Nervenkekse nach Hildegard von Bingen: Kleine Kraftpakete für starke Nerven
Diese wohltuenden Kekse stammen aus der Klosterheilkunde der Hildegard von Bingen. Mit Muskatnuss, Zimt und Gewürznelken sind eine wohltuende Nervennahrung für anstrengende Tage. Hier findest du ein einfaches Rezept zum Nachbacken mit spannenden Hintergründen zur Wirkung.
Wer kennt das nicht: Der Alltag tobt, der Kopf ist voll, der tägliche Stress raubt dir die Nerven. Genau dafür hat die Benediktinerin und Universalgelehrte Hildegard von Bingen ein Rezept hinterlassen, das bis heute beliebt ist – die sogenannten Nervenkekse.
Sie schmecken nicht nur wunderbar würzig, sondern sind auch eine natürliche Unterstützung für unser seelisches Gleichgewicht. In diesem Artikel erfährst du, wie du sie ganz einfach selbst backst – und was genau sie so besonders macht.
Rezept für Hildegards Nervenkekse
Schwierigkeit: Einfach6
Portionen1
Stunde220
kcalEin einfaches, bewährtes Rezept – inspiriert von der Originalzusammenstellung Hildegards.
Zutaten
250 g Dinkelmehl (Typ 630 oder Vollkorn)
125 g Butter (weich)
100 g Honig
1 Ei
1 TL Zimt (Ceylon)
½ TL Muskatnuss (frisch gerieben)
½ TL Nelkenpulver
Zubereitung
- Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
- Den Teig ca. 30 Minuten kalt stellen. Wenn du ihn nicht mindestens so lange kühl stellst, klebt er beim Formen an den Fingern. Noch besser: über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Dann entfalten sich die Gewürze noch besser.
- Kleine Kugeln formen, leicht flach drücken und auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen.
- Im vorgeheizten Ofen bei 160 °C (Ober-/Unterhitze) ca. 15 Minuten goldgelb backen. Zimt und Nelken verbrennen schnell und schmecken dann bitter. Die Kekse sollten nur ganz leicht goldbraun werden. Lieber ein paar Minuten früher aus dem Ofen holen und auf dem Blech auskühlen lassen – sie härten nach.
- Abkühlen lassen und in einer Keksdose aufbewahren.
Notizen
- Muskatnuss wirkt nur in kleinen Mengen positiv. Am besten frisch reiben, das Aroma ist dann intensiver.
- In einer Blechdose oder einem Glas mit Schraubdeckel halten sich die Nervenkekse locker 3–4 Wochen. Sie werden dabei oft noch aromatischer.

Die Kekse sind keine „Soforthilfe“. Sie wirken am besten, wenn du sie über mehrere Tage regelmäßig isst – z. B. morgens und abends je ein bis zwei Stück. Manche spüren eine bessere Schlafqualität oder weniger innere Unruhe nach etwa einer Woche.
Auch wenn die Versuchung da ist, bitte keine 10 Kekse auf einmal naschen. Zu viel Muskat kann müde machen oder sogar Kopfschmerzen verursachen. Wie Hildegard sagt: „Maß halten.“
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Variationen und Tipps
Wer mag, kann noch eine Prise Vanille oder Kardamom hinzufügen. Auch gehackte Walnüsse oder Mandeln passen gut. Für eine vegane Variante lässt sich die Butter durch Kokosöl und das Ei durch etwas Apfelmus ersetzen.
Warum sind Nervenkekse so gesund?
Die Wirkung dieser Kekse basiert auf der Kombination traditioneller Gewürze, die eine lange Geschichte in der Naturheilkunde haben:
Muskatnuss gilt als beruhigend und stimmungsaufhellend. Studien an Tieren zeigen, dass Muskatnuss positive Effekte auf das zentrale Nervensystem haben kann. Unter anderem angstlösende und antidepressive Wirkungen.1
Zimt wirkt antioxidativ2, fördert die Durchblutung und kann helfen, den Blutzucker zu stabilisieren. Das unterstützt die Konzentration. Ceylon-Zimt ist dabei die bessere Wahl, da er weniger Cumarin enthält.
Nelken haben stark antioxidative Eigenschaften3 und können beruhigend auf Magen und Nerven wirken. Sie enthalten Eugenol, das entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt.
Hildegard betrachtete Dinkel als das „beste Getreide“. Heute wissen wir: Dinkel enthält viele Mineralstoffe wie Magnesium, das wichtig für die Nervenfunktion ist.4
Die Kombination dieser Zutaten wirkt laut Hildegard „Herz und Sinne stärkend“. Auch moderne Erkenntnisse stützen diese Sicht. Zwar sind die Studien zur genauen Wirkung als Kombination eher rar, doch die Einzelbestandteile wurden vielfach untersucht.
