Rainfarn

Rainfarn besitzt trotz seiner Gifte eine starke Heilwirkung und kann gegen Mücken, Schädlinge und Läuse effektiv verwendet werden.

Der Rainfarn galt lange Zeit als universelles Mittel gegen jegliche Art von Ungeziefer, sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Weil alle Pflanzenteile giftig sind, auch für Haustiere, wird heutzutage jedoch von einer innerlichen Anwendung abgeraten. Bei äußerlichen Anwendungen sind Hautreizungen und Allergien möglich. Zur Abwehr von Schädlingen kann er aber nach wie vor in Haus und Garten gute Dienste leisten.

In der Ernährung

Der Rainfarn ist keine Speisepflanze, sondern ein reines Würzkraut. Blätter und Blüten können sehr sparsam dosiert zum Aromatisieren von Limonade, Tee, Süßspeisen oder grünen Smoothies genutzt werden.

Eine Menge von drei Blüten gilt bei seltenem Gebrauch als unbedenklich. Wegen des giftigen Thujons in allen Pflanzenteilen wird heutzutage aber vom Verzehr abgeraten. Insbesondere Schwangere sollten den Verzehr dieser Pflanze vermeiden.

Heilende Anwendungen

Rainfarn ist ein sehr starkes und effektives Heilkraut, eine falsche Dosierung kann allerdings sehr schnell zu Vergiftungen führen. In der Pflanzenheilkunde war Rainfarn ein wirksames Mittel gegen eine Vielzahl von Ungeziefer wie Läusen, Flöhen und Würmern. Eine innerliche Anwendung gegen Wurmerkrankungen wird wegen der Vergiftungsgefahr heutzutage nicht mehr praktiziert.

Während der Schwangerschaft eingenommen kann es Fehlgeburten auslösen, weswegen es früher zur Abtreibung verwendet wurde.

Der kampferartige Geruch des Rainfarn vertreibt effektiv Ungeziefer wie Flöhe oder Motten. Bereits im Mittelalter wurde das Kraut an den Häusern aufgehängt, um Insekten und Fliegen fern zu halten.

Eine verbreitete Anwendung war es auch, die Schlafplätze von Haus- und Nutztieren mit getrocknetem Rainfarn auszulegen, um Ungeziefer zu vertreiben. Es empfiehlt sich dafür, die Pflanze nicht offen auszulegen, sondern stattdessen als Füllung in Hundebetten, Duftkissen oder Matratzen einzunähen.

Als Bestandteil von Kräutermischungen zum Räuchern hilft Rainfarn beim Vertreiben von Mücken.

Aufguss gegen Kopfläuse

In der Vergangenheit wurde ein Aufguss mit Rainfarn verwendet, um Läuse und Flöhe zu vertreiben. Allerdings gibt es bei dieser Anwendungen gemischte Erfahrungen. Es gibt Berichte, die vom Erfolg der Methode zeugen aber Hinweise auf eine mangelnde Wirkung. Zur Zubereitung werden zwei Teelöffel Blüten und Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergossen und auf Körpertemperatur abgekühlt. Die Haare mehrmals mit dem Aufguss waschen und nach kurzer Einwirkzeit wieder ausspülen.

Früher wurde dieser Tee auch bei Gicht, Fieber, Nervenbeschwerden und Wurmbefall verabreicht. Als Gurgelmittel sollte er schlechten Atem vertreiben.

Rainfarn besitzt trotz seiner Gifte eine starke Heilwirkung und kann gegen Mücken, Schädlinge und Läuse effektiv verwendet werden.

Pflanzenbrei

Aus Blüten und Blättern lässt sich ein Pflanzenbrei zubereiten, der äußerlich bei Gelenkschmerzen, Zerrungen und Krampfadern helfen soll. Dazu werden frische Blätter und Blüten mit einem Mörser zu feinem Brei zerquetscht. Bei Bedarf kann wenig Wasser hinzugegeben werden, um die Konsistenz zu regulieren. Dieser Brei wird in einer Mullwindel oder einem Umschlag auf die betroffenen Hautpartien gelegt.

Anwendung im Garten

Eine auch heute noch genutzte Anwendung für Rainfarn ist die Zubereitung eines natürlichen Pflanzenschutzmittels. Früher wurden Rainfarnpflanzen zum Beispiel auf Kartoffelfeldern gepflanzt, um den Befall von Kartoffelkäfern zu reduzieren. Die stark riechenden ätherischen Öle vertreiben auch die Weiße Fliege, Blattläuse, Milben, Himbeerkäfer und anderes Ungeziefer. Ebenson ist der Rainfarn gegen den Falschen Mehltau wirksam.

