Franzosenkraut (kleinblütiges Knopfkraut)
Das Franzosenkraut (Galinsoga parviflora) ist ein kleines einjähriges Wildkraut aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und wird von Kräuterfreunden zunehmend als essbares und gesundes Wildgrün geschätzt. Im Alltag kann sie als leckeres Wildgemüse in Salaten, Pestos oder Suppen verwendet werden. Gleichzeitig wird ihr eine mild unterstützende Wirkung in der Pflanzen‑ und Volksheilkunde zugeschrieben – etwa zur Förderung der Verdauung oder als mildes Bitterkraut.
Herkunft, Geschichte und kulturelle Bedeutung
Das Franzosenkraut stammt ursprünglich aus Südamerika. In manchen Quellen wird Kolumbien genannt, in anderen Peru oder Mexiko als Ursprungsgebiet. Es wurde im Zuge botanischer Bewegung und Pflanzenkultivierung nach Europa gebracht – erstmals etwa im späten 18. Jahrhundert. In Deutschland tauchte es Berichten zufolge um etwa 1797 auf.
Die Pflanze verbreitete sich im Zuge der napoleonischen Kriege in Europa – daher scherzhaft der Name „Franzosenkraut“.
In der Ernährung
Wenn du das Franzosenkraut in deine Küche integrieren möchtest, dann gibt es ein paar Dinge, die du wissen solltest. Die jungen Blätter und Triebe dieser Pflanze sind essbar – roh im Salat oder fein gehackt in einem Kräuterpesto. Auch gedünstet als Gemüseersatz oder in Suppen schmeckt sie angenehm frisch und leicht krautig.
Hauptsächlich nutzt man die Blätter und die zarten Stängel. Auch Blütenköpfchen kann man mitverwenden, insbesondere in wildkräuterreichen Gerichten.
Ein leckeres Rezept für einen herbstlichen Salat mit Franzosenkraut findest du hier.
Das Franzosenkraut enthält unter anderem Vitamin A und Vitamin C, sowie Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium.
In der kolumbianischen Küche hat die Pflanze eine besondere Bedeutung: Dort wird sie unter dem Namen „guasca“ verwendet und ist Teil des traditionellen Hühner‑Kartoffel‑Eintopfs „Ajiaco de Bogotá“

Heilende Anwendungen
Auch wenn das Franzosenkraut als Heilpflanze kaum erforscht ist, existieren dennoch Hinweise auf gesundheitsfördernde Eigenschaften – vor allem aus Erfahrungen der Volks‑ und Wildkräuterkunde.
Die Pflanze wird gelegentlich zur Unterstützung der Verdauung empfohlen: Ihre leicht bitteren Komponenten sollen die Verdauungssäfte anregen. Zudem wurde sie in ihrer Heimat nach längeren Krankheiten zur Regeneration eingesetzt, mit positiven Effekten auf Leberstoffwechsel und Wundheilung.
Die enthaltenen Inhaltsstoffe sind beispielsweise Bitterstoffe, eventuell Flavonoide und Mineralstoffe – diese tragen allgemein zur sekundären Pflanzenstoff‑Versorgung bei, was ein Vorteil gegenüber industriell stark verarbeiteten Lebensmitteln sein kann.
Weitere überlieferte Anwendungsbereiche sind: Förderung der Verdauung, sanfte Unterstützung bei Stoffwechselprozessen, Küchen‑Heilkunde zur leichten Entlastung von Verdauung oder als frisches, vitalstoffreiches Wildgemüse.
Wichtig: Wer gesundheitliche Probleme hat oder Medikamente einnimmt, sollte vor Anwendung ärztlichen Rat einholen.
Tee
Bei Magen-Darm-Beschwerden kann ein Tee aus Franzosenkraut traditionell helfen. Dazu wird ein Esslöffel der frischen oder getrockneten Blüten und Blätter mit 250 ml kochendem Wasser aufgegossen und nach zehn Minuten abgeseiht.
Der Tee und auch frisches Kraut können helfen, Eisenmangel vorzubeugen.