Hildegard von Bingen – Klosterwissen, das heute noch wirkt
Hildegard lebte im 12. Jahrhundert und gilt als eine der bedeutendsten Heilkundigen ihrer Zeit. In ihren Werken wie „Physica“ oder „Causae et Curae“ beschrieb sie zahlreiche Anwendungen von Pflanzen, Gewürzen und Lebensmitteln zur Stärkung von Körper und Seele.
Dabei war ihr Blick immer ganzheitlich: Gesundheit bedeutet für sie Harmonie zwischen Körper, Geist und Umwelt. Die Nervenkekse sind ein schönes Beispiel dafür. Denn sie verbinden Genuss mit innerer Balance.
Wenn du mehr über die Kraft der Kräuterheilkunde erfahren willst, schau dir unser Buch an:
Hast du die Nervenkekse schon ausprobiert? Oder hast du eigene Tipps für mehr innere Ruhe? Schreib uns gern in den Kommentaren. Wir freuen uns auf deine Erfahrungen!
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- Evaluation of the anti-depressant activity of Myristica fragrans (Nutmeg) in male rats. PubMed. ↩︎
- Pagliari, S., Forcella, M., Lonati, E., Sacco, G., Romaniello, F., Rovellini, P., Fusi, P., Palestini, P., Campone, L., Labra, M., Bulbarelli, A. & Bruni, I. (2023). Antioxidant and Anti-Inflammatory Effect of Cinnamon (Cinnamomum verum J. Presl) Bark Extract after In Vitro Digestion Simulation. Foods, 12(3), 452. ↩︎
- Diego Francisco Cortés-Rojas, Claudia Regina Fernandes de Souza, Wanderley Pereira Oliveira, Clove (Syzygium aromaticum): a precious spice ↩︎
- Dinkel Naehrwertrechner, Zuletzt aufgerufen am 29.01.2026. ↩︎
Hallo Eva,
im Rezept steht 6 Portionen, das würde heißen ein Keks hat etwa 80g. Ist das so gedacht? Für mich ist das ein recht großer Keks. Oder muss er wegen der Wirkung so groß sein?
Liebe Grüße Petersilia.
Hallo,
nein, ein Keks muss keineswegs so groß sein! Eine Portion entspricht hier nicht einem einzelnen Keks, sondern eher einer Tagesration, da man am besten über den Tag verteilt ein bis zwei kleine Kekse isst.
Aus dem Teig formt man kleine Kugeln, sodass deutlich mehr als nur sechs Kekse herauskommen. Für die Wirkung kommt es vor allem auf den regelmäßigen Verzehr der Gewürze in kleinen Mengen an, nicht auf riesige Einzelkekse.
Liebe Grüße
Hallo 😊
Dürfen die Kekse auch Kinder/Teenager zu sich nehmen, denn auch die sind ja häufig schon sehr gestresst und unruhig.
VG 🥰 👋
Hallo Diana,
ja, Teenager und ältere Kinder dürfen die Nervenkekse essen, allerdings in einer geringeren Menge. Da Gewürze wie Muskatnuss und Nelken sehr intensiv auf den Körper wirken, reicht für Jugendliche bereits ein Keks am Tag völlig aus. Bei jüngeren Kindern raten wir dazu, vorsichtshalber auf solch starke Gewürze ganz zu verzichten oder die Menge im Rezept noch einmal deutlich zu reduzieren.
Liebe Grüße,
Eva (Team Kostbare Natur)
Dankeschön für Ihre Beiträge, diese sind sehr informativ und helfen,wieder zum Natürlichen zurück zu finden.
Liebe Heidrun,
vielen Dank für deine liebe Rückmeldung! Es freut uns sehr zu hören, dass dir unsere Beiträge gefallen und dir dabei helfen, wieder mehr Natürlichkeit in den Alltag zu bringen.
Liebe Grüße
Vielen Dank, dass sie mit ihrem Wissen den Menschen die Natur wieder nahe bringen.
Liebe Mireille,
vielen Dank für deine lieben Worte und die schöne Rückmeldung, und weiterhin viel Freude beim Entdecken der Kostbaren Natur!
Liebe Grüße
Liebe Frau Brauckmann, ich bin immer wieder begeistert von den vielen schönen und nützlichen Ideen und Anregungen. Auch ich beschäftige mich schon lange mit Kräutern und ihrem Potential und fühle mich durch Ihre Arbeit bestärkt. Vielen Dank
Vielen Dank für die Bestärkung und das Feedback, darüber freue ich mich sehr.