Die drei besten Wildkräuter gegen Kopfschmerzen
Kopfschmerzen gehören für viele Menschen zum Alltag. Nicht immer lässt sich die Ursache eindeutig finden – Stress, Anspannung, Wetterumschwung oder ein verspannter Nacken können ebenso dahinterstecken wie Hormone oder Müdigkeit. Bevor man jedoch zur Schmerztablette greift, lohnt sich ein Blick in die Natur. Einige heimische Wildkräuter können mild und unterstützend wirken. Besonders dann, wenn sie frühzeitig angewendet werden.
Im Laufe der Zeit habe ich drei Kräuter kennen und schätzen gelernt. Denn sie wirken auf unterschiedliche Weise und können je nach Art des Kopfschmerzes gezielt eingesetzt werden. In diesem Beitrag stelle ich sie dir vor:
1. Mädesüß – der natürliche Klassiker
Das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) ist eines der bekanntesten Pflanzenmittel bei Kopfschmerzen. Seine Blüten enthalten natürliche Vorstufen der Salicylsäure – Verbindungen, die später auch zur Entwicklung von Aspirin inspirierten.
Traditionell wird Mädesüß bei Spannungskopfschmerzen und grippeähnlichen Beschwerden eingesetzt.
Traditionelle Wirkung:
– mild schmerzlindernd
– entzündungshemmend
– leicht fiebersenkend
– unterstützend bei Erkältungssymptomen
Hinweis:
Menschen mit Salicylat-Unverträglichkeit, Asthma oder Blutgerinnungshemmern sollten vorsichtig sein. Für Kinder bei fieberhaften Infekten wird Mädesüß traditionell nicht empfohlen.
2. Schafgarbe – der Allrounder bei Spannung und Krampf
Die Schafgarbe (Achillea millefolium) ist ein vielseitiges Heilkraut, das seit Jahrhunderten verwendet wird. Ihre Inhaltsstoffe wirken krampflösend, entspannend und durchblutungsfördernd1 – ideal bei Kopfschmerzen, die durch Muskelverspannungen, Stress oder Hormonschwankungen entstehen.
Traditionelle Wirkung:
– entspannend auf die Muskulatur
– krampflösend
– leicht entzündungshemmend
– regulierend bei zyklusbedingten Beschwerden
Viele spüren schon nach einer Tasse Schafgarben-Tee, wie sich der Nacken lockert und der Druck im Kopf etwas nachlässt.
3. Baldrian – wenn Stress der Auslöser ist
Baldrian (Valeriana officinalis) ist eines der wichtigsten beruhigenden Kräuter der europäischen Heilpflanzenkunde. Da viele Kopfschmerzen aus innerer Anspannung entstehen, kann Baldrian helfen, den Körper zu entspannen und damit den Schmerz zu durchbrechen, bevor er stärker wird.
Tradtionelle Wirkung:
– beruhigend, ohne müde zu machen
– stresslösend
– krampflösend
– unterstützend bei hormon- oder schlafbedingten Kopfschmerzen
Baldrian kann sowohl tagsüber als auch abends verwendet werden. Viele empfinden die Wirkung als angenehm sanft.
Was du beim Sammeln beachten solltest
Der Salicylsäure-Anteil des Echten Mädesüß ist vor allem in den Blütenknospen enthalten, weshalb du es am besten zu Beginn der Blütezeit erntest. Um die Sommersonnenwende (Sommeranfang) ist meist ein guter Erntezeitpunkt. Dann findest du das weißblühende Mädesüß auf feuchten Wiesen, an Gräben und Uferböschungen. Achte darauf, nur das obere Drittel der Pflanze zu ernten.
Schafgarbe wächst fast überall – auf Wiesen, Wegrändern und Böschungen. Am wirkstoffreichsten sind die oberen Pflanzenteile während der Blütezeit.
In der Naturheilkunde wird die Baldrianwurzel der zwei- oder dreijährigen Pflanze verwendet. Du kannst sie von September bis März ausgraben. Vor der Weiterverarbeitung solltest du sie gründlich säubern und zerkleinern. Da die Altersbestimmung der Pflanzen nicht so leicht ist, greife ich in der Regel auf Baldrianwurzel aus dem Handel zurück (zu erhalten in gut sortierten Reformhäusern, Bio-Läden oder online).
