Petersilie
Petersilie ist ein traditionelles Küchengewürz und hat sich über Jahrhunderte auch als Heilkraut bewährt. Ob kraus oder glatt, ihr frisches Grün ziert nicht nur Gerichte, sondern steckt voller Vitalstoffe. Sie regt die Verdauung an, unterstützt die Nierentätigkeit und wirkt leicht entwässernd. In der traditionellen Heilkunde wurde sie gegen Blasenbeschwerden, Verdauungsprobleme und sogar zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Doch auch in der modernen Ernährung ist sie nicht wegzudenken und liefert wichtige Vitamine wie C und K sowie Eisen und Kalium.
Herkunft, Geschichte und kulturelle Bedeutung
Der botanische Name der Petersilie lautet Petroselinum crispum. Sie gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist eng verwandt mit Sellerie, Dill und Möhre. Trivialnamen sind auch “Peterlein”, “Peterli” oder regional einfach “Suppengras”.
Die Petersilie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde bereits in der Antike von den Griechen und Römern geschätzt. Sie nutzten sie nicht nur als Gewürz, sondern auch als Symbolpflanze für Tod und Wiedergeburt.
Im Mittelalter galt Petersilie als magische Pflanze. Man schrieb ihr die Kraft zu, böse Geister fernzuhalten, weshalb sie in Wohnräumen ausgestreut wurde. In Liebesritualen stand sie symbolisch für Fruchtbarkeit und Bindung.
Aufgrund ihrer wehenfördernden Wirkung wurde sie – gemeinsam mit Salbei – auch als natürliches Mittel zum Schwangerschaftsabbruch verwendet.
Hildegard von Bingen empfahl sie zur Stärkung des Herzens und zur Entgiftung.1
In der Ernährung
Die Blätter der Petersilie sind reich an Vitamin C – mit 160 mg in 100 g Blattgrün sogar mehr als viele Zitrusfrüchte. Auch Vitamin K, Folsäure, Eisen, Kalium und sekundäre Pflanzenstoffe machen sie wertvoll.2
Am besten schmeckt die Petersilie frisch, direkt vom Topf auf der Fensterbank. Alternativ ist tiefgekühlte Petersilie eine gute Möglichkeit.
Petersilie sollte nicht lange erhitzt werden, um den hohen Gehalt an Vitamin C und ihr angenehmes Aroma nicht zu zerstören.
Verwendet werden hauptsächlich die Blätter, aber auch die Wurzeln (bei der Wurzelpetersilie) und Samen finden Anwendung. Die glatte Petersilie schmeckt intensiver als die krause und wird daher gerne für Pestos, grüne Smoothies oder Salate verwendet.
Petersilien-Minz-Salat
Im Mittelmeerraum, aber auch im Kaukasus und Orient, wird viel mit frischer Minze gekocht. Vielleicht gefällt dir ja dieses Rezept als frische Beilage zu Grillfleisch oder Grillgemüse? Du brauchst:
- 3 Bund Petersilie
- 1 Bund Minze
- 6 große Tomaten
- 1 Salatgurke
- 3 Frühlingszwiebeln
- 1 kleine Chilischote
- Zitronensaft
- Olivenöl
- Pfeffer, Salz
Um den Kräutersalat zuzubereiten, gehst du wie folgt vor:
- Die Blätter von Petersilie und Minze grob hacken.
- Beide Kräuter vermischen und beiseite stellen.
- Den Rest des Gemüses in kleine Würfel schneiden.
- Eine Sauce aus Olivenöl, Zitronensaft, Pfeffer und Salz anrühren.
- Gurken, Frühlingszwiebeln und Tomaten mischen und in eine Salatschüssel füllen oder auf Tellern anrichten.
- Kräutermischung locker darüber häufen und alles mit der Sauce begießen.
Vor dem Servieren kannst du die Sauce mit in feine Ringe geschnittenen Chilischoten dekorieren.
