Leinkraut-Tinktur gegen Hämorrhoiden und mehr
Mit seinen leuchtend gelb-orangen Blüten erinnert das Gemeine Leinkraut an ein kleines Löwenmäulchen und wird von vielen oft nur als hübsche Wildblume am Wegesrand wahrgenommen. In der traditionellen Naturheilkunde blickt das anspruchslose Kraut jedoch auf eine lange Geschichte zurück, insbesondere als pflanzliches Hausmittel bei Hämorrhoiden, gereizter Haut, oberflächlichen Entzündungen und venösen Beschwerden. Eine selbst angesetzte Leinkraut-Tinktur ermöglicht es, die wertvollen Pflanzenauszüge konzentriert und unkompliziert für die Hausapotheke verfügbar zu machen.
Tipp: Du kannst dir die heilkräftigen Inhaltsstoffe auch anders zunutze machen – aufgebrüht als Leinkrauttee oder als Leinkrautsalbe gegen Hämorrhoiden.
Leinkraut-Tinktur selber machen
Ein alkoholischer Auszug ist die ideale Methode, um sowohl die fett- als auch die wasserlöslichen Bestandteile des Leinkrauts zu extrahieren. Für die Zubereitung wird das gesamte blühende Kraut verwendet, also Blüten, Blätter und die oberen, noch weichen Stängelteile. Der beste Erntezeitpunkt liegt an einem trockenen Vormittag zwischen Juni und September, sobald der Morgentau abgetrocknet ist.
Zutaten und Zubehör:
- Eine Handvoll frisches, sauberes Leinkraut (alternativ etwa 20 bis 25 g getrocknetes Kraut)
- Ca. 150 bis 200 ml Ansatzalkohol mit mindestens 40 % Vol. (z. B. milder Wodka, Korn oder verdünnter Weingeist)
- Ein saubere, sterile Apothekerflaschen
- Ein Teefilter, Passiertuch oder feines Teesieb
- Braunglas-Tropfflaschen zur lichtgeschützten Lagerung

- Kraut säubern
Das gesammelte Kraut gründlich auf kleine Insekten kontrollieren und bei Bedarf vorsichtig ausschütteln, jedoch möglichst nicht waschen, um wertvollen Blütenstaub zu erhalten.
- Grob zerkleinern
Blüten und Blätter mit einem sauberen Messer grob zerkleinern, damit der Alkohol die pflanzlichen Zellwände optimal durchdringen kann.
- In Alkohol einlegen
Das Pflanzenmaterial in das Glas füllen und mit dem Alkohol übergießen, bis alle Pflanzenteile vollständig bedeckt sind.
- Ziehen lassen
Das Glas fest verschließen und für drei bis vier Wochen an einem warmen, hellen, aber vor direkter Sonneneinstrahlung geschützten Ort ziehen lassen.
- Schwenken
Das Glas alle ein bis zwei Tage sanft schwenken, damit sich die Wirkstoffe gleichmäßig lösen und kein Schimmel entsteht.
- Abseihen
Nach Ablauf der Reifezeit den Auszug durch ein Tuch oder einen Filter abseihen, gut ausdrücken und in Braunglasflaschen abfüllen.

Die Tinktur ist mehrere Monate bis zu einem Jahr lang haltbar. Hohe Temperaturen und direktes Sonnenlicht sollten bei der Lagerung vermieden werden, da es die Heilwirkung vermindern kann.
Sanfte Pflanzenkraft: das Leinkraut sagen
Die gesundheitliche Wertschätzung des Leinkrauts beruht auf den sekundären Pflanzenstoffen. Im Mittelpunkt stehen Flavonoide1 – insbesondere die Flavonglykoside Linarin, Pectolinarin und Neolinarin – sowie Iridoidglykoside, Schleimstoffe, Cholin und Phytosterole. Diesen Inhaltsstoffen werden in pharmakologischen Untersuchungen antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben.2
Wissenschaftliche Studien zu Linaria vulgaris deuten darauf hin, dass die isolierten Flavonoide Entzündungen dämpfen und zellschützende Effekte entfalten können. Auch wenn es bislang an groß angelegten klinischen Humanstudien fehlt, stützt die biochemische Zusammensetzung die jahrhundertealte volksheilkundliche Praxis: Das Kraut wirkt mild adstringierend (zusammenziehend), abschwellend und beruhigend auf gereizte Schleimhäute sowie Gefäßwände.
