Roter Sonnenhut
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Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Sonnenhut ist für viele Menschen nur unter dem lateinischen Namen Echinacea bekannt. Das griechische Wort Echinos bedeutet Igel und steht für den rundlichen, stacheligen Blütenkopf. Der Begriff Echinacea bezeichnet zwar eine ganze Gattung, im Sprachgebrauch hat er sich jedoch für die Art Echinacea purpurea durchgesetzt. Der Pflanze werden zahlreiche Heileigenschaften nachgesagt. So sollen bereits die indigenen Menschen in Nordamerika Echinacea bei Zahnschmerzen und Wunden eingesetzt haben. Auch wurde sie den Toten ins Grab mitgegeben und für Rituale verwendet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie auch in Europa eingeführt und erfolgreich als blutreinigendes Getränk verkauft. Heute findet man den Sonnenhut als Zierpflanze in vielen Gärten, wobei sich viele Gärtner ihrer immunstärkenden Eigenschaften gar nicht bewusst sind.

Steckbrief

Lateinischer NameEchinacea purpurea
Andere NamenSonnenhut, Roter Scheinsonnenhut, Purpur-Sonnenhut, Amerikanischer Sonnenhut, Igelkopf, Kegelblume, Kleine Sonnenblume, Rudbeckie
FamilieKorbblütler (Asteracea)
ErntemonateMrz-Okt
Verwendbare PflanzenteileBlüten
Blattformlanzettlich
Blütenfarberosa, violett
Fundortefelsige, sandige Böden, lichte Wälder
Verwechslungs­gefahrGelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgia), andere Echinacea-Arten
Giftigkeitungiftig
WarnungenNicht bei Allergien gegen Korbblütlern verwenden.
Besondere Inhaltsstoffeätherische Öle, Harz, Inulin, Kaffeesäure, Schleimstoffe, Vitamin C
Eigenschaftenantibakteriell, entzündungs­­hemmend, immunstärkend, schleimlösend, schmerzstillend, wundheilend
Hilft beiBronchitis, Erkältung, Grippe, Halsschmerzen, Harnwegsinfekte, Husten, Mandelentzündungen, Ohrenschmerzen, Wunden, Zahnschmerzen

Anwendungen

Hinweise zur Verarbeitung von Echinacea als Speise gibt es nicht, die Blätter sollen jedoch auch essbar sein. Die Pflanze wird hauptsächlich zur Steigerung der Abwehrkräfte eingesetzt.

Heilende Anwendungen

Echinacea purpurea hat eine stärkende Wirkung auf unser Immunsystem, insbesondere, weil sie die Vermehrung weißer Blutzellen anregt, welche sich auf die Abwehr von Krankheitserregern spezialisiert haben. Diese Wirkung entfaltet sie jedoch am besten vorbeugend, und Präparate sollten bereits bei den ersten Anzeichen einer Erkältung eingenommen werden. Bei akuten Beschwerden haben sich anderen Pflanzen, wie zum Beispiel Holunder, Linde oder Salbei bewährt.

Echinacea findest du als Fertigpräparat in Apotheken, in Bioläden als Lutschtabletten, oder online als Tabletten, Tropfen, Saft oder Tee. Du kannst aus der Pflanze jedoch auch selbst Tinkturen, Tee oder sogar einen Honig-Auszug herstellen.

Hinweis: Echinacea wirkt vorbeugend bei Erkältungskrankheiten und sollte nicht länger als zwei Wochen verwendet werden, da sich ihre Wirkung sonst umkehren kann. Nach einer zweiwöchigen Pause kann wieder mit der Einnahme begonnen werden.

Echinacea-Tinktur

Wenn du weißt, wo du Echinacea wild findest, oder sie im Garten hast, kannst du aus dem blühenden Kraut eine immunstärkende Tinktur herstellen.

Dafür benötigst du:

So gehst du vor:

  1. Das Kraut in das Schraubglas füllen und mit Alkohol übergießen bis alle Pflanzenteile bedeckt sind.
  2. Glas verschließen und vier bis sechs Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen.
  3. Abseihen und in die Flaschen füllen.

Bei Bedarf kannst du dreimal am Tag 10 bis 50 Tropfen in einem Glas Wasser verdünnt zu dir nehmen. Äußerlich kann die Tinktur bei Infektionen der Haut, wie Wunden angewendet werden. Dafür wird ein Tuch mit etwas Tinktur getränkt und als Umschlag auf die entsprechenden Bereich gelegt.