Um einen Reinfarnsud zum Pflanzenschutz herzustellen, werden 100 Gramm Blätter und Blüten (frisch oder getrocknet) mit einem Liter kochendem Wasser übergossen und nach einer Stunde Ziehzeit abgeseiht.

Bei schwachem Befall wird der Sud im Verhältnis 1:10 auf die betroffenen Pflanzen gesprüht, bei starkem Befall im Verhältnis 1:5. Gegebenenfalls muss der Vorgang nach einigen Tagen wiederholt werden. Im Winter kann er gegen überwinternde Schädlinge und Eier eingesetzt werden.

Tipp: Ein natürlicher Pflanzenschutz gegen Pilze, Mehltau und Grauschimmel kann mit Ackerschachtelhalm leicht selbst hergestellt werden.

Erkennung und Sammeltipps

Rainfarn besitzt trotz seiner Gifte eine starke Heilwirkung und kann gegen Mücken, Schädlinge und Läuse effektiv verwendet werden.

Rainfarn ist eine stark wuchernde krautige Pflanze, die eine Höhe von 150 Zentimetern erreichen kann. Die Wurzeln können eine Tiefe von bis zu 90 Zentimetern erreichen. Im vollen Sonnenlicht richten sich die Blätter der wintergrünen Pflanze nach Süden aus, weswegen sie auch als Kompasspflanze bezeichnet wird. An seinen typischen Blüten und Blättern ist der Rainfarn leicht zu erkennen:

  • Der kantige Stängel hat eine grün-braune Färbung.
  • Die länglich gefiederten Blätter sind wechselständig angeordnet.
  • Sie haben einen starken Geruch.
  • Die körbchenförmigen Blüten sind als Dolden angeordnet.
  • Sie blühen von Juni bis September goldgelb.
  • Die Fruchtreife der mit dem Wind und durch Tiere verbreiteten Samen ist zwischen August und Oktober.

Anbautipps

In ganz Europa ist der Rainfarn weit verbreitet. Er wächst meist gesellig an Wegen, Schuttplätzen, Unkrautfluren oder Waldrändern. Er bevorzugt einen sonnigen Standort mit nährstoffreichen Böden.

Der Rainfarn liebt einen feuchten Boden. Regelmäßiges Bewässern ist wichtig, insbesondere an heißen Sommertagen ist darauf zu achten, dass die Erde nicht komplett austrocknet.

Die mehrjährige Pflanze ist winterfest und benötigt keinen besonderen Kälteschutz. Nach der Fruchtreife wird die Pflanze in Bodennähe zurückgeschnitten.

Der Rainfarn ist ein Kriechwurzler und vermehrt sich über unterirdische Ausläufer. Im Herbst können die Ausläufer mit dem Spaten vereinzelt und an neuen Standorten eingepflanzt werden.

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Der Rainfarn hat einen irreführenden Namen, da er nicht zu den Farnen sondern zu den Korbblütlern gehört. Seinen Namen erhielt er wahrscheinlich, weil er häufig an Wegrainen zu finden ist und seine Blätter den Farnen ähneln. Trotz seiner giftigen Inhaltsstoffe ist der Rainfarn eine starke Heilpflanze. Bereits vor mehreren Jahrhunderten wurde er gegen Wurmerkrankungen und Ungeziefer eingesetzt. Heutzutage findet er allerdings häufiger Anwendung als Zierpflanze in Gärten und Parks.
Lateinischer Name
Tanacetum vulgare
Andere Namen
Wurmkraut, Kraftkraut, Michelkraut, Rainfeldblümlein, Revierblume, Tannkraut,
Familie
Korbblütler (Asteraceae)
Erntemonate
Jun - Sep
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Blüten
Blattform
fiederteilig, länglich eiförmig
Blütenfarbe
gelb
Fundorte
Wegränder, Waldränder, Bahndämme, Schuttplätze
Giftigkeit
giftig
Hinweise zur Giftigkeit
Alle Pflanzenteile sind giftig. Hautkontakt kann Allergien hervorrufen
Inhaltsstoffe
ätherische Öle, Bitterstoffe, Borneol, Campher, Flavonoide, Gerbstoffe, Thujon
Eigenschaften
abortiv, antiviral, menstruationsfördernd, schmerzstillend, verdauungsfördernd, wurmtreibend
Hilft bei
Flöhe, Herpes, Krampfadern, Läuse, Migräne, Motten, Quetschungen, Rheuma, Verdauungsprobleme, Würmer

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