Japanischer Knöterich
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Japanischer Knöterich ist in Japan, China und Korea beheimatet, breitet sich aber nach bewusstem Einführen mittlerweile in ganz Europa aus. Da er sehr schnell große Flächen in Beschlag nimmt und heimische Pflanzen verdrängt, wird er mittlerweile stark bekämpft. Andererseits ist der Japanische Knöterich eine Pflanze der Zukunft, die nicht nur ein wertvolles Nahrungs- und Heilmittel abgibt, sondern auch zur Energiegewinnung und Sanierung verseuchter Böden hervorragend eingesetzt werden kann.

Steckbrief

Lateinischer Name Fallopia japonica
Andere Namen Japanischer Flügelknöterich, Kamtschatka-KNöterich, Japanknöterich
Familie Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Erntemonate Apr-Okt
Verwendbare Pflanzenteile Blätter, Triebe, Wurzeln
Blattform herzförmig, rundlich
Blütenfarbe weiß
Fundorte lichte Wälder, Hecken, Weg- und Waldränder, entlang von Flussufern
Giftigkeit ungiftig
Warnungen Enthält Oxalsäure, weshalb von einem übermäßigen und täglichen Verzehr abgesehen werden sollte.
Besondere Inhaltsstoffe Eisen, Kalium, Kupfer, Mangan, Oxalsäure, Phosphor, Reservatol, Rutin, Vitamin A, Vitamin C, Zink
Eigenschaften antibakteriell, antifungizid, blutdruckregulierend, blutreinigend, durchblutungsfördernd, entgiftend, entzündungs­­hemmend, harntreibend, kräftigend, schmerzstillend
Hilft bei Asthma, Borreliose, Demenz, Hautentzündungen, hohe Cholesterinwerte, Krebs, Wunden

Anwendungen

Japanischer Knöterich ist extrem schnellwüchsig und kann bis zu 30 Zentimeter pro Tag zulegen. Problematisch zeigt sich die Verdrängung der hier heimischen Pflanzenwelt, weshalb er zumeist bekämpft wird. Jedoch bringt er auch viele positive Eigenschaften mit, die wir für uns nutzen können. Beim Ernten der Pflanze sollte darauf geachtet werden, weder das Grün noch die Wurzeln an einem Ort ohne Japanischen Knöterich zu hinterlassen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

In der Ernährung

In Asien wird Japanischer Knöterich als Gemüse angebaut. Als Küchenzutat werden nur die jungen Sprossen verwendet, welche bei regelmäßiger Ernte immer wieder schnell nachwachsen.

Am besten werden die jungen Sprossen geerntet, wenn sie eine Höhe von etwa 20 Zentimetern erreicht haben. Sie sind dann sehr zart und können auch roh verzehrt werden. In feine Ringe geschnitten gibt man sie zu Salat oder süßer Kokoscreme. Pur sind sie in Salz gedippt eine hervorragende Knabberei.

Junge Triebe können auch wie Rhabarber zu Fruchtaufstrich oder Kompott verarbeitet werden. Gedünstet eignen sie sich als Beigabe zu Suppen, Gemüsepüree oder für die asiatische süß-saure Küche.

Große Blätter kann man als Ersatz für Alufolie beim Einwickeln von Feuerkartoffeln oder Ähnlichem nutzen.

Heilende Anwendungen

Großes Potenzial bringt Japanischer Knöterich auch für die Verwendung in der Heilkunde mit. So hat die Pflanze den höchsten Gehalt an Resveratrol, einem Stoff, der auch in Weintrauben vorkommt und vielseitig eingesetzt wird. Mittlerweile gibt es zahlreiche medizinische Publikationen, in denen dem Resveratrol Wirkungen wie die Wachstumshemmung von Krebszellen, Schutz vor Herzerkrankungen und Gedächtnissverbesserung bei beginnendem Alzheimer zugesprochen werden.

Da Japanischer Knöterich erst seit kurzem in unseren Breiten wächst, gibt es keine volksmedizinische Anwendung. Wolf Dieter Storl beschreibt die Wirkung der Pflanze als antibakteriell, antiviral, blutreinigend, blutdrucksenkend, entzündungshemmend, schmerzlindernd und fungizid. Darüber hinaus soll sie zusammen mit der Kardenwurzel bei Borreliose einsetzbar sein und auch bei Asthma ist schon von positiven Erfahrungen berichtet worden.

In der traditionellen chinesischen Medizin wird Japanischer Knöterich als durchblutungsförderndes sowie harntreibendes Mittel und zum Entgiften bei Hepatitis, Hefepilzinfektionen, rheumatischer Athritis, Furunkeln, Menstruationsbeschwerden, Brustkrebs, Giftschlangenbissen, Harnwegsinfekten und Bronchitis eingesetzt.

Eingenommen wird eine Tinktur, ein Kaltauszug oder ein Pulver aus der Wurzel.

Äußerlich können zerstoßene Blätter oder Wurzeln zur Wundheilung und bei Hautentzündungen angewendet werden.

Japanischer Knöterich im Umweltschutz

Die Pflanze wird zur Sanierung von mit Schwermetallen und Giftstoffen verseuchten Böden eingesetzt. Sie zieht Gifte aus dem Boden und baut diese ab, von einer Ernte auf belasteten Böden sollte daher auf jeden Fall abgesehen werden.

Anwendungen im Garten

Japanischer Knöterich ist eine hervorragende Bienenweide, denn er blüht bis in den Herbst hinein. Als Pflanzenjauche  angesetzt, kann er bei Mehltau, Schimmelbildung, Blattpilz, Feuerbrand und Krautfäule verwendet werden.

Japanischer Knöterich als Energielieferant

Selbst auf ausgelaugten, nährstoffarmen Böden kann Japanischer Knöterich noch reichlich Biomasse produzieren. Auf gleicher Fläche soll er doppelt soviel Grünmasse herstellen wie Mais. Darüber hinaus benötigt er keine Düngung und keine Schädlingsbekämpfung.

Der Brennwert des Japanischen Knöterichs ist vergleichbar mit dem von Holz.

Andere Anwendungen

Die oberen, schmalen Enden der Triebe können als Trinkhalm genutzt werden. Dickere, verholzte Stängel eignen sich zum Flötenbau und sogar als Wasserbehälter.

Erkennung und Sammeltipps

Der japanische Knöterich ist bei uns selten gern gesehen. Dabei hat er viele Vorzüge und kann als Nahrung, Heilmittel und zum Umweltschutz genutzt werden.
Japanischer Knöterich ist eine sommergrüne Pflanze, deren Laub sich im Herbst gelb verfärbt und mit dem ersten Frost abstirbt.

  • Die Stängel schießen im Frühjahr zunächst senkrecht in die Höhe, um dann schräg überzuhängen
  • Sie sind hohl und bilden Knoten
  • Die grünen Laubblätter sind meist 12 cm lang und etwa 9 cm breit und stehen wechselständig am Stängel
  • Die Blütenstände mit vielen kleinen, weißen Einzelblüten wachsen im oberen Teil des Stängels aus den Blattachseln
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