Echter Thymian

Thymian ist ein aromatisches Küchenkraut, dessen ätherische Öle wohltuend auf Atemwege, Verdauung und das Immunsystem wirken.

Thymian (Thymus vulgaris) gehört zu den wenigen Küchenkräutern, die zugleich als anerkanntes Heilmittel gelten. Sein würziges, warmes Aroma macht ihn zu einer beliebten Zutat in mediterranen Gerichten. Darüber hinaus wird er innerlich bei Atemwegsbeschwerden eingesetzt und äußerlich zur Hautpflege. Zudem wirkt Thymian beruhigend auf Schleimhäute, unterstützt die Verdauung und hat mild antimikrobielle Eigenschaften.

Herkunft, Geschichte & kulturelle Bedeutung

Thymian stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wo er seit Jahrtausenden kultiviert wird. In der griechischen Antike nutzte man Thymian in Bädern, weil man dem Kraut reinigende und belebende Eigenschaften zuschrieb. Die Römer verbreiteten ihn später in ganz Europa, sowohl in Gärten als auch in der Küche. Im Mittelalter war Thymian in Klostergärten ein unverzichtbares Kraut: Mönche setzten ihn bei Husten, Verdauungsbeschwerden und zur Stärkung des gesamten Körpers ein.

In der Ernährung

Thymian ist eines der beliebtesten Würzkräuter in der Küche und verträgt längeres Mitkochen gut. Seine getrockneten oder frischen Blättchen bereichern Suppen, Eintöpfe, Gemüsegerichte, Fleisch und Marinaden mit würzigem Geschmack. Besonders gut harmoniert Thymian mit Tomaten, Zwiebeln, Lamm, Geflügel und Kartoffeln

Die Blätter und Triebe enthalten wichtige ätherische Öle, vor allem Thymol und Carvacrol, sowie Flavonoide und Vitamin C.

Gegrillte Nektarinen mit Thymian

Gern verwendet man Thymian für Wild- und Lammgerichte, aber auch süßen Speisen gibt er eine interessante Note. Probiere doch einmal das folgende Rezept:

  1. Nektarinen waschen, halbieren und entkernen.
  2. Die Hälften in eine kleine Auflaufform setzen.
  3. Jeweils mit einer Teelöffelspitze gerebeltem Thymian bestreuen und mit etwas Waldhonig beträufeln. Den Honig eventuell zuvor leicht anwärmen, damit er sich besser verteilen lässt.
  4. Den Ofen währenddessen kurz auf 180 Grad in der Grillfunktion vorheizen und anschließend die Form mit den vorbereiteten Nektarinen auf den Rost in mittlerer Höhe stellen.
  5. Für fünf bis zehn Minuten grillen.

Das Dessert lässt sich auch mit der Grillfunktion der Mikrowelle oder draußen auf einem Outdoor-Grill zubereiten. Fertig ist der aromatische Nachtisch mit gesunden Zutaten! Wer mag, kann mit etwas Zitronenmelisse zusätzlich eine frische Komponente in das Dessert bringen.

Heilende Wirkungen

Thymian gilt als traditionelles Heilmittel bei Atemwegsbeschwerden.1 Wissenschaftlich belegte Effekte bestehen vor allem bei Husten und bronchialen Reizungen2: Die ätherischen Öle regen die Schleimlösung an und können das Abhusten erleichtern.3

Volksheilkundlich wird Thymiantee auch bei leichter Verdauungsbeschwerden oder nervöser Unruhe genutzt, wobei hier die wissenschaftliche Evidenz geringer ist.

Hinweis: Thymian in üblichen kulinarischen Mengen ist in der Regel sicher. In hoch dosierten Tees oder Extrakten kann es bei empfindlichen Personen zu Magenreizungen oder allergischen Reaktionen kommen. Thymianöl sollte nicht unverdünnt eingenommen werden. Schwangere und Stillende sollten vor der Nutzung hoher Dosen ärztlichen Rat einholen.