Echinacea-Tee

Neben der Verwendung als Tinktur kannst du Echinacea zur Immunsteigerung ebenfalls als Tee trinken. Überbrühe dafür einen Teelöffel blühendes Kraut mit 200 ml kochendem Wasser. Lasse es zehn Minuten abgedeckt ziehen und seihe den Aufguss dann ab.

Echinacea- Honig

Mit Honig können, wie mit Alkohol, die immunstärkenden Inhaltsstoffe herausgezogen werden. Er eignet sich besonders für Kinder.

Dafür benötigst du:

  • 500 g flüssigen Honig
  • eine handvoll blühendes Echinacea-Kraut
  • Schraubglas

So stellst du den Echinacea-Honig her:

  1. Die violetten Zungenblüten abzupfen und den Blütenkopf vierteln.
  2. Alle Pflanzenteile in ein Schraubglas füllen, bis es zu etwa zwei Dritteln voll ist und mit dem Honig übergießen.
  3. Vier bis sechs Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen.
  4. Absieben und den Honig kühl aufbewahren.

Der Honig ist mindestens ein Jahr lang haltbar. Kinder können einen halben Teelöffel, Erwachsene einen Teelöffel dreimal pro Tag zu sich nehmen. Auch zum Süßen von Tee eignet er sich.

Erkennung und Sammeltipps

Der rote Sonnenhut ist als Zierpflanze weit verbreitet. Du kannst die starke Heilpflanze aber auch zur Stärkung des Immunsystems verwenden.

In Europa findet man Sonnenhut als Neophyt in Deutschland, Österreich, Polen, Moldawien und Ukraine, wo er aus Gärten verwildert und sich bevorzugt auf trockenem Sandboden oder felsigem Untergrund ausbreitet. Sonnenhut ist mehrjährig und erreicht eine Wuchshöhe von 50 bis 120 Zentimetern.

  • Der Sonnenhut besitzt lang gestielte, gezähnte bis gesägte Blätter.
  • Sie stehen wechselständig und haben eine lanzettliche, manchmal eiförmige Form.
  • Die Blätter besitzen drei bis fünf kräftige Blattadern.
  • Der lange Stängel ist mit kurzen Borstenhaaren versehen.
  • Echinacea bildet große Blütenköpfe aus, die in lanzettliche Zungenblüten und in grünlich-orange farbene Röhrenblüten unterteilt sind.
  • Die Blütezeit ist von Mai bis Oktober.
  • Sie bildet eine lange Pfahlwurzel aus.

Die Echinacea ist weithin als Roter Sonnenhut bekannt und wird daher vom Namen her hin und wieder mit dem Gelben Sonnenhut (auch als Rudbeckie bekannt) verwechselt. Da es inzwischen von beiden Arten unterschiedliche Farbmöglichkeiten im Handel gibt, erschwert es die Bestimmung der echten Echinacea, zumindest im Garten. So werden bereits gelbe Echinaceen und rote Rudbeckien angeboten. Das einfachste Unterscheidungsmerkmal ist, dass sich die Echinacea in ihrer Blütenmitte spitz anfühlt und die Rudbeckie glatt und weich. Falls du dir unsicher in der Bestimmung deiner Pflanze bist, kannst du das blühende Kraut im Gartenfachhandel bestimmen lassen.

Des Weiteren sind neben der Echinacea purpurea zwei weitere Arten medizinisch interessant: Echinacea pallida (Prärie-Igelkopf) und Echinacea angustifolia (Schmalblättriger Sonnenhut), mit denen der rote Sonnenhut auch verwechselt werden könnte.

Der Prärie-Igelkopf bildet schmale Blütenblätter und der Schmalblättrige Sonnenhut lineal-lanzettliche Blätter aus. Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Arten in der Wissenschaft umstritten. Auch wenn die Indianer Nordamerikas die Wurzel des Prärie-Igelkopfs bei Halsschmerzen und Zahnschmerzen gekaut haben sollen, konnte das deutsche Bundesgesundheitsamt die Wirksamkeit des Wurzelsaftes der beiden Pflanzen nicht bestätigen. Von deren Gebrauch rät es sogar ab, da die Pflanzen Toxine beinhalten sollen, die ein Risiko insbesondere für Schwangere und Allergiker darstellen.

Anbautipps

In Parks und Gärten ist der Sonnenhut als Zierpflanze beliebt. Für die Vermehrung eignet sich am besten die Teilung eines Wurzelstocks, der in trockener, sandiger Erde gut gedeiht.

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