Hydrolate herstellen: Heilende Pflanzenwässer aus Kräutern gewinnen
In der eigenen Küche Hydrolate herstellen? Das geht! Die duftenden Pflanzenwässer aus Kräutern und Blüten lassen sich nämlich ganz ohne Destille oder teures Zubehör unkompliziert in einem Topf destillieren. Wie genau das geht, erfährst du hier.
Hydrolate herstellen
Das sogenannte Wasserbrennen ist eine fast vergessene Kunst in der Naturheilkunde. Heute sind Hydrolate vor allem ein Nebenprodukt der Herstellung von ätherischen Ölen; dabei lassen sich auch in Pflanzenwässern viele heilende Wirkstoffe von Kräutern und Blüten konservieren.
Bei der Wasserdampfdestillation durchdringt der aufsteigende Wasserdampf das aromatische Pflanzenmaterial und nimmt wasserlösliche und leicht flüchtige Bestandteile mit sich. Diese sammeln sich dann in dem wieder kondensierenden Wasser.
Um Hydrolate (ca. 200 ml) herzustellen, benötigst du folgende Materialien:
- großer Topf
- Sieb oder Dämpfeinsatz
- kleines Schälchen
- 1–3 Handvoll frische oder getrocknete Kräuter oder Blüten
- Eiswürfel oder Kühlakkus
- dunkle Glasfläschchen
- 400 ml Wasser

Tipp: Damit sich deine Hydrolate möglichst lange halten, koche alle verwendeten Gegenstände am besten aus.
Hydrolate selber machen – so einfach geht’s:
- Wasser in den Topf geben, so dass der Boden von mindestens einer Daumenbreite bedeckt ist. Sieb bzw. Dämpfeinsatz einsetzen.
- Pflanzenmaterial locker darin platzieren und ein Schälchen in die Mitte setzen.
- Deckel umgedreht auf den Topf legen und mit kaltem Wasser und Eiswürfeln beziehungsweise einem Kühlakkus füllen. Eiswürfel oder Kühlakkus müssen während der Destillation ersetzt werden, wenn sie nicht mehr kühlen.
- Herdplatte einschalten und das Wasser bei niedriger Hitze 30–40 Minuten simmern lassen. Der aufsteigende Wasserdampf schlägt sich innen als Kondensat am umgedrehten Deckel nieder und tropft in das Schälchen.
- Das fertige Hydrolat in ein sterilisiertes, dunkles Fläschchen füllen. Bei sauberer Verarbeitung und kühler Lagerung ist das hergestellte Pflanzenwasser bis zu ein Jahr lang haltbar.
Anwendung von Hydrolaten
Die Anwendung der Hydrolate ergibt sich aus den Eigenschaften der verwendeten Pflanzen. Du kannst auch verschiedene Pflanzen miteinander kombinieren. Hydrolate wirken ähnlich wie ätherische Öle, allerdings viel sanfter. Aus diesem Grund eignen sie sich auch zur Behandlung von empfindlicher Haut, Babys, Schwangeren und sogar Tieren.
Hydrolate lassen sich auf verschiedene Arten einsetzen:
- als kühlende Wickel bei Entzündungen, Sonnenbrand oder Sportverletzungen (z.B. aus Ringelblume, Kamille oder Arnika)
- zum Inhalieren bei Atemwegserkrankungen (z.B. aus Quendel oder Thymian)
- zum Aromatisieren der Raumluft in einer Duftlampe
- für selbstgemachte Kosmetik, z.B. Deos, Gesichts-, Rasier- und Mundwasser oder als Körperspray.
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Wie verarbeitest du deine Kräuter? Wir freuen uns auf Ideen und Anregungen in den Kommentaren unter diesem Beitrag.
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Ganz schöne Homepage, die Lust macht, Hydrolate selber herzustellen- vielen lieben Dank!
Eine Frage: wie lange sind Kräuterdestillate denn haltbar?
🥰
Ich bin begeistert von eurer Arbeit, durch eure Hilfe werde ich auch Hydrolate herstellen.
Ich danke euch dafür.
Immer Sonne im Herzen 💕
Grüßt euch, kann ich auch den Dampfentsafter für solche Hydrolate nutzen, im Grunde ist es der gleiche Vorgang. Ich habe sehr viel Fichtenäste im Garten und da dachte ich, ich pack die in den Dampfentsafter und warte was rauskommt.
Eure Meinung wäre mir hierzu sehr wichtig
Hallo Dennis,
vielen Dank für deine tollen Tipps.
Liebe Grüße ♦️line
Was ist der Unterschied zu Tee und Hydrolat? Kann ich nicht einfach Tee machen und filtern?
Liebe Janice,
bei einem Tee werden wasserlösliche Stoffe direkt in dem Teeaufguss gelöst, in dem die Kräuter oder Pflanzenteile schwimmen.
Dagegen findet die Extraktion bei einem Hydrolat mittels Wasserdampf statt: Die Temperatur des Dampfes ist höher als die des Wassers und es lassen sich mittels Dampf in Hydrolaten auch solche Stoffe lösen, die beim Tee wegen der geringeren Temperatur möglicherweise noch unlöslich sind, oder aber die wegen ihrer Flüchtigkeit beim Tee zum Teil schon in die Luft verdampfen. Beim Hydrolat sammeln sie sich in dem Dampf, kondensieren mit ihm gemeinsam und werden dann in dem Kondensationswasser = Hydrolat gesammelt und konzentriert.
Hier gibt es dazu mehr Informationen einschließlich einer Anleitung für zu Hause:
Liebe Grüße
Ich habe gestern ein Spitzwegerichhydrolat mit der Topfmethode hergestellt. Es war transparent. Allerdings ist mir nach der Destillation aufgefallen, dass das Restwasser sehr dunkelbraun war. Ist das normal?
ja das ist normal, dort sammeln sich festere bestandteile, stell dir tee vor, der hat je nach sorte die entsprechende farbe, beim herstellen von destilaten, senken sich die schwebstoffe ab und so entsteht unten die dunkler brühe. bin kein chemiker, aber so würde ich das beschreiben.
Dankeschön !
Eine wunderschöne Homepage mit gut nachvollziehbaren Anleitungen.
Ich komme gerne wieder !
Vielen Dank für das liebe Feedback.
Liebe Grüße
Dennis