Piment

Piment ist ein vielseitiges und beliebtes Gewürz, nicht nur während der Weihnachtszeit. Zudem hat Piment starke Heilkräfte und kann zahlreiche Beschwerden lindern.

Piment hat seinen Beinamen “Viergewürz” oder “Allgewürz” seinem umfassenden Geschmack nach Zimt, Nelken und Muskat sowie seiner Schärfe zu verdanken, die dem Pfeffer ähnelt. Aufgrund dieser Vielseitigkeit wird das Gewürz in den karibischen Ländern nahezu jeder Speise beigefügt.

In der Ernährung

Als Piment werden hierzulande die Beeren bezeichnet, welche unreif geerntet und dann getrocknet werden. Blätter und Blüten werden in der karibischen Küche ebenfalls verwendet, und das aromatische Holz des Baumes wird zum Grillen genutzt.

Piment ist ein beliebtes Gewürz, das in zahlreichen Speisen Verwendung findet. Am bekanntesten ist wohl der Gebrauch von Piment während der Weihnachtszeit, da er in vielen Gewürzmischungen für Glühwein und Lebkuchen enthalten ist. Aber auch zum Würzen aller deftigen Fleischgerichte wie Gulasch, Rouladen, Wurst und Pasteten ist Piment bestens geeignet. Ebenfalls Anwendung findet das Gewürz bei sauer eingelegtem Gemüse, Kohlgerichten, Suppen und Schmorgemüse.

Wenn du eine eigene Pimentpflanze im Haus oder Wintergarten hast, kannst du die Beeren ernten, kurz bevor sie ausgereift sind. Diese werden dann für etwa eine Woche in der Sonne getrocknet und können anschließend, wenn sie vollständig trocken sind, in Schraubgläsern aufbewahrt werden.

Die Blätter können ganzjährig geerntet und wie die Beeren zum Kochen verwendet werden. Auch zum Räuchern von Fleisch, Fisch oder Gemüse sind die Blätter geeignet.

Heilende Anwendungen

Die Heilwirkung des Piments ist ebenso vielfältig wie seine Einsatzmöglichkeiten als Würzmittel. Hauptbestandteil des enthaltenen ätherischen Öls ist Eugenol, welches auch in Gewürznelken zu finden ist.

Piment gehört wie Zimt, Ingwer, Muskat und Chili zu den wärmenden Gewürzen. Diese Wirkung regt nicht nur den Blutkreislauf an, sondern fördert auch die Verdauung, den Stoffwechsel und das Zellwachstum.

Das Gewürz wirkt außerdem beruhigend auf den Körper. Die enthaltenen Wirkstoffe helfen beim Entspannen, verbessern die Stimmung, sowie die Konzentration und wirken kräftigend. Zudem enthält Piment viel Vitamin C und Antioxidantien, welche freie Radikale im Körper bekämpfen und die Hautalterung verlangsamen.

Diese heilenden Wirkungen von Piment kannst du dir einfach zunutze machen, indem du das Gewürz regelmäßig, oder bei Bedarf vermehrt in deine Speisen integrierst. Bei akuten Beschwerden, probiere eines der folgenden Rezepte aus!

Pimenttee

Ein heißer Tee mit Piment wird in Jamaika gegen Erkältungsbeschwerden und Menstruationsschmerzen eingesetzt. Bei vielen anderen Beschwerden kann Pimenttee ebenso Linderung verschaffen, er wirkt zum Beispiel schmerzstillend, verdauungsfördernd und antiseptisch.

So wird der Tee zubereitet:

  1. Einen halben Teelöffel Pimentkörner mörsern und in eine Tasse geben.
  2. Mit 250 ml kochendem Wasser überbrühen.
  3. Abgedeckt für zehn Minuten ziehen lassen.
  4. Nach Belieben süßen und warm trinken.

Pimenttee ist ein universelles Magenmittel, es unterstützt die Verdauung, hilft gegen Blähungen, Übelkeit und Appetitlosigkeit. Die Bitterstoffe regen die Verdauung an, unterstützen die Speichelbildung und beugen Blähungen vor.

Die schmerzstillende Wirkung des Tees kann bei Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Magen- sowie Menstruationsschmerzen helfen und sogar Zahnschmerzen lindern. Gegen Zahnschmerzen sowie Entzündungen im Mundraum kann der Tee (ungesüßt) zum Gurgeln verwendet werden.

Äußerlich angewendet hilft Pimenttee bei Verletzungen der Haut, um Entzündungen und Infektionen vorzubeugen. Dafür wird mehrmals täglich ein in Tee getränkter Umschlag auf die Haut gelegt.

