter hoch werden und fallen durch ihren aufrechten Wuchs auf.
- Die immergrünen aromatische Blätter haben eine längliche Form und sind leicht gewellt
- Die Blattoberfläche ist ledrig und glänzend
- Die Gelbgrünen Blüten wachsen in kleinen achselständigen Büscheln
- Die Beeren sind glänzend, blauschwarz und kugelförmig
- Der Baumstamm verfügt über eine glatte, graue Rinde ohne Furchen
Der Lorbeer kann mit dem giftigen Kirschlorbeer verwechselt werden. Dieser bildet jedoch fleischige Blätter und endständige Blütentrauben aus. Die blauschwarzen Früchte hängen an Stielen herunter und das Blätteraroma ist bittermandelartig.
Anbautipps für Lorbeer
Der immergrüne Lorbeer kann im eigenen Garten gedeihen, wenn er im Kübel gepflanzt wird und an einer sonnigen, windgeschützten Stelle steht. Die besten Pflanzzeiten sind im Frühjahr und Herbst. Lorbeer verträgt nur geringe Minusgrade, daher ist es sinnvoller, ihn im Haus überwintern zu lassen. Dort empfiehlt sich ein heller Standort und moderates Gießen. In warmen Gegenden kann Lorbeer auch im Winter draußen bleiben, Nähern sich die Temperaturen jedoch der Frostgrenze, sollte er vorsichtshalber gut eingepackt werden.
- Mohammad Sayyah, G Saroukhani, A Peirovi, Mohammad Kamalinejad. (2003). Analgesic and anti-inflammatory activity of the leaf essential oil of Laurus nobilis L. Phytotherapy Research. DOI:10.1002/ptr.1197 ↩︎
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Immergrüner Strauch mit aromatischen, lederartigen Blättern
- Lateinischer Name
- Laurus nobilis
- Andere Namen
- Echter Lorbeerstrauch, Lorbeerbaum, Edler Lorbeer, Gewürzlorbeer, Wundblatt, Götterstrauch, Nierenblatt, Daphnebusch
- Familie
- Lorbeergewächse (Lauraceae)
- Erntemonate
- ganzjährig
- Verwendbare Pflanzenteile
- Blätter
- Blattform
- lanzettlich
- Blütenfarbe
- gelb, grün
- Fundorte
- Mediterrane Regionen, Küchengärten weltweit
- Verwechslungsgefahr
- mit dem giftigen Kirschlorbeer
- Giftigkeit
- ungiftig
- Hinweise zur Giftigkeit
- Blätter nicht mitessen
- Warnungen
- In der Schwangerschaft nur kleine Mengen verwenden.
- Inhaltsstoffe
- ätherische Öle, Beta-Sitosterol, Bitterstoffe, Borneol, Eugenol, Kampfer, Thymol, Valeriansäure
- Eigenschaften
- adstringierend, antibakteriell, appetitanregend, harntreibend, verdauungsfördernd
- Hilft bei
- Muskelschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Verdauungsprobleme
- Erkennung / Sammeltipps
- Aromatischer Duft beim Zerreibe
- Anbau
- Sonnig, durchlässiger Boden, wenig Frost













Liebes Team von der Kostbaren Natur, ein wirklich toller Beitrag! 👋
Ich nutze Lorbeerblätter ja super gerne für meine Erkältungsbäder im Herbst/Winter – das löst den Schleim so wunderbar. Und als Gewürz darf er natürlich auch nicht fehlen, besonders jetzt in der Eintopf-Saison ist er bei uns ein Muss! 🍲
Liebe Grüße,
Julia
Lorbeer ist sehr wertvollen Strauch. Meiner steht mit voller Blütenpracht da.