Viele weitere Informationen und Rezepte mit Franzosenkraut und anderen bekannten Wildkräutern findest du in unserem Buch:
Franzosenkraut im Garten
Im Garten kann es zur Gründüngung oder als Zwischenpflanze dienen: Da es recht schnell wächst und viele Nährstoffe in seinen grünen Teilen aufnimmt, kann es helfen, den Boden bedeckter zu halten und Nährstoffe „zwischenzulagern“.
Auch als nachhaltige Pflanze im Naturgarten ist sie nützlich: Sie zieht zwar nicht besonders viele Nützlinge an, kann aber als Wildkraut Vielfalt bringen und ist einfach zu integrieren.
Erkennung und Sammeltipps

Das Franzosenkraut ist auf den ersten Blick unscheinbar. Es wächst niedrig, mit vielen kleinen Blättern und winzigen Blütenköpfchen. Wenn du es gut kennst, erkennst du es jedoch leicht an der typischen Blüte mit weißen Zungenblüten und gelber Mitte sowie am eher filigranen, verzweigten Stängel. Es gehört zu den Wildkräutern, die oft übersehen werden – dabei steckt in ihnen viel Alltagsnutzen.
- Stängel: einjährig, meist 20–40 cm hoch (je nach Standort); aufrecht wachsend, verzweigt; kaum zottig behaart (anders als bei ähnlichen Arten)
- Blätter: gegenständig am Stängel angeordnet, elliptisch bis breit‑elliptisch, Blattspitze zugespitzt, deutlich gezähnter Rand; Blattoberseite glatt‑grün.
- Blütenköpfchen: klein (ca. 5 mm Durchmesser bei typischer Form), mit gelber Mitte (Röhrenblüten) und meist 4–5 weißen Zungenblüten am Rand, deren Kronblätter vorne kleine Zähnchen zeigen.
- Blütezeit: von Juni bis Oktober; gelegentlich mehrere Generationen pro Saison bei günstigen Bedingungen.
- Wurzel: eher flach bis mäßig tief – die Pflanze wurzelt in lockeren Böden, nicht extrem tiefe Hauptwurzel.
- Geruch/Geschmack: Der Geschmack ist mild krautig‑grün, leicht bitter im Hintergrund – eher unspektakulär im Geruch.
- Natürlicher Lebensraum: Die Pflanze wächst gern auf frischen bis mäßig feuchten Böden, vorzugsweise sandig‑lehmig, eher kalkarm. Sie liebt Wärme und Licht, ist aber anpassungsfähig.
Mögliche Verwechslungsgefahren:
Du könntest sie mit ähnlichen kleinen Wildkräutern verwechseln, etwa mit anderen Knopfkräutern der Gattung Galinsoga ciliata (Behaartes Knopfkraut). Sie unterschieden sich durch stärkere Behaarung und bevorzugen eher lehmige Standorte, sind aber auch ungiftig. Achte auf die Behaarung und die Umgebung, das hilft zur sicheren Bestimmung.
Anbautipps
Wähle einen Standort mit sonniger bis halbschattiger Lage, damit die Pflanze genügend Licht bekommt. Der Boden sollte locker sein, vorzugsweise sandig‑lehmig, gut durchlüftet, mit moderater Feuchtigkeit – Staunässe gilt es zu vermeiden. Der pH‑Wert sollte leicht sauer bis neutral sein; kalkreiche Böden verträgt sie weniger gut.
Du kannst entweder im Frühjahr Saatgut aussäen oder junge Pflanzen setzen. Die Samen sind Licht‑ und Wärmekeimer: Das heißt, sie dürfen nicht tief mit Erde bedeckt werden, sondern leicht angedrückt auf die Erde. Optimal sind Temperaturen um 20 °C zur Keimung.
Im Garten erreichst du bei guten Bedingungen im Jahr eine Ernte: Junge Blätter abstechen, sobald die Pflanze kräftig gewachsen ist, bevor die ersten vielen Blüten erscheinen. In Töpfen auf Balkon oder Terrasse funktioniert sie ebenfalls – achte allerdings darauf, dass der Topf ausreichend groß und die Erde nicht zu nährstoffarm ist. Dünger brauchst du kaum – eher ein bisschen Komposterde reicht völlig.