Massageöl gegen schmerzende Muskeln und Gelenke

Das ätherische Öl des Piment hat eine schmerzstillende Wirkung. Äußerlich kann man diese nutzen, um Muskel- und Gelenkschmerzen, Nervenschmerzen sowie rheumatische Beschwerden zu lindern. Auch bei Muskelkrämpfen, Prellungen, Blutergüssen und Insektenstichen kann Piment die Schmerzen vermindern. Dafür werden die betroffenen Hautpartien mehrmals täglich mit einem Ölauszug einmassiert.

So stellst du das Piment-Massageöl her:

  1. Drei Teelöffel Piment mörsern, oder in einer Gewürzmühle mahlen, und in ein Schraubglas geben.
  2. Mit etwa 50 ml Pflanzenöl  aufgießen – zum Beispiel Olivenöl oder Jojobaöl.
  3. Das Glas verschließen und bei Zimmertemperatur für zwei Wochen ziehen lassen. Dabei gelegentlich schütteln.
  4. Das Öl abseihen und in eine sterile Flasche füllen.

Wenn es mal schnell gehen muss, kannst du aus einem Esslöffel gemörsertem Piment und einem Esslöffel Wasser eine Paste anrühren. Diese wird wie ein Pflaster auf die Haut gestrichen, mit einem Tuch oder einer Binde fixiert und für mindestens eine halbe Stunde auf der Haut belassen.

Erkennung und Sammeltipps

Piment ist ein vielseitiges und beliebtes Gewürz, nicht nur während der Weihnachtszeit. Zudem hat Piment starke Heilkräfte und kann zahlreiche Beschwerden lindern.

Piment ist ein immergrüner Laubbaum, der Höhen von bis zu zwölf Metern erreichen kann. An seinen typischen Blüten und Blättern ist er leicht zu erkennen:

  • Die elliptischen Blätter sind gegenständig angeordnet.
  • Die acht zentimeter langen und zwei zentimeter breiten Blätter sind glänzend grün.
  • Die Blätter fühlen sich ledrig an und verströmen einen wohlriechenden Duft, ähnlich dem von Nelken.
  • Die weißen Blüten wachsen aus den Blattachseln hervor.
  • Die fünf bis acht Millimeter großen Steinfrüchte sind grünlich bis braun.

Anbautipps

Piment ist eine tropische Pflanze und benötigt ganzjährig Temperaturen zwischen 15 und 25 ° C. Für kurze Zeit verträgt der Baum auch Temperaturen von etwa 5 °C. Als Kübelpflanze fühlt sich Piment im Sommer auf dem Balkon oder der Terrasse wohl, muss allerdings im Haus oder Wintergarten überwintern. Je nach Überwinterungstemperatur kann das Laub abfallen, treibt im Frühjahr aber neu aus.

Der Pimentbaum sollte regelmäßig gegossen werden, da die vielen kleinen Blätter reichlich Wasser benötigen. Staunässe verträgt er allerdings nicht. In den Sommermonaten freut sich der Piment über etwas Dünger oder Kompost. Ohne Schnitt wächst Piment besonders schön. Wenn er zum Überwintern ins Haus geholt werden muss, ist es allerdings trotzdem ratsam die Triebe im Frühling zu kürzen, da er sonst zu groß werden kann.

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Piment stammt ursprünglich aus Zentralamerika, dem südlichen Mexiko, sowie den vorgelagerten Inseln Südamerikas. Christoph Kolumbus entdeckte das Gewürz Ende des 15. Jahrhunderts in Jamaika, während seiner Suche nach einer neuen Handelsroute nach Indien. Das Hauptanbaugebiet für Piment ist bis heute Jamaika.
Lateinischer Name
Pimenta dioica
Andere Namen
Jamaikapfeffer, Neugewürz, Viergewürz, Allgewürz, Nelkenpfeffer
Familie
Myrtengewächse (Myrtaceae)
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Früchte
Blattform
lanzettlich
Blütenfarbe
weiß
Giftigkeit
ungiftig
Warnungen
Schwangere sollten Piment nur in geringen Mengen verzehren, da er eine wehenfördernde Wirkung hat.
Inhaltsstoffe
Antioxidantien, ätherische Öle, Bitterstoffe, Eugenol, Gerbstoffe, Vitamin C
Eigenschaften
antimikrobiell, antimykotisch, antioxidativ, antiseptisch, antiviral, beruhigend, durchblutungsfördernd, entzündungs­­hemmend, erwärmend, schmerzstillend, verdauungsfördernd
Hilft bei
Blähungen, Bronchitis, Erkältung, Husten, Muskelschmerzen, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden, Zahnschmerzen

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