Aufbereitung der Kopfweh-Kräuter
Am besten trocknest du die Kräuter rasch nach der Ernte. Breite sie dazu an einem luftigen, schattigen Ort aus oder gib sie in einen Dörrapparat. Beachte, dass die Temperatur beim Trocknen 40 °C nicht übersteigt, damit die Wirkung der Inhaltsstoffe erhalten bleibt. Ich benutze gern dieses Dörrgerät mit einer Temperatureinstellung.
Entweder kannst du die Kräuter als Teeaufguss einnehmen oder damit eine Tinktur herstellen. Das Rezept für die Kopfschmerz-Tinktur mit Mädesüß, Baldrian und Waldmeister findest du hier. Der Vorteil: Hast du sie einmal hergestellt, ist sie jederzeit schnell zur Hand.
Im Gegensatz dazu wirkt ein Teeaufguss etwas sanfter. Hierfür sollten die Kräuter jedoch nicht vermischt werden, sondern in getrennt zubereiteten Aufgüssen je nach Bedarf angewendet werden.
Zubereitung eines Kopfschmerz-Tees
Für den Mädesüß-Aufguss gibst du 2 TL frisches oder getrocknetes Kraut in eine Tasse, übergießt es mit 250 ml kochendem Wasser und lässt den Aufguss 5 Minuten ziehen.
Einen Schafgarben-Tee bereitest du zu, indem du 1–2 TL Kraut verwendest, und es dann übergießt mit 250 ml heißem Wasser. Lass den Tee dann 8–10 Minuten ziehen.
Für den Baldrian-Kaltansatz gibst du 2 TL der Wurzel in 250 ml kaltes Wasser, lässt alles bis zu 12 Stunden ziehen und seihst anschließend ab.
Beachte, dass derselbe Kräutertee nicht länger als vier Wochen in Folge regelmäßig eingenommen werden sollte.
Mädesüß, Schafgarbe und Baldrian sind drei heimische Kräuter, die bei unterschiedlichen Arten von Kopfschmerzen hilfreich sein können – besonders, wenn sie rechtzeitig angewendet werden. Sie ersetzen keine medizinische Abklärung, bieten jedoch eine sanfte, natürliche Möglichkeit, Beschwerden zu lindern.
Welche dieser Kräuteraufgüsse nutzt du am liebsten gegen Kopfschmerzen? Oder kennst du vielleicht ganz andere Kräuter oder Rezepturen, die dir helfen?
Viele weitere Hintergrundinformationen, Tipps und Rezepte findest du auch in unseren Buchtipps:
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Mich würde interessieren, was davon für Kinder geeignet ist. Salicylsäurehaltige Kräuter definitiv nicht, wie ist es mit den anderen?
Liebe Sonja, bei Kindern gelten andere Regeln als bei Erwachsenen. Viele Heilpflanzen sind für sie nicht ausreichend untersucht – und manche enthalten Stoffe, die Kinder nicht gut vertragen. Darum sollte man bei kindlichen Kopfschmerzen grundsätzlich vorsichtig sein und eher mild vorgehen. Viel trinken, frische Luft & Bewegung und etwas Pfefferminzöl auf die Schläfen helfen sanft. Bei häufigen oder starken Kopfschmerzen lieber ärztlich abklären. Liebe Grüße, Eva
Im Frühjahr geerntete Silberweidenrinde in Schnaps eingelegt, und so eine Tinktur hergestellt, hat bessere Heileigenschaften als Aspirin. Vor allem ohne Nebenwirkungen, wie Magenschmerzen, etc. wirkt die Weidenrinde speziell bei chronischen Kopfschmerzen.
Hallo! Ich habe gelesen, dass Gift-Lattich (nicht zu verwechseln mit seinem Bruder) noch viel effektiver sein soll. So wie ein Ibuprufen… Davon kann man eine Tinktur machen.