Großer Wiesenknopf
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Im Mittelalter war der große Wiesenknopf eine vielgenutzte Heilpflanze. Er galt als bedeutendes Kraut zum Schutz vor Pest und auch als Mittel gegen Tuberkulose. Heute wird er nur noch selten verwendet, dabei können wir seine hervorragenden Heilkräfte bei Blutungen und anderen Leiden jetzt genauso anwenden wie damals. Für Bienen, Ameisen und Schmetterlinge ist der hübsche Wiesenknopf eine wichtige Nahrungsquelle.

Steckbrief

Lateinischer Name Sanguisorba officinalis
Andere Namen Wiesenkopf, Hergottsbart, Bibernelle, Blutströpfchen, Blutarmut, Hosenknopf, Drachenblut
Familie Rosengewächse (Rosaceae)
Erntemonate ganzjährig
Verwendbare Pflanzenteile Blätter, Blüten, Triebe, Wurzeln
Blattform unpaarig gefiedert
Blütenfarbe braun, rot
Fundorte Wiesen, Wegränder, Gärten
Verwechslungs­gefahr kleiner Wiesenknopf, ähnlich zu verwenden
Giftigkeit ungiftig
Besondere Inhaltsstoffe Flavonoide, Gerbstoffe, Harze, Mineralsalze, Saponine, Vitamin C
Eigenschaften adstringierend, blutstillend, entgiftend, entzündungs­­hemmend, harntreibend
Hilft bei Blutungen, Darmschleimhautentzündungen, Durchfall, Frühjahrsmüdigkeit, Magen­schleimhaut­entzündungen, Mundschleimhautentzündungen, Verbrennungen, Wunden, Zahnfleischentzündungen

Anwendungen

Neben seiner Verwendung als Heilkraut ist Wiesenknopf auch ein beliebtes Küchenkraut. So ist sein kleiner Bruder eine wichtige Zutat für die berühmte Frankfurter Sauce. Pimpinelle, wie der kleine Wiesenknopf auch genannt wird, ist noch etwas würziger und feiner im Geschmack als der große Wiesenknopf.

In der Ernährung

Sowohl der kleine als auch der große Wiesenknopf werden als Würzkraut verwendet. Sie sind sogar im Winter zu finden, solange es nicht zu kalt wird. Frische Triebe und junge Blätter schmecken wunderbar im Salat, in Kräuterbutter und Kräuterquark. Ebenso lassen sie sich zum Würzen von Gemüse, Suppen oder auch Fleischgerichten verwenden. Dazu wird das Kraut erst nach dem Kochen hinzugefügt, da Wiesenknopf durch den Kochvorgang sein feines, würziges Aroma verliert.

Die hübschen Blütenstände werden kleingeschnitten zu Salaten gemischt oder als mildes Gemüse gegart.

Geschält und geraspelt wird die Wurzel in Salate gegeben oder wie Wurzelgemüse gekocht.

Heilende Anwendungen

Ein Hauptanwendungsgebiet des großen Wiesenknopfes liegt im Behandeln von inneren und äußeren Blutungen. In der traditionellen chinesischen Medizin wird er bei blutigen Durchfällen und blutigen Hämorrhoiden eingenommen.

Frische Blätter oder die geriebene frische Wurzel auf Wunden und Brandblasen aufgelegt unterstützen die Heilung und wirken entzündungshemmend.

Zum Lindern von Sodbrennen werden die Blätter pur gegessen.

Tee

Ein Tee aus der Wurzel ist allgemein kräftigend und entgiftend. Er kann daher auch gut als Frühjahrskur getrunken werden. Etwa einen Teelöffel Wurzelstückchen mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen.

Bei Blähungen, Durchfall, zu starker Menstruation sowie Schleimhautentzündungen wird ein Tee aus den Blättern getrunken. Dazu zwei Teelöffel Blätter mit 200 ml heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser übergießen. Dieser Tee ist auch als Spülung bei entzündeter, blutender Mundschleimhaut geeignet.

Erkennung und Sammeltipps

In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Wiesenknopf bei Durchfällen und Hämorrhoiden genutzt, auch bei uns war er früher sehr beliebt. Finde heraus, wie du ihn noch heute nutzen kannst!
Carl Axel Magnus Lindman [Public domain]
Wiesenknopf ist weit verbreitet und sowohl im Flachland als auch in Bergregionen zu finden.

  • Er wird 50-120 cm groß
  • Die Blätter wachsen wechselständig an einem aufrechten, runden Stängel, der sich im oberen Drittel verzweigt
  • Sie sind gestielt und bestehen aus 2-4 gesägten Blattpaaren sowie einem Endblatt
  • Die Blüte ist ährenartig geformt und steht endständig am unbehaarten Stängel
  • Sie ist dunkelrot und besteht aus bis zu 40 Einzelblüten
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