Echter Thymian
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Wer schon einmal ans Mittelmeer gereist ist, hat sicher auch das Aroma des Thymians genossen. Er gehört zu den „Big Five“ der mediterranen Gewürze: Neben Basilikum, Salbei, Rosmarin und Lavendel ist Thymian dort in vielen typischen deftigen Gerichten mit Lamm, Fisch oder Huhn mit sonnengereiften Gemüsen zu finden. Die kulinarischen und auch heilenden Vorzüge des Thymians sind seit Jahrtausenden bekannt. Die Pharaonen verwendeten ihn zur Parfümierung und Einbalsamierung, die alten Griechen schützten sich mit dem Kraut vor Ansteckungen und genossen es als Gewürz. Im Mittelalter wurden die Blätter des Zwergstrauchs zum Entwurmen und in medizinischen Salben verwendet. Aber die vielseitigen Inhaltsstoffe des Thymians können noch viel mehr.

Steckbrief

Lateinischer Name Thymus vulgaris
Andere Namen Chölm, Demut, Echter Thymian, Garten-Thymian, Immenkraut, Kunerle, Römischer Quendel, Spanisches Kudelkraut, Welscher Quendel, Zimis
Familie Lippenblütler (Lamiaceae)
Erntemonate Apr-Okt
Verwendbare Pflanzenteile Blätter, Blüten
Blattform lanzettlich
Blütenfarbe rosa, violett, weiß
Verwechslungs­gefahr Andere Thymianarten
Giftigkeit ungiftig
Hinweise zur Giftigkeit In größeren Mengen Nebenwirkungen möglich. Insbesondere während der Schwangerschaft sollte Thymian nur in geringen Mengen verwendet werden.
Besondere Inhaltsstoffe ätherische Öle, Beta-Sitosterol, Bitterstoffe, Cumarine, Flavonoide, Geraniol, Gerbstoffe, Harz, Kampfer, Linalool, Saponine, Thymol, Zink
Eigenschaften antibakteriell, antiviral, desinfizierend, entzündungs­­hemmend, fungizid, krampflösend, schleimlösend, schmerzlindernd, schweißtreibend
Hilft bei Blasenprobleme, Depressionen, Entzündungen, Erschöpfung, Harnwegsinfekte, Hautkrankheiten, Infektionskrankheiten, Leberschwäche, niedriger Blutdruck, Rheuma, Stress

Anwendungen

Obwohl Thymian viele Beschwerden lindern kann, wird er hauptsächlich als Küchenkraut und gegen Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Vielleicht kennst du ihn bereits als Wirkstoff in natürlichen Hustensäften oder -tropfen. Darüber hinaus kann er auch als Tee, Tinktur, in Dampf- und Vollbädern und auch als ätherisches Öl vielseitig helfen.

In der Ernährung

Thymian ist eines der beliebtesten Würzkräuter in der Küche und zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass er längeres Mitkochen verträgt. Er passt zu vielen deftigen Gerichten. Seine beruhigende Wirkung auf den Magen macht ihn zur perfekten Würze für Speisen jeder Art. Im Darm verhindert er unangenehme Blähungen.

Gegrillte Nektarinen mit Thymian

Gern verwendet man Thymian für Wild- und Lammgerichte, aber auch süßen Speisen gibt er eine interessante Note. Probiere doch einmal das folgende Rezept:

  1. Nektarinen waschen, halbieren und entkernen.
  2. Die Hälften in eine kleine Auflaufform setzen.
  3. Jeweils mit einer Teelöffelspitze gerebeltem Thymian bestreuen und mit etwas Waldhonig beträufeln. Den Honig eventuell zuvor leicht anwärmen, damit er sich besser verteilen lässt.
  4. Den Ofen währenddessen kurz auf 180 Grad in der Grillfunktion vorheizen und anschließend die Form mit den vorbereiteten Nektarinen auf den Rost in mittlerer Höhe stellen.
  5. Für fünf bis zehn Minuten grillen.

Das Dessert lässt sich auch mit der Grillfunktion der Mikrowelle oder draußen auf einem Outdoor-Grill zubereiten. Fertig ist der aromatische Nachtisch mit gesunden Zutaten! Wer mag, kann mit etwas Zitronenmelisse zusätzlich eine frische Komponente in das Dessert bringen.

Heilende Wirkungen

Thymian ist sehr vielseitig einsetzbar, Asthmatiker mit Pollenallergien sollten auf Thymian jedoch verzichten, bzw. vorher ihren Arzt konsultieren.

Innerlicher Anwendung

Schon als Gewürz ist Thymian nicht nur eine schmackhafte Ergänzung, die gleichzeitig heilsam wirkt. In größeren Dosierungen kannst du ihn bei Erkältungskrankheiten einsetzen, da er wie ein natürliches Antibiotikum gegen bakterielle Infektionen hilft. Besonders bei festsitzendem Husten, Keuchhusten und Asthma hilft er gegen krampfartige Verspannungen und lindert Entzündungen. Thymian löst zugleich festsitzendes Sekret in den Bronchien. Den folgenden Tee kannst du sowohl trinken als auch inhalieren.

