Leinkrauttee zubereiten: Wirkung, Anwendung & Wissenswertes
Die gelben Blüten des Leinkrauts sind im Sommer an vielen Wegrändern und Böschungen zu finden. Da die Pflanze aber nur um die 50 Zentimeter hoch wird, versteckt sie sich mitunter zwischen höheren Wildpflanzen.
Viele schätzen die genügsame Pflanze vor allem als fröhliche Zierde im Naturgarten, doch in der traditionellen Kräuterheilkunde besitzt sie einen festen Platz als bewährtes Hausmittel. Ein sorgfältig aufgebrühter Tee aus den getrockneten Blüten und Blättern kann den Körper auf sanfte Weise unterstützen, indem er gereizte Schleimhäute beruhigt, die Nieren- und Blasentätigkeit anregt und eine träge Verdauung wieder behutsam in Schwung bringt.
Leinkrauttee zubereiten
1
Portionen8
MinutenFür die Teezubereitung werden vor allem die frisch aufgeblühten Blüten sowie die zarten oberen Blätter verwendet. Die beste Sammelzeit liegt an einem trockenen, sonnigen Vormittag, sobald der Morgentau vollständig verdunstet ist. Um Schimmelbildung zu vermeiden und die zarten Inhaltsstoffe zu schonen, breitet man das Erntegut an einem schattigen, gut belüfteten Ort auf einem Tuch flach aus, bis es rascheltrocken ist, und füllt es anschließend in saubere Schraubgläser.
Zutaten
Ein gehäufter Esslöffel getrocknete Leinkrautblüten (oder zwei Esslöffel frisches Kraut)
250 Milliliter Wasser
Zubereitung
- Einen gehäuften Esslöffel getrocknete Leinkrautblüten (oder zwei Esslöffel frisches Kraut) in eine Teekanne oder ein feines Teenetz geben.
- Das Pflanzenmaterial mit 250 Millilitern sprudelnd kochendem Wasser übergießen.
- Den Tee abgedeckt für fünf bis maximal acht Minuten ziehen lassen, damit die ätherischen Bestandteile nicht mit dem Wasserdampf entweichen.
- Das Teenetz entfernen oder den Aufguss durch ein feines Sieb abgießen.
- Nach persönlichem Geschmack warm servieren und bei Bedarf mit einem Teelöffel Honig verfeinern.
Viele weitere heilende Rezepte mit Wildpflanzen findest du in unserem Buchtipp:
Der pure Aufguss besitzt eine leicht herbe, schwach bittere Note, die manchen Gaumen zunächst überrascht. Ein hervorragender Kniff aus der Kräuterküche ist es, das Leinkraut zu gleichen Teilen mit getrockneten Kamillenblüten, Melissenblättern oder Pfefferminze zu mischen. Dadurch wird der Tee geschmacklich harmonischer und um weitere beruhigende Komponenten ergänzt. Wenn der Tee zu herb ist, kannst du ihn mit etwas Honig, Birkenzucker oder Kräutersirup süßen.

Praktische Anwendung: Wohltat für innen und außen
Innerlich angewendet unterstützt Leinkrauttee die natürliche Ausscheidungsfunktion des Körpers. Bei einer beginnenden, leichten Reizung der Harnwege kann eine Tasse frisch gebrühter Tee bis zu zweimal täglich getrunken werden. Dabei ist es unerlässlich, über den Tag verteilt auf eine reichliche Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern stillem Wasser oder ungesüßtem Kräutertee zu achten, damit die ableitenden Wege gründlich durchgespült werden. Neigt die Verdauung zu Trägheit, regt eine Tasse lauwarmer Leinkrauttee vor den Mahlzeiten die körpereigene Peristaltik und Magensaftproduktion auf behutsame Weise an.
Auch die äußerliche Anwendung blickt auf eine lange Tradition zurück und erweist sich bei gereizter Haut als besonders wohltuend. Ein konzentrierter, stärker zubereiteter Sud aus zwei bis drei Esslöffeln Blüten auf 250 Milliliter Wasser eignet sich hervorragend für kühlende Umschläge, Waschungen oder Teilbäder. Die zusammenziehenden Flavonoide und Gerbstoffe lindern Juckreiz und Schwellungen im Analbereich bei vergrößerten Hämorrhoiden und beruhigen oberflächliche Hautabschürfungen oder leichte Entzündungen. Hierfür wird ein sauberes Baumwoll- oder Leinentuch im abgekühlten Absud getränkt, sanft ausgewrungen und für etwa fünfzehn Minuten auf die betroffene Hautpartie gelegt.
Hinweis: Eine innerliche Teekur sollte ohne ärztliche Rücksprache nicht länger als zwei bis drei aufeinanderfolgende Wochen durchgeführt werden, um Gewöhnungseffekte zu vermeiden. Schwangere und Stillende sollten auf die innerliche Einnahme von Leinkrauttee grundsätzlich verzichten, da zu möglichen Uterusaktivitäten und zur Verträglichkeit beim Säugling keine gesicherten wissenschaftlichen Daten vorliegen. Auch für Kleinkinder ist der Tee nicht geeignet.
Treten bei Beschwerden der Harnwege Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, krampfartige Schmerzen im Unterbauch oder in den Flanken sowie sichtbares Blut im Urin auf, ist der Gang in eine ärztliche Praxis unverzichtbar, um eine Nierenbeckenentzündung auszuschließen. Ebenso bedürfen anhaltende, schmerzhafte oder blutende Hämorrhoiden sowie chronische Magen-Darm-Probleme stets einer professionellen medizinischen Diagnose.
Wecke die Kraft der Natur mit den Rezepten in unserem Buch:
Hast du das Leinkraut schon einmal verwendet? Teile deine Tipps und Erfahrungen in einem Kommentar unter diesem Beitrag!

Vielleicht interessieren dich auch diese Themen:
Liebes Team, dieser Bericht über das Leinkraut ist wirklich spannend! Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass der Geschmack vom Tee manchmal etwas gewöhnungsbedürftig sein kann. Mein Tipp wäre daher, ihn einfach mit ein paar getrockneten Kamillenblüten oder etwas Pfefferminze zu mischen. Das macht den Aufguss nicht nur milder und angenehmer zu trinken, sondern kann die wohltuende Wirkung bei Verdauungsbeschwerden oder auch bei Blasenreizungen noch sanft unterstützen. Gerade jetzt im Januar, wo man gerne warme Kräutertees trinkt, ist das eine schöne Ergänzung. Vielleicht probiert ihr das mal aus!
Liebe Grüße,
Tinette