Thymian-Tee

Für einen heilsamen Thymian-Tee einen Teelöffel getrocknetes Thymiankraut mit 250 Millilitern kochendem Wassers übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Je nach gewünschter Stärke variiert Dosierung und Ziehzeit. Für Kinder nimmt man nur einen halben Teelöffel. Während der Aufguss zieht, kannst du die Dämpfe einatmen.

Thymian ist mehr als nur ein Würzkraut, denn als Thymiantee lindert er Husten, Schnupfen, Bauchschmerzen und vieles mehr.

Tipp: Mit dem Teeaufguss kannst du auch heilsame Hustenbonbons herstellen.

Thymian Hustensaft

Thymian eine perfekte Zutat für einen natürlichen, hausgemachten Thymian-Hustensaft, den schon unsere Großeltern zu schätzen wussten.

Thymian ist ein altbewährtes Heilmittel gegen Husten und Halsschmerzen. So einfach stellst du damit einen heilsamen Thymian-Hustensaft her.

Thymian Erkältungssalbe

Eine schleimlösende Erkältungssalbe aus Thymian und wenigen weiteren natürlichen Zutaten lindert zahlreiche Erkältungsbeschwerden und lässt sich im Handumdrehen selber machen.

Eine Erkältungssalbe aus Thymian lässt sich einfach selber machen und ist sowohl für Kinder, als auch Erwachsene geeignet.

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Mildes Thymian-Körperöl

Für ein mildes Thymianöl-Körperöl mischst du kaltgepresstes Jojoba‑ oder Olivenöl mit einigen Tropfen Thymianöl (gut schütteln). Äußerlich wirkt es antiseptisch und kann in verdünnter Form in Salben bei Hautreizungen unterstützen. In selbstgemachten Lippenbalsamen oder Bädern kann Thymianöl für ein belebendes Aroma sorgen.

Aussehen & Erkennungsmerkmale

Ob als Gewürz, Heilkraut oder ätherisches Öl: Das Anwendungsspektrum für Thymian ist sehr breit und er sollte weder in der Küche noch in der Hausapotheke fehlen.

Thymian ist ein immergrüner, niedriger Strauch, der meist zwischen 15 und 30 cm hoch wird.

  • Die kleinen, ovalen Blätter sitzen gegenständig an den zierlichen, verzweigten Stielen. Sie sind grau‑grün und leicht behaart, was ihnen ein weiches Gefühl verleiht.
  • Im Sommer erscheinen kleine, meist lilarosa Blüten, die Bienen und andere Insekten anlocken.
  • Du erkennst Thymian an seinem charakteristischen, aromatischen Duft – reibe dafür vorsichtig ein Blatt zwischen den Fingern. Achte auf die kleinen, schmalen Blätter und die niedrige, buschige Wuchsform.
  • In Mitteleuropa blüht Thymian meist von Juni bis September.

Ursprünglich in sonnigen, trockenen Lagen des Mittelmeerraums heimisch, fühlt sich Thymian auch in trockenen, gut durchlässigen Böden im Garten wohl. Er liebt sonnige Plätze und kommt mit kargen Böden zurecht.

Anbau und Pflege von Thymian

Thymian liebt die Sonne und wird am besten an einem hellen, geschützten Ort ausgesät oder gepflanzt. So entwickeln sich die meisten ätherischen Öle. Er liebt trockenen, kalkreichen Boden. Ideal steht der Thymian an der Spitze einer Kräuterspirale, in einem Steingarten oder in Mauerritzen, wo er sich recht schnell ausbreitet.

Thymian ist zwar winterhart, aber sollten die Temperaturen weit unter null Grad fallen, kannst du ihn mit ein paar Tannenzweige oder etwas Stroh schützen. Während längerer Trockenperioden sollte er hin und wieder gewässert werden.

Ernte und Lagerung von Thymiankraut

Geerntet wird Thymian am besten kurz vor der Blütezeit, weil dann der Gehalt an ätherischen Ölen in dem Kraut am höchsten ist. Beobachte die Pflanzen, wann sich Knospen bilden. Geschnitten wird der Thymian, bevor diese sich öffnen, einfach mit der Schere. Morgens oder vormittags, wenn die Blätter abgetrocknet sind und die Sonne noch nicht zu viel Hitze produziert, ist die ideale Erntezeit.