Äußerliche und innerliche Anwendung im Alltag
Dank ihrer adstringierenden und lindernden Eigenschaften lässt sich die Leinkraut-Tinktur vielseitig in der alltäglichen Hausapotheke nutzen, sofern keine Kontraindikationen vorliegen.
Bei vergrößerten Hämorrhoiden, Afterjucken oder oberflächlichen Hautirritationen wird die Tinktur traditionell äußerlich eingesetzt. Da reiner Alkohol empfindliche Schleimhäute austrocknen oder brennen kann, sollte die Tinktur vor dem Auftupfen stets im Verhältnis 1:2 mit abgekochtem Wasser oder Rosenwasser verdünnt werden. Noch hautschonender ist es, einige Tropfen der Tinktur in eine selbstgemachte Salbengrundlage oder in reines Mandelöl einzuarbeiten. Bei anhaltenden oder blutenden Hämorrhoidalleiden sollte stets eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Traditionell wird die Tinktur innerlich gelegentlich tropfenweise eingesetzt, um eine träge Verdauung mild anzuregen oder als begleitendes Hausmittel bei leichten Magen-Darm-Verstimmungen. Üblich ist hierbei eine Einnahme von 10 bis maximal 15 Tropfen, aufgelöst in einem großen Glas Wasser oder lauwarmem Fencheltee, bis zu zweimal täglich über einen begrenzten Zeitraum von maximal zwei Wochen. Bei chronischen Darmerkrankungen oder unklaren Bauchschmerzen ist von einer Selbstmedikation abzusehen.
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Lagerung, Haltbarkeit und Sicherheitshinweise
Kühl, trocken und lichtgeschützt in dunklen Flaschen aufbewahrt, bleibt die Tinktur problemlos mindestens ein bis zwei Jahre haltbar. Zeigen sich Trübungen, Geruchsveränderungen oder Schimmelspuren, sollte das Produkt entsorgt werden.
Aufgrund des Alkoholgehalts und fehlender toxikologischer Unbedenklichkeitsstudien für sensible Personengruppen sollten Schwangere, Stillende, Kinder sowie Personen mit bestehender oder überwundener Alkoholerkrankung auf die innerliche Einnahme verzichten. Bei bekannten Allergien gegen Wegerich- oder Braunwurzgewächse empfiehlt sich vor der äußerlichen Erstanwendung ein kleiner Verträglichkeitstest in der Armbeuge.
Hast du diese oder eine andere Heiltinktur schon einmal ausprobiert? Teile deine Tipps und Erfahrungen mit anderen Lesern unter diesem Beitrag!
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- Kuang, W., Zhang, X., & Lan, Z. (2018): Flavonoids extracted from Linaria vulgaris protect against hyperlipidemia and hepatic steatosis induced by western-type diet in mice. In: Archives of Pharmacal Research, 41(12), S. 1190–1198. DOI: 10.1007/s12272-017-0941-y. ↩︎
- Roman, I., et al. (2008): Assessing the antioxidative properties and chemical composition of Linaria vulgaris (Scrophulariaceae) infusion. In: Acta Biologica Hungarica, 59(2), S. 241–248. DOI: 10.1556/ABiol.59.2008.2.11. ↩︎
Ich bin ein Fan von Tinkturen! Man kann sie sowohl innerlich als Tropfen in Wasser oder Tee einnehmen, oder zu einer Salbe beimengen!
Mein Papa muss starke Medikamente nehmen und dies wirkt sich auf seinen Stuhlgang aus🙈 Also hab ich ihm eine Tinktur angesetzt und nachdem er ca. 3 Wochen lang tgl. brav die Tropfen nahm, hat sich sein Stuhlgang deutlich verbessert! Das ist mittlerweile schon fast 6 Monate her und Papa konnte die Präparate vom Arzt nun endgültig absetzen! 🙏
PS: Er nimmt die Leinkraut Tropfen und isst abends sein Joghurt mit Leinsamen!👍