Heilende Anwendungen
Petersilie ist reich an Flavonoiden, ätherischen Ölen (z. B. Apiol und Myristicin), Vitamin C und Eisen. Diese Inhaltsstoffe haben eine antioxidative, entzündungshemmende und harntreibende Wirkung.3 In der Volksheilkunde wird sie bei Blähungen, Menstruationsbeschwerden, Wassereinlagerungen und zur Förderung der Nierentätigkeit eingesetzt.
Haumann (2017) zeigte, dass Petersilienextrakte in vitro die Zellproliferation von Trophoblastzellen beeinflussen, was die traditionelle Nutzung bei Menstruationsbeschwerden unterstützt. Zusätzlich wurde die entzündungshemmende Wirkung belegt. 4
Auch bei Eisenmangel kann Petersilie unterstützend wirken, besonders in Kombination mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln, die die Eisenaufnahme verbessern.
Eine altbewährte Anwendung ist der Petersiliensaft: Frisch gepresst, jedoch nur in kleinen Mengen, da die ätherischen Öle in hoher Konzentration reizend wirken können.
Für einen klassischen Petersilientee übergieße zwei Teelöffel frische Blätter mit 250 ml heißem Wasser, 10 Minuten ziehen lassen. Dieser wirkt leicht entwässernd und unterstützt die Nieren.
Achtung: Schwangere sollten auf hohe Dosierungen verzichten, da Apiol wehenfördernd wirken kann. Bei bestehenden Nierenerkrankungen ist ebenfalls Vorsicht geboten. Bei Unsicherheiten zur Dosierung oder wenn du Bedenken hast, empfiehlt es sich, ärztlichen Rat einzuholen.
Mehr heilsame Anwendungen mit bekannten Heil- und Wildkräutern findest du in unserem Buch:
Kosmetische Anwendungen, im Haushalt und Garten
Petersilie eignet sich auch für die Hautpflege. Ihre antibakterielle Wirkung hilft bei unreiner Haut. Ein Gesichtswasser aus Petersilientee kann klärend und erfrischend wirken. Auch gegen Augenringe wird ein kalter Aufguss als Umschlag empfohlen.
In der Haarpflege wird Petersilie manchmal in Rinsen gegen fettige Kopfhaut eingesetzt. Die enthaltenen Flavonoide stärken Haut und Haarwurzeln.
Im Haushalt kann ein starker Petersilienaufguss gegen Knoblauch- oder Zwiebelgeruch auf Händen helfen. Auch als natürliches Mittel gegen Mundgeruch ist sie beliebt.
Aussehen und Erkennungsmerkmale

Petersilie ist eine zweijährige Pflanze mit gefiederten Blättern. Die krause Variante hat dichte, lockige Blätter, während die glatte Sorte eher an Sellerie erinnert. Die Blätter sind sattgrün und wachsen in einer grundständigen Rosette. Die Doldenblüte erscheint im zweiten Jahr und ist gelblich-weiß.
Der Geruch ist würzig-frisch, die Wurzel bei der Wurzelpetersilie dick und weißlich. Verwechslungsgefahr besteht mit der giftigen Hundspetersilie oder dem Schierling, daher beim Sammeln auf den charakteristischen Geruch und die Blattform achten.
Petersilie wächst bevorzugt an sonnigen bis halbschattigen Plätzen mit lockerem, nährstoffreichem Boden. Geerntet wird vom Frühjahr bis späten Herbst. Blüht sie, verliert sie an Aroma und sollte nicht mehr ausgiebig verwendet werden.
Anbautipps
Petersilie lässt sich problemlos im Garten oder auf dem Balkon ziehen. Sie mag halbschattige Lagen und tiefgründige, humose Böden. Staunässe vermeiden, regelmäßig, aber nicht zu viel gießen. Direktsaat ist möglich, aber Geduld gefragt: Die Keimung dauert zwei bis vier Wochen.
Am besten gedeiht Petersilie, wenn man sie nicht direkt nächstverwandten Pflanzen wie Dill oder Sellerie setzt. Die Ernte beginnt, sobald sich ausreichend Blätter gebildet haben. Immer von außen nach innen ernten.