Anschließend kannst du den Thymian frisch verwenden, ihn an einem dunklen, trockenen Platz trocknen lassen oder sogar einfrieren.

Hast du Thymian schon mal verwendet? Hast du ein leckeres Rezept oder Erfahrungen mit einer medizinischen Anwendung gemacht? Dann teile sie gern mit uns!

  1. European Union herbal monograph. (2005) Thymi herba – herbal medicinal product. EMA ↩︎
  2. Kardos, P., Bittner, C. B., Seibel, J., Abramov-Sommariva, D. & Birring, S. S. (2021). Effectiveness and tolerability of the thyme/ivy herbal fluid extract BNO 1200 for the treatment of acute cough: an observational pharmacy-based study. Current Medical Research And Opinion, 37(10), 1837–1844. https://doi.org/10.1080/03007995.2021.1960493 ↩︎
  3. Kowalczyk, A., Przychodna, M., Sopata, S., Bodalska, A. & Fecka, I. (2020). Thymol and Thyme Essential Oil—New Insights into Selected Therapeutic Applications. Molecules, 25(18), 4125. ↩︎

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Aromatischer, niedriger Strauch mit kleinen graugrünen Blättern und lilarosa Blüten
Lateinischer Name
Thymus vulgaris
Andere Namen
Chölm, Demut, Echter Thymian, Garten-Thymian, Immenkraut, Kunerle, Römischer Quendel, Spanisches Kudelkraut, Welscher Quendel, Zimis
Familie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Erntemonate
Apr - Okt
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Blüten
Blattform
oval
Blütenfarbe
rosa, violett, weiß
Fundorte
Mediterrane Regionen, Gärten weltweit
Verwechslungsgefahr
Gering – charakteristischer Duft hilft bei der sicheren Bestimmung
Giftigkeit
ungiftig
Hinweise zur Giftigkeit
In üblichen Mengen unbedenklich; hohe Dosen von ätherischen Ölen können reizend sein
Warnungen
Allergien bei empfindlichen Personen möglich
Inhaltsstoffe
ätherische Öle, Beta-Sitosterol, Bitterstoffe, Carvacrol, Cumarine, Flavonoide, Geraniol, Gerbstoffe, Harz, Kampfer, Linalool, Saponine, Thymol, Zink
Eigenschaften
antibakteriell, antiviral, desinfizierend, entzündungs­­hemmend, fungizid, schleimlösend
Hilft bei
Bronchitis, Entzündungen, Halsschmerzen, Hautkrankheiten, Husten, Infektionskrankheiten
Erkennung / Sammeltipps
Duftprobe, sonniger Standort, Juni–September Blütezeit
Anbau
Sonnig, durchlässig, mäßig düngen, Rückschnitt nach Blüte

3 Kommentare
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  1. Lisa Marie

    Ich greife im Winter auch immer wieder gerne zum Thymian, besonders wenn der Hals kratzt und sich die erste Erkältung ankündigt.
    Der Tee ist da für mich und die Familie eine wahre Wohltat, um schnell wieder auf die Beine zu kommen.

    Lisa Marie

    Antworten
  2. Kommentíus

    Liebes Team, vielen Dank für den tollen Beitrag!
    Besonders in der kalten Jahreszeit ist Thymian bei uns nicht wegzudenken. Ich mache oft einen starken Tee und inhaliere die Dämpfe direkt aus der Tasse – das hilft so wunderbar, wenn die Nase mal wieder dicht ist.

    Liebe Grüße,
    Kommentíus

    Antworten
  3. Heike Durga Symes

    Hallo, erst mal vielen, lieben Dank für die unzähligen, so wertvollen Informationen! Woher weiß ich bei gekauftem Thymian denn, ob es “echter” Thymian ist? Und wenn ich echten finde, würde ich ihn gerne in ein Beet pflanzen, das mir zur Verfügung steht, dazu noch eine Frage: braucht Thymian viel Wasser? Der standort ist recht trocken und sonnig.

    Antworten

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