Da die Pflanze sich stark aussäen kann, solltest du darauf achten, wenn du nicht willst, dass sie überhandnimmt: Schneide sie vor der Samenreife ab oder nutze die Pflanzen regelmäßig in der Küche. So hast du eine nachhaltige Ernte und gleichzeitig unterdrückst eine Überverbreitung.
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Einjährige, krautige Pflanze, meist 20–40 cm hoch, verzweigte Stängel, elliptische gezähnte Blätter, kleine Blütenköpfchen mit gelbem Zentrum und weißen Zungenblüten
- Lateinischer Name
- Galinsoga parviflora
- Andere Namen
- zottiges Knopfkraut, Gallantsoldier
- Familie
- Korbblütler (Asteraceae)
- Erntemonate
- Mai - Nov
- Verwendbare Pflanzenteile
- Blätter, Blüten, Samen, Triebe
- Blattform
- eilanzettlich
- Blütenfarbe
- gelb, weiß
- Fundorte
- Ackerflächen, Gärten, Wegränder, Schuttplätze
- Verwechslungsgefahr
- Mit dem Behaarten Knopfkraut (Galinsoga ciliata) – dort stärker behaart, andere Standortansprüche
- Giftigkeit
- ungiftig
- Hinweise zur Giftigkeit
- Keine bekannten gefährlichen Substanzen in üblichen Küchennutzmengen – dennoch bei Unsicherheit oder Allergien Vorsicht walten lassen
- Inhaltsstoffe
- Eisen, Eiweiß, Kalium, Kalzium, Magnesium, Mangan, Phosphor, Schleimstoffe, Vitamin A, Vitamin C
- Eigenschaften
- kräftigend
- Hilft bei
- Magen-Darmerbeschwerden, Stoffwechselstörungen, Verdauungsbeschwerden
- Erkennung / Sammeltipps
- Junge Pflanze mit frischen hellgrünen Blättern, vor Samenreife sammeln; Standort möglichst sauber wählen; Generationenbildung beachten.
- Anbau
- Sonnen‑bis Halbschattenstandort, sandig‑lehmiger Boden, Samen leicht angedrückt aussäen, Pflege minimal, Ernte frühzeitig.














Nach Infektionskrankheiten hilft es,das man schnell wieder fit wird. Im Sommer als Kraut. Im Winter und für Notfälle bitte als Globuli im Schrank.Die Natur hilft uns immer.
Guten Tag, ich bin auf der Suche nach dem Franzosenkraut als Tee. Können Sie mir da einen Tipp geben, wo ich es beziehen kann.
Vielen Dank für Ihre Antwort
Tee gibs so nicht. Franzosenkraut(Blätter und Blüten)frisch oder getrocknet kann man verwenden: 1 Esslöffel Kraut mit 250ml kochendem Wasser übergießen, nach 10Min. durch ein Sieb abseihen und trinken
Seit 3 Jahren esse ich im Sommer das Franzosenkraut (100gr.tgl.) möchte es nicht mehr missen. Baue es auf einem abgegrenzten Feld 1x4m an. Wächst so dicht, das ich nur abschneiden brauch, kein Dreck spritzt hoch. Für Salat, Müsli, Smoothies. Versorge damit alle Freunde, so schnell wächst es nach…schmeckt besser wie Salat.
Ich esse seit 14 Tagen pro Tag ca. 60-80 gr. Franzosenkraut roh als Salat. Ich fühle mich deutlich besser, ausgeglichener, fast stressfrei und deutlich leistungsfähiger. Aber das beste ist, daß ich (bin Typ 1 Diabetiker) ca 15-20 % weniger Insulin benötige, und trotzdem ausgeglichene BZ-Werte habe…… toll.
Woher bekommst du das?
Das wächst auf Wiesen ,Gärten,man muss suchen!
Gute Info! DANKESCHÖN
Antidiabetischen Potenzials von Gymnema sylvestre , Trigonella foenum-graecum. Gurmar, Bockshornklee und auch Wilder Gänsfuss, sind zu Empfehlen.