Eberesche
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Vor dem Verzehr der sogenannten Vogelbeeren werden Kinder bis heute gewarnt. In größeren Mengen lösen die rohen Beeren der Eberesche, tatsächlich leichte Vergiftungserscheinungen aus. Wer jedoch einmal eine rohe Beere probiert hat, wird sehr wahrscheinlich gern auf weitere Kostproben der stark sauer bis bitter schmeckenden Frucht verzichten. Gekocht lassen sich Vogelbeeren jedoch zu schmackhaften Produkten verarbeiten und auch als Heilbeeren sind sie nicht zu unterschätzen.

Steckbrief

Lateinischer NameSorbus aucuparia
Andere NamenVogelbeerbaum, Vogelbeere
FamilieRosengewächse (Rosaceae)
ErntemonateApr-Nov
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Blüten, Früchte
Blattformfiederteilig
Blütenfarbeweiß
FundorteHecken, Brachflächen, Wegesränder, Parks
Giftigkeitteilweise giftig
Hinweise zur GiftigkeitDie Beeren lösen roh in größeren Mengen verzehrt Erbrechen und Durchfall aus.
Besondere InhaltsstoffeApfelsäure, ätherische Öle, Bitterstoffe, Carotinoide, Gerbstoffe, Magnesium, Pektin, Vitamin A, Vitamin C, Zitronensäure
Eigenschaftenanregend, appetitanregend, blutreinigend, kräftigend
Hilft beiAppetitlosigkeit, grüner star, Halsschmerzen, Leberschwäche, Magen-Darmerbeschwerden, Nierenprobleme, Nierensteine, Prostatabeschwerden, Stoffwechselstörungen

Anwendungen

Ebereschen gehörten zu den heiligen Bäumen der Kelten und waren dem Gott Thor geweiht. Vor allem vor Blitzschlag sollen sie schützen und es gibt wohl Beobachtungen, dass Ebereschen seltener von Blitzen getroffen werden als andere Bäume.

Der lateinische Name “aucuparia” heißt soviel wie “Vogel fangen”, in der Tat nutzten die Menschen Ebereschenbeeren früher als Lockmittel beim Vogelfang. Doch nicht nur Vögeln bietet der Baum Nahrung, auch Mäuse, Rehe und Insekten ernähren sich von seinen Blättern und Früchten.

Als Pionierpflanze wachsen Ebereschen auch unter schlechten Bedingungen. Aufgrund ihrer tiefen Wurzeln und einer guten Kälteverträglichkeit werden sie bis heute gern in lawinengefährdeten Gebieten angepflanzt. Ihre große Toleranz gegenüber Luftverschmutzungen macht sie auch zu einem beliebten Baum in der Stadt.

In der Ernährung

Ebereschenbeeren besitzen einen enorm hohen Vitamin-C-Gehalt, der auch nach dem Kochvorgang in Teilen erhalten bleibt. Sie schmecken als Marmelade oder Mus besonders gut zusammen mit anderem Obst, lassen sich aber auch pur verwenden. Zum Entsaften sind Vogelbeeren ebenfalls geeignet. In Kombination mit frisch gepresstem Apfelsaft erhältst du einen süß-sauren Saft, der vor dem Verzehr unbedingt abgekocht werden sollte. Als Geschmacksbeigabe lassen sich die Beeren in geringen Mengen zur Zubereitung von Wildkräuter-Fruchtriegeln verwenden.

Mit den leicht säuerlich-mandelartigen Blüten kannst du verschiedene Süßspeisen würzen.

Heilende Anwendungen

Getrocknete Ebereschenfrüchte regen die Nieren an und fördern eine Ausscheidung von Nierensteinen. Führe dazu eine 30-tägige Kur mit den getrockneten Beeren durch. Fange mit einer Beere am Tag an und nimm jeden Tag eine Beere mehr, bis du bei 15 Stück angekommen bist. Iss von nun an jeden Tag eine Beere weniger, bis du wieder bei einer Frucht bist.