Thymian-Tee

Einen Teelöffel getrocknetes Thymiankraut mit 250 Millilitern kochendem Wassers übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Für Kinder nimmt man nur einen halben Teelöffel, für Babys eine Teelöffelspitze (etwa ein halbes Gramm). Während der Aufguss zieht kannst du die Dämpfe einatmen.

Thymian-Tee stärkt auch die Verdauung, besonders die Leber, beseitigt Blähungen sowie Sodbrennen und verscheucht den Kater nach zu reichlichem Alkoholgenuss. Durch seine krampflösende Wirkung kann er Menstruationsschmerzen lindern. Da er pflanzliche Östrogene enthält, kann Thymian den Zyklus regulieren und Beschwerden während der Wechseljahre reduzieren.

Der Aufguss beruhigt außerdem die Nerven, erleichtert das Einschlafen und soll gegen gegen Alpträume helfen.

Mit dem Teeaufguss kannst du auch heilsame Hustenbonbons herstellen. Falls du das frische Kraut bevorzugst, sieh dir dieses Rezept für selbstgemachte Halsbonbons an.

Äußerliche Anwendungen von Thymian

Aus dem Tee kann man auch Teilbäder herstellen oder Kompressen und Auflagen anfeuchten, um gereizte oder entzündete Haut und Wunden zu behandeln. Pickel und unreine Haut kannst du mit einem in Tee getränkten Wattepad oder Waschlappen betupfen.

Thymian-Tinktur

Stärker wirkt eine selbstgemachte Thymiantinktur. Zum Beispiel als Einreibung bei Verstauchungen, Prellungen und Gelenkschmerzen durch eine rheumatische Erkrankung, Gicht und Nervenschmerzen. Die Herstellung ist sehr einfach:

  1. 10 g Thymiankraut mit 100 ml 45-prozentigen Alkohol übergießen.
  2. Zwei Wochen ziehen lassen.
  3. Über ein Sieb abgießen und in einer dunklen Glasflasche aufbewahren.

Die Tinktur hilft ebenfalls bei Entzündungen im Mundbereich. Gib einen Esslöffel Thymian-Tinktur in ein halbes Glas Wasser und spüle oder gurgle damit.

Anwendung des ätherischen Öls des Thymians

Thymianöl wirkt sowohl über die Atemwege als auch innerlich, wie oben beim Tee beschrieben. Es erfüllt die Raumluft mit seinem heilsamen Duft, wenn man zwei bis drei Tropfen mit etwas Wasser verdünnt und es in das Schälchen einer Duftlampe gibt. In ein Vollbad kannst du drei bis fünf Tropfen geben und zum Einnehmen einen Tropfen mit 100 Millilitern Wasser verrühren.

Zur Hautpflege wird das ätherische Öl mit Kokos-, Mandel- oder Jojobaöl vermischt, sodass nicht mehr als 0,25 Prozent Thymian-Öl in dem fertigen Produkt enthalten sind, zum Beispiel ein Gramm ätherisches Öl auf 400 Gramm Basis-Öl. Keinesfalls darf Thymian-Öl unverdünnt verwendet werden, da es sich um eine hochkonzentrierte Substanz handelt, die zu Unverträglichkeiten führen kann. Die Aufbewahrung muss daher kindersicher sein.
Beachte, dass ätherisches Thymian-Öl nicht bei Pollenallergien angewendet werden sollte. Schwangere oder Menschen, die unter Leberschäden und Schilddrüsenerkrankungen leiden, sollten auf die Anwendung des Öls ebenso verzichten.

Anbau und Pflege von Thymian

Ob als Gewürz, Heilkraut oder ätherisches Öl: Das Anwendungsspektrum für Thymian ist sehr breit und er sollte weder in der Küche noch in der Hausapotheke fehlen.
Thymian liebt die Sonne und wird am besten an einem hellen, geschützten Ort ausgesät oder gepflanzt. So entwickeln sich die meisten ätherischen Öle. Er liebt trockenen, kalkreichen Boden. Ideal steht der Thymian an der Spitze einer Kräuterspirale, in einem Steingarten oder in Mauerritzen, wo er sich recht schnell ausbreitet.

Thymian ist zwar winterhart, aber sollten die Temperaturen weit unter null Grad fallen, kannst du ihn mit ein paar Tannenzweige oder etwas Stroh schützen. Während längerer Trockenperioden sollte er hin und wieder gewässert werden.

Bienen sind ganz begeistert von Thymian und kommen gern zum Nektarsammeln und Bestäuben. Somit lohnt es sich vielfach, die Heilpflanze im Garten zu züchten.

Ernte und Lagerung von Thymiankraut

Geerntet wird Thymian am besten kurz vor der Blütezeit, weil dann der Gehalt an ätherischen Ölen in dem Kraut am höchsten ist. Beobachte die Pflanzen, wann sich Knospen bilden. Geschnitten wird der Thymian, bevor diese sich öffnen, einfach mit der Schere. Morgens oder vormittags, wenn die Blätter abgetrocknet sind und die Sonne noch nicht zu viel Hitze produziert, ist die ideale Erntezeit.

Anschließend kannst du den Thymian frisch verwenden, ihn an einem dunklen, trockenen Platz trocknen lassen oder sogar einfrieren.

Hast du Thymian schon mal verwendet? Hast du ein leckeres Rezept oder Erfahrungen mit einer medizinischen Anwendung gemacht? Dann teile sie gern mit uns!

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!