Lindenblütentee – seine Wirkung und wie du ihn selber machst
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Die Linde ist hierzulande einer der beliebtesten Bäume. Früher war ein großer Lindenbaum im Ortskern oft der Treffpunkt für das soziale Leben, um sie herum wurde getanzt, gelacht, gefeiert. Nach Kriegen pflanzte man neue Linden als Friedensbäume.

Neben diesen symbolischen Werten hat die Linde aber auch sehr viel für unsere Gesundheit und auch für die Feinschmecker unter uns zu bieten. Die Blüten, die sich im Juni öffnen und ihren bezaubernden Duft verbreiten, kannst du zur Herstellung von Sirup oder zum Aromatisieren von Speisen und Getränken nutzen. Meine Lieblingsanwendung ist jedoch der Lindenblütentee. Er ist nicht nur überaus schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Was er alles kann und wie du ihn zubereitest, erfährst du in diesem Beitrag.

So hilft der Lindenblütentee

Ein Aufguss oder kalter Auszug aus Lindenblüten schmeckt sehr gut und vermittelt auch im Winter ein warmes, sommerliches Gefühl. Deshalb trinke ich ihn gelegentlich rein zum Genuss, aber mit dem Wissen, dass die Blüten auch meine Abwehrkräfte stärken und gegen grippale Infekte vorbeugen.

Richtig wirksam entfalten sich die Kräfte der Linde jedoch bei der Behandlung von Erkältungen. Die enthaltenen Schleimstoffe beruhigen Hustenreiz und lindern Halsschmerzen. Die Glykosiden der Blüten wirken entzündungshemmend und schmerzstillend. Sie helfen bei fieberhaften Erkältungen und grippalen Infekten.

Die schmerzstillende Wirkung der Blüten kann leichte menstruationsbedingte Krämpfe und Kopfschmerzen lindern.

Unterstützend soll der Lindenblütentee auch bei der Behandlung von Nierenerkrankungen und Rheuma helfen.

Äußerlich hilft der Tee in Form von Umschlägen bei der Wundheilung sowie gegen Furunkel und Abszesse.

Lindenblütentee herstellen

Zum Sammeln der Lindenblüte empfehlen sich Bäume in Parks, möglichst fern von stark befahrenen Straßen. Die Sommerlinde blüht schon Anfang Juni, die Winterlinde erst ein paar Wochen später.

Sammle die Blüten am besten an einem sonnigen Tag am späten Vormittag. Du kannst die Blüten abschneiden oder zupfen, oder auch gleich das Flugblatt miternten. Es beinhaltet weniger Wirkstoffe im Vergleich zur Blüte, wird aber in käuflichen Teemischungen oft mitverwertet. Achte beim Pflücken auf fleißige Bienchen, welche die dicht hängenden Blüten besuchen.

Transportiere die Blüten in einem Korb oder luftigen Beutel nach Hause und breite sie auf einem Tuch, Blech oder Trockensieb aus. Am besten trocknen die Blüten an warmen Tagen im Freien, vermeide aber direkte Sonneneinstrahlung, weil sie die Wirkstoffe zerstören würde. Alternativ kannst du die Blüten auch bei 40 Grad im Backofen oder in einem Dörrautomaten trocken. (Wir können sowohl dieses Gerät als auch dieses etwas preiswertere Modell empfehlen.)

Nachdem die Blüten getrocknet sind, verwahre sie in Gläsern, Metallboxen oder Teetüten auf.

Die Lindenblüte ist kurz und intensiv. Nutze die Chance und sammle die Blüten für heilsamen Lindenblütentee. So kommst du gesund durch Herbst und Winter.

Zubereitung des Lindenblütentees

Der Lindenblütentee schmeckt sowohl heiß als auch kalt. Im Sommer kannst du den kalten Auszug auch ähnlich einer Wildkräuterlimonade servieren.

Heißer Tee

Der heiße Tee empfiehlt sich im Winter. Gerade bei Erkältungssymptomen sollte er der kalten Variante gegenüber bevorzugt werden.

Für eine Tasse heißen Lindentees werden bis zu zwei Teelöffel frische Lindenblüten oder ein Teelöffel getrocknete Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergossen. Lasse ihn ungefähr zehn Minuten ziehen. Die Blüten können abgeseiht werden oder auch einfach in der Tasse schwimmen und nachziehen. Genieße den Tee ganz in Ruhe und in kleinen Schlucken !

Kalter Tee

Die Dosierung für den kalten Tee ist identisch, allerdings ist die Ziehdauer sehr viel länger. Nachdem du die Blüten mit kaltem Wasser übergossen hast, sollten sie fünf bis acht Stunden abgedeckt ziehen, am besten im Kühlschrank oder einem kühlen Raum. Der kühle Tee erfrischt und wirkt nach körperlicher Arbeit entschlackend.

Lindenblütentee ist sehr mild und es können pro Tag bis zu drei Tassen getrunken werden.

Wenn du den Tee nicht pur trinken möchtest, eignen sich die Blüten auch hervorragend für diese selbstgemachte Mischung für Erkältungstee.

Hast du schon Lindenblüten gesammelt? Wie verwendest du sie?

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