Mus

Ebereschenmus pflegt die Darmflora und hilft beim Aufbau des Darms nach Antibiotikagaben und Darmerkrankungen. Bei Appetitlosigkeit, Magenverstimmung und zur Kräftigung der Lunge kannst du es ebenfalls einnehmen. Die Inhaltsstoffe der Eberesche wirken zudem stärkend und belebend auf den gesamten Organismus.

Zur Herstellung des Ebereschenmus koche die Beeren weich und passiere sie anschließend durch ein Sieb. Um den sehr herben Geschmack etwas abzumildern, kannst du andere Früchte hinzufügen. Für eine längere Haltbarkeit koche das Mus nochmals auf und gib es heiß in sterilisierte Gläser. Nach dem Anbruch solltest du das Mus im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb weniger Tage verbrauchen. Für eine Kur zum Aufbau der Darmflora nimm täglich einen Teelöffel davon ein.

Tee

Im Frühjahr ergeben die Blüten und Blätter einen schmackhaften Teeaufguss, der gegen Magenbeschwerden und zur Reinigung der Lymphe, Nieren, Blase und des Blutes eingenommen wird. Übergieße für einen Teeaufguss einen Esslöffel der Blüten und Blätter mit 250 ml heißem Wasser und seihe ihn nach fünf bis zehn Minuten ab.

Bei grünem Star, Prostataleiden, Stoffwechselproblemen, Mandelentzündung, Halsweh und Heiserkeit hilft ein Tee aus den Beeren. Er wirkt zudem wie Balsam auf stark beanspruchte Stimmbänder. Zur Bereitung des Aufgusses übergieße einen Esslöffel der Beeren mit 200 ml kochendem Wasser und lasse ihn zehn Minuten ziehen.

Anwendungen im Garten

Die Blätter der Eberesche sind reich an Magnesium und eignen sich gut als Mulch zum Aufbessern von schlechten Böden.

Erkennung und Sammeltipps

Größere Mengen der Eberesche solltest du besser nicht roh essen, dennoch ist es eine kostbare und sehr hilfreiche Pflanze. So kannst du sie nutzen!
Ebereschen erreichen eine Höhe von 15 bis 20 Metern, besitzen eine lockere, eher schmale Krone und erreichen ein Alter von 80 bis 100 Jahren.

  • Die Blätter sind gefiedert und sehen denen der Esche ähnlich.
  • Sie werden etwa 15 cm lang und sitzen wechselständig an den Ästen.
  • Die Rinde ist relativ glatt und gräulich.
  • Die Blüten hängen in bündelweise in Rispen zusammen.
  • Die Einzelblüten besitzen fünf weiße Kronblätter und messen zehn Millimeter im Durchmesser.
  • Die Früchte leuchten im reifen Zustand orange bis rot und bilden große Büschel.
  • Sie sind rund, enthalten meist drei Kerne und sind einen Zentimeter groß.

Ernte die reifen Beeren am besten nach dem ersten Frost, dann sind etwas milder, oder gib sie für ein paar Tage in die Tiefkühltruhe.

Achtung:
Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!
  • sylvie

    Dankeschön für diesen tollen Beitrag, ich habe gehört, dass es Unterschiede zwischen den Ebereschen gibt, bezüglich Essbarkeit. ..?! Aber nach diesem Artikel ist das erst einmal egal 😀

    • http://www.smarticular.net Mark

      Hallo Sylvie, es gibt leichte Unterschiede im Geschmack und der Bitterkeit. Von einer giftigen Sorte habe ich noch nicht gehört.

  • Hanny

    Hallo ich lese ja fleissig seit einiger Zeit mit, und hab schon eine ganze Menge
    über unsere Natur dazu gelernt – Danke an dieser Stelle !

    Dieser Bericht jedoch haut mich vom Hocker …. mir wurde in früher Kindheit
    eingetrichtert diese Beeren nicht zu naschen ! Jetzt lese ich von euch das es doch geht !
    Da ich sehr auf meine Gesundheit achte – ist ja Vitamin C besonders wichtig für den Körper und gleich ums Eck hier stehen zich solcher Bäume – Ich gehe wohl sammeln heute

    Danke nochmal !!!

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