Du hast eigene Erfahrungen mit Petersilie gemacht? Ein bewährtes Rezept oder ein Pflegetipp für den Anbau? Dann teile ihn gerne mit uns in den Kommentaren!
- Hildegard von Bingen – Heilkraft der Natur – Physica: Amazon.de: Books. (o. D.). ↩︎
- Petersilienblatt frisch Nährwerte (o. D.) ↩︎
- Nijveldt, R. J., Van Nood, E., Van Hoorn, D. E., Boelens, P. G., Van Norren, K. & Van Leeuwen, P. A. (2001). Flavonoids: a review of probable mechanisms of action and potential applications. American Journal Of Clinical Nutrition, 74(4), 418–425 ↩︎
- Haumann, J. (2017). Petroselinum crispum und Zingiber officinale in einer Trophoblastfunktion-in-vitro-Studie. In Universität Rostock Medizinische Fakultät, Humanmedizin, Prof. Dr. med. Volker Briese, Prof. Dr. med. habil. Karin Kraft & Prof. Dr. med. Rainer Böger, Universität Rostock Medizinische Fakultät | Humanmedizin ↩︎
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Petersilie statt Orangen? Wenn es um die Vitamin-C-Versorgung geht, so ist der Fall klar: Petersilie ist eine gute regionale Vitamin-C-Quelle von der Fensterbank. Laut einem alten Volksglauben wirkt Petersilie sogar aphrodisierend auf Männer. Zwei sehr überzeugenden Gründe, um sich etwas mehr mit dem etwas altmodisch wirkenden Küchenkraut zu beschäftigen!
- Lateinischer Name
- Petroselinum crispum (krause Petersilie) und Petroselinum hortense (glattblättrige Petersilie)
- Andere Namen
- Peterle, Peterli, Felswurz, Petersilgen Pitterseltch, Peterling, Petergrün, Silk, Bittersilche
- Familie
- Doldenblütler (Apiaceae)
- Erntemonate
- Apr - Okt
- Verwendbare Pflanzenteile
- Blätter
- Blattform
- gefiedert
- Blütenfarbe
- gelb, weiß
- Fundorte
- Ursprünglich Mittelmeerraum, heute weltweit angebaut
- Verwechslungsgefahr
- Mit Hundspetersilie oder Schierling (giftig!)
- Giftigkeit
- teilweise giftig
- Hinweise zur Giftigkeit
- Nur bei Überdosierung problematisch; Apiol kann wehenfördernd sein
- Inhaltsstoffe
- ätherische Öle, Vitamin C
- Eigenschaften
- entwässernd, entzündungshemmend, harntreibend, kontrahierend, menstruationsfördernd
- Hilft bei
- Harngrieß, Harnwegsentzündungen, Harnwegsinfekte, Menstruationsbeschwerden, Nierenprobleme
- Erkennung / Sammeltipps
- Gefiederte Blätter, charakteristischer Geruch, Blattrosette
- Anbau
- Halbschatten, humoser Boden, verträgt keine Staunässe










Petersilie ist auch Giftpflanze 2023, nach der Blüte sollte sie nicht mehr verzehrt werden!
Habe ich auch gelesen! Ist das wirklich war?
Wir leben schon in sehr verrückten Zeiten >>> ALLES steht auf dem Kopf!
Irgendwie ist es völlig unlogisch! Auf dem halben Erdball und schon sehr, sehr lange wird Petersilie angebaut und verzehrt! > ein überaus beliebtes Küchenkraut!
Die Lüge versucht ein letztes Mal, sich Gehör zu verschaffen! Ab 2026 ist damit Schluss!
In der Tat ist Petersilie im zweiten Jahr nach der Blüte giftig, aber dieser Zustand wird hierzulande wegen Frost kaum erreicht. Das aromatische frische und sehr gesunde Kraut ist stets einjährig.
Wir haben die Hinweise zur Giftigkeit oben entsprechend ergänzt.
Liebe Grüße