Zitronengras
Zitronengras (Cymbopogon citratus) kann viel: Es bringt exotische Frische in die Küche, unterstützt die Verdauung und findet auch in der Naturheilkunde sowie der Kosmetik seinen Platz. Die duftenden Halme der Pflanze wirken belebend, entkrampfend und entzündungshemmend. Ob als Tee bei Magenbeschwerden oder als Öl in der Duftlampe – Zitronengras sorgt für Klarheit, Leichtigkeit und ein angenehmes Wohlgefühl.
Herkunft, Geschichte, kulturelle Bedeutung
Ursprünglich stammt Zitronengras aus Südostasien. In Ländern wie Indien, Thailand, Indonesien und Sri Lanka hat es eine lange Tradition. Sowohl in der Küche als auch in der Heilkunst. Im Ayurveda gilt es als harmonisierend und wird bei Fieber, Erkältungen oder zur Stärkung des Immunsystems verwendet. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) spielt es eine Rolle, vor allem wegen seiner verdauungsfördernden Wirkung.
In Indonesien wird Zitronengras nicht nur kulinarisch geschätzt: In dörflichen Regionen wird es als Tee zur Fiebersenkung verwendet. In Brasilien wiederum nutzt man es gegen Nervosität. Hier kennt man das Kraut unter dem Namen “capim-santo”.
Zitronengras in der Ernährung
Zitronengras ist aus der asiatischen Küche kaum wegzudenken. Der frische, zitronige Duft und Geschmack verleiht Currys, Suppen, Wokgerichten und Marinaden eine besondere Note. Verwende vor allem den unteren, weißen Teil der Halme. Er ist zart und aromatisch. Das ätherische Öl darin enthält Citral. Das ist der Stoff, der für das frische Zitronenaroma verantwortlich ist.
Zitronengras enthält unter anderem Vitamin C, K, einige B-Vitamine sowie Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen.1
In Currys kannst du die grob zerschnittenen Halme mitkochen. Sie geben ihr Aroma ab und werden vor dem Servieren entfernt. Für eine frische Marinade für Tofu oder Hähnchen zerdrücke Zitronengras, Knoblauch, Chili und Limettensaft.
Heilende Anwendungen
Wissenschaftlich belegt ist die antibakterielle, antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkung von Zitronengrasöl,2 vor allem durch die enthaltenen ätherischen Öle wie Citral, Geraniol und Myrcen. Diese wirken auch leicht schmerzlindernd.
In der Volksheilkunde wird Zitronengras bei Verdauungsbeschwerden, innerer Unruhe, Kopfschmerzen oder Fieber eingesetzt. Auch bei Erkältungen hilft es, indem es das Schwitzen anregt. Die beruhigende Wirkung auf das Nervensystem ist in vielen Kulturen geschätzt.3
Achtung bei Schwangerschaft: Hochdosiertes Zitronengrasöl kann wehenfördernd wirken. In dieser Zeit solltest du es nur sparsam oder gar nicht verwenden.
Zitronengras-Ingwer-Tee
Ein schneller Tee mit Zitronengras und Ingwer wirkt anregend und wohltuend. Dafür einfach zwei zerstoßene Zitronengrasstängel mit ein paar Scheiben Ingwer und heißem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen.
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Kosmetische Anwendungen, im Haushalt und Garten
Zitronengrasöl wirkt erfrischend, klärend und tonisierend auf die Haut. Es findet sich daher in vielen Naturkosmetikprodukten, z. B. in Deos, Duschgels oder Gesichtswassern. Auch als Badezusatz bringt es eine belebende Wirkung.
Ein einfaches Hausmittel: Gib 10 Tropfen Zitronengrasöl in 100 ml destilliertes Wasser – fertig ist ein erfrischendes Körperspray oder ein natürliches Raumspray. Zitronengrasöl vertreibt auch Insekten, besonders Mücken.
Aussehen und Erkennungsmerkmale

Zitronengras ist ein mehrjähriges, horstbildendes Gras mit langen, schmalen Halmen, das bei günstigen Bedingungen über einen Meter hoch werden kann. Der Duft nach Zitrone ist das auffälligste Erkennungsmerkmal.
- Blätter: lang, schmal, schilfartig, leicht überhängend, graugrün
- Stängel: verdickt am unteren Ende, weißlich bis hellgrün
- Wuchsform: horstbildend, buschig
- Duft: stark zitronig beim Zerreiben
- Blüte: in Europa kaum, in tropischen Regionen rispenförmig
- Wurzel: flach, faserig
Verwechslung ist selten, da kaum eine andere heimische Pflanze diesen intensiven Zitronenduft aufweist.
Am besten erntest du, sobald die Halme etwa fingerdick sind. Dann schneidet man sie bodennah ab und verwendet den unteren Teil frisch oder getrocknet.
Bedingungen für kultivierten Anbau
Zitronengras lässt sich gut im Topf ziehen. Es braucht einen warmen, hellen Standort, gern auf dem Südbalkon oder im Gewächshaus. Der Boden sollte locker, durchlässig und humos sein. Gieße die Pflanze regelmäßig, aber Staunässe sollte vermieden werden.
Zur Vermehrung kannst du Stecklinge aus dem Supermarkt verwenden. Stelle sie einfach ins Wasser, bis sich Wurzeln bilden. Im Frühling und Sommer kannst du die Pflanze bei guter Pflege regelmäßig ernten. Stelle das Zitronengras im Winter an einen hellen, kühlen Ort und reduziere das Gießen.
- Naehrwertrechner Zitronengras. https://www.naehrwertrechner.de/naehrwerte/G997000/Zitronengras/?menge=100. Zuletzt aufgerufen am 21.01.2025 ↩︎
- Mohamed Nadjib Boukhatem et. al. (2014) Lemon grass (Cymbopogon citratus) essential oil as a potent anti‑inflammatory and antifungal drug. Libyan Journal of Medicine. 9(1):25431 ↩︎
- Kusuma, I. Y., Perdana, M. I., Vágvölgyi, C., Csupor, D. & Takó, M. (2024). Exploring the Clinical Applications of Lemongrass Essential Oil: A Scoping Review. Pharmaceuticals, 17(2), 159. ↩︎
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Würzig duftendes, horstbildendes Gras mit zitronigem Aroma
- Lateinischer Name
- Cymbopogon citratus
- Andere Namen
- Lemongras, Citronelle, Sereh, Westindisches Zitronengras
- Familie
- Süßgräser (Poaceae)
- Erntemonate
- ganzjährig
- Verwendbare Pflanzenteile
- Stiel
- Blattform
- schmal, spitz
- Blütenfarbe
- gelb, violett, weiß
- Fundorte
- Tropen, subtropische Regionen, als Kübelpflanze in Europa
- Verwechslungsgefahr
- gering, markanter Duft
- Giftigkeit
- ungiftig
- Hinweise zur Giftigkeit
- in der Schwangerschaft Vorsicht bei Öl
- Inhaltsstoffe
- Citral, Flavonoide, Geraniol, Myrcen
- Eigenschaften
- antibakteriell, beruhigend, entzündungshemmend
- Hilft bei
- Erkältung, Erkältungen, Unruhezustände, Verdauungsbeschwerden
- Erkennung / Sammeltipps
- weißer, verdickter Stängel, zitroniger Duft
- Anbau
- Topf oder Garten, sonnig, nährstoffreich, frostfrei












