Dinkelsuppe nach Hildegard von Bingen – leicht und kräftigend
In einer Zeit, in der wir uns oft von exotischen „Superfoods“ begeistern lassen, vergessen wir manchmal, dass die wirkungsvollsten Schätze direkt vor unserer Nase liegen. Einer dieser Schätze ist die Dinkelsuppe nach Hildegard von Bingen. Denn das Urgetreide wärmt, kräftigt und schenkt laut ihren Schriften „frohen Mut“. In Form einer schnell zubereiteten Suppe genießt du es wahlweise als leichte Mahlzeit oder wohltuenden Fastenbegleiter.
Klassische Dinkelmehlsuppe
Schwierigkeit: Einfach2
Portionen15
Minuten42
kcalEine klassische Dinkelsuppe ist ein sanftes Heilmittel, das den Magen schont und die Lebensgeister weckt. Du kannst sie im Rahmen einer Fastenkur zubereiten oder als Alltagsmahlzeit servieren. Für eine Fastensuppe empfiehlt sich eine Zubereitung ohne Fett. In der normalen Ernährung ist Butter oder etwas Pflanzenöl eine wertvolle Ergänzung. Denn das Fett macht die Suppe nicht nur cremiger und aromatischer, sondern unterstützt auch die Aufnahme der ätherischen Öle der Gewürze.
Zutaten
500 ml Wasser (oder eine leichte Gemüsebrühe)
25 g Dinkelmehl (am besten frisch gemahlen oder Type 630/1050)
Eine Messerspitze Bertram
Eine Messerspitze Galgant
1 Prise Quendel (Wilder Thymian)
optional 10-15 g Butter
optional frisch gehackte Küchen- oder Wildkräuter, z.B. Petersilie, Schnittlauch, Giersch oder Vogelmiere
Salz nach Geschmack
Zubereitung
- Für die Fasten-Variante das Mehl direkt mit etwas Wasser glatt rühren. Für die Alltagsvariante die Butter im Topf schmelzen und das Mehl darin ganz kurz hell anschwitzen.
- Das restliche Wasser (oder die Brühe) unter ständigem Rühren hinzurühren und die Suppe kurz aufkochen.
- Anschließend für etwa 5 bis 10 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen. Je länger die Suppe zieht, desto aufgeschlossener und bekömmlicher wird die Stärke des Dinkels.
- Die fertige Dinkelsuppe vom Herd nehmen und mit Gewürzen und Salz abschmecken.
- Vor dem Servieren nach Geschmack mit frisch gehackten Kräutern bestreuen.
Variante: Die Dinkelsuppe „mit Biss“
Wer eine etwas rustikale Textur bevorzugt, kann das Mehl durch Dinkelgrieß ersetzen.
- Das Ergebnis: Die Suppe wird kerniger und erinnert an einen leichten, wärmenden Getreidebrei.
- Die Zubereitung: Verwende ebenfalls 25 g Dinkelgrieß auf 500 ml Wasser. Da Grieß etwas länger zum Quellen braucht, sollte die Suppe etwa 10 bis 15 Minuten bei schwacher Hitze köcheln.
- Unser Tipp: Röste den Grieß vor dem Aufgießen kurz in der Butter an. Das entfaltet ein wunderbar nussiges Aroma, das hervorragend mit der Schärfe des Galgants harmoniert.
Warum Dinkelsuppe gut tut
Wer die Dinkelsuppe einmal genießt, spürt oft eine unmittelbare Wirkung auf das Wohlbefinden.
Leicht verdaulich und nährstoffreich
Dinkelmehl gilt als das „Kraftkorn“ der Naturheilkunde. Dank seines hohen Anteils an hochwertigen Proteinen, Ballaststoffen und wertvoller Kieselsäure fördert es nicht nur eine gesunde Verdauung, sondern liefert auch Nährstoffe, die Haut, Haare und Bindegewebe benötigen. Sein vergleichsweise hoher Gehalt an Kieselsäure und Magnesium macht Dinkel auch zu einer optimalen “Nervennahrung”.1
Durch das Kochen wird das Getreide zudem aufgeschlossen und der Körper kann direkt Kraft aus den Nährstoffen ziehen. Das macht die Dinkelsuppe zu einer leichten, darmfreundlichen Mahlzeit.
Das starke Trio der Klostermedizin
Galgant, Bertram und Quendel gehören zu den wichtigsten Gewürzen der Hildegard-von-Bingen-Küche. Der Galgant wirkt mit seiner milden Schärfe wärmend und belebend. Ergänzend dient die Bertramwurzel als Mittel zur Verbesserung der Nährstoffaufnahme, indem sie die Produktion der Verdauungssäfte anregt.2 Abgerundet wird die Mischung durch den Quendel, der in der Naturheilkunde traditionell für seine krampflösende und verdauungsfördernde Wirkung geschätzt wird.
Fazit: Heilung oder Genuss?
Ob mit oder ohne Fett – Dinkelmehlsuppe ist eine ideale Nervennahrung. Denn sie trägt zu einem Gefühl von innerer Ruhe und Sättigung bei durch Magnesium und Kieselsäure.
Tipp aus der Naturküche: Achte beim Kauf auf „Echten Dinkel“ (alte Sorten wie z.B. Oberkulmer Rotkorn). Diese sind nicht mit modernem Weizen gekreuzt und tragen die volle Ur-Kraft in sich, die Hildegard von Bingen so sehr schätzte.
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Wie bereitest du die Dinkelsuppe nach Hildegard von Bingen zu? Wir freuen uns auf Tipps, Variationen und Rückfragen in den Kommentaren!
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